Musik zwo drei vier ...

Muss die Tradition mit dem Wochenend-Musik-Posting mal wieder aufleben lassen. So viele Horrornachrichten, da braucht man doch etwas Musik als Ausgleich ...




Dass die gerade mit Oasis auf Tour sind, ist sicherlich keine Überraschung ...

Absolut geiler schottische Akzent btw.

Zahl des Tages (31.01.09): -16,6

Mal wieder ein Blick nach Großbritannien. Hier tracke ich die Immobilienpreise regelmäßig und deshalb mal wieder ein Update mit den Zahlen von Nationwide, die ich üblicherweise bringe. Um

16,6%

sind die Immobilienpreise in Großbritannien in den letzten 12 Monaten (Januar 09 vs. Jan. 08) gefallen. Im Monatsvergleich ging es um 1,3% nach unten.

Großbritannien bestätigt damit den Ruf, den USA am dichtesten auf den Fersen zu sein. Das Ausmaß des Rückgangs nähert sich immer weiter an.
Die Fallgeschwindigkeit im Vereinigten Königreich nimmt allerdings leicht ab. Aber diese Phänomen gab es in den USA im Spätsommer auch schonmal und verleitete mich zu voreiligem Optimismus. Angesichts der desaströsen wirtschaftlichen Lage in Großbritannien dürfte der Preisverfall dort auch noch etwas weitergehen ...

Nationwide: New Year sees little change to recent house price trend (PDF 73KB) via Infectious Greed: Nationwide: U.K. house prices down 16.6%

Südkorea verstaatlicht Börse

Das ist ja schon ein interessanter Zug. Aber noch besser ist der Grund für die Verstaatlichung: Die Börse hätte ein illegales Monopol.

Schräg!

Jetzt kann man sich natürlich fragen, was denn die Verstaatlichung an diesem Problem löst? Es ist nachher immer noch ein Monopol.
Aber ich verstehe das schon: Denn Monopole sind ja eine tolle Sache. Man kann viel Geld damit verdienen und deshalb hätte der Staat das Monopol am liebsten in den eigenen Händen.

Wahrscheinlich werden im nächsten Schritt auch wie in Pakistan fallende Kurse per Dekret verboten ... (Infectious Greed: Pakistan, The Land That Financial Bad News Forgot: Part II)

FT Alphaville: Seoul brings exchange under state control

Ein Lesetipp zum Wochenende: Soros zur Finanzkrise

Der arme Soros muss wohl etwas Werbung für sein neues Buch machen, das ihr übrigens unter folgendem Link kaufen könnt (mal schauen, ob das jemand macht und ich reich werde ...)

Amazon.de: Das Ende der Finanzmärkte - und deren Zukunft: Die heutige Finanzkrise und was sie bedeutet

Der Artikel in der FTD ist auf jeden Fall ganz spannend. Soros ist übrigens wie ich der Meinung, dass man Lehman nicht hätte Pleitegehen lassen dürfen. Ich weiss allerdings nicht, ob der Soros das (wie ich) auch damals schon gesagt hat. Im Nachhinein ist die Diagnose natürlich relativ einfach ...

FTD: George Soros - Wie es zum Crash kam

US-BIP Q4/08: -3,8%

Damit besser als befürchtet, trotzdem der schlechteste Wert seit langem ...

Die Preiskomponente wurde um satte 4,6% nach unten gesetzt. Nicht inflationsbereinigt war das Minus also wesentlich größer.

Der Exporte sind fast 20%(!!!) gefallen. Außerdem wurden Lagerbestände aufgebaut, was kein gutes Zeichen für die Zukunft ist.

Für das Gesamtjahr 2008 gab es trotz des extrem schwachen 4. Quartals noch ein Plus von 1,3%. Das widerspricht irgendwie der Bekanntgabe einer offiziellen Rezession durch die NBER. Aber dass die Statistiken in den USA manchmal ähm seltsam sind, ist ja kein Geheimnis mehr ...

BEA.gov: GDP News Release

Update (15:13)

Die Erwartungen lagen bei etwa 5,5% Minus. Und der Wert ist der schlechteste seit Anfang der 80er Jahre.

FTD: USA verschieben Megaabsturz

Update (15:20)

Das Handelsblatt weist darauf hin, dass mit diesem Minus auch die inoffizielle Definition einer Rezession (2 Quartale mit negativem Wachstum hintereinander) erfüllt ist.

Handesblatt: USA befinden sich offiziell in Rezession

Kamine bringen Glück!

Also in manchen Kreisen gibt es ja komische Glücksbringer ...

4 Arbeitsstellen, 4 Mal einen Kamin eingebaut. Einer davon landete im Guinnessbuch der Rekorde, weil er in 116 Meter Höhe eingebaut wurde.

Bestellt hat diesen Mist Sandy Weill, zuletzt Chef bei der Citigroup. Bezahlt haben diesen Wahnsinn die Aktionäre. Und ganz am Ende der US-Steuerzahler, der die Citigroup vor wenigen Wochen vor der Pleite retten musste.

FAZ: Das Ende der Exzesse

Dazu passend auch die Geschichte von John Thain, der sich für 1,2 Millionen sein Büro renovieren ließ: Zahl des Tages (23.01.2009): 4.000.000.000

Oder auch das hier:

Vor drei Tagen:

Citigroup sagt, dass man bei der Entscheidung bleibe, einen 50 Millionen Dollar teuren Firmenjet zu kaufen. Der Strafen bei Stornierung wären zu hoch, die Verkaufserlöse für die alten Jets hoch genug, etc. pp.

FT Alphaville: Citi to proceed with private jet order

Das beste Argument: Man habe zwei Drittel weniger Jets als früher. Manche Fluggesellschaft ist nicht groß genug, um so viele Jets zu verkaufen ...

Infectious Greed: Quote of the Day: But We Have 67% Less Jets!

Dann wurde die Story in der Presse breit getreten und vorgestern stornierte die Citigroup die Bestellung dann doch.

FT Alphaville: Citi forced to cancel jet order

Ich vermute aber mal, dass das keine Einsicht war, sondern schlicht ausreichender Druck durch Öffentlichkeit und Politik (Obama und Geithner). Jetzt mietet die Citigroup den Jet wahrscheinlich 360 Tage im Jahr über Buffets Firma Netjets ...

Zahl des Tages (30.01.09): 18.400.000.000

Die Zeiten sind schlecht. Eigentlich denkt man (auch angesichts der Zahlen, die in dieser Rubrik sonst so kommen), dass die Zeiten richtig schlecht sind. Deshalb haben sich die Banker an der Wall Street für 2008 auch nur Boni in Höhe von bescheidenen

18.400.000.000 (18,4 Milliarden) Dollar

genehmigt.

Irgendwie ist die Krise auch nur relativ. 112.000 Dollar pro Kopf sind schon ein nettes Sümmchen.

Eins zur Beruhigung: Die Boni waren schonmal höher. Wahrscheinlich machten die Boni der Mitarbeiter von Bear Stearns und Lehman, die aus bekannten Gründen am Ende des Jahres keine Boni mehr zahlen konnten, den Unterschied aus ...
OK, das war jetzt Galgenhumor. Die Boni sind um 44% zurückgegangen. Der (halb im Scherz) angesprochene Effekt war aber trotzdem spürbar, denn die Boni pro Kopf sind etwas schwächer gesunken und zwar um knapp 37%.
Aber egal: Das zeigt, dass sich die Investmentbanker in guten Zeiten genau so unverschämt viel Geld auf die Tasche tun wie in schlechten Zeiten ...

Marketwatch: Obama calls Wall St. bonus binge shameful
Spiegel: Wall-Street-Banker kassierten Boni in Milliardenhöhe
FAZ.NET: Wall Street zahlt Milliarden-Prämien

Die HRE muss (und will!) verstaatlicht werden

Dass sie verstaatlicht werden muss, schreibe ich schon länger. Dass die HypoRealEstate verstaatlicht werden will, ist neu. Dass sich die Politiker wehren, damals wie heute unverständlich.

Die HRE hat einen Kapitalbedarf, der deutlich über 100 Mrd. Euro liegt. Das war bereits im September mit einem kurzen Blick in die Bilanz zu sehen. Etwa 80 Milliarden hat der Staat schon über Bares und Garantien zur Verfügung gestellt. Und den Rest wird er auch noch zur Verfügung stellen müssen. Das macht ja (aus nachvollziehbaren Gründen) sonst niemand. Aber irgendwie hat der Staat darauf gehofft. Darauf, dass sich aus irgendwelchen Gründen irgendwas ändert.

Das ganze ist eine traurige Geschichte, weil der Kapitalbedarf in der Bilanz abzulesen war. Es ist traurig, dass der Staat zwar inzwischen gut 80 Milliarden einer Bank, die an der Börse nur noch ein paar Hundert Millionen wert ist, zur Verfügung gestellt hat, aber dafür nur magere 25% Anteile bekommen hat.
Der Staat hätte schon im allerersten Schritt die Bank übernehmen müssen. Und das habe ich bereits damals geschrieben, als (fast) alle die HRE-Lösung noch bejubelt haben:

Die HRE Rettung ist natürlich nicht zu vermeiden, aber für 8,5 Milliarden Unterstützung von außen (sprich den Banken) 26 Milliarden Staatsbeteiligung einzubringen OHNE weitere Gegenleistung, ist einfach nur doof. Dafür hätte der Staat mindestens 50% an der Bank bekommen müssen, wenn nicht sogar 100%.
(Quelle: 35 Milliarden Unterstützung für HRE? Und 3/4 davon vom Staat!)

Die ganze traurige Geschichte der HRE gibt's hier

Mich würde es angesichts der Menge an Fehlentscheidungen nicht einmal überraschen, wenn die Politiker es auch jetzt noch nicht schaffen, die HRE komplett zu verstaatlichen. Dabei wird das am Ende unvermeidbar sein ...

FTD: HRE bettelt um Staatsgelder

Zahl des Tages (29.01.09): 819.000.000.000

Die Zahl kommt spät, weil ich heute direkt mehrere Zahlen gefunden habe, die eine Nominierung verdient hätten. Aber diese Zahl ist einfach eine solche Landmarke, dass ich die bringen muss und zwar heute. Denn schließlich wurde sie heute beschlossen.

819.000.000.000 (819 Milliarden) Dollar

ist das US-Konjunkturprogramm schwer, das das Repräsentantenhaus heute beschlossen hat. Der Senat muss zwar noch zustimmen, aber an der Größenordnung wird sich wohl nichts mehr ändern.

