Zahl des Tages (19.11.09): 14,41%

Ich hatte eigentlich schon ein andere Zahl des Tages vorbereitet, aber die ist so unbeobachtet an der "Konkurrenz" vorbeigeflogen, dass ich die auch noch für's Wochenende aufsparen kann :-)

Heute gab es mal wieder neue Zahlen über die schlechten Hypotheken in den USA. (Ich hatte am Dienstag fast schon vor, die Zahl einer einzelnen Bank zu nehmen, aber habe kurz vorher noch mitbekommen, dass es heute die gesammelten Zahlen von allen Hypothekenbanken gibt).

Natürlich gibt es hier einen neuen Negativrekord zu vermelden:

Ende des dritten Quartals 2009 wurden (nicht saisonbereinigt) 9,94% der Hypotheken nicht mehr pünktlich bedient. Das waren 1,08 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Wer jetzt meint, huch, jede 10. Hypothek nicht mehr bedient, das ist ja viel, unterschätzt die Krise. Denn zu den 9,94% kommen noch einmal 4,47% Hypotheken, die aktuell in der "Foreclosure" (vergleichbar Zwangsvollstreckung) stecken. Das macht insgesamt

14,41%,

die nicht mehr pünktlich (oder gar nicht mehr) bedient werden. Das ist also mehr als eine von sieben Hypotheken.

Natürlich sind eine Menge Hypotheken dabei, die schon seit einiger Zeit in diesem Haufen stecken. Allerdings reduziert sich die Rate der neu dazukommenden Hypotheken auch nicht. 1,42% aller Hypotheken wurden im 3. Quartal dem Haufen hinzugefügt, im Vorquartal waren es noch 1,36%, im Vorjahresquartal 1,07%.

Der Berg ist also nicht nur deshalb so groß, weil die letzten Quartale so schlecht waren, der Berg wird auch noch immer höher und zwar (noch?) mit einer zunehmenden Geschwindigkeit.

Das liegt auch an der Zusammensetzung, die ich in einem älteren Posting schonmal auseinandergenommen habe (Zahl des Tages (21.08.09): 13,16%). Es sind nämlich insbesondere die Prime Hypotheken, bei denen die Ausfälle stärker zunehmen (1,14% vs. 1,01% Neuzugänge), während bei den Subprime die Neuankömmlinge 3,76% nach 4,13% ausmachten, also leicht gesunken sind.

Meine Immowette gewinne ich trotzdem ;-)

Marketwatch: Delinquencies, foreclosures break record

oder direkt von der Quelle:

MBA: Delinquencies Continue to Climb in Latest MBA National Delinquency Survey

Update (20.11.09):

Calculated Risk hat wie immer eine etwas tiefere Analyse und außerdem die Zahlen schön in einem Chart zusammengefasst:

Calculated Risk: MBA Forecasts Foreclosures to Peak in 2011

Das Hoch bei den Hypothekenausfällen soll also frühestens in einem Jahr erreicht werden. Ein kräftiger Aufschwung der Immobilienpreise ist vorher eigentlich nicht vorstellbar. Für mich ist allerdings auch kein kräftiger Abschwung mehr vorstellbar, sonst hätte ich ja nicht gewettet.

Update 2 (20.11.09):

Eine wunderschöne Grafik, die sehr sauber belegt, wie stark der Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Hypothekenausfall ist:

Calculated Risk: States: Seriously Delinquent Mortgages vs. Unemployment Rate

Bis auf zwei Staaten eine fast perfekte Regesssion ...

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