Zahl des Tages (27.11.09): -8.200.000.000

Kaum geht der Large Hedron Collider wieder in Betrieb, tauchen auch wieder die schwarzen Löcher in den Bankbilanzen auf ;-)

"Großes Bankenlöcher-Update" sollte der Artikel erst heißen, aber da ich noch keine Zahl des Tages gefunden habe, muss ich den Artikel noch kurz umwidmen ... Er bleibt trotzdem ein Roundup der News der letzten Tage rund um die Banken, die ich wichtig fand, aber nicht einzeln kommentieren konnte. Spannend vor allem, dass die Zahlen fast zeitgleich aus so vielen unterschiedlichen Quellen kamen.

Der IWF kann sich gut vorstellen, dass erst die Hälfte der Verluste in den Bankbilanzen öffentlich geworden ist. Und dabei sprechen wir immerhin von mehr als einer Billionen Dollar. Achtung, das ist nicht die Gesamtsumme, sondern die bereits sichtbaren Verluste. Es droht also eine weitere Billion (oder noch mehr).

Handelsblatt: Hälfte der Bankenverluste noch nicht aufgedeckt

Auch die Bundesbank befürchtet in den Bilanzen der deutschen Banken 90 Milliarden Euro bisher unrealisierter Verluste, die bis Ende 2010 anfallen könnten:

Handelsblatt: Es drohen weitere Milliardenabschreibungen

Standard and Poors meint, dass die Banken "horribly" zu wenig Eigenkapital hätten. S+P hat dazu versucht eine risikogewichtete Eigenkapitalquote zu errechnen. Bei der Risikogewichtung wird berücksichtigt, dass bestimmte Assets kein Risiko beinhalten und dafür dann auch kein Eigenkapital gehalten werden muss, für andere hingegen doch.

Danach ergibt sich folgende Liste:

Mizuho Financial (2,0%),
Citigroup (2,1%) *,
UBS (2,2%) *,
Sumitomo Mitsui (3,5%),
Mitsubishi (4,9%),
Allied Irish (5,0%),
DZ Deutsche Zentral (5,3%),
Danske Bank (5,4%),
BBVA (5,4%),
Bank of America (5,8%),
Deutsche Bank (6,1%),
Bank of Ireland (6,2%),
Caja de Ahorros Barcelona (6,2%) und
UniCredit (6,3%). Top übrigens die HSBC bei 9,1%.

Creditwritedowns: Quelle Surprise! Most Big Banks Lack Capital

Allerdings musste S&P schon wieder zurück rudern, wenn auch nur in zwei Fällen: UBS und Citigroup haben nämlich in der Zwischenzeit viel Kapital eingesammelt, was in der S&P Analyse (Stichtag 30.6) nicht enthalten war. Nach der Kapitalerhöhung liegt die UBS bei 7,2%, die Citigroup bei 6,1%.

Trotzdem kann keine Entwarnung gegeben werden: Eigenkapitalquoten unterhalb von 6% müssen als nicht ausreichend gelten. Die japanischen Banken sehen somit gar nicht gut aus ...

FT Alphaville: S&P reverses on its “UBS is below average” bank capital model claim

oder auf Deutsch:
FTD: S&P knickt vor Banken ein

Als Einknicken würde ich das nicht bezeichnen, weil das einen Druck von außen impliziert. Es war eher ein klarer Fehler (veraltete Daten) von S&P.

Und dann noch eine Zahl:

Die FDIC hat die Liste der Problembanken mal wieder überarbeitet. Die Zahl kam hier schon einige Male, aber sie steigt immer noch weiter. Inzwischen ist der Wert auf

552

Banken geklettert.

552 Banken haben also nach Ansicht der FDIC zu wenig Eigenkapital oder zu viele Schulden (Immobilien, Kreditkarten) schlechter Qualität oder beides auf einmal ... Für mich bedeutet das vor allem, dass das Samstagsposting noch für einige Zeit gesichert sein dürfte ;-)

Weil ich die Anzahl der Problembanken aber schon ein paar Mal auf den Thron gehoben habe, nehme ich mal eine andere Zahl. Diese war zwar in ähnlicher Form (als Quote, siehe Grafik unten) auch schonmal Zahl des Tages hier, aber ein negativer Wert ist immer gut ... Die Bilanz der FDIC wies am Ende des dritten Quartals ein Loch von

8.2000.000.000 (8,2 Milliarden) Dollar

auf. Am Ende des 2. Quartal stand dort noch ein Plus von 10,2 Milliarden. In der Quote gibt das die folgende Grafik:



Der amerikanische Einlagensicherungsfonds ist also leer. Mehr als leer.

FT Alphaville: FDIC’s insurance in the red, ‘problem banks’ hit 16-year high

Das waren ganz schöne viele schlechte Nachrichten auf einmal.

Ich wünsche trotzdem ein schönes Wochenende, auch wenn ich kein Musikposting habe ...

1 Kommentar :

  1. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,663973,00.html

    28.11.2009

    Finanzbranche
    Regierung plant Milliardenprogramm gegen Kreditklemme
    ---------------------------------
    Nach ihren Handelsblatt Referenzen und dem Zustand am Aktienmarkt schwimmen die Banken in Geld.

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