Tagesschau: Repräsentantenhaus billigt Obamas Konjunkturpaket

Neue IWF Prognose: 2,2 Billionen Schaden

Es kam zwar ziemlich überall, aber da ich das schon länger verfolge, kommt es auch hier nochmal. Der IWF, der ja schon vor zwei Wochen ankündigte, dass die letzte Schätzung für den Gesamtschaden der US-Finanzkrise von 1,4 Billionen Dollar nicht ausreichen wird (Zahl des Tages (12.01.09): ++1.400.000.000.000), hat heute seine neue Schätzung bekanntgegeben.

Jetzt schätzt der IWF den Schaden für das Finanzsystem auf 2,2 Billionen Dollar. (Wäre eigentlich auch eine schöne Zahl des Tages gewesen).

Leider gibt es im Gegensatz zu Roubini vom IWF keine Schätzung des Eigenkapitals des Bankensystems. Roubini schätzt dieses auf etwa 1,5 Billionen. Da bereits etwa 1 Billionen Dollar Verlusten verkraftet wurden, würde nach der IWF-Schätzung das Eigenkapital noch knapp ausreichen.
Wobei das nur gilt, wenn man den gesamten Sektor betrachtet. Da aber die Verluste und das Eigenkapital nicht gleichmäßig verteilt sind, würde bei 2,2 Billionen Verlusten viele Banken die Grätsche machen. Das sieht Roubini, der den Schaden auch viel höher schätzt (s.u.), allerdings anders. Er sieht ganz simpel den gesamten Sektor vor der Pleite.

Der IWF rät übrigens zu einer Bad Bank, die die schlechten Papiere übernehmen soll. Ich halte diese Idee für sehr schlecht und werde versuchen, dazu bald etwas mehr zu schreiben. Aber dass eine Bank ihren Schrott beim Steuerzahler abladen darf, ohne dass der Steuerzahler dafür die Bank bzw. Anteile daran bekommt, erscheint mir keine gerechte Verteilung von Chance und Risiko zu sein ...

FTD: Banken verlieren 2200 Mrd. Dollar

Die Geschichte der Schätzungen:
8.4.2008, IWF: Wer bietet mehr? Der IWF bietet 1 Billionen Dollar.
7.7.2008, Bridgewater Associates: Wer bietet mehr? Folge vom 7.7.08 ...
2.8.2008: Nouriel Roubini: 2 Billionen Dollar Verluste durch die Kreditkrise
7.10.2008, IWF: 945 1400 Mrd. Dollar Schaden
28.10.2008: Bank of England: Notenbank erwartet 2,8 Billionen Dollar Verlust
21.1.2009: Nouriel Roubini: 3,6 Billionen Dollar

Zahl des Tages (28.01.09): 810.000.000.000

Mal wieder eine wirklich große Zahl. Auf

810.000.000.000 (810 Milliarden) Euro

schätzt die HSBC Trinkaus das diesjährige Emissionsvolumen von Staatsanleihen der europäischen Länder. Diese wahnsinnige Summe entsteht, weil fast alle Länder Konjunkturprogramme aufgelegt haben und außerdem Banken und zunehmend auch normale Industrieunternehmen stützen. Mein Leser FJ hat in einem Kommentar zu einem anderen Artikel einen Link auf die Liste der von der EU genehmigten Rettungsaktionen hinterlassen. Der passt an dieser Stelle ganz gut:
European Commission: Competition policy and the financial/banking crisis: taking action
Schon beeindruckend/erschreckend lang!

Nicht wenige vermuten, dass die aktuell niedrigen Zinsen nicht nachhaltig sein dürften. Schließlich wird auch der Anleihemarkt von Angebot und Nachfrage bestimmt. Noch profitiert der Markt von der hohen Nachfrage nach sicheren Papieren. Selbst wenn diese Nachfrage hoch bleiben sollte, könnte allein das steigende Angebot schon für sinkende Preise sorgen. Und wenn dann noch die Nachfrage sinken sollte (weil zum Beispiel Aktien wieder interessant werden), könnte das sogar zu einem kräftigen Rückgang (manche reden gar vom Anleihecrash oder einem Platzen der Bond Bubble) führen.

Trinkaus spricht aber weniger über diese Gefahr, sondern mehr über die staatsgarantierten Anleihen. Also die Anleihen, die zum Beispiel die Commerzbank begeben hat. Emittent ist zwar die Commerzbank, im Fall der Fälle steht aber der Staat für die Anleihe gerade. Daher rentieren diese Anleihen auch nur mit einem wesentlich geringerem Aufschlag als die normalen Commerzbank-Anleihen.

Diese staatsgarantierten Anleihen erhöhen die Gesamtsumme der Staatsanleihen noch weiter, defakto steckt ja der Staat als Schuldner dahinter. Aufgrund ihrer etwas seltsamen Konstruktion würden diese Bonds aber sicher als erste leiden. Die Gefahren könnten hier also noch höher sein als bei "richtigen" Staatsanleihen.

Trinkaus: Der Markt Heute 28.1.09

Endlich wieder Fußball ...

... musste mal gesagt werden ;-)

Case-Shiller-Hauspreisindex: Nov. -18,2% (-2,2%)

Das Minus von 2,2%, das der Case-Shiller-Hauspreisindex im Oktober im Vergleich mit dem Vormonat verzeichnete, wurde im November erneut erreicht. Damit wurde aus 18% Minus im Jahresvergleich nun 18,2%. (US-Immobilienpreise im Oktober 2,2% runter, 18% im Jahr)

Meine Hoffnung auf eine abnehmende Fallgeschwindigkeit, die ich im letzten Herbst äusserte, hat sich damit klar als verfrüht herausgestellt.

Vom Hoch im Sommer 2006 sind die Preise inzwischen um etwa 25% gesunken. Da die Fallgeschwindigkeit noch immer hoch ist, wird es wohl auch noch einige Prozent weitergehen.

Vom Hoch werden wir wohl mindestens 35% Preisrückgang sehen, da die anspringenden Arbeitslosenzahlen noch einige weitere (Noch-)Immobilienbesitzer in die Zwangsversteigerung treiben wird. Eigentlich setzt erst jetzt die Abwärtsspirale ein, die die Immobilienpreise in jedem Wirtschaftsabschwung nach unten treibt. Der große Teil der bisherigen Hauspreisrückgänge ist IMHO fast ausschließlich auf die viel zu hohen Preise und die viel zu wahnsinnigen Hypotheken zurückzuführen.

Marketwatch: Home values fall record 18.2% in past year

Update (22:41)

Wer den Index mal als Chart haben möchte:

The Big Picture: Case Shiller 10/20 City Index

Wunderbarer Dilbert heute!

Have fun!

Dilbert.com

Zahl des Tages (27.01.09): 16.000.000.000

Gut, dass jemand die Frannies erfunden hat. Die liefern zuverlässig neues Material für die "Zahl des Tages" ;-)

Nach Freddie Mac in der letzten Woche (Zahl des Tages (24.01.2009): 30.000.000.000) meldet sich jetzt auch der ebenfalls verstaatlichte Konkurrent Fannie Mae zu Wort und meldet vergleichsweise harmlose

16.000.000.000 (16 Milliarden) Dollar

neuen Kapitalbedarf an. Gut, einschränkend muss man sagen, dass Fannie 11 bis 16 Milliarden genannt hat. Allerdings nur für das 4. Quartal und man kann sich fast sicher sein, dass die neuen Vorsitzenden Sherlock und Holmes in dedektivischer Kleinarbeit noch das ein oder andere Milliärdchen finden werden ;-)

Da freut sich der US-Steuerzahler.

FTD: Auch Fannie Mae pumpt Washington an

TV-Hinweis: Hat die HRE Berlin schon viel früher gewarnt?

Die Bundesbank soll die irische Tochter der HRE bereits ab Februar 2008 untersucht haben und die Gefahren erkannt haben, die aus der zu kurzfristigen Finanzierung entstehen können. Das Ergebnis sei dem Finanzministerium am 18. August mitgeteilt worden. Dort habe man auf das Ergebnis pflichtgemäß reagiert: Man hat es abgeheftet. Sonst nix.

Aber es könnte noch schlimmer sein. Und zwar Absicht. Denn Ende September "verjährten die Schadensersatzansprüche der Altgläubiger der aus der HypoVereinsbank hervorgegangenen HRE".

Sollte das stimmen, setzt das der peinlichen Reaktion der deutschen Politik und Aufsichtsbehörden die Krone auf.

Dann schau'n mer alle mal heute Abend "Report" um 21:45 in der ARD.

Bronline: Hiobsbotschaften ad acta gelegt?

Unabhängig davon gibt es eine gute Nachricht ....

Nach Informationen des Handelsblatts steht die HRE vor der Verstaatlichung. Der Investor JC Flowers, dem ein Viertel der HRE gehört (gekauft zu 22,50 Euro je Aktie - heute etwa 1,50: Autsch!), ist wahrscheinlich froh, wenn er zu einem Kurs oberhalb von Null noch aus diesem Desaster-Investment rauskommt ... Hauptsache raus.

Aber die Übernahme an sich und die Details sind komplett unklar. Das kann auch noch anders kommen. Eine staatliche Komplettübernahme scheint mir allerdings schon lange die richtige Reaktion zu sein. Der kurzfristige Finanzbedarf der HRE ist eh noch nicht komplett gedeckt und da schlummern noch ein paar Milliarden, die der Staat sowieso zahlen muss.

Handelsblatt: HRE vor Verstaatlichung

Zumwinkel-Urteil: 24 Monate Bewährung und 1 Mio Strafe

Ich poste das jetzt aus zwei Gründen:

Ich habe mich mal weit aus dem Fenster gelegt und mich gewundert, wie viel die Presse über Zumwinkel schreibt und wie wenig über die Rettungsaktionen für die IKB und Landesbanken. Dabei ging es im ersten Fall "nur" um Millionen, im zweiten Fall aber um Milliarden. (Liechtenstein vs. Landesbanken)

Daher nun meine Meinung (und eine Frage):

a) Die 24 Monate auf Bewährung sind OK und die Strafe hätte anders ausgesehen, wenn Zumwinkel vorbestraft gewesen wäre. Mehr Bewährung geht übrigens IIRC nicht, weil danach nur noch "richtige" Haft vorgesehen ist.
Allerdings ist die Geldstrafe von 1 Millionen IMHO zu niedrig. Schließlich ging es um Steuerhinterziehung in etwa der gleichen Höhe. Und ich finde, dass eine reine Verdopplung des Schadens zu wenig ist. Das schreckt doch nicht ab! Bei kleinen Ladendieben geht es doch locker um das 10fache oder mehr. Weil die Strafe abschrecken soll und zwar zu Recht. Das Doppelte bedeutet ja, dass sich Steuerhinterziehung (rein monetär) lohnt, wenn man die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden, auf weniger als 50% taxiert. Und ich vermute, dass die Wahrscheinlichkeit in der Realität ganz klar darunter liegt. Frage nach in der Schweiz!

b) Eine Frage: Kann mir jemand erklären, warum der Zumwinkel nur 1 Millionen Euro hinterzogen hat, bzw. nur 1 Mio. strafrechtlich relevant sind, aber 3,9 Millionen Steuern nachzahlen muss? Liegt das an unterschiedlichen Verjährungsfristen?

