Zahl des Tages (26.11.09): 2.800.000.000.000

Das mag ich. Eine schöne große Zahl des Tages, die im Kern nichts mit der Wirtschaft zu tun hat, sondern mit einem anderen Thema, das hier nur am Rande (also in den Linktipps) eine Rolle spielt.

Die Bertelsmann Stiftung (von der man halten kann, was man will, vor allem wenn man weiss, dass an der Studie auch das ifo Institut mitgeholfen hat) hat versucht zu berechnen, welche Kosten die Problemschüler verursachen, die am Ende der gesamten Schulzeit den Wissensstand eines durchschnittlichen Grundschülers noch nicht erreicht haben, sprich nicht vernünftig schreiben, lesen und rechnen können. Dabei geht es immerhin um jeden fünften(!) Schüler. In einer wissens- und technologiegetriebenen Welt stehen die natürlich auf verlorenem Posten.

Übrigens sind die Problemschüler der Grund für das schwache Abschneiden Deutschlands in den PISA Studien. Die deutschen Schüler sind im oberen Drittel nämlich gut, in der Mitte auch akzeptabel, aber am unteren Rand (also bei den Problemschülern von oben) ist Deutschland im PISA Vergleich extrem schwach. Das zieht das Gesamtergebnis nach unten.

Natürlich ist es schwierig zu beurteilen, wie die Zahl errechnet wurde. Zum Beispiel ist es IMHO utopisch anzunehmen, dass mit einer besseren Bildung die Probleme von alleine verschwinden. Es wird auch nachher noch niedrig qualifizierte Jobs geben und es gibt auch bei ausreichend qualifizierten Arbeitskräften Arbeitslosigkeit (z.B. bildet das Handwerk schon immer zu viele Arbeitskräfte aus und die stehen nach der Ausbildung trotz der Ausbildung regelmäßig auf der Straße). Trotzdem: Dass in der Schule ausgebildete Hartz-IV-Empfänger  teuer werden, dürfe wohl unumstritten sein.

Die Bertelsmann-Stiftung hat versucht, den Schaden durch das mangelhafte Bildungssystem für die nächsten 80 Jahre auszurechnen:

Auf

2.800.000.000.000 (2,8 Billionen) Euro

soll sich der Schaden insgesamt belaufen.

Leider ist die deutsche Bildungspolitik eines der am vollständigsten durchideologisierten Themen in der öffentlichen Diskussion. Während der CDU als Antwort meistens nur das dreigliedrige Schulsystem einfällt, berufen sich die "Sozen" immer auf das Patentrezept Gesamtschule, PISA hätte die Überlegungheit der Gesamtschule schließlich bewiesen.
Dabei lässt sich aus den Ergebnissen der PISA-Studien streng statistisch überhaupt nichts ableiten. Es gibt einfach zu wenige Messpunkte für Länder mit mehrgliedrigen Schulsystemen. Mit den Niederlanden und Österreich gibt es zwei Länder mit mehrgliedrigem Schulsystem im oberen Drittel, mit Deutschland ein Land in der Mitte und mit Italien eines im unteren Drittel. Was zum Teufel soll ich statistisch jetzt daraus ableiten? Außer dass man mit einem mehrgliedrigem Schulsystem gut sein kann oder auch nicht. Wie bei einem eingliedrigem auch, die ja den Rest in allen drei Dritteln ausmachen.
Genauso könnte ich über die Zahlen gehen und den Anteil von Privatschulen und den Lernerfolg vergleichen und komme dann wahrscheinlich darauf, dass Privatschulen besser sind und wir einfach nur mehr Privatschulen brauchen. Ich bezweifle aber, dass die Befürworter der Gesamtschule dieses Ergebnis akzeptieren, auch wenn ich mit der methodisch exakt gleichen Methodik vorgehe. Sie liefert halt das falsche, sprich unerwünschte Ergebnis. (Übrigens ist innerhalb von Deutschland der einzige signifikante Parameter für die PISA-Ergebnisse der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund. Der zweite Parameter, der aber bereits einen viel geringerem Einfluss hat, ist die Klassengröße. Alle anderen Faktoren gelten als statistisch nicht signifikant).

