Zahl des Tages (29.10.09): +1,66%

Ich hatte ja bereits angekündigt, dass ich die +3,5% Plus im US-BIP vielleicht zur Zahl des Tages umwidme. Gut, so direkt mache ich das nicht, sondern picke mir aus der Analyse eine Zahl heraus.

Die Headline war das Plus von 3,5% im 3. Quartal 2009 (US-BIP Q03/09: +3,5%). Damit hat die US-Wirtschaft wieder klar auf den Wachstumspfad zurückgefunden. Die Börsen sprangen rund um den Globus nach oben. Der Dow Jones Index hatte den besten Tag seit über 3 Monaten.

Ich hatte schon in der Kurzanalyse den Einfluss der US-Abwrackprämie Cash for Clunkers erwähnt. Es gibt aber auch genauere Berechnungen. Allein der US-Autosektor trug im 3. Quartal mit

1,66 Prozentpunkten


zum Plus bei. Ergo ging fast die Hälfte des Zuwachses auf die Automobilindustrie zurück, die durch die Abwrackprämie aber künstlich profitierte. Das läuft aber aus. Die Absatzzahlen im ersten Monat nach Auslaufen von Cash for Clunkers waren wenig beruhigend (Autoabsatz bricht ein - In Deutschland und den USA). 

Daneben stiegen die Staatsinvestitionen (+0,5 PP), der Bausektor (+0,53 PP) und aus dem Lageraufbau kamen 0,94 PP. So wirklich nachhaltig ist das nicht, weil es alles direkt oder indirekt auf Staatsausgaben zurückgeht.

Auch der Preisdeflator (also der Inflationsanteil, den vom nominellen BIP abgezogen wird) fiel mit 0,8% gering aus. Erwartet wurden 1,4%. Diese niedrigere Inflation trug also ebenfalls zu dem recht großen Plus des BIPs bei.

The Big Picture: Big GDP Number: 3.5%

Die Zahl war in der Überschrift wesentlich besser als in den Details. Jetzt muss man sehen, wie sich die US-Wirtschaft verhält, wenn die Staatsprogrammen langsam auslaufen.

Update (30.10.09):

Auch das Wall Street Journal hat einen Artikel zum Thema BIP-Plus und dem kräftigen Staatseinfluss:
WSJ: America's Grossly Distorted Product

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