Zahl des Tages (31.08.09): 50

Nach der Horrorzahl von gestern (Zahl des Tages (30.08.09): 10.473.000.000.000) möchte ich den Pendel in Richtung Pessimismus heute nicht zu weit ausschlagen lassen und bringe daher mal wieder was Positives.

Es ist zwar keine der wirklich wichtigen Zahlen, aber ein Wert von

50

ist beim Chicago Purchasing Manager Index schon spannend, weil die 50 die Schwelle zwischen wachsender und schrumpfender Wirtschaft in der Region anzeigen soll. In normaler Sprache bedeutet die 50, dass genausoviele Einkaufsmanager in der Region Chicago optimistisch wie pessimistisch sind.

Allein die Tatsache, dass ein solches "Unentschieden" wie ein Sieg gewertet wird, zeigt, wie tief die Krise vorher war. Im Vormonat lag der Wert noch bei gut 43, davor noch niedriger. Damit hat der Chicago PMI wieder den Stand vom letzten Herbst erreicht - allerdings war auch damals schon Rezession, was der Optimist gern einmal verdrängt ...

Die Auftragseingänge liegen schon wieder über 50, die Arbeitsmarktkomponente aber weiterhin unter 40. Neue Arbeitsplätze sind so schnell also nicht zu erwarten. Das wäre für eine nachhaltige Stabilisierung aber nötig.

Morgen kommt mit dem ISM Index ein Index mit ähnlicher Bedeutung. Für alle Werte zwischen 50 und 52 ist keine neue Interpretation notwendig, es gilt das oben gesagte.

Marketwatch: Chicago PMI surprises to upside

Zahl des Tages (30.08.09): 10.473.000.000.000

Gebt es doch zu. Ihr seid nur wegen den neuesten Horrorzahlen hier. Also gibt's hier Horrorzahlen ;-) (auch wenn die Zah, um die es geht, so horror ist, dass sie schon relativ breitgetreten wurde).

Oberhausens neuer Oberbürgermeister mit

47,4%

heißt wieder Wehling. Ach nee, es ging um etwas anderes ...

Der Chefvolkswirt der Commerzbank Jörg Krämer hat versucht, den bisherigen Gesamtschaden der Wirtschaftskrise zu errechnen. Dabei kommt es auf die durchaus beachtliche Summe von

10.473.000.000.000 (10,5 Billionen) Dollar.

Das ist um einiges höher als die bisherigen Schätzungen von IWF u.a. (siehe unten).

Wie setzen sich die 10,5 Billionen zusammen? 1,6 Billionen betragen die direkten Verluste am Finanzmarkt. Um gut 4,6 Billionen Dollar sind die Werte der Immobilien vor allem in den USA und Großbritannien gesunken. Der dritte große Batzen sind die 4,2 Billionen, um die die Weltwirtschaft dieses Jahr nicht gestiegen ist.

Inwieweit das jetzt eine richtige Rechnung ist oder ob der dritte Batzen wirklich sinnvoll errechnet werden kann, lasse ich (auch angesichts der Uhrzeit) mal offen. Die Kommentarfunktion soll ja auch einen Sinn haben.

Welt: Finanzkrise vernichtete bislang 10,5 Billionen Dollar

Die Geschichte der Schätzungen:
8.4.2008, IWF: Wer bietet mehr? Der IWF bietet 1 Billionen Dollar.
7.7.2008, Bridgewater Associates: Wer bietet mehr? Folge vom 7.7.08 ...
2.8.2008: Nouriel Roubini: 2 Billionen Dollar Verluste durch die Kreditkrise
7.10.2008, IWF: 945 1400 Mrd. Dollar Schaden
28.10.2008: Bank of England: Notenbank erwartet 2,8 Billionen Dollar Verlust
21.1.2009: Nouriel Roubini: 3,6 Billionen Dollar
28.1.2009: IWF: 2,2 Billionen Schaden
6.4.2009: IWF: 4 Billionen Dollar Schaden
30.08.2009: Commerzbank: 10,5 Billionen Dollar Schaden

Zahl des Tages (29.08.09): 106

Was soll am Samstag anderes kommen als die Bankenpleiten der Vornacht ...

So let's go ...

US-Bankenpleite Nr. 104:

Name: Bradford Bank,
Sitz: Baltimore, Maryland,
Assets: 452 Millionen Dollar,
Käufer: Manufactureres and Trades Trust Company, Buffalo, New York
Schaden für die FDIC: 97 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 114

FDIC: Manufacturers and Traders Trust Company, Buffalo, New York, Assumes All of the Deposits of Bradford Bank, Baltimore, Maryland

US-Bankenpleite Nr. 105:

Name: Mainstreet Bank,
Sitz: Forest Lake, Minnesota,
Assets: 495 Millionen Dollar,
Käufer: Central Bank, Stillwater Minnesota
Schaden für die FDIC: 95 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 38 (rot).

FDIC: Central Bank, Stillwater, Minnesota, Assumes All of the Deposits of Mainstreet Bank, Forest Lake, Minnesota

US-Bankenpleite Nr. 106:

Name: Affinity Bank,
Sitz: Ventura, California,
Assets: 1.000 Millionen Dollar,
Käufer: Pacific Western Bank, San Diego, California
Schaden für die FDIC: 245 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 115 (orange).

FDIC: Pacific Western Bank, San Diego, California, Assumes All of the Deposits of Affinity Bank, Ventura, California

(damit hat die Todesliste Nr. 2 an diesem Wochenende wieder drei von drei Treffern. Nicht schlecht, für eine Liste, die am Anfang der Krise erstellt wurde ...)

Zahl des Tages (28.08.09): 1.024.002.160.000

Schon wieder eine Zahl vom US-Immobilienmarkt. Ich habe schon verzweifelt getwittert und nach Ideen Ausschau gehalten, aber nichts wirklich Spannendes zum Thema Wirtschaft gefunden.

Außer einigen Schätzungen zur Anzahl der "Under-Water"-Hypotheken und einer Zahl zu den gewerblichen Hypotheken war da nichts. Also nochmal USA, nochmal Hypotheken (bloß nicht die Serie reißen lassen).

Ich bin diese Woche schon einmal auf den gewerblichen Teil des US-Immobilienmarkts eingegangen und habe auf den immer noch anhaltenden Preisverfall hingewiesen und auch auf die Tatsache, dass die Gesamtminus dort inzwischen größer ist als bei den privaten Immobilien (Zahl des Tages (26.08.09): -36%).

Was in dem Posting fehlte, war die Größe des Markts. Zwar habe ich immer noch keine Gesamtgröße auftreiben können, aber immerhin eine Liste der größten Banken und der Höhe der ausstehenden Hypotheken habe ich gefunden.

Die Liste wird angeführt von der Bank of America, die

1.024.002.160.000 (1 Billionen) Dollar

Hypotheken ausstehen hat.

Auf Platz 2 steht Wells Fargo, die 888.722.000.000 Dollar Hypotheken vergeben hat. JP Morgan Chase hat 722.647.000.000 und die Citigroup 685.584.000.000 Hypotheken an gewerbliche Kreditnehmer ausstehen.

Alle vier Banken haben das Exposure deutlich erhöht, wobei man bedenken muss, dass die Zahlen nicht vergleichbar sind, weil lustig gemerged wurde.

Trotzdem: Bei allen Banken dürften 30% Verluste bei den oben genannten Hypotheken das Eigenkapital mehrfach auffressen. Da muss man erst gar nicht in die Bilanz schauen. Und das schaffe ich auch nicht mehr, denn ich muss jetzt auf eine Party. Wobei "muss" nicht wirklich das passende Wort ist :-)

The Big Picture: Bank Holding Companies Ranked by Commercial Real Estate Loans

Ach so der eine Hinweis an dieser Stelle schadet nicht: Die Lücke, die sich bei der Abwicklung von Banken bei der FDIC auftut (siehe Zahl des Tages (17.08.09): 747), macht wenig Hoffnung, dass die Bilanzierung der oben genannten Hypotheken dem wahren Wert entspricht ...

Zahl des Tages (27.08.09): 416

Manchmal wird mir die Zahl des Tages geradezu auf dem Tablett serviert. Auch kommt sie ziemlich genau einmal in der Woche von der FDIC, allerdings eigentlich nur Freitagnacht.

Am heutigen Donnerstag gab es vom US-Einlagensicherungsfonds FDIC den Bericht für das zweite Quartal. Darin zwei Zahlen, die wie erwartet schlimm ausfielen.

Die Zahl der "gefährdeten" Banken ist in nur einem Quartal um mehr als 100 auf

416

gestiegen.

Die Gesamtassets der "troubled banks" stiegen ebenfalls von 220 auf 299,8 Milliarden Dollar.

Im 2. Quartal haben die 8.106 der FDIC angeschlossenen Banken einen Gesamtverlust von 3,7 Mrd. Dollar eingefahren. Die Bilanzsumme liegt übrigens bei insgesamt 9,3 Billionen Dollar.

Die Reserven der FDIC selber gingen (wenig überraschend) weiter zurück. Pleite ist die FDIC aber noch nicht, auch wenn es ein Spreadsheet gibt, dass das behauptet (Pleite geht die FDIC eh nicht, weil sie im Notfall auf 500 Mrd. Dollar Sondervermögen bei der Notenbank zugreifen kann). Die FDIC und der DIF (das ist der eigentliche Fonds) besitzen noch gut 42 Mrd. Dollar.

Wenn man sich aber die Ausfallraten anschaut, die in letzter Zeit eher über 25% der Assets der ausgefallenen Bank lagen (siehe Zahl des Tages (17.08.09): 747), reichen die 42 Mrd. aber auch nicht (25% von 300 Mrd. macht 60 Mrd. Ausfälle), sollten alle Banken von der Troubled Bank Liste Pleite gehen.

Wie eng die Lage ist, zeigt auch die Grafik:



Die Reserven des DIF liegen bei nur noch 0,22% der versicherten Assets. Dass das nicht viel ist, sieht man schon auf den ersten Blick.

FDIC: FDIC-Insured Institutions Lost $3.7 Billion in the Second Quarter of 2009
FDIC: Number of troubled banks rises to 416

Die FDIC wird wohl über eine Erhöhung der Beiträge die Reserven auffüllen müssen. Im Gespräch ist eine Sonderzahlung von 5 Cent je 100 Dollar versicherter Assets. Da die Banken das kaum selber aus ihren (aktuell nicht vorhandenen) Gewinnen zahlen werden, bedeutet das wohl weiter steigende Kosten für die Kunden ...

Marketwatch: Bank fees going up

US-BIP Q02/09: -1,0% (2. Schätzung)

Nix dran verändert; -1,0% wie bei der ersten Schätzung. Sollte sich in den Details was Spannendes verstecken, mach ich noch ein Update.

