买黄金!

Es ist IMHO eine der Nachrichten, die am meisten unterschätzt werden: Die Änderung der Einschätzung des Golds durch die Chinesen.

Bis 2003 war der private Besitz von Gold in China komplett verboten. Nur die Goldproduzenten und -verbraucher (Elektronik-Industrie) und die Notenbank durften Gold besitzen.

Jetzt hingegen berichtet das Staatsfernsehen über Gold und Silber und informiert die Chinesen von der Vorzügen eines Investments in Edelmetallen. China wirbt also quasi für den Erwerb von Edelmetallen.

Eine komplette Kehrtwende in 6 Jahren!

Dass die Chinesen in den letzten Jahren verstärkt auf Rohstoffe setzen (vor allem in Afrika) ist ja hinreichend bekannt. Daher ist es natürlich konsequent, wenn nicht nur die chinesischen Firmen, der Staatsfonds und die Notenbank verstärkt in Rohstoffe investieren, sondern auch der normale Bürger mit ins Boot geholt wird. Immerhin liegt die Sparquote in China extrem hoch (40%). Die Chinesen haben also richtig viel Geld und wenn die erst mal anfangen, Gold zu kaufen, geht der Preis durch die Decke.

Ich würde diese Idee noch weiter denken. Die Chinesen haben schon vor einiger Zeit die Dollarfalle erkannt, in die sie getappt sind. China hat daher ein großes Interesse, seine Abhängigkeit vom Dollar zu verringern. Dazu wird einmal die Schiene über den IWF und die Sonderziehungsrechte gefahren (Zahl des Tages (03.09.09): 50.000.000.000) und andererseits die Rohstoffschiene. Dabei sind die Edelmetalle nur ein Teil der Rohstoffschiene, die Chinesen kaufen auch rund um die Welt Rohstoffreserven auf: in Afrika, in Australien, in Südamerika und sogar direkt vor der Haustüre der USA im Golf von Mexiko.

IMHO haben die Chinesen einen klaren Plan: Sie legen sich jetzt Rohstoffvorräte in ungeahnten Volumina an. Damit und über die Sonderziehungsrechte des IWF senken sie ihre Abhängkeit vom Dollar (Die SZR sind ja an einen Währungskorb gebunden, in dem der Dollar nur 44% beträgt). Sinkt der Dollaranteil weit genug (man kann die Rohstoffe als Hedge gegen den Dollar verstehen), werden die Chinesen versuchen, eine neue Weltwährung zu etablieren, am wahrscheinlichsten auf Basis der Sonderziehungsrechte des IWF. Unter Umständen (aber nicht sicher) wird ein Teil Gold (oder vielleicht sogar Öl, ist schließlich der wichtigste Rohstoff der Welt) dazugemischt. Das ist klarerweise keine Entwicklung, die sich über 2, 3 oder 5 Jahre vollziehen wird, sondern eher über 2 Jahrzehnte. Zumindest in normalen Zeiten, wobei sich die Entwicklung durch eine drohende Überschuldung der USA auch stark beschleunigen könnte.

Ein anderer Grund, warum Gold trotz des Kursanstiegs spannend ist: Peak Gold. Im Zusammenhang mit Öl ist der Begriff schon bekannt, weniger bekannt, dass auch die Goldförderung höchstwahrscheinlich den Höhepunkt schon überschritten hat. Man soll das nicht überbewerten, denn die Nachfrage nach Gold ist schon seit Jahren höher als die Förderung. Gedeckt wird die Lücke durch Verkäufe der Notenbanken. Wichtig aber sich zu merken, dass auch bei vielen neuen Minen die Förderung nicht mehr signifikant steigen wird: Es werden einfach gleichzeitig zu viele alte Minen - vor allem in Südafrika - geschlossen.
Das ist alles nicht Neues, aber Peak Gold ist ein guter Aufhänger, unter dem die Massenmedien einen neuen Goldhype starten könnten. Sollte Inflation wieder ein Thema werden, halte ich einen solchen Hype für sehr wahrscheinlich. Schließlich ist der Frick jetzt Goldexperte.

