Zahl des Tages (31.05.09): 10,1

Eine Zahl, auf die ich immer besonderen Wert lege und die ich immer versuche zu bringen, sind die monatlichen Zahlen zu den US-Immobilienverkäufen. Die Zahlen für die gebrauchten Immobilien hatte ich ja bereits (US-Gebrauchtimmobilienumsätze: April 09 +2,9%), die Zahl für die Neubauten möchte ich hiermit nachreichen. Die Umsätze stiegen im April um 0,3% gegenüber dem Vormonat. Da diese Zahl mit einer hohen Unsicherheit versehen ist, sagt die eigentlich sehr wenig. Spannender dabei (weil weniger stark schwankend), ist der Vergleich zum Vorjahr. Dabei errechnet sich ein (übrigens) signifikantes Minus von 34%.

Allerdings schaut man damit weit zurück in die Vergangenheit. Was wir ja wollen, ist ein Blick in die Zukunft. Und hierbei habe ich immer auf eine Zahl hingewiesen: Den Lagerbestand in Monaten. Dazu nimmt man den Umsatz des Monats und die Anzahl der zum Verkauf stehenden Häuser und errechnet daraus dieses Verhältnis. Und das hat sich *Tusch* seit Jahresbeginn deutlich verbessert. Während ich schon vor ewa eine Quartal mal Stabilisierungskennzeichen ausgemacht habe, sind diese nun nicht mehr zu übersehen. Nachdem wir am Anfang des Jahres noch Werte von über 12 Monaten hatten, sind wir inzwischen bei nur noch

10,1

Monaten angekommen.

Grund für diesen Rückgang ist nicht so sehr die steigende Nachfrage (diese hat sich zwar auf sehr niedrigen Niveau stabilisiert, ein Aufwärtstrend ist aber (noch?) nicht in Sicht), sondern viel mehr das sinkende Angebot. Nach Schätzungen stehen aktuell nur noch knapp 300.000 Häuser zum Verkauf, das sind 4,2% weniger als im März.

Pessimisten werden jetzt einwenden, dass die Leute heute womöglich so frustriert sind, dass sie erst gar nicht mehr versuchen, ihr Haus loszuwerden. Und ebenfalls wird der Skeptiker darauf hinweisen, dass ein Lagerbestand von 10 Monaten noch ganz klar auf Rezessionsniveau liegt.

Aber immerhin nimmt der vorsichtige Optimist zur Kenntnis, dass der Markt nicht durch ein steigendes Angebot (stammend aus immer mehr Foreclosures) immer weiter unter Druck gerät.

The Big Picture: New Home Sales Fall 34%
Mit schönen Grafiken: The Big Picture: New Home Sales, Permits & Starts
FT Alphaville: Sales of new homes in US climb in April, fall in March

Ebenfalls mit schönen Grafiken:
NorthernTrust: Daily Commentary: 090528 (PDF)

Die Hyporealestate braucht noch mehr Geld ...

Ok, die Überschrift hört sich wie recycelt an. Ist sie wohl auch, aber was soll man machen?!?

Der Chef der HRE Wiandt hat in einem Interview mit der FAS weiteren Kapitalbedarf angekündigt. Wie viel ist noch nicht klar, aber es wird mehr werden ...

Wiandt findet es übrigens nachvollziehbar, dass der Staat nach den ganzen Kapitalspritzen jetzt auch die Kontrolle übernehmen will. Da kann ich nur zustimmen. Ich konnte nie nachvollziehen, warum der Staat überhaupt jemals Geld ohne Gegenleistung zur Verfügung gestellt hat.

FAZ; „Wir benötigen weitere Hilfe“

Zahl des Tages (30.05.09): 26,6%

Wieder mal eine Zahl des Tages, die tendenziell eher langweilig ist, weil sie aus dem unerschöpflichen Pool der Börsendaten stammt. Trotzdem ist die Zahl spannend, weil sie nicht zu dem von den Börsianern gezeichneten Bild der Entspannung passt. Schaut man auf die Aktienkurse, schaut man auf die Anleihenkurse, schaut man auf die unterschiedliche Entwicklung der Rendite für "Hochsicherheitsanleihen" und "Risikoanleihen" gibt es nur eine Interpretation: Die Krise ist vorbei, das Risiko wird wieder gesucht. Folglich sinken die Aufschläge für Risiko wieder auf normale Niveaus.

Dazu passt eine Entwicklung aber gar nicht. Die Kurssteigerungen bei den Edelmetallen. Eigentlich hiess es vor ein paar Monaten noch, dass Gold und Silber von der Flucht in den sicheren Hafen profitieren würden. Nun traut sich das Geld scheinbar wieder auf's offene Meer zurück, nur bei Gold und Silber ist keine Verkaufsneigung zu erkennen. Im Gegenteil: Silber hatte im Mai den stärksten Kursgewinn seit 22 Jahren zu verzeichnen und legte satte

26,6%

zu. Auch Gold konnte knapp 10% zulegen und notiert mit knapp 980 Dollar je Feinunze nur noch wenige Prozent unterhalb des Höchstkurse des aktuellen Zyklus.

Allerdings ist ein ganzer Teil des letzten Anstiegs auf die erneute Schwäche des Dollars zurückzuführen. In Euro sind die Hochs bei etwa 770 Euro je Feinunze noch etwas weiter (etwa 10%) entfernt.

Und damit haben wir mit dem Dollar eigentlich direkt den zweiten Kandidaten angesprochen, der nicht ins rosarote Bild passt, das gerade gemalt wird. Denn auch im Dollar spiegeln sich die gleichen Gründe wider, die auch zu den stabilen Edelmetallkursen führen: Die Angst vor einer Schuldenspirale in den USA mit anschließender Dollarabwertung und Hyperinflation.

Auch wenn unklar ist, wie wahrscheinlich dieses Szenario ist, lässt sich doch eines festhalten: Die Deflation ist im Moment kein Thema mehr.

Marketwatch: Silver posts biggest monthly gain in 22 years; gold rallies

Zahl des Tages (29.05.09): 0,8874

Nach meinem grauenhaften Artikel zu Zensursula von gestern habe ich Schreibblockade.

Zum Glück tut mir heute die GM-Aktie *endlich* den Gefallen und wird zum Pennystock. Warum das nicht schon früher passierte, ist mir ein großes Rätsel. Aber am (wahrscheinlich) letzten Tag vor der (wahrscheinlichen) Insolvenz am Pfingstmontag (der in den USA kein Feiertag ist) werden die Anleger dann doch nervös ...

Auf

0,8874 Cent

ist die GM Aktie heute gefallen.

So long and thanks for nix, Government Motors.

Zensursula am Ende?

Update:

FAKE! Mistartikel. Es geht nicht um Zensursula. Etwas verwirrt hat mich der Artikel bei Heise, der SPD Zweifel an Zensursula brachte und dann kam die FAZ und berichtete vom Nein zum Kindeschutzgesetz. Das habe ich dann in einen Topf geworfen. Mist. Mea culpa.

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Woah. Das wäre ja mal klar unter "erster Erfolg der Internetgeneration" abzuheften. Oder gab's das schonmal?

Ich habe das Thema nur am Rande gestreift, weil ich fand, dass das Thema nicht wirklich hierher gehört. Den Meinungsforschungs/Statistik-Aspekt fand ich dann aber doch spannend genug, um daraus einen Artikel zu machen (Glaube keiner Statistik, ...). Und mit meiner Meinung komplett hinter dem Berg halten konnte ich mich dann doch nicht ...

Aber angesichts meiner Worte

"Ich glaube, dass die Sperren nutzlos sind und nicht eine einzige Kindesmisshandlung damit verhindert wird. Ich glaube auch, dass das Gesetz nur der erste Schritt ist und danach die Zensur (und das ist es zweifelslos, genau wie das Verbot von "Mein Kampf" Zensur ist. Ich halte beides für sinnvoll. Es bleibt trotzdem Zensur!) ausgedehnt wird. Und sowohl technisch (Deep packet Inspection) wie auch inhaltlich (Erst Kinderpornografie, dann Bad Taste, Rechtsradikalismus, Bombenbauanleitungen, dann Wikileaks und am Ende auch Copyrightverletzungen)."
und der darin skizzierten Zensurgefahr wird man mir nachsehen, dass ich mich gerade freue. Denn die SPD will scheinbar das geplante Gesetz nicht mehr mittragen.

FAZ.NET: SPD will Kinderschutzgesetz stoppen

Auch wenn das vielleicht nur dem Wahlkampf (und der Suche der SPD nach Wählern) geschuldet ist, ist es doch ein guter Tag für die Demokratie und ein schlechter für die Diktatur von Leyen.

Den Hinweis auf die extrem schwache Rolle der Presse, in der ich am Anfang nirgendwo ein klares Kontra gelesen haben (auch wenn es das bestimmt irgendwo gab; wahrscheinlich in der TAZ), muss ich noch geben. Überall hieß es, man müsse das Internet kontrollieren, man müsse etwas machen, auch wenn es nicht perfekt sei, etc. pp. Nicht einmal an den Details, wie der mangelnden Kontrolle der Sperrlisten, gab es Kritik. Nicht einmal die Forderung in Richtung eines Richtervorbehalts, einer Kontrolle der zweiten Säule des Staats durch die dritte, wurde vorgebracht. Und das von der Truppe, die sich so gerne als vierte Säule sieht.

Uuund ... GM bessert das Angebot an die Gläubiger doch nach

Was ja *völlig* ausgeschlossen war. Unvorstellbar. Unmöglich. Geradezu unverschämt, an so eine Möglichkeit überhaupt zu denken ...

Jetzt soll es für die Gläubiger (wie bisher) 10% Anteil an der neuen General Motors geben und (neu) Optionen auf weitere 5%15%.

Ob sich an der 90%igen Zustimmung was geändert hat, kann ich nicht sicher sagen. Ich sehe davon zumindest nichts.

Ob das neue Angebot durchkommt? Ich bleibe skeptisch, die CDS-Eigner dürften weiterhin problematisch sein.

GM’s SEC Filing on the Treasury Offer

Original SEC Filing zum nachgebesserten Umtauschangebot

Die ganze Historie:

Siehe dazu hier (27.05.09):And the answer is "No" oder hier (26.05.09): 50 Mrd Staatsgelder für GM? oder hier (23.5.09): GM Gläubiger sagen "No!" oder hier (28.04.09): CDS werden GM vernichten oder hier (27.4.09): Zahl des Tages (27.04.09): 1% oder hier (22.4.09): Am 1. Juni ist alles vorbei.

Update (16:53)

Huch. Die Gläubiger haben bereits zugestimmt? Wenn das stimmt, waren das ein paar große Anleger (wahrscheinlich) Hedgefonds, die den Deal quasi persönlich ausgehandelt haben.