FTD: Zumwinkel bekommt Bewährung

Update (27.1.09)

Interessanter Hinweis in der FTD. Das BGH hat letztes Jahr geurteilt, dass bei Steuerhinterziehung von mehr als 1 Millionen im Normalfall keine Bewährung mehr in Frage kommt, sprich Knast droht. Zumwinkel wäre danach gaaanz knapp an dieser Grenze gewesen. Allerdings wird das BGH so interpretiert, dass es nicht um die Gesamtsumme geht, sondern um die Einzelsummen. Denn Zumwinkel hat ja nicht 1 Millionen auf einen Schlag hinterzogen, sondern 5 Jahre lang etwa 200.000 pro Jahr. Und für die BGH-Richtlinie gelten dann diese 200.000 ...

FTD: Glückliche Fügung für Steuersünder

Update 3:

Kommentare lesen, lohnt sich!

Gold auf Allzeithoch!

Nicht in Dollar, sondern Euro. Aber das ist ja die interessantere Währung, zumindest für mich ...

Heute hat die Unze Gold zum ersten Mal in der Geschichte an der 700 Euro-Marke geschnuppert.


Dass die Großwetterlage für Gold weiterhin positiv ist, habe ich ja schon vor einiger Zeit geschrieben: Negativer Realzins - Gut für Gold!. Daran hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert ...

Übrigens: Beim letzten Mal, als ich mich über einen steigenden Goldkurs gefreut habe, gab es direkt am nächsten Tag einen Einbruch um fast 10% (DAX vs. Gold). Also seid gewarnt ;-)

Zahl des Tages (26.01.09): 100

Relativ früh für eine Zahl des Tages, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass heute nichts besseres mehr kommt ...

Für

100 Dollar

hat Ex-Lehman -Chef Dick Fuld seine Villa in Florida verkauft. Gut, es könnte sich um ein heruntergekommenes Anwesen handeln, aber das ist bei jemandem, der sich noch bis 2007 dicke Boni genehmigt hat, ziemlich unwahrscheinlich. 1,3 Hektar Grund in Florida sollten auch nach den Preisrückgängen noch ein paar Millionen wert sein und das Haus darauf ebenfalls. Der ursprüngliche Kaufpreis von 13,75 Millionen Dollar deutet einen gewissen Wert an ...

Aber warum verkauft Fuld das ganze für alberne 100 Dollar? Geld nützt ihm nichts, da von seinem Privatvermögen wohl nicht viel übrig bleiben wird, wenn die Schadensersatzklagen wegen der Lehman-Pleite gegen Fuld durch sind. An wen verkauft man in einem solchen Fall? Klar: An seine Frau.

Also das ist so dreist, dass ich mich frage, ob das nicht schon dämlich ist. Mit einem solchen Deal kann man doch eigentlich nicht durchkommen, oder?

Spiegel: Ex-Lehman-Chef verscherbelt Villa für 100 Dollar an Ehefrau

(Ich finde übrigens außer dem Spiegel keine Quellen, die die Story auch haben. Das müsste man doch in den USA auch irgendwo finden ...)

Update (12:32)

Die FTD nennt übrigens 10 Dollar, die aus den Dokumenten hervorgehen. Allerdings deutet die Steuerzahlung auf eine Summe von 100 Dollar hin. Naja, ist auch so wichtig.

Spannender: Das Insolvenzrecht in Florida nennt die FTD "großzügig" und es kann tatsächlich sein, dass das alles legal ist und Fuld (bzw. seine Frau) die Villa jetzt vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt haben. Unglaublich!

FTD: Ex-Lehman-Chef verkauft Haus für 10 $

Update (12:42)

Noch ein Link auf die Originalnachricht von der New York Times:
NYT: For $10, Fuld Sold Florida Mansion to His Wife

Die New York Times hat die Story aber auch woanders gefunden, im Gegensatz zur deutschen Presse aber sowohl die Quelle genannt, wie auch verlinkt. Und darum bemühe ich mich auch immer, daher:
Cityfile.com: Dick Fuld: Protecting the Assets That Remain!

Zahl des Tages (25.01.09): -5,5

Das wird eine spannende Zahl, die uns am Freitag präsentiert werden wird.

Aktuell schätzen die Volkswirte das Minus der US-Wirtschaft im 4. Quartal 2008 auf (annualisiert)

5,5% .

Das wäre der schlechteste Wert seit 25 Jahren und eines der schlimmsten Quartale seit dem 2. Weltkrieg.

Ich will die kommende Woche nicht schon im Voraus zu schlecht machen, aber ich befürchte, dass das nicht die einzige schlechte Zahl bleiben wird ...

Marketwatch: Economy in free fall in fourth quarter

Zahl des Tages (24.01.2009): 30.000.000.000

Wenn man erst mal verstaatlicht ist, kann man seine Finanzlöcher scheinbar ungehemmt offen legen. Nach dem Rekordverlust für das 3. Quartal (Freddie Mac mit 25,3 Mrd. Verlust in Q3/08) kommt jetzt die Ankündigung, dass Freddie Mac nochmal

30.000.000.000 (30 Milliarden) Dollar

vom Steuerzahler benötigt. Es können auch 35 Milliarden werden. Aber das ist ja dann auch nicht mehr der große Unterschied ...

Da dachte sich Chrysler wohl, dass der Zeitpunkt günstig sei und meldete auch direkt nochmal Bedarf für weitere 3 Milliarden Dollar an ...

Spiegel: Freddie Mac braucht weitere Milliarden

Tagesschau.de: Freddie Mac braucht offenbar weitere Milliarden

Marketwatch: Freddie Mac asks the government for more help

US-Bankenpleite Nr. 28: 1st Centennial Bank

Heute mal nicht als Zahl des Tages, da habe ich schon was besseres gefunden ...

US-Bankenpleite Nr. 28:

Name: 1st Centennial Bank,
Sitz: Redlands, Kalifornien,
Assets: 803 Millionen Dollar,
Käufer: First California Bank,
Schaden für die FDIC: etwa 277 Millionen Dollar.

Also mal wieder eine etwas größere Bank.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer (Platz 34). Irgendwie sieht es immer mehr danach aus, als sollte man besser einfach alle Banken auf der Liste dicht machen. Dann hätte man es wenigstens hinter sich ...

Marketwatch: California-based 1st Centennial Bank fails

Herzlichen Glückwunsch!



Auch Windows Nutzer sollten froh sein, dass es den Mac gibt. Auch wenn er oft gehasst wird, ist Windows durch den Mac doch das ein oder andere Mal sagen wir mal "inspiriert" worden. Um nicht zu sagen, dass alles, was an Windows gut ist, vom Mac geklaut wurde und alles was schlecht ist, von Microsoft kam. Wie zum Beispiel das Startmenü (wieviel besser ist das Dock?). Wie zum Beispiel die Tastaturkürzel (wieviel besser ist Apfel-Q für quit als Alt-F4 (unmerkbar)?). Wie zum Beispiel Expose im Vergleich zum Vista Windows-Blättern (ganz abgesehen von den Windows Versionen vorher, die so was gar nicht hatten. OK, OS X hat das auch noch nicht so lange ...). Etc. pp.

Besser spät als nie reagiert Microsoft und gibt Windows 7 jetzt auch ein Dock. Freut Euch drauf. Es ist besser als der alte Kram.

Zahl des Tages (23.01.2009): 4.000.000.000

Das bescheidene Sümmchen von

4.000.000.000 (4 Milliarden) Dollar

hat der Ex-Chef von Merrill Lynch an seine Mitarbeiter (und wahrscheinlich auch sich) ausgeschüttet. Angesichts des Verlusts von über 15 Mrd. Dollar, den Merrill Lynch im 4. Quartal eingefahren hat (BoA bekommt nochmal 20 Mrd.), fragt sich allerdings wohl jeder, wofür der Bonus eigentlich gezahlt wurde.

Aber als wäre das nicht schon frech und unverschämt genug: Die Bonuszahlung wurde 3 Tage vor der Übernahme durch die Bank of Amerika vorgenommen. Und die Bank of Amerika musste 2 Wochen später vom Steuerzahler (erneut) gestützt werden ...

FT.com: Merrill delivered bonuses before BofA deal

Wer einen Einblick in die Welt dieser egozentrischen, völlig abgehobenen "Elite" werfen will: Die Büroausstattung von Thain war ähm exklusiv. Und teuer. Für insgesamt etwa 1,2 Millionen Dollar, darunter

Gardinen für 28.000 Dollar.
Ein Mülleimer für 1.400 Dollar.
...

Ich wusste gar nicht, dass man so viel Geld für sowas ausgeben kann ...

FT Alphaville: He spent what?!

The Daily Beast: John Thain's $87,000 Rug

Thain ist inzwischen rausgeflogen. Aber bestimmt nicht wegen der Boni oder wegen des Büros. Das alles wäre wahrscheinlich bei nur 5 Mrd. Verlust in Ordnung gewesen ...

FT Alphaville: Behind Thain’s ousting

Update (15:18)

Lesenswert auch der Artikel von Weissgarnix: Büro zwar sehr fein, doch jetzt ohne Herrn Thain

Update (16:41)

Aus den Kommentaren ... Ist zwar über die Internetblase 2000/2001, aber man muss nur aus Millionen Milliarden machen und dann passt es schon ...

Ist politisch ziemlich unkorrekt ...



Und wenn wir schon politisch unkorrekt sind ... Den Gag am Ende nehme ich nicht vorweg, aber es geht um den Nachlass von George W. Bush und den armen Obama, der damit klar kommen muss ...

WDR 2 Kabarett: Becker und Jünemann

Update (20:07)

Ich wollte auch noch den Link nachtragen, wo ich die Story zuerst gelesen habe:

Marketwatch: B of A's bonus babies

Update (26.1.09):

Noch ein Nachtrag. Die Bank of Amerika war über die vorgezogene Bonuszahlung informiert, verweist aber darauf, dass Merrill Lynch zu diesem Zeitpunkt noch selbstständig war.

FT Alphaville: BofA had role in Merrill bonuses


Update (27.1.09)

Immerhin hat Thain eingesehen (oder zugegeben), dass 1,2 Millionen für die Neudekoration des Büros etwas viel gewesen sein könnten ....

FT Alphaville: Thain admits $1.2m office refit ‘mistake’

Qimonda ist Pleite ...