Erwartet wurde übrigens eine Korrektur nach unten, die aber ausblieb. Also ganz unspannend ist die Nachricht schonmal nicht ...

Marketwatch: U.S. GDP falls 1% in second quarter

Nochmal zu den Solarschulden ...

Die Nachdenkseiten veröffentlichen heute zwei Leserbriefe zum Thema Solarschulden. Da ich das Thema auch schon hatte (Zahl des Tages (24.08.09): 77.000.000.000), würde ich darauf gerne antworten, aber dahinten kann ich keine Komentare hinterlassen ... Aber wofür hat man ein eigenes Blog ...

Die Leserbriefe stehen hier:
Nachdenkseiten: Anmerkungen und Daten zu “Solarsubventionen sprengen Prognosen”

Ein paar Ausschnitte:

"2006 wurden in Deutschland ca. 560 Milliarden kWh verbraucht. Angenommen, das bliebe über die nächsten 20 Jahre konstant, dann würden 20 Milliarden Euro zusätzlich 20/(560*20 Jahre) Euro/(kWh/Jahr) = 0,001786 €/kWh extra kosten, also nicht mal 0,2 Cent mehr. (Lesehilfe KR: Die Zusatzkapazitäten sollen insgesamt 20 Mrd. € kosten und in 20 Jahren abbezahlt werden. Also eine Mrd. € je Jahr. Je Jahr werden 560 Mrd. kWh Strom verbraucht. Die Preiserhöhung beträgt somit 1 Mrd. € je 560 Mrd. kWh = 1/560 €/ kWh = 0,0018 €/kWh = 0,18 Cent/kWh.)"

Die Argumentation ist einfach: Es gibt kaum Solarzellen und wenn man die paar Euro Förderung auf alle Stromabnehmer umlegt, dann bleibt kaum was übrig. Also who cares? Das kann man auch gut so argumentieren, aber umgekehrt wird natürlich auch ein Schuh raus: Kaum Fotovoltaik heisst dummerweise auch kaum CO2 Einsparung ...

Allerdings hat die Argumentation von oben natürlich einen größeren Fehler: Sie argumentiert mit Zahlen von 2006, die Studie des RWI hingegen rechnet die Flächen bis 2013(!) hoch und auf diesem Niveau auch die Solarschulden. In meinem Artikel stehen die Wachstsumzahlen: "2008 wurden aus dem erwarteten 700 Megawatt neuer Fotovoltaikanlagen 1.500 und für 2009 liegt die Prognose sogar bei 3.000 Megawatt." Spätestens jetzt wird deutlich, dass man nicht mit Zahlen von 2006 argumentieren kann, dazu wächst der Markt einfach zu kräftig.

Wieso der Leserbreif mit 20 Mrd. Solarschulden argumentiert, weiss ich auch nicht, die aktuelle Studie des RWI hat ja anscheinend 77 Mrd. errechnet.

Dann kommt eine Anmerkung über die Peakleistung, die ich aber nicht beurteilen kann, weil ich die RWI Studie nicht kennen (liegt ja offiziell noch nicht vor).

"Auf der einen Seite zu behaupten, die Gewinnspanne der Solarmodulproduzenten sei zu hoch, die sinkenden Preise würden nicht weitergegeben, daher müsse die Vergütung sinken, und im selben Atemzug die drohende Abwanderung der Arbeitsplätze nach Fernost aufgrund zu starker Konkurrenz an die Wand zu malen, ist doch widersprüchlich."
Das ist dann so spannend, weil hier ein Widerspruch konstruiert wird, der keiner ist. Es fehlt nämlich die Dimension "Zeit". Es kann nämlich sehr wohl sein, dass man 2005 bis 2007 eine Branche mit überhöhten Gewinnmargen verwöhnt hat, die Chinesen das merken, anfangen zu investieren. 2008 kommen die Chinesen auf den Markt und verdrängen die deutschen Hochpreishersteller vom Markt. Dieser Wechsel von "Branche mit überhöhten Einspeisevergütungen vollpumpen" hin zu "Branche krepiert unter der neu geschaffenen Produktionskapazität" kann schnell gehen. Wie schnell sehen wir gerade (und ich gebe zu, dass selbst mich die Wucht des Umschwungs überrascht).

Das Argument, dass es die Verbesserungen der Solarzellen nicht gegeben hätte, wenn es keine Einspeisevergütung gäbe, ist zwar eine ganz nette, aber am Ende leider unbelegbare Behauptung. Dagegen könnte ich (genauso unbelegbar) behaupten, dass man die 10 oder 20 Mrd., die bisher investiert wurden und die weniger als 1% des Stroms erzeugen, besser in die Forschung gesteckt hätte und erst jetzt mit der Produktion beginnen sollte.

Die Firma FirstSolar in den USA zeigt, dass es sehr wohl Firmen geben kann, die den Quantensprung in den Kosten ganz ohne Einspeisevergütung schaffen können. Weil sie sich nicht an den 40 Cent orientieren, sondern an den 10, die der Strom heute in den USA kostet.

Die alles entscheidende Frage muss doch sein, wie hoch man die Einspeisevergütung macht. Diese darf nicht so hoch sein, dass alle - auch die schlechten - Produzenten auf dem Markt bleiben. Die Förderung muss fordern! Sie darf natürlich auch nicht zu niedrig sein.
Aber ich habe in meinem Posting (und das war ja auch der eigentliche Anlass für's Schreiben) einen Vorschlag für die Anpassung der Vergütung gemacht. Einfach die Förderung jedes Jahr um x% zu senken, ist offensichtlich nicht so sonderlich sinnvoll oder intelligent ... Ich erzeuge so den oben beschriebenen Boom'n'Bust Zyklus. Mit allen negativen Folgen ...

Man sollte auch immer bedenken, dass eine Senkung der Erzeugungskosten von 55 Cent auf jetzt unter 40 Cent sich zwar wenig dramatisch anhört, es aber doch ist. Warum? Weil der normale Strom schließlich auch schon 20 Cent kostet. Man darf also nur die Differenz berücksichtigen, denn ab 20 Cent brauche ich theoretisch gar nicht mehr fördern. Ziehe ich diese 20 Cent ab, komme ich auf eine Senkung von 35 auf 20 Cent. Mithin nahezu eine Halbierung. Mit jedem Euro Förderung kann ich heute die Installation der doppelten Fläche Solarzellen anschieben. Wenn die Kosten auf 30 Cent sinken sogar fast die dreifache Menge! Es ist also schon entscheidend, wann ich wie viel Geld in Forschung (und mglw. andere Energiesparmaßnahmen) stecke und wann in die Produktion. Meiner Meinung nach wurde viel zu früh viel zu viel Geld in die Produktion gesteckt. Und zu wenig in die Forschung.

Das EEG ist in der Idee schon gut (auch wenn es die Kosten verschleiert und zusätzlich noch in die Zukunft schiebt). Die Ausgestaltung und insbesondere die Anpassung der Vergütung ist aber - sorry - dumm.

Update (02.09.09):

An die Leser, die über die Nachdenkseiten hier her gefunden haben: Ich habe noch einen Artikel zum Thema geschrieben: Zahl des Tages (01.09.09): 0,245889%

Ich freue mich übrigens immer auf eine spannende Diskussion!

US-Neubauverkäufe 07/09 +9,6% - Lagerbestand runter

Die Neubauverkäufe, die allerdings nur etwa 15% des Gesamtmarkts darstellen (die gebrauchten Immobilien sind wesentlich wichtiger), sind im Juli um 9,6% gegenüber dem Juni gestiegen. Das ist an und für sich schon eine positive Zahl, auch wenn der Fehler in der Zahl extrem hoch ist (+/- 13,4%, sprich selbst ein Plus von knapp 10% ist noch kein sicheres Zeichen für ein wirkliches Plus). Übrigens wurden die Zahlen für April, Mai und Juni allesamt nach oben korrigiert.

Wichtiger aber, dass der Lagerbestand auch gesunken ist und das sogar absolut (von 280.000 auf 271.000). Bei gleichzeitg steigenden Umsätzen ist der Lagerbestand in Monatsumsätzen gerechnet kräftig gesunken und liegt jetzt nur noch bei 7,5 Monaten. Das ist bemerkenswert niedrig! Am Anfang des Jahres lag der Wert noch bei über 12! 7,5 Monate sind schon wieder ein Niveau, das man als "normal" bezeichnen könnte.

Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass die sinkende Anzahl der Neubaubeginne von den Medien oft negativ bewertet wurde, weil das ja kein gutes Zeichen für den Immobilienmarkt sei. Das ist aber falsch. Denn eine Stabilisierung kann nur dann kommen, wenn Angebot und Nachfrage wieder ins passende Verhältnis kommen. Und was kann da hilfreicher sein, als wenn niemand mehr neue Häuser baut?

Außerdem ist die Zahl nicht unbedingt negativ. Sie ist zwar für die Bauwirtschaft kurzfristig nicht positiv, aber sie entlastet mittelfristig den Immobilienmarkt, weil das Angebot sinkt. Für eine Stabilisierung der Hauspreise ist eine sinkende Anzahl neuer Immobilien unerlässlich. Es könnte dem Immobilienmarkt nichts Schlimmeres passieren als viele neue Immobilien, die noch zusätzlich zu den ganzen zwangsvollstreckten "Gebraucht"immobilien den Markt fluten.
(Quelle: US-Neubaubeginne auf Allzeittief)

Und jetzt sehen wir genau diese positive Auswirkungen der Zurückhaltung bei den Baubeginnen, die in den letzten 6 Monaten geradezu extrem war ...

Da die absolute Anzahl der zum Verkauf stehenden Immobilien auf dem niedrigsten Stand seit über 15 Jahren ist, kann ich mir beim besten Willen keinen großen Einbruch bei den Neubauten mehr vorstellen. Dazu ist das Angebot einfach zu knapp. Der andere Teil des Marktes (Gebrauchtimmobilien) mag sich anders verhalten ...

Marketwatch: New-home sales jump nearly 10% in July

Oder direkt von der Quelle:

Census.gov: NEW RESIDENTIAL SALES IN JULY 2009 (PDF!)

UK Immobilienpreise 08/09: +1,6% Vm (Vj: -2,7%)

Kurz etwas zum Immobilienmarkt in Großbritannien. Ich habe über die Stabilisierungsansätze schon berichtet und diese scheinen sich nicht als Fehlsignal herauszustellen. Auch im August gingen die Preise weiter nach oben. Zumindest hat das Nationwide berechnet, der Index, den ich bevorzuge.

