What should Google do? And what should *we* do?

Sorry für die Off-Topic Unterbrechung ...

Die meisten werden es mitbekommen haben: Rubert Murdoch (Wall Street Journal, Times, etc. pp.) plant Gerüchten zufolge eine Allianz mit Microsoft. Und zwar möchte Murdoch Google von der Indizierung der eigenen Inhalte ausschließen, im Gegenzug das selbe aber der Suchmaschine Bing von Microsoft erlauben - natürlich gegen einen Haufen Geld. Damit möchte sich Murdoch einen neuen Finanzierungsweg eröffnen. Microsoft hingegen käme eine Schwächung von Google sehr zugegen. Und eine Schwächung von Google wäre es auf jeden Fall, denn bisher geht man zu Google, weil man dort alles und zwar am besten findet (und natürlich zum Teil auch aus Gewohnheit). Hört sich für beide -erstmal- wie eine klassische Win-Win-Situation an.

Auf der anderen Seite bekommt z.B. das Wall Street Journal geschätzte 30% des Traffics direkt über Google. Murdoch sagt natürlich, dass er auf diesen Traffic verzichten kann, weil der eh kein Geld einbringt. Aber der kann mir erzählen was er will: Er wird das trotzdem merken. Insgeheim will Murdoch sowieso am liebsten Geld von beiden: Microsoft UND Google. Allerdings kann eigentlich keiner von beiden wollen, dass sie diese Büchse der Pandora öffnen und demnächst für alle Inhalte Geld bezahlen müssen.

Murdoch wird auch sehen, dass er nicht soooo viel eigenen, tollen Content hat. Heute schickt Google viele Leute auf das WSJ, obwohl es die Nachricht bei Yahoo, Bloomberg, etc. auch gibt.

Was würdet ihr, mal angenommen ihr wäret Googler, machen? Mitbieten? Ignorieren und hoffen, dass Murdoch vor die Wand fährt und Leser und Geld verliert und Microsoft zwar ein paar Nutzer gewinnt, diese aber auch kein Geld bringen?

Ganz nebenbei: Sollte das restliche Internet auch darauf reagieren? Sollten Blogger und andere Leute, die heute für die wertvollen Links zum WSJ sorgen, nicht vielleicht auch einfach Angebote boykottieren, die auf derartige Paywalls setzen? Wobei eine Aussperrung des Google Suchroboters dem normalen Nutzer ja nur indirekt schmerzen würde, ich diese aber eigentlich für fragwürdiger halte als eine für alle gleiche Sperrung bzw. Öffnung der Angebote.

Spiegel: Murdoch droht Debakel bei Google-Boykott

Kommentare :

  1. Aussitzen, siehe auch :
    http://blog.fefe.de/?ts=b5f5c461

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  2. Ich tendiere auch in diese Richtung.

    Wenn man mal annimmt, dass Google 7% des Suchmaschinentraffics macht und Google 70, muss Microsoft den News-Site Betreibern das 10fache der normalen Werbeeinnahmen ausschütten, die die Google Besucher sonst auf der Website erzeugt hätten.

    Ziemlich unmöglich, dass sich das für MS rechnet. Was nicht heisst, dass die das trotzdem machen ...

    Bing not likely to outbid Google for news

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  3. Für Google gibt es keinen Grund, irgendetwas zu tun. Sie brauchen das Wall Street Journal nicht, sie brauchen Murdoch nicht, sie brauchen nicht mal den Großteil der anderen Medien zusammen - denn wenn sich ein Kartell bildet, das Google aussperrt, macht Google halt einen eigenen Newsdienst. So what? Die Medien brauchen Google, das kann man tragisch nennen oder nicht, das ist aber so.

    Was einen "Boykott" betrifft: Nö, wieso? Im Gegenteil, wenn es gute Inhalte gibt und ich einfach bezahlen kann, kein Problem. Ob Murdoch damit seine Redaktionen und Renditen finanzieren kann, steht auf einem anderen Blatt. Ich bezweifle es.

    (Disclaimer: ich arbeite selbst in der Medienbranche)

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  4. @joha :
    Ich bezweifle ja eher, ob xxx
    (beliebigen Medien-Oligopolisten einsetzen)
    qualitativ ansprechenden Content in seinen Blättern durch Zahlung eines anständigen Lohnes überhaupt "zulässt", resp. duldet
    (und dafür weiterhin Hungerlöhne zahlt).

    - Nicht dass mich das was "anginge",
    ich bin nur Nutzer -
    aber ich fühle mich in meinem
    Selbstwertgefühl durch die primitive, dumme und oft verlogene Berichterstattung doch so sehr beeinträchtigt,
    dass ich auf Holzmedien (und deren Online-Ableger) inzwischen komplett verzichte.

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  5. @Anonym: Ich finde, da sollte man nicht pauschalisieren, über das "die Holzmedien"-Stadium sind wir genauso hinaus wie über die "die Blogger"-Debatte.

    Richtig ist: Der Verlagslandschaft geht es nicht gut, die Arbeitsbedingungen sind selten luxuriös und viele Journalisten müssen sich auf ein Netz, in dem sie sich Autorität (im Sinne von "anerkannter Fachmensch zu bestimmten Themen sein, nicht nur, weil eine Marke drüber steht") erst erarbeiten müssen, erst einstellen (wenn sie es denn wollen).
    Dennoch findet man auch noch tiefgründige Berichterstattung, gute Recherche. In manchen Gebieten gibt es so etwas wie Meinungsmainstream, aber das ist in vielen Blog-Themenfeldern auch nicht anders. Echokammern gibt es überall.
    Aber der Medienwandel ist ein ausführliches Thema, da gibt es viel zu erzählen und zu verändern.

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