Zahl des Tages (14.10.09): 140.000.000.000

Eine Zahl, die mir zugegeben die Sprache verschlägt.

Nur ein Jahr nach der Krise (wobei sich viele noch gar nicht sicher sind, dass die Krise schon vorbei ist) wollen sich die Banker an der Wall Street

140.000.000.000 (140 Milliarden) Dollar

genehmigen.

Das wären sogar  Milliarden Dollar mehr als 2007, dem letzten Boomjahr vor der Krise.

FAZ: Auf dem Weg zu neuen Rekordboni

Aber was will man erwarten? Die Notenbanken pumpen billiges Geld ohne Ende in die Wirtschaft und das landet wie immer am schnellsten an der Börse. Und schon verdienen sich die Leute dort wieder dämlich. Ohne dass sie wirklich was können. Die Gewinne entstehen nicht durch eigene Leistung, sondern überwiegend durch billiges Geld.

Was abläuft, sieht man auch schön am Quartalsgewinn von 3,6 Millionen Milliarden Dollar bei JP Morgan.

Die Politik hat halt den perfekten Rundum-Bailout gebaut und soll jetzt bloß nicht jammern.

FAZ: JP Morgan überrascht mit Milliardengewinn

Update (15.10.09):

Kommentar zu den Boni in der FAZ: Die Bonusparty geht weiter

Update 2 (15.10.09):

Goldman Sachs hat etwa 12,4 Mrd. Dollar Rohertrag, wovon "nur" ca. 3,2 Mrd. als Reingewinn übrig bleiben. Was erklärt einen großen Teil des Unterschieds? Die Boni, die in der Bilanz verschämt als Rückstellungen für Lohnzahlungen auftauchen. Satte 5,4 Mrd. waren das bei Goldman Sachs, als 43% des Rohertrags.

Da sage nochmal jemand, Hedgefonds wären teuer. 20% Gewinnbeteiligung sind gegen die Beteiligung der Banker ja geradezu harmlos. Vor allem, weil die Boni auch in schlechten Jahren nur vergleichsweise harmlos gekürzt werden.

FTD: Goldman Sachs enttäuscht trotz Milliardengewinns

gefunden über Boersennotizbuch: Boni für 43% der Netto-Erträge?

Kommentare :

  1. 140 Milliarden Dollar, die den Banken beim nächsten Crash wieder fehlen werden, so dass beim Steuerzahler wieder gebettelt werden muss. Drecksäcke.

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  2. 3.6 Millionen erscheinen mir nicht wirklich der Rede wert. 3.6 Milliarden schon eher :-)

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  3. @echnaton:

    Oha, verbessert. Danke für den Hinweis.

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  4. "und das [Geld] landet wie immer am schnellsten an der Börse. Und schon verdienen sich die Leute dort wieder dämlich. Ohne dass sie wirklich was können. Die Gewinne entstehen nicht durch eigene Leistung, sondern überwiegend durch billiges Geld".

    Man müsste hinzufügen, dass dies alles nur Papiergewinne sind -- wenn alle (Banken) kaufen, steigen die Kurse; auf Basis der gestiegenen Kurse werden Papiergewinne ermittelt, die wiederum als Baisis für die Boni dienen.

    Wenn morgen alle verkaufen (müssen) bzw. die Kurse fallen, sind die "Gewinne" plötzlich weg (kennen wir), nur die Boni zahlt man nicht zurück...

    Ein toller Mechanismus für die, die in den Banken sitzen... Dazu noch durch öffentliches Geld finanziert...

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