NZZ: GM-Gläubiger stimmen Umschuldung nun doch zu

Laut Spiegel haben dem neuen Angebot bereits 20% der Gläubiger zugestimmt. Da ich die Zustimmung des ersten Angebots nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, ob das jetzt durchkommt. Haben damals 20, 30 oder 50% der Gläubiger angelehnt?

Spiegel: US-Regierung ködert GM-Gläubiger mit neuem Angebot

Update (17:18)

Marketwatch: GM reaches swap deal, but bankruptcy still lies ahead

Wette verloren! Was ist der gängigste Name für eine Pizzeria?

Ich habe Funghi (2.810 Treffer) gesagt. OK, hat meinen zweiten Verdacht "Margarita" (nur 910 Treffer) geschlagen, aber wird schon von Enzo (3.840) geschlagen. Und meilenweit von Pinocchio (39.100). Und von Pronto (6.940).

Und wahrscheinlich gibt's noch viel bessere ...

Gut, ich kann ja nicht jede Wette gewinnen ;-) Wobei ich da ja auch nur moralischer Sieger war.

Update (17:10)

Margeria, Margerhita, etc. schaffen es nicht. Man findet übrigens alle Schreibweisen. Wie soll ich denn wissen, wie man das schreibt, wenn die Jungs aus der Pizzabude das selber nicht wissen?

Neuer Favorit auf den Gesamtsieg ist "Pizzeria da Mario" mit 104.000 Treffern, davon gut 90.000 aus Deutschland.

Ein anderer ist mit auch noch eingefallen: Pizzeria Italia mit ca. 72.000 Treffern. Huih, wie konnte ich da auf Funghi setzen?!?

77,4 Mio. Gehalt für 2008 - Und im März 2009 pleite

77,4 Millionen Gehalt inkl. Boni hat sich Porschechef Wendelin Wiedeking für das äußerst erfolgreiche Geschäftjahr 2008 (Der beste Hedgefonds der Welt: 6,8 Mrd. Gewinn) gegönnt.

Dumm nur, dass im März 2009, also nicht einmal drei Monate später, VW (die Porsche ja eigentlich kaufen wollte), mit einem Notkredit unter die Arme greifen musste, um die Insolvenz zu vermeiden (Zahl des Tages (24.05.09): 26).

Wenn jemand mal ein Beispiel dafür brauchte, dass sich die Vergütung der Manager und Investmentbanker an zu kurzfristigen Zielen orientiert, dann hat er das hiermit. Und zwar direkt eins der krassesten ...

Spiegel: Wiedeking bestbezahlter Konzernchef Europas

Update (11:40)

Hatte ich gestern (glaube ich) zwar schon getwittert, aber weil's gerade passt noch ein Hinweis auf ein Interview in der FAZ, in dem die wichtigsten Fragen zu den Porsche-Optionsgeschäften beantwortet werden.

FAZ:„Porsche drohen hohe Bargeldverluste aus Optionen“

Update (14:34)

Aktionäre überlegen laut Manager Magazin gegen das Gehalt von Wiedeking zu klagen. Ob das ne Chance hat?

Manager Magazin: Aktionäre wollen Wiedeking ans Geld

Zahl des Tages (28.05.09): -58%

Auch wenn ich in der Zahl des Tages nicht dauernd Horrorzahlen bringen möchte, ist heute wieder ein Tag dafür ...

Der Auftragsrückgang in der Maschinenbaubranchen ist in Deutschland schon die letzten Monate desaströs gewesen. Aber selbst bei der Ausgangsbasis geht es scheinbar immer noch ein Stückchen schlimmer ...

Um

58%

sind die Auftragseingänge das deutschen Maschinenbaus im April gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Dabei gingen die Aufträge aus dem Ausland mit minus 60% noch etwas stärker zurück.

Der Durchschnittswert der letzten drei Monate lag um 47% unter der Vorjahresperiode. Der VDMA führt das noch weiter gestiegene Minus auf die Feiertage (Ostern war 2008 im März) und Großaufträge im Vorjahr zurück.

Übel. Übel.

Solche Einbrüche fängt auch irgendwann die Kurzarbeit nicht mehr ab. Egal ob es einen Einbruch um 47% oder 58% gibt ... Und dann bekommen wir die üblichen Zweitrundeneffekte durch die Verbraucherzurückhaltung, weil diese den Arbeitsplatz verloren haben bzw. sich davor fürchten.

Spiegel: Aufträge im Maschinenbau brechen massiv ein
Handelsblatt: Maschinenbau: Größter Einbruch aller Zeiten

US-Gebrauchtimmobilienumsätze: April 09 +2,9%

Die annualisierte Rate liegt bei 4,68 Millionen in der Größenordnung der ersten vier Monate des Jahres.

Im spannenderen Teil der Einfamilienhäuser stieg der Umsatz um 2,5%, der Preis ganz leicht gegenüber dem Vormonat, gegenüber dem Vorjahr ist das Minus aber immer noch bei -14,9%.

Wie ich in dem Zusammenhang schon mehrfach betont habe, kann es eine Stabilisierung nur geben, wenn der Lagerbestand sinkt. Also nicht permanent neue Häuser auf den Markt kommen und die Umsätze weiter sinken. Die Umsätze scheinen sich nun zu stabilisieren und interessanterweise gibt es trotz steigender Zahl von Insolvenzen kein steigendes Angebot. Der Lagerbestand gerechnet in Monatsumsätzen sank für die Einfamilienhäuser von 9,38 auf 9,18 Monate im April. Im langjährigen Durchschnitt liegt der Wert bei 7,1, bleibt also noch hoch (vor allem im Vergleich zu 4,x Monaten, die noch 2006 üblich waren).

Allerdings ist der Lagerbestand auf alle Häuser (also inkl. Mehrfamilienhäuser) gesehen auf 10,2 Monate gestiegen. Damit scheint sich der Markt der Mehrfamilienhäuser, der als erstes Stabilisierungszeichen sendete, auf einmal wieder zu verschlechtern. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Mangelndes Kapital für die Bauherren (Mehrfamilienhäuser sind ja zur Vermietung gedacht)? Keine Lust auf das Risiko mehr? Eigentlich müsste die Nachfrage nach Mietwohnungen doch steigen durch die ganzen Leute, die ihr Haus verlassen müssen. Hmm?

Generell lebt der Markt im Moment vom Niedrigpreisbereich. Auch deshalb sinkt der durchschnittliche Hauspreis. Besonders auffällig: Häuser mit Preisen von mehr als 750.000 Dollar sind scheinbar komplett unverkäuflich. Der Lagerbestand beträgt 40(!) Monate.

Marketwatch: Home sales rise 2.9%, boosted by bottom fishing

Zahl des Tages (27.05.09): 305

Heute war ein Tag, an dem sich gleich mehrere Zahlen anboten. Bemerkenswert fand ich die 0,0% (Nicht-)Inflation in Deutschland, zum ersten Mal seit 22 Jahren (FAZ.NET: Inflationsrate auf null Prozent gesunken). Es gab auch Zahlen vom US-Immobilienmarkt (u.a. ein Preisrückgang von 0,5%, der viel besser ist als die Case-Shiller-Werte von gestern). Herausgepickt habe ich aber eine andere Zahl aus dem US-Bankensektor.

Heute gab es die neue Liste der FDIC mit einem Überblick über die Situation bei den amerikanischen Banken. Nicht nur viele mehr oder weniger spannende "Details" sind da drin, wie z.B. die Höhe der Problemkredite und den Gewinnrückgang des Sektors um 61%, sondern auch die Kurzversion:

305

Banken gelten zum Ende des 1. Quartals als "problematisch". Und damit 53 (oder 17%21%) mehr als noch vor einem Quartal. Die Summe der Assets der problematischen Banken ist noch dramatischer von 159 Mrd. auf 220 Mrd. Dollar (oder 38%) gestiegen.

Im Artikel sind noch ein paar spannende Zahlen, so z.B. die Zinsmarge der US-Banken, die auf 3,38% gestiegen ist und damit eine gute Basis zum "Richtig-Viel-Geld-Verdienen" bietet. Wenn nicht die fiesen Problemkredite wären ...

Marketwatch: Banks' first-quarter profit slumps 61%, FDIC says

oder das Original:

FDIC.gov: FDIC Quarterly Banking Profile Q01/09

Wahrscheinlich kann man auf der Todesliste Nr.2 einfach alles wegstreichen ...

Transrapid im Iran

Ist schon wieder April? Glaub ich erst, wenn ich drinsitze ...

Tagesschau: Schneller pilgern mit dem Transrapid

Update (21:36)

Sah vom ersten Moment an aus wie eine Ente und ist wohl auch eine:

Siemens und ThyssenKrupp kennen den Vertrag nicht:

DPA-AFX: ThyssenKrupp, Siemens unaware of Iran train deal

Update (23:11)

Der Spiegel wundert sich auch:

Spiegel: Rätsel um Transrapid-Auftrag aus Teheran

And the answer is "No"

Wie bereits zu erwarten war, hat sich keine ausreichende Mehrheit (90%) für das Umtauschangebot an die GM-Gläubiger gefunden. Siehe dazu hier (26.05.09): 50 Mrd Staatsgelder für GM? oder hier (23.5.09): GM Gläubiger sagen "No!" oder hier (28.04.09): CDS werden GM vernichten oder hier (27.4.09): Zahl des Tages (27.04.09): 1% oder hier (22.4.09): Am 1. Juni ist alles vorbei.

Damit hat GM jetzt noch bis Montag Zeit, die Insolvenz zu vermeiden. Da aber schon klar ist, dass der Staat darauf eigentlich nur wartet, wird die wohl kommen. Denn sonst wird sich niemand finden, der den Laden übernimmt. Nicht einmal für einen vergleichsweise soliden Laden wie Opel findet sich ein Käufer, der ohne Staatshilfen kaufen möchte.

WSJ: GM Bondholder Offer Disappoints

Den voraussichtlich auf Pennystockniveau sinkenden Aktienkurs von GM halte ich für die Zahl des Tages in der Hinterhand ;-)

Update (14:14)

Handelsblatt: GM: Gläubiger stellen Weichen auf Insolvenz

Update (15:01)

Wenn ich es richtig sehe, sollen die besicherten Anleiheeigner ihr komplettes Geld zurückbekommen. Die anderen werden aber ziemlich leer ausgehen, sprich auf dem Niveau, das schonmal angekündigt war ...

