Griechenland jetzt auch bei S&P herabgestuft

Damit zieht eine der beiden großen Ratingagenturen bei der Abwertung auf BBB+ nach, die die drittgrößte Ratingagentur Fitch als erste vollzogen hat (Griechenland und Portugal vor Herabstufung?).

Auch bei Standard &Poors ist Griechenland jetzt nur noch BBB+ nach A-, das ist noch drei Stufen von Schrott (oder Junk) entfernt. Die Gründe muss ich nicht alle nochmal aufzählen. Die gab es in meinem alten Artikel schon (und sonst ja auch überall).

Ich hatte gestern schon was zu Griechenland in mein "Zweitblog" getumbelt. Aber da ich gestern daraus keine Zahl des Tages gemacht habe und auch heute was anderes im Sinn habe, packe ich das nochmal an diese Stelle.

Dass Haushaltskonsolidierung kein einfaches Unterfangen ist, sieht man an der Zahl aus dem folgenden Zitat:
"Selbst wenn der Primärhaushalt - also vor allen Zinszahlungen - ausgeglichen werde, sei in den kommenden Jahren mit einem Defizit von rund 7 Prozent der Wirtschaftsleistung zu rechnen. Die Verschuldung dürfte also von derzeit 112 auf 135 Prozent im Jahr 2011 steigen."
Staatsanleihen: Lukrative Wetten auf schwache Euro-Länder - Anleihen & Zinsen - Finanzen - Investor - FAZ.NET

Wenn die Staatsverschuldung erst einmal zu hoch ist, wird ein Herumreissen des Ruders verdammt schwierig. Selbst wenn Griechenland Einnahmen und Ausgaben (vor Zinskosten) ins Gleichgewicht bekommen sollte, wird allein aufgrund der Zinskosten ein Haushaltsminus von 7%(!) des BIPs entstehen. Das ist mehr als doppelt so viel wie nach den Euro-Kriterien nach Maastricht zulässig ist. (Die Schuldenzahlung des Bundes machen übrigens etwa 40 Milliarden Euro aus).

Und jetzt muss man noch berücksichtigen, dass Griechenland als Risikoaufschlag aktuell über 2% höhere Zinsen zahlen muss als Deutschland. Für die Altschulden jedoch zahlt Griechenland deutlich weniger als 1% Aufschlag. Bei jeder Umschuldung einer alten Anleihe drohen den Griechen durch den höheren Risikoaufschlag zusätzlich steigende Zinskosten. Ohne dass sich das weltweite Zinsniveau ändert. Was passieren würde, wenn das weltweite Zinsniveau zu steigen beginn, darüber will ich erst gar nicht nachdenken ...

Das ist genau die Konstellation, die irgendwann zum Point of no Return führen wird.  Ein Staat ist hoch verschuldet und aus irgendwelchen Gründen zieht die Inflation an. Die Zinsen steigen nachhaltig und der Staat hat ein Defizit allein durch Zinsen von 10% des BIPs oder mehr. Dann wird es entweder einen Währungsschnitt geben müssen oder die Schulden werden weginflationiert werden. Der Staat sorgt also dafür, dass die Inflation schneller steigt als die Zinsen und kann am Ende die Schulden zu einem Bruchteil des ursprünglichen Nennwerts zurückzahlen. Wohl dem, der in dieser Situation Sachwerte hat.

FAZ: Auch S&P stuft Griechenland herunter

Kommentare :

  1. Ist doch Mist, was der schreibt. Das Defizit Griechenlands ist nicht 10%, sondern fast 13. Die gesamten Staatsschulden Griechenlands lagen vor der Krise bei ca. 110%, die der USA bei 60%. Auch jetzt ist die Gesamtverschuldung der USA noch deutlich niedriger als die von Griechenland. Und noch ein entscheidender Unterschied: Die USA sind von der Finanzkrise voll getroffen wordem. Griechenland war fast unbetroffen. Sprich man die Argumentation durchaus nachvollziehen, dass die Megadefizite in den USA einmalig sind, während die in Griechenland strukturell sind. Außerdem haben die Amis die Atombombe ...

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  2. Ach so: Ich glaube das Vorgehen gegen Griechenalnd erfolgt durchasu abgestimmt: Die EU+Ratingagenturen sorgen gemeinsam für externen Druck, damit Griechenland die Reformen angeht. Ohne diesen Druck gibt es eine Wahrscheinlichkeit für der erfolgreiche Umsetzung von Reformen, die exakt bei Null liegt. Mit dem Druck dürfte sie etwas größer sein ...

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  3. Ach so: Natürlich nicht alles Mist, was Zeise schreibt. Die BIP-Zahlen sind Mist. Da sollte man schon etwas genauer sein.

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  4. Hallo Egghat, noch ein Artikel zum Rating: Griechenland: Bei Streik Herabstufung der Kreditwürdigkeit?. Den Italien-Vergleich sollte man hierbei hervorhaben.

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