Zahl des Tages (30.10.09): +2,0%

Heute mal wieder ein Blick auf die Insel. Lange nicht mehr den aktuellen Stand des Nationwide Preisindex aus England gebracht, aber heute liefert der Index einen willkommenen Anlass.
Im Oktober stiegen die Preise um 0,4% gegenüber dem Vormonat. Das war nun schon das 6. Monatsplus in Folge. Der Anstieg ist so stabil, dass die Immobilienpreise jetzt auch im Vergleich zum Oktober 2008 wieder im Plus liegen und zwar um

2,0%.

Der Nationwide Index, den ich hier immer bevorzugt gebracht habe, zeigt in den letzten Monaten spürbar positivere Ergebnisse als die anderen Indizes in Großbritannien (Halifax, Rightmove). Trotzdem halte ich die Zahlen für durchaus plausibel. Der landesweite Immobilienindex von Rightmove deckt die Aufwärtsbewegung des Nationwide-Index und übrigens auch das Jahresplus.

Ein Subindex des Rightmove-Immobilienpreisindex meldete für den Großraum London nicht nur ein Monatsplus von 6,5%(!), sondern auch ein (man halte sich fest) Allzeithoch. Aber das zeigt auch, was den britischen Immobilienmarkt treibt: London und die Banker. Die Boni fließen nach dem allumfassenden Bailout wieder und das Geld (des Steuerzahlers) gibt man gerne wieder aus.

Dass die britischen Immobilien historisch teuer sind, brauche ich nicht zu betonen. Daran hat sich in den letzten Monaten nichts geändert. Daher bin ich seeehr erstaunt, dass es so früh schon wieder so schnell nach oben geht.

Wirtschaftsquerschuss: "UK-Immobilienblase Reloaded"

Creditwritedowns: Nationwide: British home prices now higher than a year ago

Direkt von der Quelle:
Rightmove House Price Index October 2009 (PDF)
Nationwide: October 2009 report (PDF 49KB)

Um noch etwas Wasser in den Wein zu gießen: Das Monatsplus von 0,4% ist im Vergleich zu 0,9% und 1,4% in den Vormonaten ziemlich schwach. Das würde ich aber nicht überbewerten ...

Kommentare :

  1. Sag mal, ist bei Deiner Immobilienwette eigentlich die Inflation eingerechnet? Soll heißen, wenn die Hauspreise in den USA nur um 30% fallen, der Dollar aber auch noch einmal um 20% abkackt, hast Du dann auch gewonnen?

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  2. Ich würde da eine Flucht in Sicherheiten sehen wollen - das britische Pfund wird angesichts der Lage auf der Insel kaum dauerhaft zu halten sein, und dazu noch die Staatsverschuldung.

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  3. @Anonym:

    Um Inflation bereinigt habe ich die Wette nicht. Das wird auf den Zeitraum von 18 Monaten aber auch nicht so entscheidend sein. Und nein, die US-Immopreise in Euro umzurechnen macht auch keinen Sinn. Es gibt eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass Euro-Dollar stärker schwankt als die Immobilienpreise. Und ich wollte ja keine Dollarwette abschließen, sondern eine auf den Immobilienmarkt ...

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  4. @Don:

    Der Aspekt ist sicherlich da. Betongold geht immer.

    Aber Immobilien in UK sind gemessen an den Einkommen definitiv nicht billig. Wie auch? Die Preise sind ja schon wieder an den Hochs (regional auch wieder drüber). Die Löhne sind kaum gestiegen. Kurz: Von der Bewertungsseite her gesehen sind die Immobilien in UK genauso teuer wie vor der Krise.

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  5. @Don:

    Der Link zur "Affordability"

    House Price Affordability in UK

    Das ist eine Belastung durch Hypotheken im Verhältnis zu den Löhnen.

    Oder etwas Ähnliches in Jahreseinkommen:

    Graph House Price to Earnings Ratio

    Leider sind die Zahlen etwas alt (Stand etwa Ende 2008). Mit dem Preisanstieg der letzten Monate dürften die Hauspreise wieder nahe an den historischen Hochs sein und in London etwa 7 Jahreseinkommen betragen.

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