Zahl des Tages (21.12.09): 2.210.000.000.000

Eine Zahl, die am Ende des Jahres einen schönen Blick zurück erlaubt. Der Umfang der Bilanz des US-Notenbank Fed war hier einige Male Thema. Die Bilanzsumme lag bis zum August 2008 unter 1 Billion Dollar. Dann begann die Fed diverse Aufkaufprogramme, unter anderem um die Märkte von verbrieften Papieren am Leben zu halten und die Bilanzen der Banken zu entlasten. In kürzester Zeit explodierte die Bilanz der Fed auf über 2 Billionen und erreichte bei etwa 2,3 Billionen ihr Hoch. In dieser Zeit wurde die Bilanzsumme der Fed auch einige Male die Zahl des Tages.

Danach fuhr die Fed die Bilanzsumme leicht zurück und als diese wieder bei etwa 1,7 Billionen Dollar lag, machte ich diese Entspannung erneut zur Zahl des Tages.

Angesichts diverser Ankündigungen der Notenbank weltweit die unkonventionellen Maßnahmen langsam zurückzufahren, lohnt sich mal wieder ein Blick auf die Fed-Bilanz. Und diese stützt das Bild der Entspannung, das überall gezeichnet wird, nicht wirklich. Denn die Bilanzsumme ist seit meinem "Entspannungsposting" wieder deutlich gestiegen. Mit aktuell

2.210.000.000.000 (2,21 Billionen) Dollar

ist die Bilanzsumme wieder ganz nah an das Allzeithoch geklettert.

Wenn man sich die Zusammensetzung in der Grafik anschaut, sieht man schnell, dass die Zusammensetzung trotz der relativ konstanten Gesamtsumme komplett anders aussieht als in der Nähe des letzten Hochs. Damals machten die liquidätsorientierten Maßnahmen etwa 3/4 der Gesamtsumme aus, heute machen diese nur noch etwa 200 Milliarden Dollar aus. Die direkte Liquiditätsversorgung der Banken scheint sich also wirklich entspannt zu haben.

Den großen Teil der Bilanz machen zwei andere Posten aus.

777 Milliarden machen direkt von der Fed gehaltene US-Staatsanleihen aus. Das was man am Ende am besten mit dem direkten Druck von neuem Geld gleichsetzen kann. Denn dass die Notenbank direkt die Staatsverschuldung finanziert, ist äußerst unüblich.
Zu einem gewissen Teil könnte die große Nachfrage der Fed nach US-Staatsanleihen auch erklären, warum die US-Staatsanleihen nur so niedrige Zinsen abwerfen. Eigentlich sollte das hohe Angebot (und die durchaus begründbare Inflationsgefahr) für sinkende Kurse (also steigende Zinsen) sorgen, was aber weitgehend ausblieb. Kein Wunder, wenn die Notenbank ziemlich genau das halbe Minus der USA für das Haushaltsjahr 2008/2009 (Zahl des Tages (20.08.09): 1.580.000.000.000) selber in die Bücher genommen hat ...



Der zweite große Posten in der Bilanz der Fed machen die Ankaufsprogramme für hypothekenbesicherte Anleihen (mortgange backed securities, MBS) aus, die 852 Milliarden Dollar umfassen. Was übrigens 78 Milliarden Dollar mehr sind als Ende Oktober. Entspannungszeichen sehen anders aus ...

Fed: Federal Reserve System Monthly Report on Credit and Liquidity Programs and the Balance Sheet December 2009 (PDF!)

Kommentare :

  1. http://tauben-blogsumpf.blogspot.com/2009/12/egghat.html

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  2. Ist das jetzt so eine Art Follow-Friday wie bei Twitter, nur für Blogs?

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  3. Wo führt das alles hin? Das kann kein gutes Ende nehmen. Jede Krise erreicht irgendwann einem Resonazpunkt an dem sie sich enorm beschleungit. Wann wird der erreicht und was passiert dann?
    Gruß dm

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