Zahl des Tages (22.11.09): -42,9%

Das wird jetzt, zumindest für's Erste, eine Zahl, die ich jeden Monat wieder auf's Neue auf den Thron heben kann ... (vergleiche Zahl des Tages (20.10.09): -41%).

Am Freitag gab es neue Zahlen zur Preisentwicklung bei Gewerbeimmobilien in den USA. Im September sanken die Preise gegenüber dem Vormonat um 3,9%. Damit beträgt das Gesamtminus vom Hoch im Oktober 2007 nun beeindruckende

42,9%.

Ein Ende scheint noch nicht in Sicht. Weder gibt es staatliche Stützungsmaßnahmen, noch nimmt das Tempo des Preisverfalls ab. Zwar ist der Gewerbeimmobilienmarkt um einiges kleiner als der Markt für privaten Immobilien, aber bei fast 43% Preisrückgang ist auch ein Markt, der "nur" einige Billionen schwer ist, ziemlich wichtig ...

Calculated Risk: Moody's: CRE Prices Off 43% from Peak

Erhoben werden die Zahlen von Moody's und dem MIT. Die Methodik ist die gleiche wie beim Case-Shiller-Index, den es aber nicht für Gewerbeimmobilien gibt. Bei beiden Indizes werden wiederholte Verkäufe protokolliert. Man schaut also nicht nur, welche Immobilien verkauft wurden, sondern man berücksichtigt insbesondere die Preise der letzten, vorletzten, etc. Transaktion. Damit verhindert man, dass die Statistik verfälscht wird, weil sich die Marktzusammensetzung verändert. Wenn also in einer Krise vor allem niedrigpreisige Häuser verkauft werden, kann bei einer anderen Berechnung die Statistik ein zu großer Preisrückgang ausgewiesen werden. Genau die gleiche Verfälschung kann in Boomphasen auftreten, wenn alle teure Immobilien kaufen und eine einfache Statistik einen zu starken Preisanstieg errechnet. Das verhindert man, wenn man immer die gleichen Immobilien miteinander vergleicht. (mehr dazu hier: Moodys/REAL Commercial Property Price Index (CPPI))

Angesichts des massiven Preiseinbruchs muss man geradezu überrascht sein, dass man nicht mehr von Pleite gegangenen Immobilienfonds, platzenden Krediten, etc. liest.

Aber vielleicht läuft das eher unterhalb des Wahrnehmungsradars und führt eher zu Auswirkungen wie diesen:

Handelsblatt: Axa-Immobilienfonds macht erneut dicht

Immobilienfonds weit geschlossen ...

Damit sind jetzt 6 der ehemals 12 geschlossenen offenen Immobilienfonds wieder dicht, nachdem 2 der 8 zwischenzeitlich wieder geöffneten Fonds wieder geschlossen wurden. Die anderen 4 haben erst gar nicht versucht, sich wieder zu öffnen ...

Kommentare :

  1. Ich denke, was den Umfang des Marktes angeht, macht man schnell ein paar Fehler: Die Finanzierungen sind häufig extrem gehebelt, weil schon die Investoren von Fonds Kredite aufnehmen; häufig steckt beim Closing nur 1/4 in tatsächlichem, echten Investorengeld drin. Das alles wird dann noch mit Fremdkapital gehebelt, so dass man echtes Eogenkapital mitunter bei weniger als 10% hat - wenn die Initiatoren, was auch passieren kann, ihren Anteil nicht einbezahlen, was illegal, aber nicht selten isz, ist das noch weniger.

    Das heisst: Das Risiko der Banken ist generell schon reichlich hoch. Zusammen mit Verbriefungen und angesichts der massiv steigenden Arbeitslosenrate sehe ich auch nicht, wie das grosse Debakel abwendbar sein soll. Und das reicht immer noch aus, um auch grösseren Banken das Eigenkapital wegzufressen. Gerade die regionalen Banken in den USA, die gerade geschlossen werden, haben sich oft bei dem Thema verpsekuliert.

    AntwortenLöschen
  2. dass man nicht mehr von Pleite gegangenen Immobilienfonds, platzenden Krediten, etc. liest.

    Immobilienfonds wie in DL sind in USA nicht zugelassen, um Verbraucher/Kleinanleger vor kriminellen Initiatoren zu schützen.
    Der Graue Kapitalmarkt in DL unterliegt nicht der staatlichen Finanzaufsicht.
    Entsprechend sind kleine und große Betrügereien an der Tagesordnung.
    Die Immobilien werden meist mit überhöhten Preisen an die Fondsgesellschaften verkauft.
    Der Verkäufer ist i.d.R. eine dem Initiator zuzurechnende Firma.
    Eine hohe Fremdfinanzierung verdeckt oft die Überteuerung. Die Objekte sind dann allerdings nachhaltig defizitär, können Zins/Tilgung nicht erwirtschaften. Sie bieten also das Gegenteil von der erwarteten Immobiliensicherheit.
    [url]http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1126272-411-420/forum-fuer-geschaedigte-doba-gesellschafter#1126272_38431577[/url]
    Das bedeutet, daß in DL, wo die gleichen Mechanismen auf den Rückgang der Gewerbemieten wirken, viele Kleinanleger ihre Altersversorgung verlieren werden.

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Sorry. Es sind leider keine anonymen Kommentare mehr möglich. Ich werde von mehr als 50 Spamkommentaren pro Tag geflutet und habe keine Lust, diese von Hand zu scannen, um darin alle drei Tage einen anonymen Kommentar zu finden, der veröffentlicht werden kann. Meldet Euch bitte an. Sorry für die Umstände.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore