Zahl des Tages (11.11.09): 9,6%

"Probleem is het brouwen iets samen in Nederland" sollte ursprünglich die Überschrift werden, aber jetzt widme ich das doch zur Zahl des Tages um ...
 
Ich wollte auch mal eine Überschrift auf Holländisch machen. Auch wenn ich kein Niederländisch kann, kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Grammatik richtig sein kann ... Aber wenn es Google Translate doch sagt ;-) Wobei Google immer ein "probleem" in der Übersetzung eingebaut hat, das in meiner deutschen Ursprungsphrase "braut sich da was zusammen in Holland?" nicht drin war, aber sinngemäß schon passt. Interessant.

Naja, ich habe heute auf jeden Fall eine interessante Zahl gefunden, die ich Euch nicht vorenthalten will.

"Der Markt heute" von HSBC Trinkaus wirft mal wieder einen aktuellen Blick auf die Deckungsmassen der öffentlichen Pfandbriefe in Europa. Die Banken, die Pfandbriefe emittieren, müssen quartalsweise ausweisen, wie sich die Sicherheiten (die Deckungsmasse) hinter den Pfandbriefen entwickelt haben. Spannend sind insbesondere die Ausfallraten der Hypotheken, also wie viele Hypotheken nicht mehr bedient werden (ähnliche Zahlen aus den USA kamen hier ja schon einige Male).

Im Schnitt kann übrigens eine klare Entwarnung gegeben werden. Nur 0,006% der gesamten Deckungsmasse melden Probleme.

Dabei sehr überraschend: In der Deckungsmasse der Deutschen Pfandbriefbank (gehört zur Hyporealestate) sind aus den Niederlande mit

9,6%

mehr Problemkredite gemeldet worden als aus Großbritannien (6,6%). Sprich in Holland werden (prozentual) mehr Hypotheken nicht mehr pünktlich bzw. gar nicht mehr bedient als in Großbritannien.

Man darf die Zahl nicht überbewerten, denn es handelt sich ja nur um eine Zahl aus der Deckungsmasse eines Anbieters. Aber trotzdem würde mich interessieren, ob da mehr dran ist.

War die Situation am Immobilienmarkt in den Niederlanden auch so überhitzt wie in den allseits bekannten Problemländern USA, Spanien, Großbritannien und Irland?

Update (12.11.09):

Ein interessanter Kommentar von H.H. Hammersen, der bestätigt, dass es in den Niederlanden ebenfalls eine Immobilienblase gibt. Auslöser war wohl die Idee, die Hypothekenzinsen von den Steuern absetzbar zu machen (in den USA ist das auch so). Wenn man die Zinsen vom Staat teilweise über die Steuerersparnis zurückbekommt, senkt das natürlich die Kosten. Andersherum gesehen kann man sich mit den gleichen Kosten ein teureres Haus kaufen. Also steigen die Preise. Die Blase war so groß, dass sie sogar über die Grenze nach Deutschland schwappte, weil die Steuerersparnis am Arbeitsort hing und das Haus problemlos auch im Ausland sein durfte.

Zum Thema Immobilienblase in Holland könnte man auch mal einen Artikel schreiben.

Kommentare :

  1. "Probleem is het brouwen iets samen in Nederland"

    Nein, das hat SO mit Sicherheit da nicht gestanden, das ist falsches Niederländisch. Und es bedeutet auch nicht das sich "etwas zusammenbraut". Sinngemäß würde es bedeuten " das Problem ist etwas zusammenzufügen".

    MfG

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  2. @Birgit:

    Nee, das stand natürlich nirgendwo. Das war das Ergebnis der automatischen Übersetzung von Google ...

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  3. Ich wohne in Nordwestdeutschland direkt an der Grenze zu den Niederlanden. Als ich vor 13 Jahren hierher zoh, hatten wir so ziemlich die niedrigsten Immo-Preise Westdeutschlands. Ein qm in einem Neubaugebiet kostete damals 25 - 40 DM.

    1999 dehnten die Niederlande ihre Eigenheimförderung (Absetzbarkeit der Schuldzinsen von der Steuer) auf Auslandsimmobilien aus. Seither haben wir einen starken Zuzug von Niederländern. Anfangs erhielten diese auch noch zusätzlich die deutsche Eigenheimförderung. Es gibt Neubaugebiete, die zu 80 % von Niederländern bewohnt werden. In unserer Kommune ist mittlerweile jeder 7. Einwohner Niederländer.Die Preise sind auf 40 - 80 Euro/qm gestiegen. Es war Volkssport, seine alte Immobilie an Niederländer zu verkaufen um anschl. selbst neu zu bauen.

    Das Hauptproblem der Niederländer ist, dass sie weiterhin nur in den NL erwerbstätig sein können. Bei einer Arbeitsaufnahme in D würden sie auch in D steuerpflichtig und könnten die Zinsen nicht mehr geltend machen. Damit würde sofort ihre Finanzierung zusammen brechen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sie, bedingt durch die steuerliche Behandlung, abenteuerliche Finanzierungswege gehen : Tilgungsaussetzung durch Abschluss einer Kapitalversicherung. Das ganze garniert mit Finanzierungsgraden um die 100 %. In den Niederlanden hat man sich daran gewöhnt, dass die Preise ständig steigen und deshalb beim Verkauf alle evtl. Finanzierungsprobleme gelöst werden.

    Die Niederlande haben seit etwa 20 Jahren eine Immoblase, die von der Randstaad (Raum Amsterdam, Rotterdam, Den Haag) ausgehend sich immer weiter nach Osten ausgebreitet hat und vor 10 Jahren über die Grenze geschwappt ist. Ein Haus, dass auf deutscher Seite der Grenze 150.000 Euro kostet, kommt auf der niederländischen Seite (die genauso ländlich ist wie die deutsche) schnell auf 300.000 - 400.000 Euro.

    In den Niederlanden war an jeder Ecke ein Immobilienmakler. Seit etwa einem Jahr verschwinden aber nach und nach immer mehr dieser Büros.

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  4. @H.H. Hammersen:

    Danke für den hilfreichen Kommentar. Ich habe den im Artikel ergänzt.

    Damit ist nun sicher, dass die Ausfälle in den Niederlanden kein Zufall waren ...

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