Ich glaube, das erste Grundproblem ist, dass der Staat einfach nicht genug Geld in die Bildung steckt. Ohne diese Grundentscheidung für mehr Bildungsausgaben wird sich gar nichts ändern. Das heisst zu allererst: Ganztagsschulen. Und zwar für alle, kostenlos, über alle Schuljahre und mit Betreung durch richtige Lehrer (und nicht durch engagierte Eltern oder Sportvereine).

Dann glaube ich, dass die Struktur des Schulsystems zweitrangig ist. Gut, die Hauptschule ist defakto tot. Wenn nur noch weniger als 10% der Schüler dahin gehen, kann die Schule nicht funktionieren. Das ist eine Restschule, die auch durch engagierteste Pädagogen nicht mehr zu retten ist. Also geht es in Richtung zweigliedriges Schulsystem: Realschule, die bis zur 10. Klasse geht und mit der mittleren Reife endet und ein Gymnasium, das nach 12 Jahren mit dem Abitur endet.

Die Idee der CDU-Regierung in NRW, die das Schulsystem so umgebaut hat, dass man auf dem Gymnasium nach der 9. und an Real- und Hauptschule nach der 10. Klasse den gleichen Stand erreicht haben soll, damit sich dort nochmal eine Wechselmöglichkeit auftut, ist nicht so dumm und kann durchaus funktionieren. Wobei das Wechseln sowieso eher die Ausnahme sein wird, es wird ja nicht auf einmal jeder Abitur machen.

Und noch eine Sache ist glaube ich klar: Das Trennen der Schüler nach dem 4. Schuljahr ist zu früh. Es fehlen bis zu diesem Zeitpunkt zwei grundlegende Sachen: Das logisch-abstrakte Denken, das in der Mathematik erst dann wirklich beansprucht wird, wenn auf einmal x und y in den Rechnungen auftauchen (passiert an der Grundschule nicht) und die erste Fremdsprache (bzw. zweite für manche ausländischen Kinder ...) richtig mit Schrift und allem drum und dran. Erst danach kann man eigentlich sagen, wie sich die Kinder auf dem Gymnasium schlagen werden. Die 6-jährige Grundschule in Berlin könnte sinnvoll sein.

Und ach ja: Kostenlose Kitas und zwar auch wieder für alle und mit Deutsch als Standardsprache müssten vor der Schule ebenfalls für mindestens ein besser zwei Jahre Pflicht sein. Kinder, die in der ersten Klasse der Grundschule kein Deutsch sprechen, verlieren bereits dort den Anschluss (klar, es gibt Ausnahmen, aber die sind selten).

Spiegel: Risikoschüler kosten den Staat Billionen Euro

Was meint ihr? Andere Idee? Gibt es in anderen Bundesländern Konzepte, die spannend sind? Oder Ideen, die noch niemand umgesetzt hat?

Update (12:58)

26.11 muss es natürlich in der Überschrift heißen.

Update (29.12.):

Einen Artikel bei Telepolis wollte ich zum Thema schon lange nachschieben. Was hiermit erledigt wäre:

Telepolis: Marodes deutsches Bildungssystem erzeugt 2,8 Billionen Euro Folgekosten

Darin eine kritische Analyse der Hintergünde, sowohl der Auftraggeber, wie der Studiendurchführer (arbeitet auch am ifo Institut) wie auch der Annahmen. Durchaus lesenswert.

Kommentare :

  1. ich fühl mich als hochqualifizierter schon ziemlich unterbezahlt, mehr hochqualifizierte mitbewerber würden mein gehalt noch weiter drücken - frau mohns kontostand würde dann steigen. am besten man enteignet die bertelsmannstiftung um die 2,8 billies zu finanzieren. ;)

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  2. Auch die sechsjährige Grundschule hat versagt.