An alle Politiker, die die Lektion nicht lernen wollen: Firmen, die seit Jahren kein Geld verdienen, verdienen keine Unterstützung. Das Geld ist mit so hoher Wahrscheinlichkeit versenkt, dass man sich wundert, dass dagegen niemand auf die Straße geht ...

Infineon wollte Qimonda ausgliedern und hat nicht einmal bei Verschenken einen Interessenten gefunden. Sind die Politiker skeptisch geworden? Nöh.
Infineon wollte sich nicht wesentlich am Rettungspaket beteiligen. Sind die Politiker skeptisch geworden? Nöh.

Ich hoffe nur, dass bei Qimonda noch kein Geld geflossen ist.

Und übrigens zeigt der Fall auch, wie schnell aus "sind ja nur Bürgschaften" real verschwendetes Geld wird.

Heise: Qimonda stellt Insolvenzantrag

Alles oben Gesagte gilt auch für Opel ...

Update (10:50)

Es sieht ziemlich sicher danach aus, als wäre noch kein Geld geflossen. Dann hat man die 300 Mio. wenigstens noch für einen Sozialplan.

Tagesschau: Chiphersteller ist pleite

Schön übrigens der in der FTD zitierte Händler: "Viel tiefer könne der Kurs nicht mehr fallen". Doch Meister: Die Aktie kann heute noch 100% fallen. Genau wie gestern und genau wie vor einem Jahr. Und genau wie morgen.

FTD:Chiphersteller Qimonda insolvent

Lehman Geschädigte bekommen Geld

6,7 Milliarden Euro gehen an die Lehman Geschädigten in Deutschland. Und gezahlt wird das Geld am Ende natürlich von - na wem wohl -

Vater Staat.

Gut, die genaue Konstruktion sieht anders aus. Und zwar legt der Einlagensicherungsfonds der deutschen Privatbanken, in dem Lehman Brothers Deutschland Mitglied war, eine Anleihe in Höhe von 6,7 Milliarden Euro auf. Weil er, darauf habe ich an dieser Stelle mehrfach hingewiesen, das nötige Kleingeld für die Entschädigung schlicht nicht hat. Der Fonds wäre nach 6,7 Mrd. Ausschüttung leerer als leer. Diese Anleihe garantiert der SoFFin (also der Staat). Gekauft wird die Anleihe von den Banken, die sonst den Einlagensicherungsfonds finanzieren müssten (also nicht die Sparkassen oder Volksbanken, die jeweils eigene Sicherungssysteme haben). Der Einlagensicherungsfonds bekommt also nicht wie normal üblich Bargeld, sondern einen Kredit. Die Banken brauchen das Geld selber dringend genug.

Auch wenn die Konstruktion naiven Perma-Optimisten vortäuschen könnte, dass der Einlagensicherungsfonds liquide und handlungsfähig bleibt, bestätigt sich doch meine Meinung: Der Fonds ist ein Witz. Es ist völlig utopisch, dass er die Pleite einer mittleren Bank auffangen könnte. Und die Garantien, die der Fonds ausspricht, sind eine riesige Vera****ung.

Aus einem älteren Posting:
Die [versicherten] Summen sind bei den deutschen Banken aberwitzig hoch. Bei der Volkswagen Bank würden vier Kunden, die an die Maximalgrenze (1,1 Mrd. Euro) stoßen, ausreichen, um den Sicherungsfonds komplett zu leeren (4,6 Mrd. Volumen). Wenn er nicht durch die Pleite der deutschen Lehman Tochter (die Mitglied war) eh schon leer ist ... (Lehman Pleite schwappt nach Deutschland - 14 Mrd. Schaden?).

Wer sich einbildet, dass diese Summen auch nur irgendwas zu sagen haben, irrt sich gewaltig. Es ist ausgeschlossen, dass der Einlagensicherungsfonds auch nur eine mittlere Bank auffangen kann. Über eine Commerzbank oder ähnliche Kaliber braucht man erst gar nicht anfangen nachzudenken. Da ist jedes "Ihr Geld ist sicher, weil es ist versichert" wie im FAZ-Artikel mehr Volksverdummung als Information. Die Summen sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind.
Wie viel ist durch den Einlagensicherungsfonds sicher?

Jetzt haben wir die Pleite einer mittleren, eigentlich sogar kleineren Bank und schon ist der Fonds wie vorhergesagt leer.

Wer sich wundert, warum "nur" 6,x Mrd. Schaden entstanden sind: Lehman war zwar riesig, aber nur die deutsche Niederlassung konnte Mitglied im deutschen Sicherungsfonds werden und Lehman hatte in Deutschland nur wenige Kunden.

Der (mögliche) Skandal an der Geschichte:
Was den Fall pikant macht: Lehman soll unter Hinweis auf die großzügige Versicherung (es sind 285 Millionen *pro Konto* abgesichert) aktiv Konten in Deutschland angelegt haben und Geld aus dem Ausland hierhin geschoben haben. Wahrscheinlich damit die Kunden das Geld nicht abziehen. Alles nur Gerüchte, aber ziemlich plausible ...
Lehman Pleite schwappt nach Deutschland - 14 Mrd. Schaden?

Wir entschädigen jetzt also (zumindest zum Teil) Ausländer, die zwar irgendwie Angst vor einer Lehman Pleite hatten, das Geld aber nicht abgezogen, sondern nach Lehman Brothers Deutschland verschoben haben.

Toll!

Und die deutschen Privatanleger, die die Zertifikate gekauft haben (teilweise nicht einmal unter dem Namen Lehman, sondern unter dem Label ihrer Sparkasse), gehen leer aus.

Toll!

FTD: Staat haftet für deutsche Lehman-Kunden

Zahl des Tages (22.01.09): -16,9%

Das nenn ich mal 'ne richtige Rezession ...

-16,9%

betrug das Wirtschaftswachstum in Singapur im 4. Quartal 2008. Und da regen wir uns über -2% auf ...

FT Alphaville: Singapore’s ‘worst ever’ recession

Hart auch, in welcher Geschwindigkeit die Offiziellen die Schätzung überarbeitet haben ... Von November bis Januar von +2% auf -5% für's Gesamtjahr ...

Infectious Greed: Singapore: Things are Good^H^H^H^HWeak^H^H^H^HAwful

Pigs: Heute Portugal

Standard & Poors hat heute Portugal von AA- auf A+ herabgestuft.

Der Euro leidet. Ich bleibe bei meiner ziemlich konträren Meinung, dass die Zinsunterschiede nicht schlimm sind. Und im Gegenteil sogar für MEHR Stabilität im Euro sorgen kann.
Mehr dazu hier: Der Euro schlackert (und warum das vielleicht gar nicht schlimm ist)


FTD: S&P stuft Portugal herab

Große Blasen - Kleine Blasen

So ist das beim Platzen einer Blase: Erst ist sie groß und nachher klein. Vorher große Marktkapitalisierung (blau), nachher kleine Marktkapitalisierung (grün):




Ich habe gestern schonmal auf die extrem gesunkenen Marktkapitalisierungen der Banken hingewiesen. Keine einzige Bank mehr unter den nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen der Welt (Banksektor zu verschenken ...).

Daher passt heute die Grafik von JP Morgan sehr schön, die die Marktkapitalisierung der Banken aus dem Sommer 2007 mit dem aktuellen Stand vergleicht. Das ist erinnert zwar irgendwie Katastrophentourismus, ist aber einfach zu faszinierend, um es nicht zu bringen ...

Etwas schade ist es, dass die Banken, die inzwischen nicht mehr dabei - sprich Pleite - sind, fehlen. Und schön wäre es auch gewesen, wenn die inzwischen zusammengelegten Banken mit der ursprünglichen Marktkapitalisierung *beider* Banken eingegangen wäre. In JP Morgan steckt ja z.B. Bear Stearns noch drin. Aber auch so eine spannende Grafik!

Update (15:25)

Quelle vergessen: FT Alphaville: Bank chart du jour

Update (23:13)

Man with a tape recorder up his brother's nose merkt in den Kommentaren an, dass die Größe umgerechnet in den Durchmesser nicht richtig ist. Dadurch wird die Fläche zu klein und die Schrumpfung wird dadurch visuell übertrieben. Ich hab's nicht nachgemessen ...

Update (22.1.09)

Es gibt jetzt eine normalisierte Version der Grafik. Der Fehler ist also aufgefallen.



FT Alphaville: Bank picture du jour - redux

gefunden über Weissgarnix.de: Blaue Riesen, grüne Zwerge

Update (14:30)

Für alle, die es lieber in Zahlen haben möchten, hat sich hedgie die Mühe gemacht und daraus eine Tabelle gebastelt. Dabei auch noch der Quotient, also wie viel ist übrig geblieben ... Danach hat hedgie auch sortiert, quasi die Top of the Flops.


Vorher Jetzt Quotient
RBS 120 4,6 0,038 (entspricht - 96,2%!)
Citigroup 255 19 0,075
Barclays 91 7,4 0,081
DeutscheBank 76 10,3 0,136
CreditAgricole 67 17 0,254
Unicredit 93 26 0,280
BNPParibas 108 32,5 0,301
UBS 116 35 0,302
SocieteGenerale 80 26 0,325
MorganStanley 49 16 0,327
GoldmanSachs 100 35 0,350
CreditSuisse 75 27 0,360
HSBC 215 97 0,451
JPMorgan 165 85 0,515
Santander 116 64 0,552

20.1.09: The End of an Error

Nochmal ein kurzer Überblick zu Obamas Beginn und Bushs Ende. Ich schreibe nur noch mal, um mir selber klarzumachen, dass es auch wirklich vorbei ist mit George Dabbelju. Endlich.

Schönstes Wortspiel zum Schluss:

boingboing: Bing, Bong, the Bush is Gone / 1-20-09: END OF AN ERROR.

Übrigens geht George W. als erster Präsident in die Geschichte ein, der ZWEI Rezessionen in seiner Amtszeit "geschafft" hat ...

Dann noch: Sehr schöne Satellitenfotos aus Washington DC. Schon lustig, wie sich die Menschentrauben vor den Leinwänden knubbeln ...

Techcrunch: A Bird’s Eye View Of The Inauguration (First Satellite Image)

Und dann noch die ganze Zeremonie nachgestellt etwas anders ...

The Obama Inauguration Lego Style

gefunden über Anke Gröner und Rivva

Zahl des Tages (21.1.09): 3.600.000.000.000

Es ist mal wieder Doom-Schätzungszeit ...

Spot an und auf: Nouriel Roubini.

Mit seinen 2 Billionen Gesamtschaden für die USA hat er sich schon recht früh weit aus dem Fenster gelehnt, aber jetzt legt er nach ...

