Zahl des Tages (01.11.09): 71.000.000.000 (Megapleite)

Auch wenn es noch nicht gaaanz final und endgültig ist, verdichten sich die Informationen inzwischen so sehr, dass ich jetzt einfach mal die Pleite des Mittelstandsfinanzieres CIT vermelde. (UPDATE: Es ist final, siehe unten) Das Drama läuft ja schon eine ganze Zeit. Trotz einer Staatshilfe von 2,3 Mrd. Dollar und langen Verhandlungen mit den Gläubigern ließ sich die Insolvenz nicht vermeiden.

Die CIT Group hat insgesamt Assets in Höhe von

71.000.000.000 (71 Milliarden) Dollar.

Die Pleite ist also klar in die Rubrik Megapleite einzusortieren; es ist die fünftgrößte Pleite aller Zeiten in den USA nach Lehman, Washington Mutual, Worldcom und GM.

Ich werde die CIT Group als Bankenpleite Nr. 139 zählen, auch wenn die eigentliche Bankingtochter im Utah von der Pleite (noch?) nicht betroffen ist.

Richtig große Wellen wird die Pleite wohl nicht werfen. CIT vergibt vor allem Kredite für kleine Unternehmen. Und besorgt sich das Geld über normale Anleihen. Es ist also keiner der Player, die sich Fantastilliarden bei anderen Banken leihen (die ihrerseites Fantastilliarden an die CIT verleihen) und gleichzeitig noch Fantastilliarden an Options- und Futuresgeschäfte mit anderen Partnern gemacht haben. Diese Banken gehen nämlich (mit der Ausnahme von Lehman) nicht Pleite, weil die Pleite direkt die anderen Banken mit in den Abgrund reissen würde.

CIT ist also nicht "too interconnected to fail" wie die Wall Street Banken. Und man sieht auch, dass das der bessere Diagnose ist: Es ist nicht "too big to fail", sondern "too interconnected to fail". Wenn bei der Pleite nur ein Haufen Kleinunternehmer im Regen stehen, ist das nicht so schlimm. Sind es einige wenige Wall Street Banken, dann schon.

Creditwritedowns: CIT will now file for bankruptcy

Update (23:00)

Die FTD meldet die Insolvenz jetzt auch als "perfekt":

FTD: US-Finanzierer CIT ist insolvent

Der Insolvenz-Antrag:

Scribd.com: CIT Bankruptcy Petition

Update (23:17):

Zur Vorgeschichte, die maßgeblich von Carl Icahn mitbestimmt wurde:

FTD: Mittelstandsbank CIT vor der Insolvenz

Update (02.11.09):

Schöne Detailinformation in der FTD, über die Reihenfolge bei den Verlusten: Das Geld (2,3 Mrd. s.o.) des Steuerzahlers ist wohl komplett weg, die Aktionäre verlieren ebenfalls fast alles und die normalen Gläubiger verlieren wohl 30%. Besser schneidet nur der Großinvestor Carl Icahn ab (der sich lange gegen die Insolvenz gewehrt hat, aber jetzt doch zugestimmt hat nachdem ihm Vorzugsbedingungen eingeräumt wurden) und Goldman Sachs. Und über den letzten Namen wundert sich wohl niemand mehr. Die profitieren scheinbar immer von allem ...

FTD: Icahn wettet auf CIT-Genesung

Kommentare :

  1. Schon recht final: Hier ist das PDF des Chapter-11-Antrages:

    http://www.scribd.com/doc/21992480/CIT-Voluntary-Petition?autodown=pdf

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  2. Ja, habe ich gerade auch gesehen. Ist im Artikel ergänzt.

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  3. Scheint wohl eine halbewegs geordnete Insolvenz zu sein.

    Die Bank of America verliert mit 7,5 Mrd. an Forderungen absolut am meisten, also 2,x Mrd. minus.

    30% ist ja nicht so übel. Ok mit Steuergeldern.

    @ketzerisch. Danke für den Link.

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