Die Preise sind um 1,7% im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Wie deutlich die Stabilisierung ist, sieht man am Vorjahresvergleich. Das Jahresminus liegt bei nur noch 2,7%, vor ein paar Monaten lag das noch bei 15%.

Creditwritedowns: Nationwide: UK house prices rise for fourth month

oder direkt von der Quelle:

Nationwide: House price bounce extends into August

Update (13:46)

Noch etwas Analyse (und Verwunderung) dazu von FT Alphaville.

FT Alphaville: Land of the distressed buyer

Sehr überraschend der Durchschnittszins der ausstehenden Hypotheken: Der soll bei nur noch gut 3% nach mehr als 5 im Vorjahr liegen? Kein Wunder, dass die Briten jetzt wieder kaufen ... Bei einem Hypothekenzins von 3% kann sich ja jeder Dödel ein Haus leisten ...

(Haben die in UK nur variabel verzinste Hypotheken oder wieso reagiert der Zins so schnell ?!?)

Digg Geithner Interview fertig

Ich hatte ja darauf hingewiesen und ihr habt sicherlich fleissig Fragen abgegeben und hochmoderiert, gell?

Noch Fragen? Zum Beispiel an US-Finanzminister Geithner?

Jetzt ist das Interview fertig. Viel Spaß dabei!

The Wall Street Journal Presents Digg Dialogg with Timothy Geithner

(hab's selbst noch nicht gesehen)

Zahl des Tages (26.08.09): -36%

Wenn ich hier über den US-Immobilienmarkt schreibe, dann (aus Zeitgründen leider) fast nur über den privaten Teil und nicht über den kommerziellen. Dabei ist dieser natürlich auch riesig.

Konstruiert ist der Markt ähnlich, das heißt ein großer Teil wird über Schulden finanziert, die verbrieft wurden (Commercial Mortgage Backed Securities CMBS). Kommen hier die Preise unter Druck, werden auch diese Wertpapiere zunehmend wackliger.

Also lohnt ein Blick auf die Preisentwicklung der Immobilien: -1% im Juni gegenüber dem Vormonat, -27% gegenüber dem Vorjahr und

-36%

gegenüber dem Hoch im Oktober 2007.

Der Preisverfall in diesem Markt ist also noch stärker als bei den privaten Immobilien.

Bloomberg: Commercial Property Values Fall as Rent Drop Forecast (Update1)

Da bleiben natürlich auch die Folgen nicht aus. Die Preise fallen, die Hypotheken wackeln, die Ausfallraten steigen:

18,78 Mrd. Dollar Ausfälle im Mai (2,275% Ausfallrate), 23,85 Mrd. Dollar (bzw. 2,92%) im Juni und 25,68 Mrd. Dollar im Juli (3,135%).

ZeroHedge: Excluding GGP Trickery, CMBS Delinquencies Hit Another Adjusted Record High Of $30.5 Billion For July

Das tut den Bankbilanzen trotz der extra für die CBMS aufgelegten Rettungsprogramme nicht gut ... Vielleicht kümmere ich mich in der Zukunft etwas mehr um dieses Thema ...

Lerneffekt durch die Krise? Null!

Sehr guter Kommentar in der FTD von Thomas Klau zur Finanzkrise und den völlig ausbleibenden Lerneffekt, über den ich mich auch schon aufgeregt habe.

Ein paar Zitate, aber ihr könnt auch direkt zum Artikel springen, lohnt sich:

Der öffentliche Schuldenstand in der Euro-Zone dürfte als Folge der Finanzkrise von rund 60 Prozent auf rund 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts oder mehr hochschnellen - und da erregt man sich über eine Mahlzeit?

Dass die Spitzengehälter von Spitzenmanagern speziell in der Finanzbranche in den vergangenen 20 Jahren so ungeheuer angewachsen sind, ist für sich genommen schon mehr als problematisch. Ein Skandal wird daraus, wenn eine ganze Wirtschaftselite es schafft, die enormen Verluste aus ihrem Handeln auf die Gemeinschaft abzuwälzen - ohne dass ihre eigene Position an der Spitze der Einkommenspyramide in nennenswertem Maße erschüttert oder zurückgestutzt würde. Eine solche Entwicklung ist mit den schlimmsten sozialpolitischen Exzessen vordemokratischer Zeiten vergleichbar.

Ohne Sicherheitsgurt in den nächsten Crash

Ach, lest es selbst:

FTD: Die verpasste Revolution

Kaupthinking - Yes we can (bankrupt a whole country)

OK, only with the help of two friends ahem banks.

"
We thought we could double in size. And we did. Every year for 8 years.
We thought we could increase our balance sheet. And we did. By 500% in just 3 years.
We think we can continue to grow the same way we ever have.
"


Well we may have forgotten to think about risk ...

Ein tolles Dokument, das zeigt, wie wahnsinnig die Wahnsinnigen vor der Krise waren ... Wobei der Grad des Wahnsinns nur leicht nachgelassen hat ...



gefunden über Bronte Capital: If we want to change the world – we can… we just have to think we can. Kaupthinking was beyond thinking…

Guter Zeitpunkt, noch eine spannende Geschichte nachzureichen, für die ich vor etwa drei Wochen keine Zeit gefunden habe.

Denn die Vorstände waren möglicherweise nicht nur wahnsinnig, sondern wahrscheinlich schlichtweg kriminell. Das zeigen die Ermittlungen gegen die ehemaligen Vorstände von Kaupthing, die kurz vor der Pleite nochmal lustig Geld aus der Bank gezogen haben sollen ...

Ziemlich unglaubliche Geschichte, weil man sich eigentlich nicht vorstellen kann, dass jemand davon ausgegangen sein soll, dass das nicht auffliegen würde ...

Spiegel: Kaupthing-Großaktionäre sollen Bank geplündert haben

FT Alphaville: Kaupthing’s Wikigeysir
Telegraph: SFO intensifies Icelandic banking inquiry after Kaupthing leak
Guardian: Confidential Kaupthing corporate loan details leaked on the internet

Wikileaks: Financial collapse: Confidential exposure analysis of 205 companies each owing above EUR45M to Icelandic bank Kaupthing, 26 Sep 2008

HooREy! Nochmal 7 Mrd. weg!

Abteilung kreative Überschrift ;-)

Mal wieder News zum Fass ohne Boden ...

Nochmal 7.000.000.000 (7 Mrd.) Euro für die HRE.

Skandalbank HRE braucht weitere Milliarden

und da die deutsche Qualitätspresse immer noch nicht die eigentliche Quelle verlinken kann, bekommt auch die Bild hier mal einen Link:

Bild.de: Pleite-Bank HRE ist völlig wertlos

Der Wert von Null war auch hier schon einige Male zu lesen, zum letzten Mal hier: HRE Enteignung? BS!. Mir ist schleierhaft, warum dagegen jemand klagt und warum in dem Zusammenhang von Enteignung geschrieben wird ...

Das war natürlich nicht vorhersehbar blablabla ... und der Untersuchungsausschuss wird auch garantiert knallhart hinterfragen blablabla ...

Weil's ja auch nicht schon im Oktober 2008 im Internet bei weissgarnix zu lesen war:

Weissgarnix.de: Avanti Dilettanti!

Das ganze Desaster im Rückblick in diesem Blog:
Suche nach HRE

Völlig offtopic ... Sorry ... Blue Magic Ball - taugt der was?

Ich habe gerade einen interessanten Artikel im Handelsblatt gelesen.

Handelsblatt: High-Tech-Fasern made in Germany.

Es gibt in Deutschland einen Spezialhersteller von Textilfasern (Smartfiber), der ultrafeste Fasern produzieren kann, deren Ausgangsmaterial übrigens Zellstoff ist (also kein Mineralöl). Das ist natürlich an und für sich schon toll, weil man aus einem nachwachsende Rohstoff produziert. Diese Fasern können vielen Sachen zugemischt werden, die dadurch extrem fest werden (z.B. Zahnriemen im Motor).

Andersherum kann man den Fasern, weil sie so fest sind, noch alles mögliche beimischen und erhält immer noch stabile Fasern. Mit diesen Zusätzen entstehen dann Fasern mit neuen Eigenschaften, die für ganz neue Einsatzzwecke geeignet sind.

Der Artikel machte mit einer sehr interessanten Faser auf, der eine Wachsmischung zugefügt wird. Dieser Wachs schmilzt bei einer bestimmten Temperatur und nimmt bei diesem Übergang Wärme auf. Wenn der Wachs wieder fest wird, gibt er bei diesem Übergang Wärme ab. (Ich hatte glaube ich erst vor Kurzem über eine Tasse gebloggt bzw. gezwitschert, die den Effekt nutzt, um Kaffee 20 bis 30 Minuten auf 58 Grad zu halten (weil genau da der Schmelzpunkt liegt. Ich finde den Link aber nicht wieder. Vielleicht habe ich doch nichts dazu geschrieben). Diesen Wachs (mit einem anderen Schmelzpunkt) baut man in die Faser ein und kann so ein Material produzieren, das beim Unterschreiten einer bestimmten Temperatur Wärme abgibt. Das gibt's zwar schon, aber dank der extrem festen Faser kann Smartfiber mehr Wachs in die Faser einbauen und das Zeug wärmt dann mehr. (Diesen Effekt gibt es übrigens auch in Gipsplatten zum Innenausbau zu kaufen. Der Schmelzpunkt liegt da bei 25 Grad und beim Überschreiten tritt dann ein natürlicher Klimanlageeffekt ein (natürlich nur, wenn in der Nacht zuvor das Wachs bei weniger als 25 Grad wieder fest geworden ist)).

Mich interessiert aber eine andere Faser mehr, die im Artikel vorgestellt wurde: Eine Faser, in die Silber eingebaut wird. Silber ist desinfizierend. Es wird als Nanomaterial in Kühlschränke eingebaut, die dann nicht mehr anfangen zu stinken. Es gibt Socken mit Silber, die dann nicht mehr stinken. Und Nivea hat ein Deo mit Silbernanopartikeln etc. pp. Der Effekt ist eigentlich bekannt.

Smartfiber produziert eine Faser, der vergleichsweise viel Silber beigemischt werden kann und die daher ihre desinfizierende Wirkung lange behält. Das soll dann Putz- und Spüllappen ergeben, die nie mehr anfangen zu stinken und nie mehr gewaschen werden müssen.

Noch spannender finde ich aber den Blue Magic Ball, den man in die Waschmaschine gibt und dann für desinfizierte Wäsche sorgt, die nicht mehr so schnell anfängt zu stinken (ganz ohne Parfüm o.ä.). Die Bakterien in der Kleidung werden angelich bei den heute üblichen Waschtemperaturen nicht mehr richtig vernichtet (keine Ahnung, ob die Behauptung stimm).