3.600.000.000.000 (3,6 Billionen) Dollar

soll nach seiner neuesten Schätzung der Gesamtschaden der Finanzkrise betragen. Damit hätten wir aktuell nicht einmal die Hälfte der Verluste gesehen. Und wir hätten ein komplett insolventes Finanzsystem, denn für so hohe Verluste hat das Bankensystem nicht ausreichend Eigenkapital. Damit sind wir dann irgendwie wieder bei "Verstaatlichung" ...

FT Alphaville: Roubini: Not even halfway there

Die Geschichte der Schätzungen:
8.4.2008, IWF: Wer bietet mehr? Der IWF bietet 1 Billionen Dollar.
7.7.2008, Bridgewater Associates: Wer bietet mehr? Folge vom 7.7.08 ...
2.8.2008: Nouriel Roubini: 2 Billionen Dollar Verluste durch die Kreditkrise
7.10.2008, IWF: 945 1400 Mrd. Dollar Schaden
28.10.2008: Bank of England: Notenbank erwartet 2,8 Billionen Dollar Verlust

21.1.2009: Nouriel Roubini: 3,6 Billionen Dollar

Update (23:23)

Noch weitere Details:

Marketwatch: U.S. loan losses, write-downs to reach $3.6 trillion

Update (29.1.09)

Noch ein Hinweis auf ein Interview mit Roubini in der FAZ:

FAZ: „Kreditausfälle von mehr als 3 Billionen Dollar“

GBP hat fertig

Jim Rogers (muss ich den vorstellen) hat den Great Britain Peso für "fertig" erklärt. Ende aus. Geld abziehen. Gold kaufen.

“It’s finished. I hate to say it, but I would not put any money in the UK"

FT Alphaville: Rogers: ‘The UK is finished’

Zum Thema auch:

Ihr könnt ruhig schlafen ...

... die HRE hat noch einmal Garantien in Höhe von 12 Milliarden Euro aus dem SoFFin bekommen. Solltet ihr also Geld an die HypoRealEstate geliehen haben, könnt ihr wieder ein wenig ruhiger schlafen ;-)

Die Garantien belaufen sich jetzt auf 42 Milliarden. Und es wird noch mehr werden ...

Ich bleibe stur: Keine Bank in Deutschland schreit so sehr nach Verstaatlichung wie die HRE.

Tagesschau: Neue Milliardengarantien für Hypo Real Estate

Endlich mal was Positives ...

... gestern war der Tag des Jahres, an dem die Menschen im Durchschnitt am unglücklichsten sind ... Der dritte Montag im Jahr. Und wir haben ihn hinter uns ...

Im Januar kommt alles zusammen: Keine großen Events, kein besonderes Einkommen, kurze Tage, schlechtes Wetter, die Kreditkartenabrechnung von den Weihnachtseinkäufen, ... Und Montag ist eh blöde ...

It figures: Today is year's worst day

Still waaaaayyyy to go ...

Wenn man einen gaaaaanz langfristigen Chart des S&P 500 nimmt, darein einen Trend zeichnet und den Abstand der gaaaaanz langfristigen Tiefs von diesem Trend anschaut, dann hat der S&P 500 noch eine ganze Menge Luft nach unten ... ne ganze Menge ... Der S&P 500 ist nämlich gerade erst auf diesem Trend angekommen.

The Big Picture: S&P Regression to Trend

Zahl des Tages (20.01.09): 300

Auf

300

Basispunkte sind heute die Kosten für CDS auf Anleihen von Irland explodiert. Das ist der höchste Wert, der je für Kreditausfallversicherungen auf die Anleihen eines Mitglieds der Eurozone bezahlt werden musste. 300 Basispunkte entsprechen einem Zinsvorteil von 3%. Rentiert eine (angenommen risikofreie) deutsche Bundesanleihe mit 4%, müsste nach den CDS Kosten die irische Anleihe mindestens 7% bringen (wobei das nicht stimmt, denn der CDS auf Bundesanleihen kostet auch was, aber ehe so in der Ecke von 60 oder 70 Basispunkten. So gerechnet sollten irische Anleihen also 2,3 bis 2,4% mehr Rendite abwerfen).

FT Alphaville: CDS update: What Obama bounce?

Banksektor zu verschenken ...

... OK, nur fast. Aber die Marktkapitalisierungen der Banken in Irland rasen unaufhaltsam auf die Null zu.

Nach den Verlusten von gestern und heute kann man für weniger als eine schlappe Milliarde Euro das gesamte Bankensystem Irlands kaufen.

FAZ: Irische Banken vor Verstaatlichung

Interssant auch: FT Alphaville: Ireland needs help (große Teile davon waren hier aber schon direkt verlinkt)

Und in Großbritannien sieht's auch nicht besser aus.

Die Royal Bank of Scotland hat gestern 3/4 ihres Börsenwerts eingebüßt. Eine Erholung blieb heute aus. Nach dem Verlust von mindestens 20 Milliarden Pfund stufte die Ratingagentur Moody's die Schulden der RBS herab. Diese notieren jetzt durchschnittlich 4 Stufen unterhalb der Topnote, gelten damit, angesichts des Börsenkurses etwas überraschend, aber noch als gute Investmentqualität.

Die beiden großen britischen Banken HSBC und Barclays, die noch keine staatliche Unterstützung bekommen haben, halten sich aber weiterhin vergleichsweise gut. Wobei das bei Barclays auch nur heisst, dass die Verluste am Montag im Rahmen blieben. In den letzten 5 Handelstagen hat sich die Aktie trotzdem halbiert. Der weisse Rabe, bleibt die HSBC, die nur etwas über 20% verloren hat. Und das obwohl Morgan Stanley gestern einen Kapitalbedarf von 30 Milliarden Dollar bei der HSBC ausgemacht hat.

Reuters: HSBC may need $30 billion: Morgan Stanley

Wie sehr der ehemals so profitable Bankensektor unter Druck gekommen ist, sieht man sehr gut im Vergleich zu anderen Branchen. Die beiden nach Marktkapitalisierung wertvollsten Banken der Welt, HSBC und JP MorganChase sind zusammen in etwa so viel wert wie ein bekannter Hersteller von brauner, koffeinhaltiger Brause ...

Und wenn ich es richtig überschlagen habe, ist unter den 30 nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen der Welt KEINE EINZIGE Bank mehr. Selbst Google ist immer noch mehr wert, obwohl sich die Aktien mehr als halbiert hat. IBM doppelt so viel wert. Und diese Liste könnte man schier endlos fortsetzen.

An meine Leser: Gibt es eigentlich noch eine Bank (außer den Bundesbank ;-) ), die mit AAA bewertet wird?

FTD: HSBC und Barclays unter Beschuss

Update (21.1.09)

Ray hat mir aus seinem System eine Liste der Ratings von Moody's gezogen. Er hat folgende Banken gefunden:

- Caisse des Depots et Consignations
- KfW: Kreditanstalt für Wiederaufbau
- LfA Förderbank Bayern
- L-Bank: Landeskreditbank Baden-Württemberg -Förderbank-
- Landwirtschaftliche Rentenbank
- Rabobank Niederlande
- The Toronto-Dominion Bank

(Update: Ray hat noch eine Bank nachgeliefert: Royal Bank of Canada)

So wahnsinnig viele, nicht-staatliche Banken sind nicht dabei ... In Deutschland keine einzige.

Update 2 (21.1.09):

Ray hat mir nochmal ein Update geschickt und weist darauf hin, dass er eine Bank vergessen hat (ist oben ergänzt), dass der Stand vom 12.1.09 ist und dass das jeweils das beste Rating der Bank ist. Da es jeweils mehrere Ratings gibt (u.a. kurzfristig, langfristig, für Finanzstärke, für besicherte und unbesicherte Anleihen, etc), können die anderen Ratings durchaus anders aussehen. Soooo wahnsinnig wichtig sind diese Details im Moment eh nicht. Wenn man sieht, dass Irland etwa 2,5% mehr Zinsen zahlen muss, obwohl das Rating offiziell (noch) bei AAA steht, hinken die Ratings aktuell eh dem Markt hinterher. Entscheidend ist nur, dass das Triple A vom Aussterben bedroht ist. Und das ist keinesfalls eine Entwicklung der letzten 12 Monate, siehe mein Posting vom Januar 2007(!): Die Kreditprobleme in der USA werden immer schlimmer)

Fiat bekommt Geschenke ...

... 35% an Chrysler für nichts. Fiat macht nicht mehr als Chrysler den Zugriff auf die Technologie von Fiat zu erlauben. Ohne Fiat was zu wollen, muss man sich doch fragen, wie verzweifelt Chrysler sein muss, um dafür mehr als Drittel der Firma zu verschenken. Immerhin hat der Konkurrent General Motors vor ein paar Jahren seine angestrebte Übernahme von Fiat abgesagt und Fiat dafür einen Haufen Geld gegeben (ohne das es Fiat wahrscheinlich nicht mehr gäbe). Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Geld zu bezahlen, damit man eine Firma nicht übernimmt, besser nicht übernehmen muss!

Die Hoffnung der Börse, dass auch Daimler damit seinen Chrysler Anteil endlich verkaufen kann, halte ich für arg optimistisch. Daimler kann froh sein, wenn Fiat den Anteil geschenkt annimmt.

Die Börsianer beurteilen den Deal trotzdem positiv. Daimler steigt leicht, Fiat sogar mehr als 5%. Aber ich halte den Merger für einen programmierten Flop. Das einzig Gute aus Sicht von Fiat ist der nun mögliche Zugriff auf das US-Rettungspaket.

FTD: Fiat steigt bei Chrysler ein
FT Alphaville: Fiat poised to take Chrysler stake
Marketwatch: Fiat to get 35% stake in Chrysler for no cash

Übrigens ist mit dem Merger auch der IMHO einzige sinnvolle Partner in Europa für Opel nämlich Fiat weg. Opel wird ohne GM auch keine Chance haben, weil Opel zu klein ist. Und innerhalb von GM kann es in Europa eigentlich auch keine Staatshilfen geben, weil das Geld immer droht nach Amerika abzufließen.

Update (16:38)

Christoph Ruhkamp von der FAZ ist auch skeptisch:

Fiats Verzweiflungstat

Ralf König erzählt das alte Testament ...

... in der FAZ, die immer für eine Überraschung gut ist. Denn wenn ich einen Comiczeichner nicht in der FAZ erwartet hätte, wäre es sicher Ralf König gewesen. Und DonAlfonso von Rebellmarkt ist ebenfalls einer der Blogger, die ich eher nicht in der FAZ erwartet hätte.

Genug geredet, hier der Link auf die Geschichte(n) ...

