Zahl des Tages (18.12.09): 1.700.000

Ich wollte eigentlich über ein anderes Thema schreiben. Den Artikel bekomme ich aber nicht mehr fertig und da das Weihnachtsessen Nummer Eins heute wahrscheinlich mit nicht schreibfähigem Kopf enden wird, schreibe ich besser mal jetzt.

Eine der spannenden Fragen für die weitere Entwicklung am US-Immobilienmarkt ist die Anzahl der Immobilien, die noch zum Verkauf stehen. Es gibt hier zwar Zahlen, die aber nur die halbe Wahrheit wiedergeben.

Die Banken geben nämlich viele Immobilien nicht in den freien Verkauf, auch wenn die Immobilienbesitzer ihre Hypothek nicht mehr bedienen konnten und das Haus schon an die Bank gefallen ist. Diese Ex-Besitzer bleiben dann im Haus wohnen, zahlen Strom, Wasser, Steuern, pflegen das Haus und zahlen eine kleine Miete. Auch für die Immobilien in der Nachbarschaft ist es positiv, wenn ein Teil des Angebots nicht sichtbar ist.

Das ganze Phänomen wird mit dem Begriff "Shadow Inventory" (Schattenlager) bezeichnet.

Gerade bin ich mal wieder über eine aktuelle Schätzung für die Größe des Schattenlagers gestolpert.

Das Analyseinstitut CoreLogic schätzt die Anzahl auf

1.700.000 (1,7 Millionen)

Immobilien. Das entspricht in der von mir bevorzugten Metrik 3,3 Monatsumsätzen.

Damit würde ein ganzer Teil der Verbesserung, die die offiziellen Zahlen ausweisen, von der Verschlechterung bei den inoffiziellen aufgehoben.

Standarddisclaimer am Ende: Die Immo-Wette gewinne ich trotzdem ;-)

FT Alphaville: US ’shadow housing inventory’ at 1.7m, CoreLogic says

Mahlzeit :-)

1 Kommentar :

  1. Überholen ohne einzuholen. Die Ami´s haben doch schon in Ostdeutschland geübt, mit den Resten einer Immobilienblase umzugehen. Die 90er Jahre mit Sonder-Afa brachten ein Überangebot an Immo-Investitionen, hohe Zahl an Zwangsversteigerungen folgte. Kürzlich wieder miterlebt: Eigentumswohnung, vermietet, in ZV. Mietrendite von 10 % wäre möglich gewesen. Kein einziger Bieter war im Zweittermin anwesend, ersteigert hat dann "die Bank": Archon Capital, Konzernzugehörigkeit mittelbar zur Goldman Sachs Gruppe.
    "Die Archon Capital Bank betreibt als Spezialkreditinstitut die Bearbeitung von Krediten, die in der Regel mit erhöhtem Ausfallrisiko behaftet sind."
    Wenn es den Markt stabilisiert, und Geld damit verdient wird, ist ein "Schattenlager" kein Problem.

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