Jetzt meine Frage: Kennt das Teil jemand von Euch und kann das bestätigen oder mir vom Kauf abraten? Immerhin kostet das Teil 30 Euro und hält auch nicht ewig ("nur" 160 Wäschen). Daher sollte die Ausgabe schon wohl überlegt sein ...



Disclaimer: Ich bekomme Geld von jedem über die Links gekauften Produkt ab. Fantastilliarden, ihr wisst schon ...

Update (11:37)

Zufällig noch ein etwas verwandter Artikel in der FTD zu den Problemen, die deutsche Forschungs-Startups haben, wenn sie an der Schwelle zu Produktion stehen. Für die Forschung gibt es relativ einfach Geld, danach nur schwierig ... Ein Beispiel aus der Nanotech-Branche:

FTD: Kleine Zukunft für kleine Teilchen

Update (20:19):

Hab den Artikel zur Tasse wiedergefunden:

Spiegel: Tüftler entwickeln intelligente Tassen

Update (21.05.10):

Ein knappes Jahr später kann ich sagen, dass ich mir einbilde, dass die Wirkung des Teils wirklich so ist wie versprochen. Kurz: Ich war mit der Leistung des Blue Magic Balls zufrieden und habe mir heute einen neuen gekauft, weil der alte in der Wirkung nachlässt (der rote Punkt ist weiss).
Gerade für den Sommer, wenn man ja doch stärker schwitzt, lohnt sich das Teil ...

Etwas Spaß zum Abend

Ich bin heute Abend auf einem Geburtstag, daher wird nichts Spannendes mehr kommen, daher etwas Spaß auf Kosten der PC-Fraktion ...



Update (17:56):

Weil's gerade passt:

Zahl des Tages (25.08.09): +1,4%

Es sieht gut für meine Immobilienwette aus :-) Kaum abgeschlossen, schon steigen die Preise ...

Im Juni 09 sind die US-Hauspreise (was die anderen Zahlen vom Immobilienmarkt auch schon andeuteten) nach der Messmethode des Case-Shiller-Indexes um 1,4% gegenüber dem Vormonat gestiegen. Das ist das zweite Plus in Folge (Wette gewonnen ;-) !). Positiv auch die Breite des Anstiegs: In 18 der 20 untersuchten Regionen stiegen die Preise.

Gegenüber dem Vorjahr betrug das Minus im City-20-Index noch 15,4%, was aber schon deutlich besser ist als die über 19% Jahrenminus, die zwischenzeitlich erreicht wurden.

Am Ende des 2. Quartals kam auch wieder ein Update des landesweiten Index (also auch das "platte" Land außerhalb der 20 Regionen, die im City-20-Index monatlich erfasst werden). Hier betrug des Minus 14,9%. Im Vergleich zum Vorquartal ist aber auch hier schon wieder ein Plus von 2,9% zu verzeichnen.

Vom Höhepunkt der Preise im Sommer 2006 sind die Preise jetzt nur noch gut 30% im Minus und damit wieder ein Stückchen weiter von der Marke für die Wette von 40% entfernt.

Spannend wird jetzt das 2. Halbjahr: Dann gehen die Umsätze wieder zurück (und damit mglw. auch die Preise) und außerdem laufen im November die Steuergutschriften für Erstkäufer, die als Teil des Konjunkturprogramms aufgelegt wurden, wieder aus. Erst dann wird sich zeigen, ob sich der US-Immobilienmarkt nachhaltig stabilisiert hat.

Marketwatch: Home prices rise for second month in a row, up 1.4%

Oder direkt von der Quelle:

Aus die Maus - Das Todesanzeigen Buch ist da!

Das Thema Todesanzeigen und Grabsteine war hier schon ein paar Mal Thema, aber ich komme nicht drüber weg ... Wobei "Bin im Keller" schon ein verdammt cooler Spruch (in diesem Fall aber von Dieter Nuhr) ist. Allerdings ist "I told you I was ill" auf dem Grabstein fast noch einen Ticken besser ...

Bin im Keller ...
Mal wieder was morbides ...
Todesanzeigen - Von herzzerreißend bis geradezu komisch

Heute sehe ich in der FAZ, dass Christian Sprang, der auch die Site www.todesanzeigensammlung.de pflegt, die besten Sachen in Buchform gebracht hat.




Das ist ein tolles Geschenk, für Leute, die man entweder gar nicht leiden kann oder die man so gut kennt, dass die mit so einem ähhmm außergewöhnlichen Geschenk umgehen können. Ich hab schon eins bestellt ... (Disclaimer: Ich bekomme von jedem bestellten Buch knapp 1 Trilliarde Provision ab, diese Kritik ist also komplett gefaked und es geht mir nur ums Geld ;-) ).

Zahl des Tages (24.08.09): 77.000.000.000

Heute mal Postrecycling ...

"Ich bin ja schon lange skeptisch was das EEG angeht." schrieb ich schon vor knapp 1,5 Jahren (EEG: Subventionen für China). Ich empfehle diesen Artikel zur Lektüre, denn ich will nicht alles wiederholen, was ich damals geschrieben habe (ich schreibe auch sonst nichts mehr heute, ihr habt also Zeit :-) auch für Kommentar übrigens ...).

An meiner Einschätzung hat sich nichts geändert. Vorab: Ich habe nichts gegen ein Energieeinspeisegesetz, das die Vergütung für den regenerativ erzeugten Strom festlegt. Ich habe auch nichts gegen die Idee, den CO2-freien Strom besonders zu fördern, ansonsten hätte diese Energieerzeugung keine Chance. (Mein Strom kommt von Naturstrom, ich rede also nicht nur, ich handle. Ihr könnt euch btw. von mir im Rahmen der "Schenk dem egghat was" Aktion von mir werben lassen. Mail mit Euren Daten trage ich gerne in das Formular bei Naturstrom ein).

Auch wenn ich immer wieder betonen werden, dass die Solarenergie im Verhältnis zur gesparten Menge CO2 verdammt teuer ist. Teurer auf jeden Fall als Energiesparmaßnahmen wie Wärmedämmung oder effizientere Motoren oder Heizungen. Aber das steht schon alles in dem alten Artikel, das möchte ich nicht wiederholen. Heute zu etwas anderem:

Ich halte zwei Aspekte dieses Gesetzes für besonders kritisch.

1) Die angebliche Win-Win-Win-Situation und die verlogene Politikerargumentation dazu:

Das EEG wird als Win-Win-Win verkauft: Wir bekommen

a) jede Menge regenerativen CO2-freien Strom,
b) das kostet das niemanden was und
c) es schafft jede Menge neuer Arbeitsplätze.

Dabei hat das Rheinisch-Westfälische-Institut für Wirtschaftsforschung (1) schon letztes Jahr errechnet, das bei einem weiterem Anstieg der Neuinstallationen die Belastung aus Solarstrom auf über 23 Mrd. Euro steigen wird. Man kann das ja einfach errechnen: Man macht eine Prognose über die Menge der installierten Solaranlagen und die Strommenge, die diese erzeugen werden. Dann braucht man noch den garantierten Preis (steht ja durch das EEG fest) und den Preis für konventionell erzeugten Strom. Dann kann man zu jedem Zeitpunkt errechnen, welche Mengen Solarstrom zu welchem Preise ins Netz eingespeist werden und wie hoch daraus die Mehrbelastung gegenüber konventionell erzeugtem Strom sein wird.

Nachdem die Rechnung des RWI für letztes Jahr diese Mehrbelastung mit gut 23 Mrd. Euro beziffert hat, kommen in der diesjährigen Rechnung für Ende 2013 satte

77.000.000.000 (77 Milliarden) Euro

Mehrbelastung für die Stromkunden heraus. Das RWI nennt das so schön Solarschulden.

77 Milliarden Euro über 20 Jahre verteilt sind mehr Förderung als die Steinkohle in Deutschland bekommen hat. Und man, was hat man auf der rumgehackt! Und auch pro Arbeitsplatz dürfte die Subvention höher sein als bei der Steinkohle. Ganz nebenbei lieferte die deutsche Steinkohle ein Beitrag zu Stromversorgung, der irgendwo im zweistelligen Prozentbereich lag, während die Solarenergie immer noch im Promillebereich herumkrebst ... Aber das nur am Rande, zurück zum Thema:

Warum dieser Anstieg der Solarschulden? Die Prognose für die Fläche von neu installiertem Fotovoltaik-Anlagen wurde massiv erhöht. 2008 wurden aus dem erwarteten 700 Megawatt neuer Fotovoltaikanlagen 1.500 und für 2009 liegt die Prognose sogar bei 3.000 Megawatt. Damit wird mehr Strom erzeugt und dann fließen mehr Subventionen. Warum dieser plötzliche Investitionswahn? Dazu mehr in Punkt 2.

Aber auch Ende 2013 werden in Deutschland wohl kaum mehr als 2% des gesamten Stromverbrauchs aus Fotovoltaik stammen. Wir haben dann also aus CO2-Sicht kaum etwas getan, aber unsere Stromrechnung schon um 77 Milliarden Euro nach oben geschoben. Wie soll die Rechnung denn erst einmal aussehen, wenn wir auf 100% CO2-freien Strom kommen wollen? Das endet dann ja in den Billionen!

2.) Dämliches Anpassungsverfahren für die Höhe der Einspeisevergütung:

Der Grund, warum jetzt auf einmal so viel Fotovoltaik gekauft wird, ist einfach: Die Preise sind komplett eingebrochen. Auslöser sind hier vor allem die Chinesen, die massiv in Fabriken zur Herstellung von Solarzellen investiert haben. Jetzt drücken große Überkapazitäten die Preise nach unten (und ganz nebenbei noch die deutschen Hersteller aus dem Markt). (FAZ: Kein eitel Sonnenschein über Solaraktien,FTD:Neue Horrorzahlen aus der Solarbranche)

Für den Besitzer von Dachflächen bedeutet diese Gemengelage steigende Renditen. Der Preis für die Anschaffung sinkt, die Erlöse bleiben konstant. Es gibt im Moment für den Besitzer von (ungenutzten) Dachflächen wohl keine sinnvollere Kapitalanlage als eine eigene Fotovoltaikanlage (siehe auch: FAZ: Über 7 Prozent Rendite im Jahr).

Aber soll das das Ziel der Fotovoltaik Förderung sein? Risikolose Renditen für Dachbesitzer? Oder sollte man nicht viel mehr erreichen, mehr CO2 zu verhindern? Ich meine letzteres.