FTD: GM-Gläubiger schmettern Sanierung ab

Update (15:06):

Woher die Tagesschau die Information hat, dass die GM Gläubiger "hoch versichert" sind, wüsste ich mal gerne. Die beste Information, die mir dazu zugetragen wurde, stammt aus einem Kommentar in diesem kleinen Blog und da wurde behauptet, dass nur 2,5 Mrd. CDS auf GM Anleihen existieren würden. Und da die nicht alle auch Anleihen haben, sind das am Ende sogar womöglich noch weniger (Wer nur CDS hat, hat ja kein Stimmrecht). Schade, dass man dazu keine Zahlen bekommen kann. Und Schade, dass die klassischen Medien immer so wenig Links auf die Quellen mitlieferen.

Tagesschau: Insolvenz von General Motors rückt näher

Update (18:05):

Wurde auch schon in den Kommentaren gefragt: Warum kostet die GM Aktie nicht Null, Null Null, sondern 1,23 (in dieser Sekunde)? Vielleicht wissen die Leser von Barry Ritholtz die Antwort? Ich weiss sie nicht, außer dem völlig aus der Luft gegriffenen Verdacht, dass das Umtauschangebot, das den Aktionäre 1% an der neuen Firma geben sollte, u.U. noch gelten könnte.

The Big Picture: Why Isn’t GM $0.00 ?

JP Morgan vor Mega-Gewinn?

Auch wenn es an anderer Stelle schon diskutiert wurde, ein Hinweis auf einen relativ schwachen Artikel in der FTD, der zu Recht von Weissgarnix kritisiert wird. Ganz nebenbei wird der Sachverhalt von Edward Harrsion bei Creditwritedowns viel besser dargestellt. Und bei CalculatedRisk steht dann die wirklich spannende Information.

Warum geht es? JP Morgan hat Washington Mutual gekauft (Washington Mutual Pleite: Neue Nummer 1 in der Top-Ten der größten Pleiten), weil Washington Mutual große Probleme hatte, hohe Abschreibungen vornehmen musste und dann durch den Abzug von Kundengeldern illiquide wurde. Vorher hat JP Morgan auch Bear Stearns übernommen und vor der Pleite gerettet. Für diesen Fall mag etwas ähnliches gelten wie bei der WaMu-Übernahme.

Bei der Übernahme mussten die Vermögenswerte nach den Fair-Value-Regeln auf den richtigen Wert abgeschrieben werden (dadurch kam es ja bei WaMu zu den Problemen). Es gibt aber eigentlich nie einen richtigen wirklichen Wert. Auch der aktuelle Kurs eines Papiers kann ja viel zu hoch oder zu niedrig sein. Nun scheint sich herauszustellen, dass die Werte in den (ehemaligen) Büchern von WaMu deutlich zu niedrig sind. (Die Darstellung ist stark verkürzt, denn eigentlich läuft die Heraufbewertung über die erfolgte Zinszahlungen auf Kredite, die dann hochgerechnet werden. Im Endeffekt steckt aber nichts anderes dahinter: Es sind Assets, die sich als werthaltiger herausstellen als bei der Übernahme angenommen).

Daher verstehe ich die Kritik im FTD Artikel nicht ganz. Denn wenn beides Mal nach Fair-Value bilanziert wird, ist das IMHO völlig OK. Jedenfalls besser als die ganzen Mark-To-Fantasy-Regeln, die sonst dafür sorgen, dass die Bilanzen weiterhin vernünftig aussehen.

FTD: Dossier Banken winkt Milliardengewinn

Weissgarnix kritisiert den Artikel und diskutiert auch ein wenig die grundsätzlichen Probleme des Fair-Value-Accountings, aber hat (wie ich auch) keine bessere Lösung. Es gibt wohl auch einfach keine. Und das, was JP Morgan jetzt macht, ist für mich "Quasi-Fair-Value"-Accounting, auch wenn das bei Krediten nicht so einfach geht. Aber die Bilanzpositionen verhalten sich genau so als wenn es Papiere mit verbrieften Papieren wären: Schätzt man die Ausfallwahrscheinlichkeit hoch ein, ergibt sich ein niedriger Wert und andersherum.

Weissgarnix: Das klingt schon recht tendenziös

Bei Creditwritedowns wird auch ziemlich deutlich gemacht (obwohl Edward eigentlich vom Gegenteil überzeugt ist, aber das zeichnet einen um Aufklärung bemühten Schreiber aus (im Gegensatz zum FTD "Basher")), dass der “Beschissene” in diesem Fall der WaMu Aktionär ist. Diese wurden enteignet, weil WaMu x Milliarden abschreiben musste und die Firma danach nichts mehr wert war und genau diese x Mrd. werden heute wieder zugeschrieben.

Das Ganze gilt übrigens auch für alle anderen Banken, die am Hochpunkt der Krise (bzw. am Tiefpunkt der Kurse) für 'nen Appel und Ei Riesenkreditportfolios übernommen haben.

Creditwritedowns: JPMorgan’s $29 Billion windfall

Und ein richtig um Aufklärung bemühter Schreiber wie Edward Harrison (der bekommt aber eine wirklich dicke Packung Lob heute ab; hat er aber auch verdient) bringt natürlich auch direkt einen Hinweis auf eine Einschätzung, die etwas ganz anderes sagt. Calculated Risk hat nämlich das Szenario, das JP Morgan bei der Übernahme gezeichnet hat, mit dem verglichen, was danach wirklich eingetreten ist. Und fragt sich nun, woher der Wertzuwachs kommen soll. Denn die Immobilienpreise sind in der Realität sogar schwächer gewesen als erwartet. Und die Arbeitslosigkeit ist höher als befürchtet. Die beiden wichtigsten Einflussparameter für die Bewertung der Kredit sind also schlechter als erwartet und die Bewertung damals soll zu hoch gewesen sein? ?!? Das ist natürlich Stirnrunzeln angesagt.

Calculated Risk: Revisiting the JPMorgan / WaMu Acquisition

Und damit sind wir dann auch schlussendlich bei dem angekommen, was man kritisieren muss: Die Bewertung an sich und nicht wie die FTD die Methode der Bewertung. Wobei IMHO sogar die Kritik an der Methode in der FTD auch falsch ist.

50 Mrd Staatsgelder für GM?

Mist, gerade die Zahl des Tages fertig gemacht, da läuft mir eine andere über den Weg.

Der New York Times zufolge plant die USA satte 50 Milliarden Dollar in GM zu stecken und will dafür 70% an der neuen General Motors übernehmen.

Das ist a) deutlich mehr Staatsgeld b) deutlich mehr Staatsanteil (früher 40) c) deutlich weniger Anteil für die Gewerkschaften (vorher 40%, jetzt 20%) d) weiterhin etwa 10% für die Gläubiger und e) garnix mehr für die Aktionäre (zum alten Plan siehe hier: Zahl des Tages (27.04.09): 1%).

NYT: U.S. Expected to Own 70% of Restructured G.M.

Handelsblatt: USA wollen 50 Mrd. Dollar in GM pumpen

Update (28.05.09):

Übrigens wird (wie erwartet) jetzt versucht, die Gläubiger zum Verantwortlichen der Pleite zu machen. Stimmt aber nicht, der Deal war vom ersten Tag an gemacht, um die Pleite zu bekommen ... Sieht der Kommentar im Handelsblatt genauso.

Handelsblatt: Die Gläubiger haben den Schwarzen Peter

Zahl des Tages (26.05.09): 32.500.000.000

Auch wenn es relativ breitgetreten wurde, kommt die Zahl des Tages heute aus Kalifornien (ich sammle ja nicht dauernd Links zu einem Thema und lasse die dann unveröffentlich vergammeln; also raus damit ;-)).

Dort steht der Bundesstaat des Gouvernators vor der Insolvenz. Ein Minus von

32.500.000.000 (32,5 Mrd.) Dollar

muss dieses Haushaltsjahr verbucht und über Schulden finanziert werden.

Oder man spart oder erhöht die Steuern. Dummerweise muss dazu in Kalifornien entweder das Parlament mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit zustimmen oder eine Volksabstimmung durchgeführt werden. Die Bevölkerung hat dummerweise mehrheitlich das "No!" angekreuzt. Die einzige Maßnahme, die durchkam, ist ein Verbot für Lohnerhöhungen der Staatsangestellten in Jahren mit einem Haushaltsdefizit.

"Mist" würde Bernd das Brot jetzt sagen. Denn auch eine 2/3-Mehrheit im Parlament ist weit und breit nicht in Sicht.

Doppelmist.

Jetzt stehen die Kalifornier dumm da und sparen an allen Ecken und Enden (u.a. völlig sinnlos bei Schulen, Medicare und Gefängnissen). Und trotzdem müssen sie sich mit ihrer desaströsen Finanzlage Geld pumpen. Das wird teuer, denn bei der vertrackten Lage will der Anleger einen kräftigen Riskoaufschlag sehen. Daher wird schon von einer Staatsgarantie der USA für die Schulden von Kalifornien geredet. Das wäre dann der Mega-Bailout. Immerhin gilt Kalifornien (je nach Rechnung) als fünft- bis siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Weissgarnix@FAZ.net: Oh.Weh. California

Creditwritedowns wagt die Prognose, dass Kalifornien Pleite gehen wird. Denn die Steuereinnahmen sind ein nachlaufender Indikator und brechen nicht so schnell ein wie die Wirtschaft. Insbesondere die sinkenden Einnahmen aus Immobiliensteuern werden erst so langsam sichtbar.

Creditwritedowns: California will go bankrupt

Paul Krugman hingegen sieht (wie üblich) kein größeres Problem in hohen Schulden. Die Diskussion ist trotzdem interessant, weil die Schuldensperre (die Kalifornien ja defakto hat) auch in Deutschland diskutiert wird.

NYT: State of Paralysis

Und ein Überblick über die Nachrichten:

Handelsblatt: Arnies letzte große Schlacht
FTD: Kalifornien stürzt ins Finanzchaos
Spiegel: Kaliforniens Wähler demütigen den Gouvernator
Telepolis: Kalifornier lehnen Sparmaßnahmen von Gouverneur Schwarzenegger ab
CBS: Is California Too Big To Fail?

US-Immobilienpreise Q01/09: -2,2% Vm (-18,7% Vj)

Letzter Dienstag im Monat: Zeit für neue Horrorzahlen vom US-Immobilienmarkt.

Der Case-Shiller-20-Städte-Index, den ich normalerweise verwende, ist im März 2,2% gegenüber dem Vormonat und 18,7% gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Damit zeigte das erste Quartal keine Anzeichen von Stabilisierung.

Der nur einmal am Ende des Quartals berechnete National Price Index, der die Preise auch außerhalb der 20 Metropolregionen erfasst, hat im 1. Quartal 2009 mit einem Jahresminus von 19,1% das größte Minus aller Zeiten vermeldet.