FAZ: Ralf Königs „Archetyp”


Viel Spaß!

Zahl des Tages (19.01.09): 0

Von einem der gehypten Länder, die zum marketingwirksamen Kürzel BRIC verkürzt wurden, zu einem gefallenen Engel. Vom Wachstumswunder zurück auf

0 (Null).

Das ist das Wachstum, das in 2009 für Russland erwartet wird. OK, es werden 0-2% Wachstum erwartet. Abhängig ist das mehr oder weniger ausschließlich vom Ölpreis.
Die Inflation steigt wegen des schwachen Rubels wieder an und wird auf 13% geschätzt. Der Staatshaushalt wird wieder ein Defizit produzieren.

Mir erschien Russland schon immer ein Optionsschein auf den Ölpreis zu sein. Da lag ich wohl ganz richtig. Allerdings bin ich nicht wirklich skeptisch, was den Ölpreis angeht. Die KGVs sind in Russland auf jeden Fall lächerlich niedrig.

FTD: Moskau fürchtet Nullwachstum

Royal Bank of Scotland nimmt in einem Jahr 20 Milliarden Pfund ab ...

und schnallt den Gürtel enger ...

(Überschrift Nr. 2 aus dem Projekt "Bescheuerte Überschriften". Das Copyright dafür liegt bei "Man with a tape recorder up his brother's nose" aus einem Kommentar zu Hasta la vista, SpAAAnien. Keine Angst, die Serie wird wohl nicht viel länger ... Eigentlich war dieses Posting schon als "Zahl des Tages" in der Planung ...)

Aber zum Thema:

Die Royal Bank of Scotland, die hier schon einige an der Reihe war, hat heute neue Horrorzahlen bekannt gegeben. Bis zu 28 Milliarden Pfund (gut 30 Milliarden Euro) Verlust werden für das vierte Quartal erwartet. Etwa 7 bis 8 Milliarden Pfund kommen aus dem alten Geschäft der RBS, 15 bis 20 Milliarden aus Abschreibungen auf die übernommene ABN Amro. Das ist der größte Verlust, den je eine britische Firma gemacht hat.

Im Rahmen eines zweiten Rettungspakets erhöht der britische Staat für weitere 5 Milliarden Pfund die Beteiligung an der RBS von 58 auf 70%.

Spiegel: Royal Bank of Scotland verbucht Rekordverlust
FTD: Royal Bank of Scotland verliert 20 Milliarden

Und zu den weiteren Details des britischen Rettungspakets 2.0 schreibe ich (vielleicht) heute Abend noch etwas mehr. Für Eilige:

FTD: London sichert Banken gegen Verluste ab

Hasta la vista, SpAAAnien

OK, gequälte Überschrift, aber leider kann man bei Blogger keine durchgestrichenen Buchstaben
in die Überschrift schrieben. Sonst hätte ich

Hasta la vista SpAAAnien

geschrieben. OK, auch nicht viel besser, aber meine Überschriften sind sonst eh zu langweilig. Ab und zu muss ich damit mal etwas rumspielen ...

Aber zum Thema: Treue Leser werden es sich schon gedacht haben, es geht mal wieder um die Schweine, die PIGS, genaur um das S, Spanien. Dort hat Standard & Poors seine Warnung von Anfang letzter Woche wahr gemacht und Spanien das Toprating AAA entzogen. Da ich über die Gründe bereits letzte Woche alles Wichtige geschrieben habe, verweise ich nur auf diesen Artikel:

Spanien vor Herabstufung durch S&P

Jetzt warte ich gespannt auf "Bye Bye IrelAAAnd" (oder Slan slan) und : "Arrivederci, ItAAAlien" ... Beide Länder sind allerdings noch nicht mit einem negativen Ausblick versehen. Warum auch immer ...

Update (14:26)

Quelle vergessen:
Reuters: REFILE-Euro tumbles after Spain's long-term rating cut

Update (16:10)

Bloomberg: Spain’s Debt Downgraded by S&P as Slump Swells Budget (Update2)

Darin eine interessante Notiz: Die spanische Staatsverschuldung ist gemessen am BIP deutlich niedriger als die deutsche. Ende 2007 war sie nur etwa halb so hoch. Die Spanier machen aber Riesensätze "nach vorne". Allein in 2008 betrug das Haushaltsdefizit ungefähr 10%(!), also mehr als Dreifache was nach Maastricht erlaubt ist ...

Update (20:07)

Noch 'ne deutschsprachige Quelle:
FTD: Spaniens Kreditwürdigkeit herabgestuft

Update (22:51)

Noch ein Kontrapunkt: die Ratingagentur Fitch hat das Top-Rating für Spanien bestätigt. Hauptgrund ist die oben schon genannte gute Ausgangslage mit der aktuell noch niedrigen Verschuldung.

FT Alphaville: Fitch’s contrario call on Spain

8 Jahre George W. Bush in 8 Minuten

Ich verspreche mir zwar nicht so viel von Obama wie manch anderer. Aber ich kann mir beim beste Willen nicht vorstellen, dass man nach 4 (oder 8) Jahren Obama eine ähnlich deströse Bilanz ziehen wird. Denn so viel Lüge und Betrug gemischt mit Unfähigkeit kann es nicht noch einmal geben.

Die Wasserlandung auf dem Hudson im Video

Kann ich nicht weglassen, ist einfach zu faszinierend ...

Die ersten 1,5 Minuten kann man sich klemmen. Aber dann kommt die Landung. Man kann auch sehen wie schnell die Passagiere auf den Flügeln sind und wie schnell die Fähren da sind (nach 7 Minuten schon drei Fähren).



Update (20:55)

gefunden hier:

Kottke.org: Video footage of Hudson River plane crash

Update (20:58)

"am Hudson" durch "auf dem Hudson" ersetzt. Ist irgendwie genauer.

Zahl des Tages (18.1.09): 27

US-Bankenpleite Nr. 26:

Name: Bank of Clark County,
Sitz: Vancouver, Washington,
Assets: 446 Millionen Dollar,
Käufer: Umpqua Bank
Schaden für die FDIC: noch unbekannt.

US-Bankenpleite Nr. 27:

Name: National Commerce Bank,
Sitz: Berkely Illinois,
Assets: 430 Millionen Dollar,
Käufer: Republic Bank of Chicago
Schaden für die FDIC: etwa 97 Millionen.

War überraschend ruhig an dieser Front. Die letzte Pleite war vor 5 Wochen (Zahl des Tages (13.12.2008): 25)

Und mal wieder: Die National Bank of Commerce ist auf Platz 4 der Todesliste Nr.2. Die Bank of Clark County finde ich allerdings nicht.

Marketwatch: FDIC, regulators shut down two banks

300 Mrd. Giftmüll in den Bankbilanzen allein in Deutschland?

Das zumindest meldet der Spiegel, der sich auf eine Umfrage der BaFin beruft. Die BaFin soll alle große Geschäfts- und Landesbanken befragt haben. Nur ein Viertel davon sei bereits abgeschrieben, der Rest stehe noch zu den inzwischen völlig utopischen Anschaffungspreisen in den Büchern.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, nennt der Spiegel noch eine höhere Zahl:

"Das Finanzministerium selbst geht davon aus, dass der gesamte deutsche Bankensektor Risikopapiere mit einer Summe von bis zu einer Billion Euro in den Büchern führt."

Ob diese Billion jetzt entsteht, weil sich diese Summe auf den gesamten Finanzsektor (z.B. auch inkl. Sparkassen oder auch Versicherungen) bezieht oder weil da noch andere Papiere eingerechnet wurden, bleibt leider unklar. Natürlich auch, was das genau für Papiere sein sollen.

Aber trotzdem fällt mir bei der Summe nur noch eins ein:

Uiuiuii ...

Spiegel: Deutsche Banken sitzen auf Giftpapieren in Milliardenhöhe

Update (18:55)

Die FTD hat auch einen Bericht dazu. Interessant darin die Meinung von Finanzminister Steinbrück, der eine Bad Bank für politisch nicht vorstellbar hält. Ich möchte nur kurz anmerken, dass "nicht vorstellbar" in diesen Zeiten exakt nichts bedeutet (und damit noch einen Ticken weniger als Politikeraussagen eh schon in Normalzeiten ...)

FTD: Banken sitzen auf 300-Milliarden-Müll

Zahl des Tages (17.01.09): 100.000.000.000.000

Also so eine richtige Hyperinflation hat ja für Schreiberlinge mit einer Rubrik "Zahl des Tages" alle paar Tage eine neue Nachricht. Nachdem die alte Nachricht noch keine ganze Woche alt ist (Zahl des Tages (11.01.09): 50.000.000.000) nun schon wieder ein Update.

Eine neue

100.000.000.000.000
(100 Billionen)

Simbabwe-Dollar Note auflegen musste jetzt die Notenbank von Simbabwe, damit es noch eine Banknote gibt, mit der man auch ein ganzes Brot kaufen kann ;-) Zumindest dann, wenn der Druck beendet ist ...

Spiegel: Simbabwe druckt 100-Billionen-Schein

Update (17.01.09)

Boah, ist das schlecht. Nach dem Check von zwei weiteren Quellen habe ich mich direkt um 6 Nullen vertan. Zimbabwe schiebt also nicht eine 100 Milliarden Note der 50 Milliarden Note von letzter Woche nach, sondern geht direkt an die Nullen dahinter. Es geht also wirklich wie im Spiegel beschrieben um Billionen. Ist jetzt alles korrigiert.

Um diesen peinlichen Fehler noch einen kleines Highlight hinterherzuschieben:

Ein Link auf die Website der Reserve Bank of Zimbabwe. Darin auch dauernd aktualisiert der Wechselkurs zum Dollar (Interbank Exchange Rate: ZWD 13.856.763,00 per US$1), der Übernacht-Zins (10.000%) und in diesem Zusammenhang schier unglaubliches wie ein Zins für die 90-Tages-Anleihen von 66%. Welchen Sinn macht denn dieser Zins, denn diese Entwertung dürfte das Geld an einem Tag hinlegen ... Die Inflationsrate auf Monats(!)Basis beträgt 2.600%, auf Jahresbasis 231.150.888%. Wobei die Daten vom Juli 2008 sind ...

Zahl des Tages (16.01.09): 5.000

Mal nichts, was direkt mit der Börse zu tun hat ...

Dienstag wird ja bekanntlich der Messias äh Obama zum neuen US-Präsidenten gemacht. Dazu werden 2 Millionen Besucher erwartet, für die

5000 (fünftausend)

Dixi-Klos bereitgestellt werden.

Weil das nach der normalen Faustregel nicht für 2 Millionen Besucher ausreicht, empfehle ich einen Anruf in Bochum. Die haben seit gestern welche übrig ...