Man muss die Förderung also so konstruieren, dass man immer die optimale Menge Fotovoltaikanlagen fördert. Und die optimale Menge heißt nicht, so früh wie möglich so viel wie möglich zu fördern (auch wenn Politiker das gerne meinen, aber was interessieren die sich schon für die für 20 Jahre nach oben getriebene Stromrechnung ...). Man muss immer bedenken, dass die Fotovoltaik-Anlagen im nächsten Jahr wieder etwas preiswerter ist und man mit der gleichen Menge Geld mehr installierte Flächen fördern und mehr CO2 verhindern kann. Gleichzeitig sollte man aber nicht zu wenig fördern, damit die Industrie ins Laufen kommt.

Wenn zu viel gefördert wird, verdient die Industrie sich dämlich und bis zur ersten Hälfte 2008 war das tatsächlich der Fall. Mittelfristig wird der Markt zwar darauf reagieren und Kapazitäten aufbauen. Und wenn das zu kräftig passiert, auch wieder in sich zusammenbrechen. Da sind wir jetzt. Wenn man Pech hat, werden viele der mit teuren Subventionen aufgebauten Kapazitäten in der Krise wieder vernichtet ... Und die Arbeitsplätze ebenfalls.

Dann bleibt vom Win-Win-Win nicht mehr viel übrig ...

FTD: Solarsubventionen sprengen Prognosen
Spiegel: Solarboom lässt Subventionen explodieren

Mein Vorschlag:

Ich habe übrigens auch eine Idee, wie man die Förderung gestalten sollte. Wir haben heute langfristig festgelegte sinkende Vergütungen für den eingespeisten Strom. Diese werden dann deutlich häufiger unglaublich kontrovers diskutiert, aber deutlich seltener dem wirklichen Marktgeschehen angepasst. Jedes Mal wollen die CDU (und die FDP) senken, jedes Mal schreien die Grünen, dass das quasi der Untergang des Abendlandes sei.

Dabei haben wir doch fast alles an Zahlen, was für eine genaue Beurteilung der Lage benötigt wird. Wir kennen die Anzahl der Anlagen und die Installationskosten (weil die meisten Anlagen über die KfW finanziert werden) und wir kennen die Menge des eingespeisten Stroms, da diese über einen eigenen Stromzähler gemessen wird. Daraus lassen sich einfach die Kosten und der Ertrag berechnen.

Jetzt misst man einfach 12 Monate, schaut sich den Ertrag an und rechnet das hoch auf die 20 Jahre. Dann schaut man sich die Anschaffungskosten an und berechnet die Rendite. Davon zieht man einen bestimmten Prozentsatz für die sinkenden Kosten ab, denn man will ja die Technologieverbesserung vorantreiben. Wenn man die Abrechnungen für die Einspeisung monatlich machen würde, könnte man sogar noch zeitnäher und genauer anpassen.

So ein Verfahren hätte IMHO nur Vorteile. Und nur einen Nachteil: Die Politiker würden überflüssig ... Und genau deshalb wird das wohl nicht kommen ... Oder die verstehen das erst gar nicht, die reden ja noch von Win-Win-Win ...

Anmerkung:

(1): Das RWI hat eine gewisse Ähnlichkeit zu einem großen deutschen Energieversorger, sitzt ebenfalls in Essen und ist sicherlich nicht komplett unabhängig. Ich würde die Zahl daher nicht auf die Goldwaage legen. Die kann auch gut und gerne ein paar Milliarden niedriger liegen, aber trotzdem reden wir hier über einen fetten, zweistelligen Milliardenbetrag.

Update (25.08.09):

Es kommt noch doller. Erst Milliarden Subventionen bekommen und trotzdem nicht wettbewerbsfähig sein. Was hilft dann? Der Staat mit Zöllen. Heh, deutlicher kann man eigentlich nicht machen, dass es die Win-Win-Win-Situation nicht gibt. Jetzt wo die Zellen billig aus China kommen, bleibt eigentlich nur ein Win übrig: Wir senken den CO2-Ausstoß. Das kostet aber verdammt viel Geld (Solarschulden) und schafft kaum noch Arbeitsplätze (außer in China).

Handelsblatt: Solarbranche verlangt Schutzzölle

Zahl des Tages (23.08.09): 300

Todesliste ist einer der Suchbegriffe, der am meisten Leser auf dieses kleine Blog führt. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob die Leute wirklich mein samstägliches Posting zu den US-Bankenpleiten suchen, in der ich auch jedes Mal die Todesliste Nr.2: überprüfe, die bisher eine erstaunlich hohe Trefferquote aufweist ... Egal.

Die Prognose der US-Bankpleiten ist auf jeden Fall ein so spannendes Thema, das ich erstens darüber weiter berichten werden und sich zweitens auch andere Leute Gedanken dazu machen ...

Wenn jetzt das sehr renommierte Blog Calculated Risk eine eigene Todesliste erstellt hat, ist die Verlinkung in diesem Blog eigentlich garantiert.

Diese Liste der Troubled Banks enthält aktuell 391 US-Banken.

Wenn ich die Liste richtig verstehe, sollten darauf eigentlich nur Banken sein, die noch drohen, Pleite zu gehen. Ich habe aber auch welche gefunden, die bereits Pleite sind ... Oder sind das nur die, die bereits Pleite, zwangsgemerged, etc. pp. sind? Und/oder die, die keine Geschäfte mehr annehmen kommen? Kann mir jemand helfen?

Calculated Risk: Problem Bank List (Unofficial) Aug 21, 2009

Eigentlich sollte die 391 die Zahl des Tages werden, aber ich kann die 391 Banken auf der Liste nicht sicher genug richtig einordnen. Also mache ich eine andere Zahl zur Zahl des Tages.

Nämlich die Prognose von Meredith Whitney, die

300

Bankpleiten in den USA erwartet.

Meredith Whitney: 300 Banks to Fail

Die Zahl wäre aber irgendwie überholt, wenn die 391 von Calculated Risk wirklich bereits "erledigte" Banken enthält.

Allerdings sind die ganzen Pleiten mglw. gar nicht so schlimm, wie man meinen könnte. In den 80er Jahren waren 100 bis über 500 Bankpleiten pro Jahr geradezu üblich.

Aber vielleicht gab es damals auch noch Bankbilanzen, die das Papier wert waren, auf dem sie gedruckt wurden ... Und gerade in dieser Hinsicht traue ich den heutigen Bankbilanzen nach den weiteren Aufweichungen der Blanzierungsrichtlinien nicht mehr wirklich. Auch die Löcher, die bei den wöchentlichenSchließungen durch die FDIC ans Licht kommen (Zahl des Tages (17.08.09): 747), macht da nur wenig Hoffnung ...

Vielleicht ist das Problem weniger die Anzahl der geschlossenen Banken als vielmehr die Anzahl der Banken, die eigentlich geschlossen werden müssten ...

Calculated Risk: Failed Banks and the Deposit Insurance Fund

Update (24.08.09):

Noch ne Prognose gefällig? OK, diesmal von Dick Bove. Er erwartet 150 bis 200 weitere Pleiten. Interessanter ist seine Prognose zu den FDIC-Beiträgen, die den Banken zahlen müssen. Diese könnten 2010 bis zu ein Viertel der erwarteten Bankgewinne auffressen. Die Banken werden lange benötigen, um wieder die vor der Krise übliche Gewinne einzufahren.

FT Alphaville: Bove braced for (many) more bank failures

HRE Enteignung? BS!

Unter dem Aufmacher

"F.A.S.-Redakteur Georg Meck besitzt 200 HRE-Aktien. Jetzt wird er enteignet."

bringt die FAZ eine Serie über die angebliche Enteignung der HRE-Aktionäre.

WTF?

Die Aktionäre bekommen jetzt 1,30, bei der ersten Abfindungsrunde waren es 1,39. Wenn die Firma kein Staatsgeld bekommen, wären es ziemlich sicher 0,00.

Außerdem werden bei jeder Übernahme einer Firma im Squeeze Out die Altaktionäre aus der Firma gedrängt.

Ich weiss nur nicht, warum das jetzt auf einmal eine "Enteignung" sein soll?!? Oder ist das nur im Fall der HRE so? Und wenn ja, warum?

Richtig albern wird die Story, weil der FAZ-Redakteur die Aktien zu 1,16 gekauft hat. Enteignung und Kursgewinn passen irgendwie nicht so richtig zusammen ...

Bei der "Enteignung" der HRE durch den Staat scheint ein großer Schuss Ideologie im Spiel zu sein, der die Sprache in der falsche Richtung treibt ...

FAZ: Tagebuch eines Spekulanten

Geile Idee für unseren Bundestag

Geile Idee vom Fefe: 3-Strikes-Regelung für Abgeordnete - Wer 3x für ein verfassungswidriges Gesetz stimmt, fliegt raus.

Die Petition ging schon an den Petitionsauschuss, wurde aber leider abgelehnt.

Dabei ist die Idee wirklich gut! Politiker, die mehrfach Gesetze verabschieden, die dann vom Bundesverfassungsgericht kassiert werden, dürfen eigentlich ihren Job nicht weiter ausüben. Sie sind offenbar ein Gefahr für unsere Verfassung.

(Das 3-Strikes-Modell ist ein altes Modell aus dem US-Strafrecht und sieht eine besondere Behandlung von Tätern vor, die dreimal eine schwere Straftat begangen haben. In letzter Zeit kam der Begriff im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Tauschbörsen vor. Wer dreimal beim Up- oder Download von Copyright-behafteten Material erwischt wird, soll bestraft werden oder den Internetzugang verlieren (zur französischen Version der Idee: Wikipedia: Hadopi))

Aber Abgeordnete einer Kontrolle zu unterziehen, ist scheinbar nicht erwünscht. Ich fände das aber durchaus erstrebenswert!

Fefes Blog

US-Haushaltsdefizit 2010-2019: 9 Billionen Dollar

Am Donnerstag durfte man sich noch vorsichtig über ein US-Haushaltsloch für das Jahr 2009 freuen, das wohl etwas niedriger ausfallen wird als befürchtet: Zahl des Tages (20.08.09): 1.580.000.000.000

Die Freude hielt jedoch nicht lange. Denn gestern hat die US-Regierung die langfristige Haushaltsplanung überarbeitet und rechnet jetzt mit 1,9 Billionen Dollar höheren Neuschulden für die Haushaltsjahre 2010-2019 als bei der letzten Planung: statt 7,1 Billionen Dollar werden jetzt

9.000.000.000.000 (9 Billionen) Dollar

Minus erwartet.

Spiegel: US-Regierung rechnet mit Haushaltsdesaster

(Schade, dass die Zahl des Tages schon weg ist ...)

Als Chinese würde ich mich langsam fragen, ob ich den Amerikaner auch diese 9 Billionen noch finanzieren will ...