Wenn man auf den Monatsvergleich schaut, war der März aber einen Tick besser als der Februar. Das Minus zum Vormonat ging von 2,8 auf 2,2% zurück und auch in der Breite spiegelt sich das wieder. Das kann etwas Hoffnung machen. Aber bei einem Gesamtrückgang vom Hoch im Sommer 2006 von deutlich über 30% ist diese Hoffnung auch von Nöten. Denn mit mehr als 30% Minus hat der Hauspreisverfall eine Dimension erreicht, die vor 3 Jahren nur von Weltuntergangspropheten prognostiziert wurde.

S&P: Nationally, Home Prices Began 2009 with Record Declines According to the S&P/Case-Shiller Home Price Indices

WSJ: Home Prices Continue Downward March

Update (22:31)

Calculated Risk weist darauf hin, dass die Preisentwicklung deutlich näher am "more adverse" Szenario ist als am "Baseline"-Szenario ...

Case-Shiller: House Prices Tracking More Adverse Scenario

Opel macht Spaß

Schandmännchen zu Opel:

Die drei vorliegenden Investorenangebote sind nach Ansicht des fidelen Freiherrn „wirtschaftlich nicht belastbar.“

Deswegen passen sie ja so gut zu Opel.

Und so kommt Allesaußerwilli Guttenberg zu der Erkenntnis: „Aus volkswirtschaftlicher Sicht führt die Liquidation zu einem Abbau der Überkapazitäten und zu einer entsprechenden Marktbereinigung.“

Viel hübscher lässt sich „Rübe ab!“ kaum noch formulieren.

Fairerweise übermittelt die Bild-„Zeitung“ allerdings auch, dass Guttenberg zugibt, die Liquidation Opels sei politisch „nicht vermittelbar“ – alternativ könne „eine geordnete Insolvenz angestrebt werden“.

Damit kann man sich dann bis nach der Wahl Zeit lassen.

Mehr dazu hier: Schandmaennchen: Alle Gute!

Ich empfehle beonders den Abschnitt zu Nordkorea!

Die Wende? Teil 1: LIBOR-OIS Spread auf 2-Jahrestief

Ich beginne mal eine kleine Serie, in der ich ein paar der Indikatoren untersuche, die ich am Höhepunkt der Krise hier auch dauernd gebracht habe und überprüfe, ob sich die positive Börsenbewegung der letzten Monate auch über die darunterliegenden Daten begründen lässt.

Heute zum Start einer der wichtigen Indikatoren, an dem sich das komplette Einfrieren der weltweiten Kreditmärkte ablesen lies: Der Spread zwischen dem Zins, den die Notenbank verlangte und dem Zins, zu dem sich die Banken selber untereinander Geld geliehen haben. Das Teil heisst LIBOR-OIS-Spread und dieser ist (wenn man die hektischen Schwankungen mit einem Ein-Paar-Tages-Durchschnitt glättet) inzwischen in die Nähe des Zweijahrestiefs gefallen.

Auch der Spread zwischen den Zinssätzen der Banken untereinander und dem Zinssatz einer Staatsanleihe ist deutlich gesunken und signalisiert ebenfalls einen deutlich Rückgang bei der Risikoeinschätzung der Banken (siehe Chart unten).

Der Abstand schwankte seit dem Sommer 2007 überwiegend zwischen der 1 und 2% Marke und erreichte im Hoch im Herbst 2008 Werte von über 4%. Inzwischen ist der Wert auf etwa 0,5% gefallen und liegt damit wieder in dem Bereich, den man als "normal" bezeichnen könnte.

Natürlich geht diese Normalisierung zu einem großen Teil auf die Staatsgarantien zurück, die den Banken entweder explizit gewährt wurden oder die man im Notfall erwartet. Ohne die Staatshilfe sähe es wahrscheinlich komplett anders aus.

Aber sei's drum: Festzustellen bleibt, dass der Interbankenmarkt wieder funktioniert. Vielleicht nicht ganz so gut wie bis zum Sommer 2007. Aber man kann ja durchaus anzweifeln, ob der Zustand, dass niemand bei niemandem auch nur einen Hauch von Risiko gesehen hat, eine richtige Einschätzung war ...



FT Alphaville: A squeeze defreeze

Update (11:30)

Das Handelsblatt weist ebenfalls darauf hin (der Artikel kam etwa 10 Minuten zu spät für diesen Artikel), dass der LIBOR zwar gesunken ist, aber im zweiten Blick doch noch "Risiko" sichtbar ist. Der LIBOR ist nämlich ein Durchschnittswert und der Abstand zwischen höchsten und niedrigsten Wert ist weiterhin wesentlich höher als "normal". Kurz: Die Banken sehen das Risiko des Ausfalls der Gegenseite immer noch. Ich würde das aber eher unter Detail abheften. Der durchschnittliche Rückgang dürfte diesen Effekt deutlich wichtiger sein. Genaue Zahlen habe ich leider nicht, um das näher zu belegen.

Handelsblatt: Gemischte Signale vom Interbankenmarkt

Update (13:45)

Ich habe den Artikel nach dem Feedback aus den Kommentaren nochmal überarbeitet und hoffe, er ist jetzt etwas klarer.

Zahl des Tages (25.05.09): 36

Gleich

36

spanische Banken hat die Ratingagentur Moody's in der letzten Woche auf die Überprüfungsliste mit Ausblick negativ gesetzt. Dabei geht es zwar "nur" um das Finanzstärke-Rating, allerdings wurde bei "nur" 34 von den 36 das normale Rating ebenfalls auf Überprüfung gestellt.

Markt am Morgen (22.05.09)

Grund dafür sind natürlich die Probleme am spanischen Immobilienmarkt. Dort sind die Preise inzwischen in einen kräftigen Sinkflug übergegangen. Die Anzahl der Hypotheken, die nicht mehr bedient werden, steigt immer weiter. Inzwischen hat sich die Lage so weit zugespitzt, dass die Caja Madrid die ersten Hypothekenbesicherten Anleihen nicht mehr bedient.

Diese Anleihen wurden wie die sagenumwobenen CDOs strukturiert. Dabei wurden die Anleihen mit einem Bündel von Hypotheken hinterlegt und dieses Paket in Scheiben geschnitten. Beim Zahlungsausfall wird die schlechteste Tranche zuerst angegriffen. Diese unterste Scheibe bekommt damit logischerweise das schlechteste Rating, weil das Ausfallrisiko am höchsten ist.

Genau das ist jetzt passiert. Die Zahlungsausfälle sind so hoch, dass die Zinszahlung auf die unterste Tranche ausfällt. Dabei geht es um knapp 165 Millionen Euro. Die Tranche wurde übrigens am Anfang mit BB (also knapp unterhalb von Investmentqualität) bewertet (jetzt ist sie allerdings nur noch C)

Jetzt kann man hoffen, dass die spanischen Emittenten die Scheiben so dick wie ein Stück Leberwurst geschnitten haben und nicht so dünn wie eine Scheibe Serrano Schinken, so dass der Zahlungsausfall nicht (wie in den USA) in den oberen Tranchen ankommt. Ganz oben ist das Rating übrigens Triple-A. Wobei ich mir vorstellen könnte, dass das nicht mehr lange hält. Denn bei 18,3% Zahlungsausfall wären die unteren Tranchen "aufgebraucht" und die oberste Tranche würde angegriffen. Und die Zahlungsasfälle sollen bereits bei 16% liegen ... Ich rieche den Duft von Serrano ...

FT Alphaville: Spanish banking pain, Caja Madrid RMBS edition

Bei Mish's Global Economic Analysis gibt es eine schöne Übersicht über die Downgrades der letzten Monate. Die meisten davon gab es zwar auch hier (und sogar noch ein paar mehr), aber eine nette Zusammenfassung verdient durchaus eine Verlinkung. Vor allem wenn sie mit den weisen Hinweis endet, dass Gold nicht herabgestuft wurde ...

Mish: Government Debt Downgrades vs. Gold

Katamari Damacy Online - Kein Fake

In Frühzeiten dieses Blogs war ein Artikel, der vergleichsweise viele Pageviews gebracht, mein Hinweis auf eine PC-Version des besten Spiels aller Zeiten ;-) Katamari Damacy (Katamari für den PC (yeah!). Leider sind seit dem Auftauchen der Gerüchte zwar Versionen für's iPhone (Postingpause! I Love Katamari für das iPhone ist da!!!) erschienen und eine neue Sequel für die Xbox360 ("Beautiful Katamari" nur für die Xbox360?), aber von einem Katamari für den PC war weit und breit nix mehr zu sehen.

Das schien sich schon zu einer Geschichte à la Duke Nukem Forever zu entwickeln, aber jetzt gibt es scheinbar Neuigkeiten. Und zwar soll die PC-Version Online gehen, so dass man in einem Battle-Mode gegen andere Spieler seinen Katamari rollen kann. So nett wie sich das anhört, so unschön die Tatsache, dass das Online Katamari wohl nur auf Korea beschränkt sein wird. Und solange das nicht für den Mac erscheint, ist mir das eh Wurscht ...

Andriasang: Katamari Damacy Online Resurfaces
gefunden über: Offworld: Two years later: new details on the long-dormant Katamari Damacy Online

Zahl des Tages (24.05.09): 26

Noch

26

Tage hat laut FTD Porsche Zeit, die Optionsgeschäfte glattzustellen, die zur Übernahme von Volkswagen führen sollten. Die FTD berichtet vom 19. Juni als dem großen Stichtag, an dem viele Optionsgeschäfte enden und Porsche die gewünschten VW-Aktien bezahlen müsse. Um wieviel Geld es sich dabei handelt, bleibt völlig unklar. Einmal ist die Rede von 2,5 Milliarden Euro, einmal gar von zweistelligen Milliardensummen.

FTD: Optionsgeschäfte holen Porsche ein
FTD: Tag der Wahrheit für Porsche

Derweil will Porsche Chef Wiedeking auch nicht von der kritischen Liquiditätssituation im März gewusst haben. *Das* wirft nun wirklich kein gutes Licht auf Porsche. Wenn man schon Hedgefonds spielt, sollte man als Chef wenigstens über die Kredite und deren Laufzeit informiert sein. Die missliche Situation konnte damals nur gelöst werden, indem VW seinem Großaktionär Porsche eine zusätzlichen Kredit in Höhe von 700 Millionen gewährt hat.

Handelsblatt: Wiedeking will nichts gewusst haben
Spiegel: Porsche braucht neuen Milliardenkredit

Update (23:44)

Übrigens war im Handelsblatt am Freitag auch ein Interview mit Christian Wulff, das für ein Politikerinterview gar nicht allzu schlimm ist ...