    Schule müsste heute ganz andere Dinge leisten. Auf die Kinder stürzen so viele Informationen ein, dass sie heute eigentlich lernen müssten wie beschaffe ich mir Informationen und noch viel wichtiger wie bewerte ich sie.
    Die Laborschule in Bielefeld hat beim Pisatest nicht umsonst am besten abgeschnitten.

    Die ganze Vorhersage ist unsinnig.
    Natürlich muss in unser Schulsystem investiert werden, wenn eine solche Studie hilft. Bitteschön.

    1930 wurde auch schon vorhergesagt das die Deutschen 1970 durch ihre Rentner erdrückt werden, weil Kinder fehlen und was ist eigentlich aus dem sauren Regen der 80er geworden - eigentlich dürfte hier nach den Vorhersagen kein Baum mehr stehen.

    Zu Vorhersagen empfehle ich auf
    YouTube
    Volker Pispers - Neues aus der Anstalt - 27.5.08.

    und zur Pisa Studie - Georg Schramm - Volksverblödung

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  3. Wo ist die 6-jährige Grundschule denn gescheitert? Ich kenne nur Berlin und da ist noch ziemlich neu, zu neu, um ein Fazit zu ziehen.

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  4. Bei PISA landeten die 6-jährigen Grundschulen in Bremen auf dem letzten Platz, Berlin schnitt ähnlich schlecht ab wie die Hansestadt.


    Das sagt der Lehrerverband:

    Untersuchungen in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch haben erhebliche Leistungsrückstände bei Kindern, die in Berlin bzw. Bremen eine sechsjährige Grundschule bzw. eine Orientierungsstufe besucht haben. Deren Rückstand – es geht um einen Rückstand von einem Lernjahr und mehr - hat sich im Vergleich zu Kindern, die in die weiterführende Schule nach der 4. Grundschulklasse starten, selbst bis Ende der 7. Klasse nicht ausgeglichen. Das heißt, die schulischen Leistungen von Schülern einer sechsjährigen Grundschule bzw. einer integrierten, also einheitlichen Orientierungsstufe sind und bleiben durchwegs schwächer als die Leistungen von Schülern, die nach der 4. Klasse in differenzierte Schulformen und damit in leistungshomogenere Lerngruppen einmündeten. Und schließlich: Eine einheitliche Beschulung zeitigt auch bezüglich sozialen Lernens ungünstigere Effekte; Untersuchungen dokumentieren Schülern bei differenzierter Unterrichtung ausgeprägtere soziale Haltungen als bei einheitlicher Unterrichtung.

    So viel dazu.

    Die Laborschule in Bielefeld hatte, dagegen das beste Ergebnis bundesweit. Kinder gehen dort gerne zur Schule und Lehrer gehen gerne zur Arbeit. Noten gibt es erst ab Klasse 9 - fast alle machen Abitur!

    Das bewährte Erfolgskonzept der Laborschule wird aber nicht übernommen, sondern es wird weiter rumgemurkst.

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  5. Man braucht keine coolen Konzepte um den "Problem"-Kindern zu helfen. Woran es fehlt ist an Geld für mehr Lehrer und Erzieher. Im Moment fällt viel Unterricht und noch mehr freiwillige AGs aus. Für Förderung von schwachen Kindern ist da schlicht keine Zeit. Aber auch an der Sachausstattung mangelt es. So ist es der Normalfall, dass neue Stühle von Elternspenden bezahlt werden oder die dringend notwendige Renovierung des Klassenraums von den Eltern durchgeführt wird.

    Das alles habe ich selbst in Berlin erlebt, aber ich vermute in den anderen Bundesländern sieht es ähnlich aus.

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  6. Die Laborschule in Bielefeld ist kein "cooles Konzept" sondern anerkannt und seit vielen Jahren bewährt. Natürlich fehlt überall Geld (das wird sich auch nicht ändern- wo soll das Geld herkommen),aber wenn Lehrer und Kinder motiviert sind ist das schon die halbe Miete.

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  7. Die Laborschule ist aber doch auch das Konzept einer Gesamtschule, oder verwechsle ich da was?

    Also ist dann wohl doch die Art des Unterrichtens wichtiger als die Schulform.

    Ich habe mal nach der Aussage des Lehrerverbands gesucht: Lehrerverband zu 6 Jahren Grundschule. Hmm, die ist sehr klar. Was Studien aus 1970 da sollen, ist mir zwar schleierhaft, aber egal. Außerdem scheinen mir die Belege klar in die Richtung "gute Kinder müssen früh auf's Gymnasium" zu gehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Aussage stimmt, dass gemeinsamer Unterricht bis zur 6. Klasse die starken Kinder unterfordert. Die sind am Ende der 6. Klasse dann eben auch schlechter. Aaaaaber: ist das der richtige Messzeitpunkt? Müsste man nicht am Ende der 10 messen? Wird der Unterricht (auch) im Gymnasium nicht durch Kinder gebremst, die dort falsch sind? Noch schlimmer: Was wird aus den Kindern, die dort falsch sind? (Außerdem gilt die Aussage in jedem Schuljahr: Die starken Kinder sind auch in der ersten, zweiten und dritten Klasse unterfordert. Es kommen regelmäßig Kinder in die Schule, die bereits Lesen und/oder Schreiben können vs. Kinder, die nicht einmal richtig Deutsch sprechen.
    Viele Studien sagen übrigens auch, dass gerade die schwachen Kinder vom gemeinsamen Unterricht profitieren. Der Lehrerverband äussert sich relativ nebulös mit "soziale Disparitäten". Über die absolute Leistung der schwachen Kinder wird aber nichts gesagt.

    Und über das Thema Fremdsprachen auch nicht. Ich kenne mindestens zwei Klassenkameraden, die heute einen guten, technischen Job haben, sich aber auf dem Gymnasium gequält haben, weil sie mit den Fremdsprachen nicht zurecht kamen. Aber wie soll man das am Ende der Klasse 4 auch beurteilen?

    Wie lange haben die Bundesländer die 6-jährige Grundschule schon? Kann man da überhaupt schon ein Urteil fällen? Wie gesagt: Ein Urteil nach Klasse 6 halte ich für voreilig, wenn nicht gar unseriös.

    Kennt ihr übrigens "Treibhäuser der Zukunft"? Tolle DVD!

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  8. Eines vorausgeschickt: ich lese hier zum ersten mal von dieser 'Laborschule'. Es ist doch anzunehmen, dass nur supermotivierte, bildungsbeflissene (Akademiker-)Eltern ihre Kinder auf eine solche Experimentalschule schicken?
    Ich finde es immer lustig zu beobachten wie Gesamtschulen gerne das Wort geredet wird, wenn es aber die eigenen Kinder betrifft, dann möchte man die nur aufs Gymnasium schicken. Da kennt man keinen Spaß. Mit Multikulti ist es übrigens genau so. Die stärksten Befürworter legen oft größten Wert darauf nur unter ihresgleichen zu wohnen.

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  9. Das hier:

    "Natürlich fehlt überall Geld (das wird sich auch nicht ändern- wo soll das Geld herkommen)"

    muss ich mal kommentieren. Es werden Milliarden für Autos ("Abwrackprämie") für Subventionen von Investoren (diverse Steuersenkungen der Schröder-Regierung, "Bail-Outs"), für missglückte Großprojekte (Herkules, Toll-Collect), für mißglückte Spekulationen ("Cross-Border-Leasing") usw. usf. ausgegeben. Aber ein paar Millionen Euro mit denen an Schulen wirklich was gerissen werden könnte, sind dann nicht da.

    Macht die Augen auf! Wählt das korrupte Gesocks ab!

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  10. Zu egghat:
    Die 6-jährige Grundschule gibt es
    seit 2004 in Bremen.
    In dem Film Treibhäuser der Zukunft geht es genau um das Konzept der Laborschule. Sie wurde
    1974 nach den Vorstellungen und unter der Leitung des Pädagogen Hartmut von Hentig gegründet.

    Zu Matsch:
    Nein, da es seit ein Experiment ist, werden Kinder aus allen Schichten dort aufgenommen.

    Um eine soziale und bildungsmäßige Ausgewogenheit zu erreichen, werden entsprechend der Bevölkerungsstruktur ca. 60 % der Kinder aus Familien aufgenommen, in denen kein Elternteil einen höheren Schulabschluss als den der Realschule hat; ungefähr 40 % der Kinder stammen aus Familien, in denen wenigstens ein Elternteil die Schule mit dem Abitur oder einem vergleichbaren Abschluss beendet hat.
    Kinder mit Migrationshintergrund werden entsprechend ihrem Anteil in der Bevölkerung aufgenommen.

    zu anonym:
    Kinder und Eltern haben keine Lobby - darum werden auch solche Sachen wie das gute Abschneiden der Laborschule bei Pisa totgeschwiegen. Statt dessen gibt es so sinnvolle Sachen wie Akademikerwurfprämien für Leute die sowieso Geld haben.

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  11. @Anonym (schreib doch wenigstens einen Namen drunter, damit man weiss, welcher Anonymie welcher ist)

    2004 würde meine These decken, dass es zu früh ist, ein Fazit zu ziehen. Erstens muss man mindestens bis zur mittleren Reife warten und außerdem muss man einem solchen Prozess auch ein paar Jahre Zeit geben. In NRW wird auch gerade das Abi nach 12 Jahren in Grund und Boden geredet. Aber an solche Änderungen bekommt man nicht in einem Jahreswechsel durch das gesamte System "gekloppt". Da müssen Lehrpläne angepasst werden (jaja, mehrfach), die Bücher neu gestaltet werden, etc. pp. Und dann kann man vielleicht nach 10 Jahren ein Fazit ziehen.
    (Übrigens halte ich den Lehrerverband nicht für unabhängig. Darin sind irgendwie 70% Gymnasiallehrer. Rat mal welche Schulform die gaaanz toll finden ...).

    Wenn die Laborschule in Bielefeld (die in den Treibhäusern nicht vorkommt, oder?) so wie die anderen Ideen aus den Treibhäusern ist, ist das keine mehrgliedrige Schule, oder? Also alle Schüler gemeinsam bis zur 10 und dann die Abiturgeeigneten weiter, oder?

    Wobei das wie gesagt nur einer unter vielen Punkten ist. Fundamental verbessert wird das System nur dann, wenn alles umgesetzt wird: Mehr Lehrer, kleinere Klassen, moderne Unterrichtsformen und Ganztagsschulen sind alles Punkte, die IMHO wichtiger sind als ein-, zwei oder dreigliedrig oder Grundschule 4 oder 6 Jahre.

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  12. @ anonym 12:08

    Danke. Dennoch bleiben erhebliche Zweifel, ob die guten Ergebnisse eines einzelnen, freiwilligen Experimentes übertragen werden können. Die Eltern, auch wenn halbwegs repräsentiv ausgewählt, schicken allesamt freiwillig ihre Kinder dorthin. Auch die Kinder werden nicht widerwillig an diesem Experiment teilnehmen. Die Motivation der Eltern und Kinder, die Unterstützung durch das Elternhaus, die ja sonst häufig nicht gegeben ist bei Kindern aus schwierigeren Verhältnissen, die positiv selektierte Lehrerschaft, das Wissen darum, Teil eines beobachteten Experimentes zu sein, das alles hat erheblichen Einfluss auf den Schulerfolg

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  13. Genau die Laborschule in Bielefeld gehen die Kinder gemeinsam bis zur 9 Klasse. In der 10 wird differenziert.

    Es hat nichts mit einer Gesamtschule zu tun. Die Art des Lernens ist eine völlig andere.
    Die Kinder lernen ohne Druck in jahrgangstufen übergreifenden Projekten und man kann es kaum glauben es funktioniert. Das Wissen der Kinder ist durch das selber erarbeitete Thema viel fundamentaler.

    Hinter dem Konzepten der Schule steht immer ein bestimmtes Menschenbild, dass grundlegend durch Respekt und Vertrauen gekennzeichnet ist. Kinder sind motiviert und wollen lernen. Um diese Konzepte umzusetzen, braucht man die Ganztagsschule, die aber qualitativ etwas ganz anderes darstellen muss als eine verlängerte herkömmliche Halbtagsschule. Die Schule muss zum Lebensraum werden in dem Kinder sich wohlfühlen.

    Die Lehrer die sich in dem Film äußern sind ja nicht irgendwelche Schwachköpfe die absurde Ideen zum Besten geben, sondern aus Ihnen spricht Begeisterung, jahrelange Erfahrung und Stolz über die erfolgreiche Umsetzung.

    In dem Filmt spricht Hartmut von Hentig, er war 1974 Gründer der Laborschule in Bielefeld.

    Grundschule 4 oder 6 Jahre ist also egal - das Konzept muss sich ändern.

    Ach ja - Anonymies Susanne.
    Besser so - beinahe wieder vergessen.

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  14. Hallo Egghat,

    hab eben dein Posting gesehen und wollt hier mal kurz mein Statement hinterlassen...

    Thema Kinterkrippe/-garten:
    Kinder sollten so früh wie möglich (ab 1-2 Jahren) in eine Ganztags-Krippe gebracht werden, da dies die soziale Integration schon im Kindesalter sehr viel besser fördert. Weiterhin sollten die Kinder hier auch schon gefördert und gefordert werden. Dies sollte auch die Integration von Ausländern ünterstützen. Diese Erkenntnis beruht zum Großtenteil auch auf eigene Erfahrungen...

    Der Staat sollte dies fördern, durch kostenlose Ganztags-Kita´s und kostenlose Verpflegung. Die Kosten sollten durch die Abschaffung von diversen staatl. Zuschüssen wie z.B. Betreuungsgeld, Kürzung des Kindergeldes oder steuerlichen Ausnahmereglungen finanziert werden....

    Thema Schule:
    Die Kinder, welche sich meist dann schon aus dem Kindergarten kennen, sollten möglichst lang miteinander zusammen lernen - bis zur 8. oder 10. Klasse. Aber nicht nach dem Prinzip der Gesamtschule, d.h. durch die Bildung von verschiedenen Kursen wie z.B. Grund- oder Leistungskurs, sondern gemeinsam in einem Klassenverband. "Stärkere" Schüler können hier schließlich auch gesondert gefördert werden. Und die "schlechteren" Schüler partizipien von den "stärkeren" Schülern.
    Richtig "starke" Schüler mit einem hohen IQ sollten direkt auf einer Förderschule gehen.
    Ab der 8. oder 10. Klasse sollte dann die Tür für´s Gym für ALLE geöffnet werden. Wer hier die Leistung nicht bringt, sollte dann je nach Klassenstufe das Abi beenden und seinen Abschluss auf der "normalen" Schule machen...

    Die Schulen sollten - wie auch für die Kindergärten - ganztags Angebote und kostenlose Verpflegung anbieten...

    Ach ja und ich bin auch für eine Einführung von Schuluniform wie in England - aber das nur am Rande...

    Diese Ansicht ist natürlich sehr stark an das Schulsystem der ehem. DDR angelehnt. Aber nicht umsonst (hab ich live miterlebt) waren schwedische Pädagogen und Regierungs-abgeordnete Ende der 80èr in der DDR, um dieses System weitestgehend zu übernehmen. Die Erfolge der Schweden sind ja nun auch m PISA -Bericht für jeden ersichtlich...

    Grundsätzlich sollte man hier aber auch nicht vergessen, das sozial Schwache als auch Ausländer im erwachsenen Alter zukünftig viel besser in die Gesellschaft integriert werden müssen!!!!

    Grüße
    Vielklang

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