FTD: Obama verursacht Dixi-Klo-Rekord

Lange keine Musik mehr gebracht ...

Fiel mir wieder ein, als ich die Nachricht von den 15 Monaten Knast gelesen habe. Definitiv ein Song, der "den Test der Zeit" überstanden hat ...

Netzeitung: 15 Monate Haft für Boy George

Citigroup mit 8,3 Mrd. $ Verlust

Man muss es eigentlich nicht mehr erwähnen ... Aber sicherheitshalber trotzdem: Es ist nicht der Verlust für's Gesamtjahr, sondern nur für das 4. Quartal.

Dass die Citigroup schon erfahren in diesem Reigen von schlechten Zahlen ist, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr. Da ist der Verlust nämlich tatsächlich gesunken.

Von 9,83 Milliarden (oder 1,99 pro Aktie) sank der Verlust auf 8,3 Mrd. (oder 1,72 Dollar je Aktie).

Gleichzeitig gab die Citigroup eine Reorganisation bekannt und will sich in zwei Teile spalten. In der Citicorp soll das globale Bankgeschäft aufgehängt werden, der Rest soll in die Citi-Holding. Was das nützen soll ...

Marketwatch: Citigroup posts $8.3 billion loss, will split up company

Ango Irish Bank wird verstaatlicht

Da hat auch die Kapitalzufuhr (Zahl des Tages (22.12.08): 5.500.000.000) nichts mehr genutzt. Und wie am Titel erkennen kann, ist das noch nicht wirklich lange her ...
Damit ist eine der drei großen irischen Banken trotz Staatgarantie (Irland gibt Staatsgarantie für ALLE Einlagen bei irischen Banken) und zwischenzeitlicher Kapitalzufuhr gescheitert. Das ist dann schon überraschend ...

Der Aktienkurs von 21 Cent deutete schon an, dass bei Anglo Irish Bank nicht alles so ganz in Ordnung ist ...

Marketwatch: Anglo Irish Bank to be nationalized

Update (10:10)
Die FAZ hat's auch: FAZ: Irland verstaatlicht erste Bank

Update (11:42)

Eine kleine Korrektur: Die Anglo Irish Bank wird jetzt verstaatlicht, aber nicht nachdem die Kapitalerhöhung durchgeführt wurde, sondern als Ersatz der Kapitalerhöhung. Die Kapitalerhöhung um 1,5 Mrd. gegen 75% ist also durch die Komplettverstaatlichung ersetzt worden.

BoA bekommt nochmal 20 Mrd.

Hmm. Die Bank of Amerika hat nochmal 20 Mrd. aus dem Notfallfonds nehmen müssen. Grund dafür sind neue Verluste in Höhe von bis zu 10 Mrd. Dollar, die in der erst kürzlich gekauften Tochter Merrill Lynch entstanden sind. Außerdem soll eine Art Bad Bank gegründet werden, in die bis zu 120 Mrd. Dollar Assets eingebracht werden können. Wie bei der Citigroup (Mega-Bail-Out für die Citigroup!) soll die Bank of Amerika für den ersten Teil der Verluste haften, die Fed für den Rest. Die Details stehen aber noch nicht fest, bzw. sind noch nicht bekannt.

Das Muster der Übernahme ist bekannt. (Angeblich) gesunde Bank kauft ziemlich kranke Bank. Dann gibt es Megaverluste und am Ende muss der Staat den Deal finanzieren. Dieses Muster gab es auch in Japan in der 15-jährigen Deflation.

Dass die Verluste immer bei der übernommenen Firma entstehen, wirkt nicht nur durch die Häufung wie eine billige Ausrede. Auch wenn man schaut, wie in diesem konkreten Fall die Verluste entstanden sind, erscheinen die Aussagen nicht wirklich plausibel. Die Verluste sind nämlich angeblich erst nach dem 5. Dezember entstanden. Am 5. Dezember haben die Aktionäre der Übernahme zugestimmt. Seit diesem Zeitpunkt hätten sich die Märkte deutlich verschlechtert.
Aber welche Märkte? Die Aktienmärkte nicht. Die Risikoaufschläge sind gesunken. Der Ted-Spread und der LIBOR-OIS Spread sind gesunken, etc. Wenn man in den 6 Wochen etwas feststellen konnte, ist es eigentlich das Gegenteil: Die Märkte haben sich beruhigt und stabilisiert. Wieso jetzt gerade Merrill Lynch damit Probleme hatte, keine Ahnung.

Die Kursverluste bei der Bank of Amerika sind inzwischen so groß, dass die neue BankOfAmerikaMerrillLynch an der Börse weniger wert ist als es Merrill Lynch vor dem Deal war.
Es ist zwar bekannt, dass die meisten Fusionen schief gehen. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit in diesem Fall sind trotzdem außergewöhnlich ...

WSJ: BofA's Latest Hit

Update (11:20)

Noch ein deutschsprachiger Link zum Thema

FTD: Bank of America verschluckt sich an Merrill

Update (13:02)

Merrill Lynch hat über 15 Mrd. Verlust im 4. Quartal "erwirtschaftet". Auch die Bank of Amerika hat (ohne Merrill Lynch) schon 1,8 Mrd. Dollar Verlust eingefahren.

Marketwatch: Quarterly losses: $1.8 bln for B. of A., $15 bln for Merrill

Die Garantien gelten für 118 Mrd. Assets. Die Bedingungen konnte ich noch nicht finden.

Update (13:07)

Jetzt habe ich die Bedingungen:

Die ersten 10 Mrd. Verluste gehen auf das Konto der BoA. Die nächsten 10 Milliarden auf das Konto der Fed. Alles über 20 Mrd. geht zu 90% an den Staat und zu 10% an BoA.

Marketwatch: Government giving $20 billion to Bank of America

Hat Megabetrüger Madoff NIE einen einzigen Trade gemacht?

Das ganze war vom ersten Tag an reiner Beschiss? 10 Jahre lang? Und niemand hat's gemerkt?

Unglaublich! Wirklich unglaublich!

OK, das ist noch nicht Fakt. Fakt ist aber, dass bis zum heutigen Tag keine Aufzeichnungen über irgendwelche Trades gefunden wurden. Über seine eigene Brokerfirma hat Madoff auf jeden Fall nicht getradet. Und bei allen anderen, wo man nachgeschaut hat, auch nicht. Es mag Trades geben, gefunden hat die aber bisher noch niemand ...

Boston.com: Madoff might not have made any trades

Mac Mini mit Atom Prozessor?

Nee, das kann Apple nicht ernst meinen. Das ist einfach zu lahm und zu weit unter dem iMac.

Das gerüchteweise kommende kleine Board mit einfacher CPU und nVidia Grafik/Chipsatz passt viel besser zu Apple TV. An der Kiste verdient Apple bei 229 Dollar in den USA nämlich kein Geld. Und das ist etwas, was Apple nicht mag.

Nein, IMHO wird Apple den Mini bei 2-Kernen lassen und den iMac auf 4-Kern upgraden. Dann hat man genügend Unterscheidung zwischen den Produktlinien. Aber den Mini unter das heutige Niveau zu ziehen, macht wenig Sinn.

Techcrunch: New Mac Minis to use NVIDIA’s Ion platform

Update (16.1.09)

Toms Hardware, wo die Story ursprünglich auftauchte, hat den Artikel aktualisiert. Sie haben eingesehen, dass das Apple TV wohl die passendere Spekulation in diesem Zusammenhang ist. Obwohl der nVidia-Partner betont, dass es sich am den Atom für den Mini handeln soll ...

Tom's Hardware: UPDATE: Apple Mac Mini Based on Nvidia Ion

Mal wieder Volker Pispers ... Ein bisschen Spaß muss sein

Immer wieder gut der Pispers und Themen liefert die Finanzkrise ja genug ...

WDR2 Kabarett: Volker Pispers

Die Bäume wachsen nicht mehr in den Himmel ...

... und die Häuser in Dubai auch nicht mehr ...

Ich habe das erst falsch verstanden und dachte, der Bau des Burj Dubai würde unterbrochen. Es handelt sich aber um den noch nicht begonnenen Nakheel Tower. Das ist der Turm, der über 1000 Meter hoch werden sollte.

Tja, wenn der Ölpreis nicht mehr zweidreistellig ist, ist es nicht mehr so einfach, solche Sachen zu finanzieren ...

Spiegel: Pläne für Megatower zurückgestellt

Update:

Es sollte natürlich dreistellig heißen, nicht zweistellig. War zu spät, um nach dem ändern aus "nur noch zweistellig" richtigerweise "nicht mehr dreistellig" zu machen ...

Fannie und Freddie werden abgewickelt!

Zumindest scheint das der Plan von Barack Obamas Berater Paul Volcker ( ja der Ex-Notenbank-Chef) zu sein. Zumindest wird die bisherige Zwitterstruktur der Firmen, die irgendwie privat sind und Aktionäre haben, aber gleichzeitig staatlich gesichert sind, als nicht sinnvoll bezeichnet.

Und in Deutschland macht man sich in die Hose, wenn der Staat 25% an einer Bank übernimmt. Wenn der Laden nichts taugt: Übernehmen und Abwickeln. Ende Aus. Das machen die Amis schon richtig. (Wobei offen bleibt, ob die wirklich so viel Mut haben).

FTD: Obama-Berater will Aus von Fannie und Freddie

FT Alphaville ist ziemlich skeptisch und hält die ganzen Vorschläge für schon kalten Kaffe (Tausendfach gehört) und so unscharf, dass man da alles oder nichts reininterpretieren kann.

FT Alphaville: The financial system is broken - but we won’t tell you how to fix it

Die Vorschläge im Original:
Framework for financial stability(PDF)

Zahl des Tages (15.1.09): 250.000

Ich bin (und bleibe wohl auch) Skeptiker von Konjunkturprogrammen, weil ich glaube, dass die nicht viel bewirken. Wenn die Politiker schon unbedingt was machen müssen, dann sollen sie das Geld wenigstens für was Sinnvolles ausgeben. Die Frage für mich ist nicht Wann oder Wieviel sondern Wofür. Aber zurück zur Zahl ...

250.000

Arbeitsplätze könnte das Konjunkturprogramm schaffen. Zumindest ist das die Schätzung des IAB (Institut für Arbeit und Beschäftigung).

Gut dann wollen wir mal rechnen ...

50.000.000.000 (50 Mrd.) kostet das Konjunkturprogramm 2. Teil. Macht 25 Milliarden pro Jahr. Geteilt durch 250.000 Arbeitsplätze macht das 100.000 Euro pro Arbeitsplatz pro Jahr.