Handelsblatt: „Erst die Ebbe zeigt, wer nackt im Wasser steht“

Update (25.05.09).

Zeitenwende.ch zum Thema:

Zeitenwende.ch: Porsche am Bettelstab

Schöner Hinweis darauf, dass der European Manager of the year 2008 Wendelin Wiedeking war ... Gewählt von den Journalisten, die uns die Krise erklären wollen. Aber selber Fehleinschätzungen ohne Ende produzieren :-(

GM Gläubiger sagen "No!"

Nur eine kurzes Update zu einer älteren Geschichte:

PleiteWie ich schon vermutet habe, lehnen die Gläubiger von General Motors den Vorschlag zur Umschuldung wohl ab. Die Zustimmung war auch von Anfang kritisch, weil 90% Zustimmung, die benötigt werden, ziemlich voel sind. Vor allem wenn Gläubiger dabei sind, die bei einer Pleite mehr Geld bekommen als bei jeder vorstellbaren Umschuldung. Die Details zum Rettungsplan findet man in meinem alten Beitrag: CDS werden GM vernichten.

Da nützt auch die erzielte Einigung mit den Gewerkschaften nichts mehr ... (Tagesschau: Einigung mit Gewerkschaft).
Oder die nächsten 4 Milliarden Steuergelder für GM (Focus: GM erhält weitere vier Milliarden vom Staat).
Oder die 7,5 Mrd. für die Finanzierungstochter GMAC (FTD: Regierung rettet GM-Autofinanzierer oder Creditwritedowns:GMAC gets a helping hand) (die übrigens garantiert nicht zur Subventionierung von schrottigen Autos benutzt werden ...)

Riesen fallen langsam ... Aber sie können halt doch fallen, so unvorstellbar es am Anfang erscheint ...

Handelsblatt: Gläubiger lassen GM auflaufen
Spiegel: Gläubiger lehnen Angebot von GM ab

Zahl des Tages (23.05.09): 58

Ich gebe zu, dass das gute Wetter und der letzte Spieltag einen gewissen negativen Einfluss auf die Originalität der heutigen Zahl des Tages hat. Allerdings dürfte sich bei Stammlesern herumgesprochen haben, dass ich am Samstag geradezu auf die aktuelle Pleite am US-Bankenmarkt hoffe ...

Und da ich mir sowieso die Arbeit mache, die zu tracken, darf ich daraus auch das Samstagsposting machen ... Auch wenn die interessante Pleite diese Woche schon am Donnerstag kam: Zahl des Tages (22.05.09): 12.800.000.000

US-Bankenpleite Nr. 57:

Name: Strategic Capital Bank,
Sitz: Champaign, Illinois,
Assets: 537 Millionen Dollar,
Käufer: Midland States Bank, Effingham, Illinois,
Schaden für die FDIC: 173 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 110 (gelb).

Midland States Bank, Effingham, Illinois, Assumes All of the Deposits of Strategic Capital Bank, Champaign , Illinois

US-Bankenpleite Nr. 58

Name: Citizens National Bank,
Sitz: Macomb, Illinois,
Assets: 437 Millionen Dollar,
Käufer: Morton Community Bank, Morton, Illinois,
Schaden für die FDIC: 106 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 83 (rot).

Morton Community Bank, Morton, Illinois, Assumes All of the Deposits of Citizens National Bank, Macomb, Illinois

Das Internet weiss alles!

Alles? Nein! Bisher war nämlich unklar, wann die langweiligen Stellen in einem Film kommen, bei denen man am besten auf's Klo geht :-) Aber das Internet wäre nicht das Internet, wenn das nicht jemand geändert hätte:

runpee.com

via

Kottke.org: RunPee

Allein die Tagline: "Can you hold it" ist die Verlinkung schon wert ...

Das sieht dann in etwa so aus:

Oben die Timeline mit den vorgeschlagenen Punkte, darunter die Beschreibung, damit man die Szene erkennt und darunter eine Kurzbeschreibung, was man verpasst. Das ist zuerst verschlüsselt, um die Spannung nicht zu verderben. Wirklich durchdacht.



Und in Klick auf die Site lohnt auch. Das Logo ist gut, was sich aber erst nach etwas Warten erschließt ...

Zahl des Tages (22.05.09): 12.800.000.000

Huch, Überraschung. Bankenpleite am Donnerstag. Die gibt's doch sonst immer Freitagabends ...

In den USA wurde am Donnerstag die Bank United von der FDIC gerettet. Das ist die mit Abstand größte Pleite in 2009.

Die Assets der Bank United betragen

12.800.000.000 (12,8 Milliarden) Dollar.

Das ist die 56. Bankenpleite seit Ausbruch der Krise. Die Geschäfte der Bank United werden von einer neuen Bank United übernommen, die mit 900 Millionen Dollar von der FDIC den Investoren rekapitalisiert wird. Hinter der neuen BankUnited steckt ein Konsortium von Private-Equity-Unternehmen (=Heuschrecken ;-)), darunter bekannte Namen wie Blackstone und Carlyle.

US-Bankenpleite Nr. 56

Name: Bank United,
Sitz: Coral Gables, Florida,
Assets: 12.800 Millionen Dollar (12,8 Mrd.),
Käufer: Bank United (New),
Schaden für die FDIC: 4.900 Millionen Dollar (4,9 Mrd).

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 91 (rot).

Schon wieder ein Treffer. Übrigens ist die zweitgrößte Bank mit dem Status rot (= hochgefährdet). Bei der super Trefferquote kann man den Text für die "Westernbank Puerto Rico" mit 16,7 Mrd. Dollar Assets schonmal vorbereiten ...

FDIC: BankUnited Acquires the Banking Operations of BankUnited, FSB, Coral Gables, Florida

Gute Gelegenheit, die fehlende Bankpleite Nr. 55 nachzutragen:

US-Bankenpleite Nr. 55

Name: Westsound Bank,
Sitz: Bremerton, Washington,
Assets: 335 Millionen Dollar,
Käufer: Kitsap Bank
Schaden für die FDIC: 108 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 18 (rot).

FDIC: Kitsap Bank, Port Orchard, Washington, Assumes All of the Deposits of Westsound Bank, Bremerton, Washington

Update (12:01):

Spiegel: Bankenpleite in Florida erschüttert US-Finanzbranche

Update (12:52):

Korrektur: Die 900 Millionen kommen von den Investoren, nicht von der FDIC.

Creditwritedowns: BankUnited goes bust and is replaced by BankUnited

Zahl des Tages (21.05.09): +1,0

Heute kamen die Frühindikatoren aus den USA. Auch wenn die Börse auf jede Teilkomponente immer hektisch reagiert, reicht mir die Verfolgung dieses aggregierten Indikators.

Und da gab's heute für den April zum ersten Mal seit 6 Monaten wieder etwas Positives zu vermelden. Und zum Glück auch keinen Mini-Zuwachs, sondern direkt ein kräftiges Plus von

1,0 Prozentpunkten

von 98,0 auf 99,0.

Das ist signifikant, was man schon daran sieht, dass das dadurch prognostizierte Wachstumsminus sich mit der Zahl heute halbiert hat. Und das Schöne daran: Das relativiert die Zahl auch wieder: Es geht halt immer noch nach unten.

Trotzdem: Die Anzeichen einer Bodenbildung mehren sich. Auch in der Breite überzeugt der Index. Ich kann mich noch an das letzte magere Plus erinnern. Damals waren nur die stark wachsende Geldmenge und die steile Zinskurve positive Komponenten. Dieses Mal ist das viel breiter und 7 der 10 Teilkomponenten sind im Plus, u.a. Aktienkurse, die Zinskurve, das Verbrauchervertrauen, teilweise die Auftragseingänge, die geleisteteten Arbeitsstunden, die Dauer der Arbeitslosigkeit, etc.

Klar also: Wir verlassen den Modus "Freier Fall". Das ist doch schonmal was ...

Marketwatch: April leading indicators rise; recession to ease
Conference Board: Global Business Cycle Indicators
Conference Board: Press release with graph (PDF!)

S&P: Ausblick für Großbritannien negativ ...

... bröckelt da das AAA-Rating von Großbritannien? Das Unvorstellbare? OK, das wirklich Unvorstellbare wäre die USA ohne Triple-A.

Standard&Poors hat heute die Einschätzung von Großbritannien auf negativ herabgestuft. Die Ratingagentur begründet diese Änderung mit einen erwartetetn Anstieg der Staatsverschuldung von aktuell knapp 60 auf etwa 100% des BIPs in den nächsten 5 Jahren und sieht auch danach keine schnelle Verbesserung. Die britsche Regierung erwartet hingegen nur einen Anstieg auf 80% des BIPs. Aber Regierungen sind eh immer zu optimistisch.

Marketwatch: S&P move adds to UK's woes

Die CDS für Großbritannien reagierten natürlich und stiegen um 8 auf 80 Punkte, liegen aber immer deutlich unter dem Höchststand von 164 im Februar.

FT Alphaville: CDS report: UK credit hit by ratings alert

Kleine Randnotiz: Großbritannien hat im April 8,5 Mrd. Pfund zusätzlicher Anleihen begeben - so viel wie noch nie innerhalb eines Monats.

Update (17:08):

Das schlägt natürlich Wellen in Großbritannien und damit auch bei FT Alphaville.

Moody's und Fitch haben das Triple-A *und* den stabilen Ausblick bestätigt:

FT Alphaville: Defending the UK’s triple A

S&P schätzt die Wahrscheinlichkeit für ein Downgrade in den nächsten 2 Jahren auf ein Drittel :

FT Alphaville: S&P: 1 IN 3 CHANCE UK WILL LOSE TRIPLE A RATING

Update (22.05.09)

Heute hat's auch das Handelsblatt:

Handelsblatt: Großbritanniens Bonität ernsthaft in Gefahr

Darin folgende Passage, die IMHO missverständlich ist:
"in Schwierigkeiten geraten. Irland, Griechenland, Portugal und Spanien haben bereits ihr AAA-Rating eingebüßt. Großbritannien wäre das erste Land aus der Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G7), das seine Topnote verlieren würde."
Das ist insofern falsch, als dass Japan und Italien (beides G7 Mitglieder) kein AAA (mehr) haben. Italien hatte u.U. noch nie eins (ich kann mich zumindest nicht dran erinnern; weiss das jemand, würde mich mal interesssieren) und Japan hat das irgendwann um die Jahrtausendwende verloren, nachdem 10 Jahre mit immer neuen Konjunkturprogrammen gegen die Deflation angegangen wurde.

Glaube keiner Statistik, ...

... bei der du die Frage nicht selber formuliert hast ...