Ein anderers Indiz: Der größte Goldförderer Barrick schließt seine Vorabverkäufe von Gold. Barrick hat etwa 3 Jahre seiner Goldförderung im Voraus verkauft. Solche Vorabverkäufe nutzen Goldförderer als Finanzierungsquelle, weil das Geld ja bereits heute fließt. Wenn Barrick das jetzt ändert, kann das zwei Gründe haben: a) Barrick braucht diese Finanzierung nicht mehr und/oder b) Barrick rechnet mit steigenden Goldpreisen und kauft daher lieber heute zu 1.100 Dollar die Kaufoptionen zurück und verkauft das echte Gold in zwei Jahren zu 1.500.

Telegraph: Barrick shuts hedge book as world gold supply runs out

Nachvollziehbarerweise machen die Chinesen ihre Pläne nicht öffentlich. Auch die Goldvorräte werden nicht sauber veröffentlicht. Zwar gibt es eine monatliche Statistik, aber diese ist nicht sehr aufschlussreich: Bis zum März hatte die chinesische Notenbank monatelang unverändert 19,29 Millionen Feinunzen Gold, im April plötzlich 33,89 Millionen. Seitdem ist der Wert wieder unverändert. Es kann aber als sicher gelten, dass die Goldreserven Chinas steigen.


People's Bank of China: Gold & Foreign Exchange Reserves

Hmm, eigentlich wollte ich nur über die Änderung der chinesischen Einstellung zum Gold schreiben, jetzt ist es doch eher ein Rundumschlag zum Thema Gold geworden.
Und ach so: Die Überschrift heisst: Kauft Gold! (auch wenn Google Translate das schon leicht anders zurück übersetzt).

Update (18:26)

Eine sehr positive Einschätzung zum Gold von Marc Faber, der sich vorstellen kann, dass Gold nie mehr unter 1.000 Dollar je Unze fallen wird. Mich machen solche Einschätzungen aber immer skeptisch, weil mir das zu viel Optimismus enthält.

Die Videos:





Und wem Videos zu zweitaufwändig sind, hier eine sehr schöne Abschrift der wichtigsten Aussagen von Marc Faber:

Marc Faber: "I don’t think that you’ll see gold below $1,000 per ounce probably ever"

Kommentare :

  1. Hallo @egghat

    - ... eine der Nachrichten, die am meisten unterschätzt werden: Die Änderung der Einschätzung des Golds durch die Chinesen.

    Wenn über 1 Milliarde Chinesen, überschlagsmässig nochmal 1 Milliarde Inder oben drauf, sich an der Unterschätzung nicht beteiligen, dann stehen die "Meisten" wohl kaum auf der falschen Seite. Kleines Wortspiel zur Einleitung :-)

    - Die Chinesen haben schon vor einiger Zeit die Dollarfalle erkannt, ...

    Schwer anzunehmen, dass sie sich nicht noch einmal vom Westen über den Tisch ziehen lassen. Neuerdings formuliert der Tages Anzeiger: "Obama als Bittsteller in China", die Stelle finde ich auf Anhieb im Netz nicht, alternativ:

    aus http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=1124314&kat=4
    - Kommentar: Obama ist auf Peking angewiesen
    Bittsteller im Reich der Mitte

    Dürfen durfte er im Gegenzug die übliche Mär von Demokratie und Freiheit verzapfen:

    - Obama konnte zu diesen Themen, wie auch zu Demokratiedefiziten oder zur Freiheit des Internets, scheinbar offen reden. Die Offenheit relativiert sich allerdings bei genauerem Hinsehen. Obamas Publikum war handverlesen, ...

