Zahl des Tages (06.11.09): 27.914.000.000

Man kann ja nicht immer nur gerade Zahlen nehmen, deshalb heute eine krumme, auch wenn ich die durch Umwandlung in Euro erst künstlich krumm machen musste ...

Ich wollte beim letzten Mal schon etwas über den Widerspruch von Teilen der Politik und der Aussagen der britischen Notenbank schreiben. Schon damals wunderte mich das Gerede von Normalisierung und vorsichtigem Nachdenken über Zinserhöhungen bzw. dem Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen, gleichzeitig gibt es aber objektiv eine weitere Ausdehnung des Quantitative Easings.
QE ist defakto die Umwandlung von Schulden in Cash. Die Schulden (Anleihen) werden von der Notenbank angekauft und der ehemalige Besitzer der Anleihen (ausschließlich(?) Banken) hat danach Cash auf dem Konto. Es ist also am Ende nichts anderes als das Anwerfen der Notenpresse und die direkte Injektion des Bargelds in den Wirtschaftskreislauf.
Das wirkt zwar schnell, ist aber auch das heiße Eisen, das die Notenbanken lange nicht angefasst haben. Weil danach (wie die Blick in die Geschichte zeigt) allzu oft eine Phase mit hoher Inflation folgte.

Wenn man also beurteilen möchte, ob sich die Lage wirklich stabilisiert, muss man nur schauen, ob die Notenbanken weiterhin zu diesem Instrument greifen, das früher einmal als letztes im Arsenal der Möglichkeiten der Notenbanken galt. Auch wenn das heute scheinbar anders ist.

Die britische Notenbank hat trotz relativ optimistisch klingenden Aussagen das Quantitative Easing noch einmal um 25 Mrd. Pfund oder

27.914.000.000 (27,9 Milliarden) Euro

aufgestockt. Das Gesamtvolumen beträgt jetzt 200 Milliarden Pfund, umgerechnet etwa 223 Mrd. Euro.

Von einer Normalisierung ist also weiterhin wenig zu sehen.

Die Meldung:

FT Alphaville: MPC extends QE by £25bn, holds interest rates

Ein paar Meinungen:

FT Alphaville:£25bn more of QE, the analysts react

Noch größer wird dieses Problem, weil die Lage in den USA nicht wesentlich anders aussieht. Dort wird zwar auch an allen Ecken und Enden Zuversicht signalisiert, aber hinter den Kulissen und wenig schlagzeilenträchtig wachsen die Programme des Quantitative Easings weiter:

FT Alphaville: TALF issues top $90bn

Gleichzeitig reduziert man die Obergenze eines anderen Programms, das man auch unter QE verbuchen muss. Das ist aber völlig irrelevant, weil man die theoretische Obergenze eines nicht ausgeschöpften Programms reduziert. Faktisch zurückgeführt wird da nichts ...

Das wirkt doch alles mächtig nach Schön Wetter machen ...

Und wer noch nicht genug zu lesen hat:

Eine Meinung zu den US-Niedrigzinsen in der FAZ:

FAZ: Eine Medizin mit starken Nebenwirkungen

(Update 8.11)

Der Artikel ist am Freitag irgendwie nicht online gegangen genau wie die Lesetipps zum Wochenende. Keine Ahnung warum, hat wohl Google (Blogspot) versaut.

Update (09.11):

Meinung des WSJ dazu:

WSJ: BOE Wrong to Expand QE

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