Zuerst wurde folgende Frage gestellt:
"Die Bundesregierung plant ein Gesetz zur Sperrung von kinderpornographischen Seiten im Internet. Kritiker befürchten eine Zensur und bezweifeln die Wirksamkeit solcher Sperren. Befürworter betonen dagegen, dass solche Sperren eine sinnvolle und wirksame Maßnahme im Kampf gegen die Verbreitung solcher Bilder sind. Wie sehen Sie das: Sind Sie für ein Gesetz zur Sperrung kinderpornographischer Seiten im Internet oder dagegen?"
Ergebnis: 92% Zustimmung!

Tolle Schlagzeile. Alle brachten die. Politiker jubelten, weil die Bevölkerung ja voll hinter ihnen steht.

Die Gegner waren genervt und wollten das nicht glauben. Also gleiches Umfrageinstitut beauftragt und folgende Frage gestellt:
"Der Zugang zu Internetseiten mit Kinderpornographie sollte durch eine Sperre erschwert werden, das reicht aus, auch wenn die Seiten selbst dann noch vorhanden und für jedermann erreichbar sind."
Ergebnis: 90% sagten Nein. Sind damit also gegen die aktuelle Form der Kinderporno-Stop-Schilds.

Beide Fragen sind natürlich ziemlich kräftig in die gewünschte Richtung gebogen. Vor allem die zweite Version lässt direkt die Forderung nach noch kräftigeren Eingriffen in die Internetfreiheit aufkommen, etwas was die Macher sicherlich nicht beabsichtigt bzw. nicht bedacht haben.

Ich möchte das Thema nicht ausführlich diskutieren. Das ist an vielen Stellen schon gemacht worden. Ich glaube, dass die Sperren nutzlos sind und nicht eine einzige Kindesmisshandlung damit verhindert wird. Ich glaube auch, dass das Gesetz nur der erste Schritt ist und danach die Zensur (und das ist es zweifelslos, genau wie das Verbot von "Mein Kampf" Zensur ist. Ich halte beides für sinnvoll. Es bleibt trotzdem Zensur!) ausgedehnt wird. Und sowohl technisch (Deep packet Inspection) wie auch inhaltlich (Erst Kinderpornografie, dann Bad Taste, Rechtsradikalismus, Bombenbauanleitungen, dann Wikileaks und am Ende auch Copyrightverletzungen).

Aber eigentlich wollte ich ja über etwas anderes schreiben. Nämlich über die im Verfahren sehr offensichtlich gewordene Unzulänglichkeit von Meinungsumfragen. Mit einer passenden Formulierung bekomme ich fast jedes gewünschte Ergebnis hin. Und noch besser: Die Meinungsforschungsinstitute helfen dabei fleissig mit. Das kann der Mensch von dem Umfrageinstitut gerne schönreden. Aber ich habe schon lange keine Umfrage mehr gesehen, bei der ich in der öffentlichen Darstellung eine umfassende Information inkl. Fragestellung bekommen habe. Ich bekomme immer nur eine völlig unzulässig verkürzte Version wie "92% der Deutschen für Internetsperre" (siehe z.B. unten bei Heise).

Also: Glaube keinem Umfrageergebnis, wenn du die Frage nicht kennst ...

Heise: Umfrage: 92 Prozent für Internetsperren gegen Kinderpornographie

dann

Heise: Konträre Umfrageergebnisse zu Kinderporno-Sperren

Die Zeit hat auch ein Interview mit dem Meinungsforschungsinstitut, das das natürlich anders sieht ...

Das Interview: Zeit: "Jeder Schritt gegen Kinderpornografie wird begrüßt"
Der Artikel: Zeit: Mehr als 90 Prozent gegen Sperrungen im Internet

Teilweise deckt sich das mit meiner Einschätzung.

Was mich jetzt mal interessieren würde:

Wie hoch wäre wohl die Zustimmung auf die Frage:
"Sind sie für die Sperrung des Zugriffs auf Kinderpornografie im Internet, wenn die Seiten im Netz bleiben, die Zugriffskontrolle über tiefergehende Eingriffe ins Internet verschärft wird und die zensierten Seiten immer mehr werden?"
Denn das werden wir bekommen. Und das wollen bestimmt nicht mehr 92% der Bevölkerung ...

Übrigens würde ich auch nochmal gerne wissen, wieso dieser Eingriff, der immerhin tiefgreifend ist, über einen privatrechtlichen VERTRAG gemacht wird und nicht über ein GESETZ? Wenn man sowas macht, muss man das auch vernünftig fassen und über den üblichen Weg laufen lassen. Der oftmals mit dem Einkassieren des Gesetzes durch das Bundesverfassungsgericht endet.

Und nochmal zum Merken:

Glaube keiner Meinungsumfrage, wenn du die genaue Fragestellung nicht kennst ...

Neid!

Also da zu arbeiten, wäre schon nicht schlecht ...

(Übrigens: Solche Linkschleudern werden in Zukunft wohl zunehmend in meinen Twitter-Feed wandern. Oder findet ihr, das ist eine schlechte Idee?)

Moblin: Die Zukunft der GUI

ENDLICH.

Endlich kein Startmenü mehr, das Microsoft sogar auf Mobiltelefone gepackt hat. Was 'ne kranke Idee! Man nimmt den eh schon zu kleinen Bildschirm des Handies und packt das wichtigste Element in die linke, untere Ecke und lässt den Rest des Bildschirms ungenutzt. Auf sowas Bescheuertes kann nur Microsoft kommen ...

Endlich keine Fenster mehr. Fenster machen auf Netbooks wenig Sinn. Die Anwender wollen keine 5 Programme gleichzeitig ausführen und sehen. Das ist nicht der Einsatzzweck eines kleinen, mobilen Computers.

Wenn man das verstanden hat, muss man zurück treten, neu nachdenken und dabei kann dann sowas rauskommen:



Klar, zu früh das abschließend zu beurteilen. Es ist nur 'ne Demo. Aber im Prinzip schon *viel* besser als Vista (oder XP) auf den kleinen Bildschirm zu quetschen. Ich bin auch gespannt, was und wie Apple das Problem angeht (falls da überhaupt was kommt von Apple)

Update (11:25):

Quelle vergessen:
Heise: Linux für Netbooks Moblin 2.0 mit neuer Oberfläche

Zahl des Tages (20.05.09): 53

Also meine Meinung zur BAFin dürfte bekannt sein. Ich nenn es jetzt mal nett "Zahnloser Tiger".

Die FDP hat eine kleine Anfrage gestellt und wollte wissen, wie oft die BAFin die deutschen Banken überprüft hat und welche Ergebnisse das ergeben hat. Seit 2003 gab es

53

Prüfungen.

Wirklich gefunden hat die BAFin dabei wohl nichts. Und dabei waren die Banken, die sich heute als besonders kritisch herausstellen (HRE, Commerzbank/Dresdner Bank) schon 2003 kritisch und wurden besonders intensiv unter die Lupe genommen.

Hmmm. Nichts gefunden ... Unglaublich ...

Der Artikel ist lesenswert. Auch wegen der Parallelen zu 2002/2003.

Spiegel: Finanzaufsicht prüfte deutsche Banken 53-mal

Japans BIP -4,0%

Also noch einen Tacken mehr als die 3,8% Minus, die Deutschland im ersten Quartal hinnehmen musste. Eine Annualisierung spare ich mir, ach ne, jetzt wo mir klar ist, wie das berechnet wird, mache ich das mal schnell: 0,96^4=15,5%. Der Spiegel errechnet übrigens 15,2%. Möglicherweise ist die Rechnung mit einer ungerundeten Ausgangszahl vorgenommen worden. Oder der Spiegel hat den Vergleich mit dem Vorjahresquartal und die Annualisierung durcheinander geworfen ...

Aber eigentlich ist die Annualisierung im Fall von Japan gar nicht so spannend, denn Japan ist Deutschland in einem Voraus: die straucheln schon länger ... Daher ergibt selbst der einfache Vergleich mit dem Vorjahresquartal (Q1/2008) schon ein erschreckendes Minus von 15,2%. Das Minus im Zeitraum Q2/08 bis Q1/09, was dem japanischen Haushaltsjahr entspricht, beträgt 3,5%.

Das Quartalsminus ist das größte seit dem 2. Weltkrieg, das Jahresminus das größte seit 1955. Trotzdem sind die Zahlen besser als erwartet. Der Vergleich mit dem Vorquartal wurde mit -4,4% , der Vergleich mit dem Vorjahresquartal bei -16,5% gesehen.

Sehr offensichtlich, dass die exportorientierten Nationen am stärksten leiden.

Japan posts record GDP drop, but above expectation
Spiegel: Japans Wirtschaft stürzt ab

Update (09:51)

Das Handelsblatt hat auch das Minus von 15,2% als annualisiertes Minus. Die Darstellung im Spiegel scheint also zu stimmen.

Handelsblatt: Japans Wirtschaft bricht drastisch ein

Update (10:15):

Bloomberg macht's klar. Die Version von Marketwatch ist falsch. Das Jahresminus beträgt "nur" 3,5%. Die Zahl ist aber etwas sehr positiv und die kann ich fast nicht glauben. Denn das 4. Quartal 2008 war ähnlich schlecht wie das Q1/09. Und dann kann fast nicht nur ein Minus von 3,5% herauskommen.

Bloomberg: Japan Economy Shrinks Record 15.2% as Exports, Spending Plunge

Also mal zur Quelle und tatsächlich: Für das Fiskaljahr 2008 (bis Ende März 2009) beträgt das Minus nur 3,5%. Das ist dann wohl die Magie der Durchschnittsbildung. Die Zahl findet sich auf Seite 5 im PDF: GDP (expenditure approach) and its components

Aber wenn ich das richtig sehe, sind die 6,9% Minus, die in Deutschland vermeldet wurden, der Vergleich Q1/08 mit Q1/09. Wenn ich mir die Zahlen in Japan heraussuche (Real Gross Domestic Product (original series) auf der Seite ESRI: Quarterly Estimates of GDP (Reference year = 2000)) lag das reale BIP in Japan in Q1-08 bei 140.845 und in Q1-09 bei 127.210. Das ist dann ein Minus von 9,7%. Und damit deutlich mehr als die 6,9% in Deutschland.

Wer die Zahl irgendwo findet (bzw. eine andere, wenn die falsch sein sollte): Bitte einen Kommentar hinterlassen.

JA Solar verpasst *Umsatz*erwartung um 70%

OK, bei den Gewinnen passiert sowas ja manchmal. Aber beim Umsatz?!?

Statt 112 Millionen wurden es nur knapp 34. So daneben habe ich eine Umsatzerwartung schon lange nicht mehr /noch nie gesehen ... Oder kann sich jemand von Euch an sowas erinnern?