    Gelernt ist gelernt, bei die Amis natürlich, z.B. beim GrössenWahn oder, seine Fans werden auch darüber grosszügig hinwegsehen, bei Obamasama himself. Hinterher dürfte meines Erachtens die Austreibung der Westpropaganda durch die Partei stattgefunden haben: Wollt ihr Zensur à la China oder einen Lehrstuhl für industriell-militärische Informationsmanipulation nach westlicher Manier? Bitte Hand auf, welches System ist das ehrlichere? Ganz ohne Zensur geht's übrigens auch im Westen nicht:

    aus http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,661469,00.html
    - Obama erklärt China das Internet
    ... Amerikas "erster pazifischer Präsident", wie Obama sich am Tag zuvor bezeichnet hat, ...


    Kaiser von China hat er sich auf Anraten seines Teleprompters verkniffen :-)

    - ... halte den offenen, den ungefilterten Zugang zu Informationen für ein "universelles Recht" ...

    ... und genau darum unterzeichnete er höchstpersönlich ...

    aus http://www.welt.de/politik/ausland/article5220691/Pentagon-verbietet-Verbreitung-von-Folter-Fotos.html
    - ... im vergangenen Monat das Gesetz, auf das sich Gates in einer am Freitag dem Verfassungsgericht zugeleiteten Notiz berief: „Die Veröffentlichung dieser Fotos würde Bürger der Vereinigten Staaten, Mitglieder der Streitkräfte oder Mitarbeiter der US-Regierung außerhalb der Vereinigten Staaten gefährden“, heißt es darin.

    Pentagon-Sprecher Bryan Whitman sagte, Gates' Anordnung betreffe nicht nur die Veröffentlichung der von der ACLU beantragten Fotos, sondern von allen Ermittlungen in dem Zeitraum vom 11. September 2001 bis zum 22. Januar diesen Jahres.


    Kundengerechte Propaganda, wir haben für jeden sein Häppchen auf Lager. Kaum anzunehmen, dass die KP noch sonderlich auf den US-Sondermüll der Marke Pisa eingehen wird, abgesehen von rhetorischen Retorsionsmassnahmen, ach was, warum sich überhaupt noch von den Stupid White Men die Agenda diktieren lassen, soll er doch am heimischen Deppenmarkt punkten - im Notfall Zensur und weiter im Text:

    aus http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Weltordnung/khanna.html
    - »Die Europäische Union ist zu einem zeitgenössischen Imperium geworden, das durch Aufnahme neuer Staaten weiterhin Jahr für Jahr expandiert – und viele weitere Staaten bemühen sich um eine Aufnahme in die EU. Etwa zur gleichen Zeit verkündet das Pentagon, dass es gegenüber jeder aufstrebenden rivalisierenden Großmacht eine Strategie der Eindämmung betreiben werde. Dessen ungeachtet folgt China methodisch seinem eigenen Zeitplan, um zur führenden Macht der Welt zu werden und seine Stellung als ›Reich der Mitte‹ zu erneuern. Wie die EU verwandelt es seine Nachbarstaaten in halbsouveräne Provinzen und unterwirft sie nicht militärisch, sondern durch demographische Expansion und wirtschaftliche Anbindung.«

    Die Amis auf Kurs

    Grüsse
    kosh

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  2. Gold nie mehr unter 100 Dollar???

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  3. Verbessert. Danke für den Hinweis!

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  4. Gern,

    dein Blog ist übrigens mehr Gold als Schrott.

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  5. Danke für das Lob. Die Einnahmen sind dummerweise worse than Schrott ...

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  6. Hi,
    mir fehlt ein wichtiger Aspekt in Deiner Analyse:

    China ist mittlerweile der größte Goldproduzent weltweit und hat damit ein großes strategisches Interesse an einem hohen Goldpreis. Um dieses Ziel zu erreichen, wird man sicherlich nicht zimperlich sein.

    Wenn es z.B. die chinesische Staatspropaganda schafft, Ihre Bürger zu Gold-Bugs zu machen, dann schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe:

    1. Der weltweite Goldpreis steigt durch zusätzliche Inlandsnachfrage

    2. Man kann bei den eigenen Bürgern überschüssige Liquidität abziehen, ohne diese mit unerfreulichen Dingen wie Steuererhöhungen zu belästigen

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  7. @Anonym:

    Danke, interessanter Aspekt, den ich so noch nie gehört habe ...

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