Im Vergleich zur Bayern-West-SachsenLB oder IKB, die für ein paar Tausend Arbeitsplätze ein paar Milliarden verschlingen, mag das preiswert erscheinen. Im Vergleich zu den Steinkohle Subventionen wirkt der Bergbau ja geradezu wie eine zukunftssichere Investition.

FTD: Konjunkturpaket könnte 250.000 Jobs retten

Ähm, hatte ich schon gesagt, dass ich Konjunkturprogramme skeptisch sehe?!?

Euro-Leitzins: -0,50 auf 2%

wie erwartet einen Schritt weiter nach unten ...

EZB: 15. Januar 2009 - Geldpolitische Beschlüsse

Der Euro schlackert (und warum das vielleicht gar nicht schlimm ist)

Besser gesagt schlackert die Euro-Zone am Rand. Wie so Imperien halt sind ... Sichtbar wird der Verfall immer zuerst an den Außenposten.

Das Thema habe ich schon ein paar Mal angeschnitten und mit den letzten Warnungen von S&P nochmal aufgegriffen (piGs News: A- , S&P Warnung auch nach Portugal , Spanien vor Herabstufung durch S&P). Das Thema ist so spannend, dass ich sicherlich darüber weiter berichten werde.

In diesem Zusammenhang heute ein Hinweis auf das Blog von Willem Buiter, der gegen die übliche Meinung diskutiert und meint, dass die Ausweitung der Spreads innerhalb der Eurozone sogar gut sei. Ich würde es nicht verlinken, wenn nicht ein wirklich interessanter Denkansatz enthalten wäre.

Meine Idee formuliert Buiter zwar nicht aus, aber dafür bin ich ja da ;-) (An dieser Stelle dürftees sinnvoll sein, den Originalartikel erstmal zu lesen: Willem Buiter: Sovereign default in the eurozone and the breakup of the eurozone: Sloppy Thinking 101).

Ich habe in der Konstruktion des Euros immer ein großes Problem gesehen: Der Euro hat zwar Richtlinien (3% Obergrenze bei der Staatsverschuldung), aber bei Verletzung dieser Richtlinie gibt es keine (sinnvollen) Strafen, sei es eine Geldstrafe, sei es ein Rauswurf aus dem System. Damit sind die Richtlinien eigentlich nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben stehen.

Wenn jetzt aber die Märkte von Schuldnern wie Griechenland höhere Zinsen verlangen (und das nicht nur eine temporäre Marktverwerfung ist), hätten wir diesen Sanktionsmechanismus! Wer viele Schulden macht und unsolide wirtschaftet, muss höhere Zinsen zahlen. So wie früher auch, ob nun innerhalb der Eurozone oder außerhalb.

OK, direkt betrifft das "nur" den Staat selber, denn zumindest die großen griechischen Unternehmen (und Banken) können sich das Geld zum "normalen" europäischen Zins im Ausland besorgen, ohne auf Wechselkursrisiken Rücksicht nehmen zu müssen. Es könnte damit womöglich sogar der seltsame Fall entstehen, dass ein griechisches Unternehmen bester Qualität niedrigere Zinsen bezahlen muss als der griechische Staat (gibt es in den USA auch:Mr. Mac Donald schlägt Onkel Sam.).
Das Länderrisiko dürfte so nur teilweise auf das allgemeine griechische Zinsniveau durchschlagen. Bei einer eigenen Währung käme immer noch das Währungsrisiko oben drauf.
Kurz zusammengefasst: Die Strafe für einen unseriösen Staatshaushalt sind innerhalb der Eurozone nicht so hoch wie sie außerhalb mit einer eigenen Währung wäre. Aber die Strafe tut dort weh, wo es den Politikern am meistens schmerzt: im eigenen (Staats-)Haushalt. Und - nicht ganz unwichtig - es gibt immerhin eine Strafe, entgegen meiner ursprünglichen Auffassung.

Diese Strafe des Markts erhöht am Ende die Stabilität des Euro sogar, weil die Politiker zum Spare gezwungen werden.

Übrigens: Für eine Verlinkung hätte auch der coole Schlusssatz von Buiter schon ausgereicht: Es ist wahrscheinlicher, dass Schottland das Pfund verlässt als dass ein Land aus der Eurozone geht. (Das würde mich wirklich mal interessieren, ob das geht. Immerhin heisst die Bank of England ja England und nicht UK. Irgendwie habe ich dieses Konstrukt UK noch nicht durchschaut. Weiss da jemand mehr?)

Willem Buiter: Sovereign default in the eurozone and the breakup of the eurozone: Sloppy Thinking 101

P.S. Noch eine interessante Zahl aus dem Artikel: Die österreichischen Staatsanleihen werfen 88 Basispunkte (sprich 0,88%) pro Jahr mehr ab als die Bundesanleihen. Finde ich ziemlich viel.
Man kann es IMHO ruhig mal wiederholen: Die deutschen Staatsanleihen werden im Moment mit den niedrigsten Renditen und den niedrigsten Preisen für die CDS bedacht. Deutschland gilt aktuell also als bester Schuldner der Welt.

P.P.S. Auch Buiter findet es überraschend, dass sich beim Rating von Italien noch nichts getan hat. Aber hier liegt die Betonung wohl auf dem "noch".

NSFW(?): Wirklich coole Durex Werbung

Witzige Idee:



Bei den aktuellen Nachrichten von der Börse *muss* man sich ja mal etwas ablenken ...

boingboing: Funniest Condom Ad I've Seen All Year (for Durex, by Superfad)

piGs News: A-

Heute mal Griechenland ...

Nach den Warnungen an Spanien und Portugal (S&P Warnung auch nach Portugal,Spanien vor Herabstufung durch S&P), ist Griechenland direkt mit einer Herabstufung dabei. Von A ging es auf A-. Damit hat Griechenland den letzten Platz unter den Schweineratings für's erste gesichert ...

Reuters: S&P cuts Greek debt rating due to global crisis

Deutsche Bank hat kein Geld und kauft die Postbank

Jaja, wenn man nur gewieft genug ist, geht das ;-)

Der Deal zur Postbank-Übernahme ist jetzt neu verhandelt und durch. Die Deutsche Bank hat dabei den Bargeld-Anteil von 2,2 auf 1 Mrd. Euro reduziert.
Die ersten 22,9% an der Postbank bekommt die DeuBa jetzt im Tausch gegen eine gut 8% Beteiligung durch die Post.
Im zweiten Schritt gibt es weitere 27,4%, die über eine Zwangswandelanleihe abgewickelt werden. Fällig wird diese nach drei Jahren.
Im dritten Schritt gibt es Kaufoptionen in Höhe von 12,1% des Postbank Grundkapitals, die 3 bis 4 Jahre laufen. Insgesamt hält die Deutsche Bank dann 62,3% an der Postbank.

(Eigentlich müsste die Deutsche Bank damit auch die 30% Grenze gerissen haben und damit ein Pflichtangebot abgeben. Das muss die DeuBa aber nach Aussage in der Telefonkonferenz nicht, weil sie den Anteil aus dem ersten Schritt ja wieder verkaufen könnte ...)

Damit hat die Deutsche Bank die Bargeldbelastungen relativ weit in die Zukunft geschoben. Und der Grund ist einfach: Nach dem Rekordverlust von heute morgen (Zahl des Tages (14.1.09): 4.800.000.000) ist die Eigenkapitaldecke der Deutschen Bank EXTREM angegriffen.

Wobei etwas unklar ist, wie stark. Die DeuBa selber in der Presseinformation:

"At the same time, we continue to pursue our declared strategy of strengthening our capital base and keeping a BIS ratio (Tier 1) of about 10 percent."

10% also laut
Deutsche Bank: Deutsche Bank and Deutsche Post adjust structure of Postbank contract

In der Pressekonferenz wird aber eine Core Tier 1 Ratio von 7% genannt.

FT Alphaville dagegen zitiert einen Analysten von der RBS mit einem klaren "Verkaufen". Dieser berechnet die Tier 1 Ratio (Eigenkapital) auf nur 5,6% (nach 7,1%). Darin ist die Verbesserung des Postbank Deals, der 1,2 Mrd. Euro Tier 1 Kapital spart. Das gleicht aber nur ein Viertel des Verlustes aus. Das Tier 1 Ratio dürfte damit bei nur 6% liegen und das ist deutlich zu wenig. Im Gegenzug ergab sich Ende des dritten Quartals ein Hebel der Deutschen Bank von 34, was in etwa doppelt so hoch ist wie das der US-Konkurrenten. Die Deutsche Bank betont zwar, dass das Risiko in der Bilanz massiv reduziert wurde, eine neue Größenordnung habe ich aber noch gehört/gelesen. Die andere Frage wäre auch in wie weit die Übernahme der Postbank das Tier 1 Ratio verbessern würde (wurde in der Telefonkonferenz gefragt, aber IMHO nicht wirklich beantwortet). Allerdings wurden in der Telefonkonferenz die 7% nochmal betont. Das kann natürlich passen, wenn die Bilanz weit genug reduziert wurde.

Die Deutsche Bank betont natürlich, dass sie kein Geld des Rettungsfonds braucht, etc. Man wird sehen, ich kann mir aber nicht glauben, dass die 6% ausreichen. Irgendwas muss die Deutsche Bank machen. Das Geld wie die Commerzbank zu leihen, mag keinen Sinn machen, weil die Zinsen dafür höher sind als die, die Deutsche Bank aktuell am Kapitalmarkt zahlt, aber aber aber das kann sich SCHNELL ändern. Verdammt schnell. Mal schauen, was die CDS heute Abend oder morgen sagen.

FT Alphaville: Analysts: Sell DB

Spiegel: Ackermann stabilisiert Deutsche Bank mit riesigem Post-Aktiendeal

Boerse.ARD.de: Der blau-gelbe Deal ist perfekt

(Telefonkonferenz läuft noch, aber wahrscheinlich kommt nichts Spannendes mehr ...)

Update (15:30):

Eine Sache, die FT Alphaville auch schon hatte. Der Verlust der Deutschen Bank scheint zu sehr großen Teilen aus dem Eigenhandel zu stammen. Ein Analyst hat in der Telefonkonferenz ein "Guesstimate" von 6(!) Milliarden Euro abgegeben.

Bin Laden ist Schuld (sagt er selbst)

George W. Bush hat's bestimmt schon geahnt, aber sich nicht mehr getraut, das zu sagen. Dann muss es der Osama selber verkünden ...

Dass der Osama den Amis noch nicht einmal eine richtige Krise zutraut, zeigt nur, dass der sich mit Amerika nicht auskennt. Hollywood produziert schon seit Jahrzehnten Katastrophenfilme und die Wall Street zeigt sich sehr lernfähig ...

Spiegel: Bin Laden nennt Weltfinanzkrise ein Werk der Mudschahidin

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