Der Verlust je Aktie kam statt mit minus 5 Cent mit minus 18.

Die Erwartung für das Gesamtjahr, die bisher 830 bis 952 Millionen Umsatz vorsahen, hat man dann auch kassiert. Kein Wunder, wenn nach einem Viertel des Zeitraums gerade einmal 4% des geplanten Umsatzes eingefahren wurden ... Aber dass man davon nicht schon mitten im Quartal etwas gemerkt und gewarnt hat, scheint nicht nachvollziehbar ...

Es wirft aber auch einen Blick auf die Solarbranche. Diese kämpft direkt zweifach mit dem Problem des Geldzuflusses. Vor einem Jahr floss das Geld noch und es wurde wie irre in neue Kapazitäten investiert und jetzt stockt der Geldfluss und es fehlt das Geld für neue Solaranlagen. Damit trifft ein wesentlich höheres Angebot auf eine wesentlich niedrigere Nachfrage. Und das in einem ziemlich desaströsen Ausmaß. Das wird noch viele Firmen in die Pleite jagen.

Ach nee, dafür wird bestimmt ein Rettungsfonds aufgelegt ...

Barrons: JA Solar Misses Q1 By Huge Margin; Won’t Hit ‘09 Target

Zahl des Tages (19.05.09): 500.000.000.000

Mal wieder eine richtig große Zahl. Natürlich aus dem Themenkomplex Finanzkrise.

Heute hat der Senat einer Erhöhung der Kreditaufnahme des amerikanischen Bankensicherungsvereins FDIC in Höhe von

500.000.000.000 (500 Mrd.) Dollar

zugestimmt. Bisher betrug die maximale Höhe der Kreditaufnahme der FDIC nur 30 Mrd. Die Erhöhung ist nur temporär, allerdings ist die langfristige Verschuldungsobergrenze auch auf 100 Mrd. erhöht worden.

Der Hintergrund ist einfach: Die FDIC muss immer mehr Banken retten. Die Rettungsaktionen werden auch spürbar teurer. Inzwischen fehlen den geretteten Banken nicht 5 oder 10% der Bilanzsumme, sondern eher 30%. (Wie eine so große Lücke bei überwachten Banken überhaupt entstehen kann, frage ich jetzt mal besser nicht). Und die Liste der geretteten (und auch der gefährdeten) Banken wird immer länger. Inzwischen werden Verluste bei den kleineren Banken von bis zu 200 Mrd. Dollar befürchtet (Handelsblatt: Kleine US-Banken könnten 200 Milliarden verlieren). Kein Wunder, dass die FDIC neues Geld benötigt. Und auch kein Wunder, dass US-Finanzminister Geithner den Pool der möglichen Empfänger des Rettungsprogramms TARP auch auf einige weitere kleine Banken ausweiten möchte (Marketwatch: Small banks can apply for TARP funds, Geithner says).

Naja, ein paar Hundert Milliarden hier, ein paar da ...

Marketwatch: House approves broad housing bill

US-Neubaubeginne auf Allzeittief

Ein (kleiner) Dämpfer für die Konjunkturoptimisten. Noch nie wurden weniger Baubeginne für neue Häuser verzeichnet als im letzten April. Die Zahlen werden seit 50 Jahren erhoben.

Erwartet wurden (für den schlauen Dieter ;-) : annualisiert) über 500.000, es wurden nur gut 450.000. Ich würde die Zahl nicht überbewerten, weil diese monatliche Zahl stark schwankt.

Außerdem ist die Zahl nicht unbedingt negativ. Sie ist zwar für die Bauwirtschaft kurzfristig nicht positiv, aber sie entlastet mittelfristig den Immobilienmarkt, weil das Angebot sinkt. Für eine Stabilisierung der Hauspreise ist eine sinkende Anzahl neuer Immobilien unerlässlich. Es könnte dem Immobilienmarkt nichts Schlimmeres passieren als viele neue Immobilien, die noch zusätzlich zu den ganzen zwangsvollstreckten "Gebraucht"immobilien den Markt fluten.

Da die fallenden Immobilienpreise immer noch *der* Auslöser für die Krise sind (auch wenn das scheinbar manchmal vergessen wird), hängt daran die Stabilisierung der Wirtschaft und des Bankensektors. Ohne Stabilisierung der Immobilienpreise wird es auch keine nachhaltige Stabilisierung der Banken und keinen Aufschwung der Konsumausgaben geben.

Marketwatch: Housing starts, permits hit record lows in April

Update (23:40)

The Big Picture: New Construction Falls 54%: Less is More

Zahl des Tages (18.05.09): 55%

Etwas anderes wirklich Spannendes habe ich heute nicht gefunden und außerdem lungert die Zahl schon lange in meinen Tabs rum ... Und die muss irgendwann raus ... Am Ende dauerte das so lange, weil ich die Zahl aus dem Artikel nie nachprüfen konnte.

Zwei Analysten der BNP Paribas haben die Bilanzen der großen europäischen Banken untersucht und sind zum Ergebnis gekommen, dass der Anteil der Derivate an den Assets bis zu

55%

ausmacht. Nur 30% sind "echte" Wertpapiere. Und wer ist gemeint? "Unsere" Deutsche Bank.
Die Konkurrenz sieht nicht wesentlich besser aus: Bei der UBS sind's zum Beispiel auch 40% Derivate und 33% Wertpapiere. Und wenn man die Derivate in Bezug zum Eigenkapital setzt, hat Barclays mehr als das Dreifache des Eigenkapitals an Derivaten, die UBS sogar fast das Sechsfache.

Das ist auf den ersten Blick ziemlich überraschend, weil die Banken doch von Risikosenkung und Deleveraging sprechen, was so gar nicht zur steigenden Summe passt. Dies lässt sich aber womöglich mit einer Besonderheit der Wertberechnung von Derivaten und der Buchführung nach IFRS erklären.

Punkt 1: Nach US-GAAP (dem in den USA üblichen Bilanzierungsstandard) kann/muss man Derivate gegeneinander verrechnen. Wenn man also einen Call und einen Put (auf das gleiche Papier) hat, bleibt netto von den beiden Positionen kaum etwas übrig. Nach IFRS hingegen bleiben die Positionen beide in der Bilanz und landen, je nachdem ob sie einen inneren Wert haben oder nicht, auf der einen oder anderen Seite der Bilanz. Nach IFRS ist die Bilanz in dieser Hinsicht logischerweise immer länger, die Bilanzsumme also höher.

Punkt 2: Der Wert der Derivate kann auch gestiegen sein, obwohl die Anzahl der Positionen gefallen ist. Das liegt daran, dass der Wert der Derivate unter anderem von der Volatilität (=Schwankungsintensität) der zugrundliegenden Positionen abhängt. Steigt die Volatilität der Basiswerte, steigt auch der Wert der Derivate (unter der Annahme, dass sich sonst nichts ändert). Und Schwankungsintensität hatten wir in den letzten Monaten nun wahrlich.

Wenn die ganze Theorie oben stimmt, dann sollte die Höhe der Derivatepositionen im zweiten Quartal wieder deutlich zurückgehen.

FT Alphaville: CDS report: European bank’s bulging balance sheets

Ich habe bei der BNP Paribas nach dem Report gesucht, aber nichts gefunden. Auch bei der Deutschen Bank habe ich keinen Geschäftsbericht gefunden, der aktuell genug ist und die Zahlen enthielt. Ich glaube aber eher, dass ich blind bin ... Über den Hebel der DeuBa Bilanz nach IFRS vs. US-GAAP wurde auch schon in anderen Blogs diskutiert, ich finde das aber auch nicht wieder. Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.

Übrigens ist der Trend der anschwellenden Derivatepositionen nicht nur auf die Banken beschränkt. Auch in der "realen" Wirtschaft ist der gleiche Trend zu beobachten. Das macht inzwischen sogar der Ratingagentur Moody's Sorgen ... Und mit der Metallgesellschaft hat's bereits vor etwa 15 Jahren mal eine Firma (fast) zerlegt, weil sie sich völlig verfixt hatte. Und den Namen des besten Hedgefonds der Welt (6,8 Mrd. Gewinn) nenne ich besser erst gar nicht. Vor allem, weil der inzwischen nicht mehr wirklich als erfolgreich gilt ... (Was die Sorgen von Moody's nur bestätigt ...)

FTD: Derivate bereiten Moody's Sorgen

D: Nur 0,5% Minus in Q2/09?

Das ist doch mal eine positive Zahl. OK, die Zahl ist rein technisch natürlich unter Null, aber ein Minus von 0,5% wäre sicherlich ein weniger kräftiges Minus als viele es befürchtet haben. Und sie ist auch viel besser als die -3,8% für's erste Quartal 2009 (siehe: Zahl des Tages (15.05.09): -15,2%).

Die Schätzung kommt vom DIW. Zur Begründung verweist das DIW auf leicht steigende Auftragseingänge im Automobilsektor und zumindest stabilisierte Auftragseingänge bei Chemie und Maschinenbau.

Allerdings frage ich mich, ob die stark steigende Arbeitslosigkeit und die geradezu explodierende Kurzarbeit nicht doch so tiefe Löcher in den Portmonees der Verbraucher hinterlässt, dass die bislang relativ stabile private Nachfrage langsam zu bröckeln beginnt. Selbst wenn man den Job noch hat: Allein die Angst vor dem Jobverlust ist schon Grund genug, sich beim Konsum einzuschränken. Und die Angst ist in Deutschland aktuell so stark wie lange nicht mehr ...

Handelsblatt: DIW: Wirtschaft schrumpft langsamer
Handelsblatt: Wirtschaftskrise treibt die Europäer um

Musik zum Wochenende: Phoenix

Neues Album von Phoenix. Die Single gefällt mir ausgesprochen gut und nach den 30 Sekunden Amazon Anspieltipps scheint die CD das Niveau zu halten.





(Das mit dem Amazon Player ist ein Versuch. Sollte der irgendwie nerven, z.B. automatisch starten (macht er bei mir nicht), bitte Bescheid sagen.

Zahl des Tages (17.05.09): 42

Ich gebe zu, die heutige Zahl des Tages dürfte die sinnloseste und zusammenhangsloseste Zahl des Tages ever sein ... Denn dass die 42 heute kommt, dürften Stammleser schon erwartet bzw. befürchtet haben ...

Denn heute hat mein Verein die Malocherschicht Teil 2 erfolgreich abgeschlossen und hat mit

42

Punkten die 2. Liga gehalten. Freude pur (und ich konnte nicht hin, weil meine Nichte Erstkommunion gefeiert hat; war aber auch schön).

