US-Arbeitslosenquote 11/09: 10,0% nach 10,2%

Nur 11.000 Arbeitsplätze weniger.

Ganzer Report hier: (PDF).

Mehr Details gleich auch hier, muss aber noch kurz weg.

Update (15:59):

So wieder da:

Die Zahl ist eine klare positive Überraschung. Zwar deuteten die ADP Zahlen und die Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe schon eine Besserung an, aber mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote hat niemand gerechnet und auch das kleine Minus von nur 11.000 verlorenen Arbeitsplätzen war deutlich besser als erwartet.

Ich hatte bei den letzten Monatszahlen (US-Arbeitslosenquote 10/09: 10,2% nach 9,8%) darauf hingewiesen, dass sich bei der Wochenarbeitszeit und den Überstunden eine gewisse Stabilisierung abzeichnet. Dieser Trend setzt sich fort. Die Wochenarbeitszeit stieg von 33,0 auf 33,2 Stunden (IIRC der erste Anstieg um 0,2 Stunden seit Beginn der Abwärtsbewegung), die Anzahl der Überstunden stieg auch wieder um 0,1 Stunden (der Vormonat wurde ebenfalls 0,1 nach oben korrigiert).
Das sind keine dramatischen Änderungen, aber in einem Fall ein vergleichsweise kräftiger Anstieg, im anderen Fall der fünfte Monat ohne Minus in Folge. Wichtig sind diese zweitrangigen Zahlen, weil sie im negativen Fall als Alarmzeichen, im positiven als Bestätigungssignal dienen können. Im Moment unterstützen sie die Idee auf eine Wende zum Besseren.

Jetzt aber der Vollständigkeit halber auch die Zahlen aus den Überschriften:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: -325.000 auf 15,38 Millionen.
Anzahl der Arbeitenden: +277.000 auf 138,5 Millionen.
---> Arbeitslosenquote: 10,0%

Not in Labor Force (NILF): 291.000 --> das frisiert die Statistik schon wieder ein wenig. Woher die alle kommen, wüsste ich mal gerne. In den Zahlen von heute der einzige Wermutstropfen neben der Tatsache, dass viele der neuen Arbeitsplätze in der Zeitarbeitsbranche entstanden sind.

Establishment Data:

Anzahl der Jobverluste: 11.000 gegenüber dem Vormonat auf 131 Millionen.

Und wer jetzt genau liest und sich wundert, dass die Zahlen teilweise nicht zu den Vormonatszahlen passen: Diese wurde deutlich nach oben korrigiert.

Die Arbeitsplatzverluste für September wurden von -219.000 auf -139.000, die für Oktober von -190.000 auf -111.000 reduziert. Das sind ingesamt 159.000. Rechnet man diese Korrekturen hinein, hätten wir im November gegenüber den ursprünglich für September gemeldeten Werten sogar ein Plus zu verzeichnen gehabt.

Und das ist dann schon ein positiver Kracher: Statt wie von den Analysten erwartet 125.000 Arbeitsplätzen weniger, hätten wir 150.000 mehr gehabt.

Gute Nachrichten zum Wochenende.

Update (17:48):

Olaf von Trader's Quest hat mich auf eine Animation hingewiesen, die ich schon immer einmal verlinken wollte: Arbeitslosenquote im Zeitablauf nach Bezirken Dort wo ich die gefunden hatte, lautete die Überschrift so schön: "We're heading to black"

Kommentare :

  1. 30.000 zusätzliche US-Soldaten für Afghanistan - vielleicht sind die ja gerade neu eingestellt worden?

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  2. Aber es könnten auch neu eingestellte Bauarbeiter sein, die die leerstehenden Häuser jetzt abreißen.. grübel... grübel -eigentlich unerklärlich.

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  3. DER AUFSCHWUNG IST IN DEN USA
    (UNITED STATES OF ARBEITSLOSIGKEIT)
    ENDLICH BEI DEN MENSCHEN ANGEKOMMEN!
    BEN SHALOM BERNANKE HAT SEINE
    AUSZEICHNUNG ZU RECHT BEKOMMEN.
    ER HAT DIE WELT GERETTET ODER WAREN
    ES EHER DIE VERMÖGENDEN?

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  4. Bei der Arbeitslosenquote muss man bedenken, dass sie auf einer telefonumfrage unter ein paar Tausend Haushalten beruht. Das schwankt dann schonmal kräftiger als es bei einer so wichtigen Statistik sein sollte...

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  5. Ich glaube, man muss vorsichtig sein, aus solchen kurzfristigen Daten überhaupt irgendwelche Schlüsse zu ziehen. Wenn man sich folgende Übersicht anschaut, merkt man, wie wenig bedeutend die Erholung im November war:

    http://data.bls.gov/PDQ/servlet/SurveyOutputServlet?data_tool=latest_numbers&series_id=LNS14000000

    Man könnte das Ganze auch so interpretieren, dass der überraschend kräftige Anstieg der Quote im Oktober ein "Ausreißer" war, weil besonders viele Arbeitgeber aus welchen Gründen auch immer Entlassungen vorgezogen oder Neueinstellungen nach hinten verschoben haben. Dementsprechend besser waren dann eben die November-Zahlen. Um überhaupt abschätzen zu können, wohin die Reise jetzt geht, muss man vermutlich noch ein paar Monate abwarten.

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  6. @amelia:

    Die Zahlen schwanken immer extrem. Man darf das nicht überbewerten. Neben dem Faktor NILF, der die Zahlen zum positiven beeinflusst, muss man allerdings auch sehen, dass die Zahlen der Establishment Data (Wochenarbeitszeit, Überstunden) die Zahlen aus der Umfrage (aus der die Arbeitslosenquote stammt) deckt.

    Ich habe oft gemeckert über die NILFs und ich habe oft gemeckert über die nachträglichen Abwärtskorrekturen. Aber ich bin kein Dauerpessimist und sehe dann eben auch, wenn die Vormonate zum Positiven korigiert werden. Und ich sehe auch, dass die Arbeitszeiten eine gewisse Bodenbildung unterstützen.

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