Und nicht nur die Chinesen fragen sich das. Auch Nobelpreisträger Stiglitz zweifelt an der langfristigen Zahlungskraft des Dollars und seinem Status als Weltreservewährung:

FTD: Nobelpreisträger Stiglitz geht den Dollar an
FT Alphaville: Another day, another dollar debate


Wir gründen eine Fondsgesellschaft ...

Ach ne, lass mal, Dogbert kann das besser:

Dilbert.com

Wie wahr. Wie wahr.

Hitler zur Hausse

OK, das ist in etwa die Tausendste Version und wenn man Deutsch versteht auch wesentlich unlustiger. Aber die Amis bekommen davon scheinbar nicht genug ...





The Big Picture: Hitler Annoyed He Missed Bull Market

Ein schöner Blick in die Zukunft

GUIs interessieren mich ja schon länger, nicht zuletzt einer der Gründe, warum ich mich inzwischen fast komplett von Produkten der Firma Microsoft verabschiedet und den Produkten von Apple zugewendet habe (Harhar, Ende 2010 kommt Windows Mobile, das so gut wie das iPhone sein soll. 3,5 Jahre nach Apple. So viel Zeit habe ich nicht ...).

Und daher schonmal heute ein Blick auf das All-in-One iDevice von Apple aus dem Jahr 2018 (und dem von MS aus dem Jahr 2021 ...):



gefunden über Eachtradingday: Der 6 Sinn! – Techniken die uns aus der Krise führen – Videobeitrag

Zahl des Tages (22.08.09): 103

So da haben wir die 100er-Marke überschritten (zumindest nach meiner Zählweise, wobei ich für diese weder Vollständigkeit noch Korrektheit zusichern kann). Mit den bisher

103

Bankenpleiten wird auch noch lange nicht Ende sein, immerhin stehen noch gut 300 Banken auf der "Troubled Bank List" der US-Einlagensicherung FDIC.

Die 4 Bankpleiten von heute sind bis auf die Capital South mit Assets von über 600 Millionen allerdings wenig kritisch. Insbesondere die Nummer 103 mit Assets von 13 Millionen ist eine wirkliche Klitsche ...

Mit der Pleite der Guaranty Bank ist auch diese Woche wieder ein echter "Kracher" dabei: Die Assets liegen bei 13 Mrd. Dollar, der Schaden für die FDIC bei 3 Milliarden. Damit dürfte die FDIC eigentlich so gut wie Pleite sein. Zumindest wenn man das Eigenkapital betrachtet. Wirklich Pleite gehen die aber nicht, weil die eine unbegrenzte Kreditlinie direkt bei der Fed bekommen haben ...

US-Bankenpleite Nr. 100:

Name: ebank
Sitz: Atlanta, Georgia
Assets: 143 Millionen Dollar,
Käufer: Stearns Bank, St. Cloud, Minnesota
Schaden für die FDIC: 63 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer, Platz 19 (rot).

FIDC: Stearns Bank, National Association, St. Cloud, Minnesota, Assumes All of the Deposits of ebank Atlanta, Georgia

US-Bankenpleite Nr. 101:

Name: First Coweta
Sitz: Newnan, Georgia
Assets: 167 Millionen Dollar,
Käufer: United Bank, Zebulon, Georgia
Schaden für die FDIC: 48 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer, Platz 157 (gelb).

United Bank, Zebulon, Georgia, Assumes All of the Deposits of First Coweta, Newnan, Georgia


US-Bankenpleite Nr. 102:

Name: CapitalSouth Bank
Sitz: Birmingham, Alabama
Assets: 617 Millionen Dollar,
Käufer: IBERIABANK, Lafayette, Loisiana
Schaden für die FDIC: 151 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer, Platz 142 (orange).

FDIC: IBERIABANK, Lafayette, Louisiana, Assumes All of the Deposits of CapitalSouth Bank, Birmingham, Alabama

US-Bankenpleite Nr. 103:

Name: Guaranty Bank
Sitz: Austin, Texas
Assets: 13 Millionen Milliarden Dollar,
Käufer: BBVA Compass, Birmingham, Alabama
Schaden für die FDIC: 3 Millionen Milliarden Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer, Platz 142 (orange).

FDIC: BBVA Compass, Birmingham, Alabama, Assumes All of the Deposits of Guaranty Bank, Austin, Texas

Update (11:21)

Bei der Guaranty Bank habe ich die Milliarde überlesen und daraus fehlerhafterweise Millionen und eine Klitsche gemacht. Ist korrigiert.

Musik zum Wochenende: Wohin mit dem Hass?

Mag den Distelmeyer ja. Auch wenn er ungewohnt piepsig singt, aber er ist halt aufgeregt ...

Wohin mit dem Hass?

Zahl des Tages (21.08.09): 13,16%

Zwei Postings an einem Tag über das exakt gleiche Thema sind zwar irgendwie blöd, aber ich bin ja soooooo ausgewogen, dass ich hier nicht nur eine These zur Stabilisierung der Immobilienpreise bringen (und darauf gewettet habe), sondern auch noch direkt einen Artikel zum Thema "Warum ich auch diese Wette verlieren werde" ;-)

Die Zahl kam zwar schon gestern, aber ich finde sie trotzdem wichtig, weil sie den Grund widerspiegelt, warum der US-Immobilienmarkt das Tief womöglich noch lange nicht gesehen hat.

Der Anteil der Hypotheken, die überfällig sind oder wo die Zwangsvollstreckung läuft, lag am Ende des zweiten Quartals bei

13,16%.

Das ist ein Stand, der noch nie zuvor erreicht wurde. Und natürlich auch kein gutes Zeichen für die Zukunft. Etwa 9% der Hypotheken sind überfällig, etwa 4% in der Vollstreckung. Das heißt kurz, dass die 4% aktuell schon auf dem Markt sind, die 9% mit hoher Wahrscheinlichkeit noch kommen ...

Fast noch interessanter ist die Zusammensetzung der überfälligen Hypotheken aufgeschlüsselt nach der Qualität der Schuldner. Denn hier ist es schon lange nicht mehr nur Subprime (auch wenn manche immer noch von Subprime-Krise reden), sondern immer mehr die Qualitätskredite, die Sorgen machen. Prozentual am stärksten zugelegt haben Festzinskredite mit Prime-Qualität, auch wenn diese auf relativ niedrigem Niveau verbleiben (Ausfallrate etwa 4%). Die variabel verzinsten Prime-Kredite sind mit etwa 15% eh schon seit längerem auf den Spuren der Subprime-ARM Kredite (etwa 26%).

Bei den Subprime-Hypotheken sind inzwischen über 40% ausgefallen, bei den Prime-Krediten auch schon etwa 9,5% und selbst bei den Prime-Festzinshypotheken bereits etwa 7%. (Die Zahlen in diesem Abschnitt sind höher als im Abschnitt davor, weil darin auch die "leicht" überfälligen Hypotheken (zwischen 30 und 90 Tage überfällig) enthalten sind).

Weil der Marktanteil der Prime-Hypotheken gut 3/4 des Gesamtmarkts beträgt, fallen inzwischen mehr Prime- als Subprime-Hypotheken aus bzw. sind vom Ausfall bedroht. Wenn man nur die neu ausgefallenen Hypotheken betrachtet, sieht man, dass im zweiten Quartal 2009 das Verhältnis von Prime-Festzins zu Subprime mit variablem Zins an den gesamten ausgefallen Hypotheken bei 36% zu 20% lag. Im Jahr davor war das Verhältnis fast exakt umgekehrt. Inzwischen kann von einer Subprime-Krise eigentlich nicht mehr die Rede sein ...

Calculated Risk: MBA Forecasts Foreclosures to Peak at End of 2010
The Big Picture: 1 in 8 US Mortgages Falling Behind

Und das sind keine guten Zeichen ... Denn das Problem der Subprime-Kredite erschien ja noch halbwegs überschaubar, aber jetzt frisst sich die Krise schon in die Prime-Hypotheken rein ...

Und diese wirken auf dem Papier auch viel besser als sie in der Realität sind, wie ich in einem *sehr* interessanten Paper der Cleveland Fed erfahren habe. Denn die vergleichsweise stabile Verfassung der Prime-Festzins-Hypotheken geht vorwiegend auf einen Faktor zurück: Die gibt es schon länger!
Subprime-Hypotheken hatten am Anfang dieses Jahrhunderts einen verschwindend geringen Anteil am Gesamtmarkt. Damals waren fast alle Hypotheken klassisch: Gute Schuldner, feste Zinsen. Dann stieg der Anteil der exotischen Hypotheken immer weiter an. Aber das war nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass die Hypotheken, je älter sie werden, immer seltener ausfallen. Logisch, denn erstens sind in der Zwischenzeit die Immobilienpreise gestiegen (zumindest normalerweise) und zweitens sind die Hypotheken (zumindest teilweise) getilgt. Alte Hypotheken sind also stabiler. Und diese alten und damit selten ausfallenden Hypotheken stecken (fast) ausschließlich in den Prime-Hypotheken und senken dort die Ausfallrate.

Kurz: Die Ausfallrate hängt deutlich mehr an dem Jahr, aus dem die Hypothek stammte, als am offiziellen Label Prime oder Subprime. Vergleicht man Prime-Hypotheken mit Subprime-Hypotheken z.B. aus dem Jahr 2006, ist man überrascht, wie gering der Unterschied in den Ausfallraten zwischen schlechten und angeblich guten Schuldnern ist.

Cleveland Fed: Ten Myths about Subprime Mortgages

Und? Kommt jetzt die Stabilisierung am Immobilienmarkt?

Pro:
* Wir haben sinkende Preise und sinkende Zinsen. Damit gibt es neue Käuferschichten. Die steigende Nachfrage ist auch schon sichtbar.
* Es gibt Steuergutschriften für Erstkäufer.
* Die Anzahl der Immobilien, die durch Foreclosures neu auf den Markt kommen, steigt (nach den offiziellen Zahlen) nicht mehr.

Kontra:
* Viele überfällige Kredite werden zu weiteren Foreclosures führen.
* Die steigende Arbeitslosigkeit wird zu weiteren überfälligen Hypotheken führen.
* Die Steuergutschriften laufen Ende November aus.
* Es gibt mglw. eine große Anzahl von eigentlich überschuldeten Hypotheken, die aber noch nicht vollstreckt wurden (Bank lässt sie wohnen, damit das Haus nicht verfällt und an Wert verliert). Die offizielle Zahl (s.o. letzter Punkt bei Pro) spiegelt die wahre Situation nicht wider.

Schau'n mer mal: Wenn die Wette langweilig und schon entschieden gewesen wäre, hätte ich sie ja nicht angeboten. Ich will ja nicht nur gewinnen, sondern auch eine spannende Wette haben ...