Schon eine Sensation (und direkt die zweite in Folge nach dem Durchmarsch im letzten Jahr)! Wir waren der Absteiger Nummer 1 (vielleicht mit Ahlen (wie RWO superkleiner Etat) und dem FSV Frankfurt (wie RWO vor 2 Jahren noch in Liga 4). Aber dadurch stimmten vom ersten Tag an der Einsatz und die Konzentration. Bei RWO war immer klar, dass es nur über Kampf und Einsatz gehen kann und nicht über Schönspielen.

Zum Abschluss ein paar Bilder aus dem Stadion heute.



Gut, das nächste Jahr wird noch schwieriger. Mit Wehen und mglw. Osnabrück schießen sich ja dieses vielleicht direkt zwei Vereine zwei Jahre nach dem Aufstieg aus der Liga.

Und wie viele wissen, ist

42

ja auch die Antwort auf das Leben, das Universum und den Rest. Das sagt ja schon seit ganz langem Douglas Adams, bevor Google die Antwort übernommen hat. Was liegt näher, als die neue, angeblich den Inhalt einer Seite verstehende Suchmaschine Wolfram Alpha mal zu testen. Und siehe da: 42. Bei Google.de geht das gar nicht (meinten Sie *dem* Rest; grrr), aber im Englischen geht's immerhin.

Und wem das jetzt alles zu doof war: Zur Entspannung etwas Musik.



Der Song heisst (welch Überraschung!)

42

und ist auch in einer Version auf dem neuen, kostenlosen Live-Album Leftright von Coldplay. Und damit bekommen die harten (Durch)Leser dann doch noch was Sinnvolles: Ein schönes Album für lau:

Zum Download von Coldplays Leftright

(Auch wenn der Hinweis glaube ich wirklich überall stand ... Die E-Mail muss man übrigens nicht eingeben ...)


Update (18.05.09)

Zu Wolfram Alpha:

how many roads must a man walk down before you can call him a man?

gefunden über: Spaß mit Wolfram Alpha, Fun with Wolfram Alpha

Google ist geschlagen ;-)

Aber die wirklich wichtigen Fragen kann Alpha auch noch nicht beantworten ...

Wer ist die Macht vom Niederrhein? oder Is there a god?

Wobei ... Eine Frage ist ja klar zu beantworten ...

Update 2 (18.05.09)

Es war zu erwarten:
Mashable: Top 10 Wolfram Alpha Easter Eggs
Mashable: 10 Even Better Wolfram Alpha Easter Eggs

Und in einem Wettbewerb hat Wolfram Alpha schon gewonnen: Die haben *definitiv* die coolste Überlastungsmeldung ever:

"I'm sorry Dave. I'm afraid I can't do that."



Den Film muss ich auch mal wieder in den Spieler werfen ...

Update (04.06.09):

Und es wird noch fleissig weitergesammelt:

Gizmodo: Wolfram Alpha Is Actually a Frustrated Stand-Up Comedian

Zahl des Tages (16.05.09): 22.000.000.000

Es scheint, als schwappten die Wellen der aktuellen Krise gerade wieder über einen weiteren Damm. (Auch wenn die Börse gerade die Welt ausschließlich in Rosa malt). Der Damm, der dieses Mal überspült wird, steht vor dem Versicherungpolder ...

Aus den vielen umfangreichen Rettungsprogrammen (konkret TARP) werden gerade

22.000.000.000 (22 Milliarden) Dollar

für die US-Versicherungsbranche bereitgestellt.

Das Geld soll an Hartford Financial, Prudential, Lincoln National, Principal Financial, Ameriprise Financial und Allstate Corp gehen. Wer wieviel bekommt, scheint noch nicht festzustehen.

Warum jetzt auch die Versicherer kritisch sind bzw. sein sollen, weiss der Teufel. Angeblich soll das Vertrauen der Anleger gestützt werden. Man redet auch von einer Stabilisierung der Rentenmärkte, an denen die Versicherer traditionell ein großer Nachfrager sind. Stützt die US-Regierung hier über einen Umweg vielleicht einfach nur die Nachfrage nach den eigenen Staatsanleihen?!? Irgendjemand muss die ganzen Milliarden, ach was Billionen, ja kaufen ...

Barry Ritholtz von The Big Picture fragt sich schon, wer denn noch alles Geld vom Steuerzahler (auf Deutsch gesagt) in den A**** geblasen bekommen soll. Und fordert viel stärkere Konsequenzen für die Firmen, die das Geld bekommen, unter anderem einen Rücktritt des Vorstands.

The Big Picture: Why Are We Bailing Out Insurers?

Marketwatch: Six insurers cleared to accept TARP money

FTD: US-Versicherer bekommen Milliarden

NEU!e Musik zum Wochenende

Habe gerade im Spiegel gelesen, dass in etwa drei Wochen ein NEU! Tributalbum erscheint. Wenn man sich anschaut, wie viele der Bands und Künstler, die ich gut finde (Joy Division, Radiohead, Stereolab, ...), auf NEU! als große Inspirationsquelle verweisen, muss ich NEU! eigentlich auch gut finden. Und das finde ich auch ...



Eine der Bands, die sicherlich am direktesten nach NEU! klingt, ist Stereolab. Die, traurige Nachricht für mich, sich scheinbar aufgelöst haben. Am 2.4., meinem Geburtstag. Offiziell hieß es zwar "Hiatus", aber das könnte durchaus endgültig sein. Ist bei einer Band aber doch nicht so schlimm, denn die alten Veröffentlichungen nimmt mir ja keiner und die letzten waren dann auch nicht mehr so dolle ...

Daher was Altes und wahrscheinlich das "NEU!igste" Lied von Stereolab:



Spiegel: Hofknicks vor den Krautrock-Königen

Verschluckt sich Barclays am Lehman-(Teil-)kauf?

Hmmm, letzten Herbst habe ich den Kauf von großen Teilen von Lehman durch Barclays "(womöglich voreilig) unter Schnäppchen einsortiert" (Barclays kauft Lehman-Kerngeschäft für 200 Millionen Euro). Jetzt zeigt sich, dass die Vorsicht, mit der ich das "womöglich voreilig" in den Satz eingebaut habe, wohl angebracht war.

Barclays hatte bis vor Kurzem nur den Verkauf der ETF-Tochter iShares geplant, denkt anscheinend aber inzwischen über den Verkauf der gesamten Vermögensverwaltung inkl. iShares nach. Eigentlich hat Barclays iShares sogar schon verkauft, hat aber bis Mitte Juni eine "Nachverkaufsmöglichkeit".

Die spannende Frage dabei ist nun, ob Barclays verkaufen will oder verkaufen muss. Denn eigentlich ist die Vermögensverwaltung einer der interessantesten Bereiche im Bankgewerbe. Da sitzen die reichen Kunden, da gibt es noch brauchbare Gebühren, dort ist relativ krisenfest Geld zu verdienen. Eigentlich eher eine Abteilung, die man zum Tafelsilber zählen würde. Da fragt man sich schon, warum gerade dieser Bereich aufgegeben werden soll ...

Handelsblatt: Barclays prüft historischen Schritt
Marketwatch: Barclays in talks over sale of BGI unit

Update (16:40)

Mit einem Erlös von mindestens 6 Mrd. Euro wäre das übrigens der größte Verkauf in der Vermögensverwaltungsbranche aller Zeiten. Angeblich soll es auch schon einen heißen Interessenten geben: Blackrock.

FTD: Barclays erwägt Milliardenverkauf

Update (16:45)

Marketwatch findet den Zug "vertretbar". Geht die Konjunktur weiter runter, ist ein Verkauf jetzt wahrscheinlich klug, kommt jetzt die Erholung, wäre der Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt eher dumm.

Unabhängig davon frage ich mich, ob Barclays nicht vielleicht doch besser auf das Garantieprogramm von Großbritannien zurückgegriffen hätte.

Marketwatch: Barclays' move to sell family silver is defendable

Erster Überfall auf die Bad Bank!

:-)

Schandmaennchen: Erster Bad Banküberfall:

Zahl des Tages (15.05.09): -15,2%

So, das war zu befürchten. 3,8% Minus im BIP im Vergleich zum Vorjahrquartal, 6,9% im Vergleich zum Vorjahresqaurtal. Ein Desaster mit historischem Ausmaß: 3,8% Minus zum Vorquartal gab es noch nie, 7% Minus im Laufe eines Jahres zuletzt 1970.

Jetzt muss man bedenken, dass die deutsche Berechnungsweise das wirkliche Minus zum Vorquartal berechnet (bzw. veröffentlicht), nach der amerikanischen Version das Wachstum aber auf 1 Jahr hochgerechnet wird. Also muss man die Zahl noch mit 4 multiplizieren und landet dann bei kaum vorstellbaren

-15,2%.

Wuah.

Wir sind Island :-(

Tagesschau: Talfahrt ohne Beispiel

Update (11:28)

Habe im ersten Abschnitt eine Korrektur eingebaut und leicht ergänzt.

Außerdem als Vergleich:

Minus zum Vorquartal in Spanien: 1,8%
Minus zum Vorquartal in Frankreich: 1,2%
Minus zum Vorquartal in den Niederlanden: 2,8%
Minus zum Vorquartal in Italien: 2,4%
Minus zum Vorquartal in Österreich: 2,4%
Schnitt EU: -2,5%

Minus zum Vorquartal in den USA: 1,5% (Zahl des Tages (29.04.09): -6,1%)

Ich schätze, ich muss hier wirklich Island, Singapur oder was aus dem Baltikum ergänzen, um ähnlich schlimme Zahlen zu bekommen ...

Handelsblatt: Deutsche Wirtschaft stürzt brutal ab

Update (11:43)

Dass man nach Osten schauen muss, um noch schlimmere Zahlen zu finden, war keine falsche Annahme ...

Minus zum Vorquartal in

Estand: -6,5%
Litauen: -9,5%
Slowakei: -11,2%
Lettland: -11,2%

Eurostat: BIP in der Eurozone und in der EU27 um 2,5% gefallen

Update (16.05.09)

In Japan werden 16% Minus (annualisiert) erwartet.

Japan Times: Record 16% dip forecast for quarterly GDP

Update (19.05.09):

Meine Rechung mit 4*3,8 ist wahrscheinlich falsch, weil man das geometrisch auf's Jahr hochrechnen muss. Also 0,962*0,962*0,962*0,962 und dann kommt man auf 0,8564, also ein Minus von 14,4%.

Ich war mir zwar ziemlich sicher, dass die Annualisierung auf Basis der absoluten Änderung gemacht wird. Aber eigentlich ist das auch unlogisch, denn Wachstumsänderungen müssen eigentlich immer wie im geometrischen Mittel errechnet werden.

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