Zahl des Tages (22.12.09): +44,1%

Wieder mal Zahlen vom US-Immobilienmarkt. Hier geht die Stabilisierung der letzten Monate weiter. Zumindest was die Umsätze betrifft.

Die Umsätze von bereits bestehenden Einfamilienhäusern sind im November um 7,4% gegenüber dem Vormonat gestiegen. Das entspricht 6,09 Millionen Verkäufen im Jahr. Gegenüber dem Tief vom November 2008 ist die Jahresrate schon um

44,1%

gestiegen.

Auslöser ist natürlich nicht die neu entdeckte Liebe der Amerikaner zu Immobilien, sondern die Steuergutschriften in Höhe von 8.000 Dollar, die jedem Ersterwerber einer Immobilie gewährt werden. Satte 50% aller Käufer griffen auf diese Unterstützung zurück. Sie wäre eigentlich Ende November ausgelaufen und dürfte einige Käufer noch schnell zum Erwerb einer Immobilien getrieben haben. Die Steuergutschrift wurde übrigens verlängert. Die NAR rechnet mit einem weiteren Anstieg der Verkaufszahlen. Ich bin skeptisch, weil die Wirkung solcher Maßnahmen erfahrungsgemäß mit der Dauer nachlässt. Es gibt halt nicht beliebig viele Käufer, die unentschieden sind und sich dann von einer solchen Prämie zu einem Kauf überzeugen lassen. Mit der Zeit wird die Prämie zu einem reinen Geschenk für Leute, die eh eine Immobilie gekauft hätten.

Die von mir immer am intensivsten beobachtete Zahl in diesem Reigen ist immer der Lagerbestand an unverkauften Immobilien in Monatsumsätzen. Und auch diese Zahl hat sich signifikant verbessert. Nach 7,0 Monaten im Oktober sank der Wert auf nun 6,5 Monate.

Bei den Preisen ist nicht viel passiert. Ein minimales Plus um 200 Dollar, der große Teil der Umsätze findet weiterhin im unteren Preisbereich statt. Logisch, da wirken 8.000 Dollar Zuschuss natürlich am kräftigsten.

Marketwatch: Home buyers rush to beat tax deadline in November

NAR: Existing Home Sales Nov. 09 (PDF!)

So das war die vorläufig letzte Zahl des Tages. Ich werde zwar wohl zwischen den Tagen was posten und habe auch noch ein paar URLs, die ich mal als so eine Art Winter Tab Sweep durch die Gegend schicken könnte und zwei Musik-Postings gibt's auch noch, aber eine regelmäßige Zahl des Tages mache ich dann spätestens am 4. Januar wieder.

Update (00:08)

Ach so, die Grafiken von Calculated Risk noch:

Calculated Risk: More on Existing Home Sales

Ein noch skeptischerer Blick :

The Big Picture: Existing Home Sales Inordinately High; +44% Year Over Year


Update (23.12.09):

Noch zwei Grafiken, die den langfristigen Zusammenhang darstellen:

Die absoluten Verkäufe:

Der Lagerbestand in Monaten:


Quelle: Northern Trust - Daily Commentary December 22, 2009

Kommentare :

  1. ... kurze Frage zum zitierten "Lagerbestand an unverkauften Immobilien in Monatsumsätzen". Ist das die Zeit, waehrend der alle zum Verkauf stehenden Immobilien im Schnitt leer standen?
    G. Schoenbauer

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  2. Nein. Die Zahl gibt es auch, ich bin aber nicht sicher, ob die nicht nur für Neubauten erhoben wird.

    Der Lagerbestand in Monatsumsätzen errechnet sich wie folgt: Aktueller Lagerbestand an zum Verkauf stehenden Immobilien geteilt durch den Monatsumsatz. Unter der Annahme, dass keine neuen Immobilien auf den Markt kommen und der Umsatz stabil bleibt, würde die Zahl aussagen, dass es x Monate dauert, bis alle Häuser verkauft sind und das Lager leer ist. Alles über 10 ist sehr hoch, alles unter 5 sehr niedrig.

    Diese Zahl relativiert die Schwankungen in der Nachfrage.


    Ich habe nochmal 2 Grafiken an den Artikel angehängt, die den langfristigen Aspekt verdeutlichen.

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