MBA: Delinquencies Continue to Climb, Foreclosures Flat in Latest MBA National Delinquency Survey
Housing Wire: Price Gains Don’t Signal Bottom: First American

US-Hausverkäufe +7,2%, Preise -15,2%

Im Juli wurden in den USA 7,2% mehr gebrauchte Immobilien verkauft als im Vormonat. Der Juli ist der vierte Monat in Folge mit steigenden Umsätzen. Was auf den ersten Blick wie eine sehr gute Nachricht aussieht, muss relativiert werden, denn im ersten Halbjahr steigen die Umsätze von Monat zu Monat, um dann im Herbst wieder zu fallen.

Daher ist die spannendere Zahl der Lagerbestand an unverkauften Häusern und zwar relativiert in Monatsumsätze. Diese Zahl gleicht einiges der saisonalen Schwankungen aus, weil mit der Anzahl der verkauften Häuser auch das Angebot schwankt. Die meisten Leute ziehen ja nur um, kurz: für jedes neu bezogene Haus wird ein altes frei (diese grobe Regel gilt natürlich nur, wenn man ausschließlich den Markt von Gebrauchtimmobilien betrachtet). Und da zeigt sich dann leider keine Verbesserung.
Denn so wie die Verkäufe gestiegen sind, sind auch wieder neue Immobilien auf den Markt gekommen. Der Lagerbestand bleibt somit unverändert bei 9,4 Monaten. Das ist zwar eine deutliche Verbesserung gegenüber den bisherigen Tops, aber eben auch keine weitere Verbesserung wie in den letzten Monaten.

Der Medianpreis der Immobilien lag übrigens 15,2% unter dem Vorjahr. Das wird die Gegenseite meiner Immowette freuen. Ebenfalls die Tatsache, dass über 30% der Verkäufe Zwangsveräufe (Foreclosures) waren. Dazu trage ich gleich auch noch die Zahl des Tages nach, auch wenn sie eigentlich von gestern ist ...

Marketwatch: US July existing home sales up fourth straight month

Oder das Original: Realtors.org

Das Microsoft Phone ist da!

Das Fune!



(lange nicht mehr gelästert, obwohl Microsoft es einem echt leicht macht. Windows Mobile 6.5 gegen Android zu positionieren und Windows Mobile 7.0 (Erscheint Ende 2010) gegen das iPhone, ist schon fast lächerlich. Android ist noch nicht wirklich lange auf dem Markt und schon besser als alles, was Microsoft in den letzten 10 Jahren Embedded OS produziert hat. Und mit Windows Mobile 7.0 gegen das iPhone anstinken zu wollen, ist auch ein reiner Traum. Erstens entwickelt sich auch das bis iPhone dahin weiter, zweitens hat Microsoft keinen relevanten Hardwarepartner mehr und drittens auch keine Softwarepartner mehr (bei dem krepierenden Marktanteil; Zune 1 inkomatibel zu Zune 2, etc. pp.). Und dann will MS am Ende für das Betriebssystem auch noch Geld sehen? Wie, wenn die Alternative Android heisst, besser ist und nix kostet?
Aber Microsoft gibt nicht auf. Die versuchen auch immer noch verzweifelt, den sterbenden Markt von MP3-Playern zu erobern. Harhar.
Das ist genauso peinlich wie die PDA-Versuche von MS. Hier hatte MS auch erst nach Rieseninvestitionen und vielen Jahren einen relevanten Marktanteil erobert. Just zu dem Zeitpunkt, als der Markt begann, zusammenzubrechen ...
Ganz nebenbei: Warum macht MS eigentlich nicht das, was sie können? Software schreiben! Für das iPhone. Für Android. Native Sharepoint-Client for iPhone. Office for Android. Stattdessen verballen die jedes Quartal über eine 1 Milliarde in Geschäftsbereiche, in denen die NIE Geld verdienen werden).

US Frühindikatoren weiter rauf: 07/09 +0,6%

Es ist der vierte Anstieg in Folge und damit kein Ausreißer. Inzwischen ist der Indikator auf +0,6% gestiegen. 6 der 10 Teilindikatoren waren im Plus, einer unverändert und drei im Minus. Damit ist die Breite absolut gesehen nicht besser als im April, als 7 Komponenten im Plus waren. Die Zusammensetzung ist aber besser geworden. Im April trugen noch vor allem die Komponenten, die sich am Finanzmarkt orientieren (Zinsspread, Aktienkurse), zum Zuwachs bei. Die restlichen Teile war mehr oder weniger unspannend. Jetzt sind bei den positiven Komponenten auch "harte" Indikatoren wie "durchschnittliche Arbeitszeit" u.ä. zu finden.

Im Halbjahresvergleich sind übrigens 8 der 10 Teilkomponenten im Plus. Das daraus zu errechnende Wachstum liegt jetzt schon bei 3%, was auf das Jahr hochgerechnet sogar 6,2% ergibt. Zugegebenermaßen ist das auch ziemlich offensichtlich: Gegenüber dem Jahresbeginn dürfte selbst der größte Pessimist eine Verbesserung der Lage erkennen.

Die US-Frühindikatoren sollen das Wachstum in etwa 6 Monaten anzeigen. Danach müsste spätestens im vierten Quartal 2009 wieder ein BIP-Wachstum erreicht werden.

Ich glaube zwar immer noch, dass wir in den USA eher ein W-förmigen Konjunkturverlauf bekommen werden, weil das große Deleveraging (= der große Schuldenabbau) nicht in ein paar Monaten vorüber sein kann. In Deutschland hingegen tippe ich nicht nur auf ein W, sondern ich kann mir eigentlich nichts anderes mehr vorstellen.

Marketwatch: Leading indicators rise 0.6% in July

Originalquelle:
Conference Board: Press release with graph (PDF!)

Zahl des Tages (20.08.09): 1.580.000.000.000

Ich bemühe mich ja hier seit einiger Zeit, über die US-Immobilienkrise (die dann zur schwersten Wirtschaftskrise der Welt seit 80 Jahren wurde) angemessen zu berichten. Dabei gab es viele Horrorzahlen, aber mir geht es nicht darum, nur Horrorzahlen zu bringen. Eine lange Zeit war der Mainstream aber deutlich zu optimistisch und hat den Ernst der Lage unterschätzt. Da wollte ich Kontrapunkte setzen.

Wer die Zahl des Tages aufmerksam verfolgt, hat mitbekommen, dass in letzter vermehrt Zahlen kamen, die man mehr oder weniger positiv interpretieren muss. Nicht zuletzt geht meine Immobilienwette ja auch in diese Richtung. Eine besonders gute Chance zur Zahl des Tages zu werden hat eine positive Zahl dann, wenn sie vorher (am besten mehrfach) Zahl des Tages war und zwar im negativen Sinn. Und des US-Haushaltsdefizit hat es sowohl mit Prognose wie auch der laufenden Entwicklung gleich mehrfach zur Zahl des Tages gebracht ...

Heute kommt eine neue Prognose, die zwar weiterhin ein tiefes tiefes Loch vorhersagt, aber immerhin eines, das um 262 Mrd. Dollar auf jetzt

1.580.000.000.000 (1,58 Billionen) Dollar

geschrumpft ist. Damit beträgt das Staatsdefizit voraussichtlich "nur" noch 11,2% (vorher 12,5%) des BIPs.

Die Ursache ist die positive Entwicklung an den Finanzmärkten, durch die einige bereits eingeplante Stützungsmaßnahmen entfallen können.

Eine wirklich gute Nachricht ist ein Minus von 1,58 Billionen Dollar natürlich noch lange nicht, trotzdem ist die Entwicklung positiv, schließlich ging die Prognose für das Haushaltsdefizit lange genug immer weiter und dazu noch ungebremst nach oben.

FTD: US-Regierung senkt Defizitprognose

Zahl des Tages (26.02.09): 1.750.000.000.00

Zahl des Tages (19.08.09): 491

Tja, könnte sein, dass ich heute auf einer privaten Feierlichkeit überraschend in Richtung Fassbier abgedriftet bin ....

Aber ich habe - beim ersten Spielen an einer Wii - das komplette Pack von Blagen ;) im Alter von 4 bis (jetzt) 12 beim Wii-Bowling mit

491

Punkten in Grund und Boden gebowlt habe ...

Darauf, dass ich mit 465 und 421 auch Platz 2 und 3 in der ewigen Topten (OK, der von heute Abend) belege, weise ich dann besser nicht hin ...

Die Jugend von heute ....

(morgen gibt's wieder ein sinnvolles Posting. Versprochen!)

Noch Fragen? Zum Beispiel an US-Finanzminister Geithner?

Ich schätze ihr habt durchaus einige Fragen zur US-Finanzkrise ...

Dann könnt ihr direkt die Quelle schlechthin fragen: US-Finanzminister Timothy Geithner.

Digg Dialogg: Timothy Geithner

Wem selber keine gute Fragen einfallen, der kann auch einfach die schon gestellten Fragen hoch bzw. runterwerten.

Ein paar der aktuellen Top10-Fragen sind definitiv gut:

* Why has the federal reserve bank never been audited?

* Goldman Sachs is a large, profit seeking company which you were/are a part of. Isn't it a conflict of interest to funnel tax dollars into this private company using your new power as Secretary of the Treasury, keeping in mind that you and your old buddies benefit monetarily? Maybe I'm mistaken, but isn't this a textbook example of political corruption?

* You failed to pay some of your federal taxes in 2001. And in 2002. And in 2003. And in 2004. Please explain.

* You are a member of the Federal Reserve, a group that so thoroughly mismanaged our monetary policy that they helped create a massive housing bubble because of foolish loans and speculation enabled by low interest rates, and then you were involved in a horribly mismanaged bailout that hasn't freed up credit markets and can't even account for all the money it spent. Why are you running the Treasury Department?

Und die Fragen habe ich z.B. heraufmoderiert:

* When are we going to see Goldman Sachs and other 'too big to fail' banks split up?
* How much debt do you think the United States Federal Government can issue before the Chinese stop buying it?

Gut, es ist nicht wirklich zu erwarten, dass ein Politiker auf solche Fragen eine Antwort gibt, die eine echte Antwort ist oder neue Informationen enthält. Trotzdem eine spannende Aktion.

Zahl des Tages (18.08.09): 25.000.000.000

Kurzer Artikel, bin müde ...

Wie die BBC meldet, hat China im Juli die Menge der gehaltenen US-Wertpapiere so stark reduziert wie noch nie vorher. Die

25.000.000.000 (25 Mrd.) Dollar

wirken zwar relativ beeindruckend, aber da die Chinesen so unglaublich viele Dollar-Papiere besitzen, beträgt der prozentuale Rückgang nur 3%.

Trotzdem lohnt sich der Hinweis, denn es könnte natürlich der Beginn einer Wende in der chinesischen Anlagepolitik sein. Auch wenn ich weiterhin glaube, dass durch die gegenseitige Abhängigkeit verhindert wird, dass es zu einer abrupten Änderung kommen wird. Außerdem fehlen die Chinesen schlichtweg die Anlage-Alternativen. Wenn man über Billionen spricht, ist der Markt der deutschen Staatsanleihen einfach zu klein (obwohl wir ja daran mit Rekordneuverschuldungen arbeiten ;-) ).

Die interessanteste Spekulation ist eine andere: Zum Zeitpunkt des Verkaufs hielt sich US-Finanzminister Geithner in China auf, um die Chinesen davon zu überzeugen, dass die US-Anleihen weiterhin eine gute und sichere Anlage seien. (Das war einen übrigens wenig erfolgreich: Chinesen lachen US-Finanzminister Geithner aus). Vielleicht wollten die Chinesen einfach mal ihre Macht demonstrieren und haben ein paar Milliarden US-Anleihen auf den Mark geworfen und so die Kurse unter Druck gesetzt ...

BBC: China reduces holdings in US debt
gefunden über
Credit Writedowns: China cuts holding of U.S. Treasury securities

Ullala - Der 2. Teil der Pseudokrise

Spiegeln die Medien nur die Aufregung der Bevölkerung wider oder machen sie selber den kleinsten Pseudoskandal zur Riesenstory? Und halten dann stur an der fixen Idee fest, dass das ein Skandal sei, auch wenn es immer mehr Stimmen gibt, die etwas anderes sagen.

Der Bundesrechnungshof hat ja schon gesagt, dass die Nutzung des Autos und die Abrechnung OK war. Aber das gab keine Ruhe ...

Denn dann kam der zweite Teil des Skandals. Ulla Schmidt hat das Auto doch tatsächlich die Jahre zuvor auch benutzt! Was jetzt erstmal unkritisch ist, wenn sie das genau wie im ersten Teil des Skandals sauber abgerechnet hat.

Selbst der Steuerzahlerbund, der als wadenbeissender Terrier bei jeder kleinen Aktion daneben steht (siehe auch die angeblich Luxus-PCs für 400 Euro; Zahl des Tages (06.08.09): 400), sieht bei der Aktion kein Problem. Und der Verein ist wirklich unverdächtig Politiker grundlos in Schutz zu nehmen!

Handelsblatt: Steuerzahlerbund watscht Schmidt-Kritiker ab

Aber der Skandal wird noch deutlicher zu einer reinen Luftnummer, wenn man sich den wunderbar investigativen Artikel von Frank Lübberding bei weissgarnix.de durchliest.

Denn es gab bereits Ende Juli eine Anfrage eines FDP-Abgeordneten, in dem der ganze "Skandal" schon drin stand. Es wurde nämlich explizit nach dem Dienstwageneinsatz in den Vorjahren gefragt. Die Antwort:

„Ist in der Vergangenheit eine Nutzung des Dienstwagens durch die Bundesministerin für Gesundheit während ihrer Urlaube in Spanien erfolgt und wenn ja, in welchen Jahren und für welche Zwecke (Angabe der Jahreszahlen und Nennung der Veranstaltungen)?”

Bis Ende 2003 hat die Bundesministerin für Gesundheit während ihrer Urlaube ausschließlich private Fahrzeuge genutzt. Für den Zeitraum 2004 und 2005 war die Nutzung eines privaten PKW am Urlaubsort auf Grund von Erfordernissen des Personenschutzes ausgeschlossen. Aus Sicherheitsgründen können nähere Details nicht dargestellt werden. Ab 2006 stand der Ministerin entsprechend der Dienstkraftfahrzeugrichtlinie auch im Urlaub ihr Dienstfahrzeug zur Verfügung. Der Dienstwagen wurde im Urlaub für den Transport der Büromindestausstattung und die Wahrnehmung dienstlicher Termine genutzt. Die Ministerin hat Termine vor Ort wahrgenommen, die sich insbesondere mit den sozialen Problemen der in der Region ansässigen Deutschen befassen. Dazu gehörten beispielsweise eine Diskussion zu Fragen der Altersversorgung und der Pflegeversicherung anlässlich des Besuches in einem Seniorenheim, ein Besuch der Deutschen Schule in Valencia, ein Redaktionsgespräch mit den deutschsprachigen Costa Bianca News, Besuche bei Lokalpolitikern. Ferner hat die Ministerin ihren Urlaub 2007 und 2008 jeweils zur Teilnahme an einer Kabinettssitzung in Berlin unterbrochen.”

Kurz: Ulla Schmidt hat den Wagen vorher genutzt und das ist seit Ende Juli bekannt. Im Jahr 2004 und 2005 war sie sogar aus Sicherheitsgründen gezwungen den Dienstwagen zu nehmen.

Also man kann aus vielen versuchen, einen Skandal zu konstruieren. Aber der hier ist ja schon peinlich!

Wer steckt dahinter? Die FDP/CDU, der die SPD beschädigen will? Der Gesundheitssektor, der Ulla Schmidt weghaben möchte?

Und welche Rolle spielt die Presse dabei? Wieso bauschen die diese Mücken-Story so auf? Sommerloch (kann ja eigentlich nicht sein, es ist Bundestagswahlkampf!)? Wieso schreiben die so Sachen:
"Hätte die gewiefte Ministerin nicht durch Zögern und Aussitzen versucht, diesen Umstand über Wochen geheim zu halten.” taz (in der Antwort auf die Anfrage war nichts geheim)
"Die Wahrheit wird immer dann zur Last, wenn sie scheibchenweise ans Licht kommt. Wenn sie Stück für Stück dem Verdacht folgt und ihm nie zuvorkommt." FR: Eine Wahrheit zu viel (Es gab kein scheibchenweise! Und dieser Mist ist ein LEITARTIKEL!)
Drucken die Journalisten nur noch ab, was denen die Spin-Doktoren ins Ohr flüstern?

Wieso diskutiert niemand über de Gesundheitspolitik, sondern nur über einen blöden Dienstwageneinsatz, der 8.000 Euro oder so gekostet hat. Oder ist *das* vielleicht die Absicht hinter dem Thema? Das Ablenken von den wirklich wichtigen Themen? Dann aber gute Nacht deutsche Presse!

Weissgarnix: Medien-Eingeständnisse

Update (20.10.09):

Übrigens macht die WAZ heute tatsächlich mit einer Nachricht zum Gesundheitssystem auf:

DerWesten.de: CDU begräbt Kopfpauschale in aller Stille

Geht doch!

Auch Japan mit BIP-Plus: Q02/09: +0,9%

Bevor die Zahl untergeht (weil ich sie gestern nicht zur Zahl des Tages gemacht habe, obwohl ich die ins Visier genommen habe), noch schnell ein kurzes Posting zum Thema, denn IMHO ist das BIP-Plus in Japan noch überraschender als das Plus in Deutschland. Vor allem, weil es mit 0,9% dreimal so hoch ausfällt wie in Deutschland (und Frankreich). In der amerikanischen Version einer annualisierten Zahl (also auf ein Jahr hochgerechnet) beträgt das japanische Plus 3,3%.

Aber ähnlich wie in Deutschland (D: BIP Q2/09: +0,3%) scheint das Plus nur wenig nachhaltig zu sein. In Deutschland geht das Plus ausschließlich auf den Außenhandelsbeitrag zurück (Importe sanken noch stärker als die Exporte). In Japan sieht es ähnlich aus. Der Beitrag des Außenhandels (1,6%) ist auch hier größer als das Wachstum insgesamt. Jeweils 0,8% gehen auf das Schrumpfen der Exporte und das Wachstum der Exporte zurück. Der Rest der Wirtschaft schrumpfte also.

Es scheinen sich also die Exportnationen (zumindest temporär) besser zu erholen als die binnenorientierten Staaten wie z.B. die USA oder Großbritannien. Es ist zu früh, um darüber ein Urteil zu fällen. Vor allem weil es sehr gut sein kann, dass die exportorientierten Länder von den Konjunkturprogrammen *aller anderen* Staaten profitieren. "Beggar thy neighbour" sagt man im englischsprachigen Raum dazu. Deutschland und Japan als Schmarotzer der Weltwirtschaft könnte man auch sagen ...

Original: www.Esri.co.go.jp: GDP (expenditure approach) and its components (PDF!)


Update (11:20)

Ach so noch zwei Hinweise:

Das nominale GDP (also ohne Preisbereinigung) ist gesunken. Das steigende BIP geht also nur auf fallende Preise zurück.

Der dritte große Faktor für das Plus waren die öffentlichen Investitionen (die aus den Konjunkturprogrammen stammen dürften), die ebenfalls kräftig im Plus lagen. Die restlichen Bereiche der Wirtschaft liefen so lala bis grottenschlecht (privater Wohnungsbau).
Japan: Land of the rising GDP…and deflation



Wir haben also in Japan ein BIP-Plus, das nur aus zwei Bereichen stammt: Außenhandel und öffentliche Investitionen. Das ist eh schon wacklig, weil auf wenigen Beinen stehend. Dazu kommt dann noch, dass das reale BIP ohne die deflationären Tendenzen trotzdem nicht im Plus gelandet wäre.

Hmmm, ist das wirklich eine gute Nachricht?!?

Bei der Tagesschau liest es sich so:

Tagesschau.de: Japan verzeichnet erstmals wieder Wachstum

Das Handelsblatt ist zwar etwas pessimistischer, aber gräbt sich (trotz wirklich langem Artikel) auch nicht in die innere Schwäche der BIP-Zahlen hinein:

Handelsblatt: Japan überwindet die Rezession

Zahl des Tages (17.08.09): 747

Hmmm, ist es ein Flugzeug? Nein, es ist die Anzahl der Bankenpleiten ... Aber keine Angst, nicht die in der aktuellen Krise (und nein, es ist auch nicht meine Prognose), sondern es ist die Anzahl der Bankpleiten in der Savings & Loans Krise 1989-1995. Damals sind

747

Banken von der FDIC gerettet bzw. abgewickelt worden.

Es lassen sich aus dieser Zahl ein paar interessante Vergleiche ziehen.

Erstens zeigt sich, dass die jetzige Krise zumindest aus Sicht der Anzahl von Bankenpleiten nicht ungewöhnlich ist. Das gab es schonmal und zwar in deutlich größerem Umfang. Und wir haben es überlebt.
Allerdings unterscheidet sich die Krise natürlich schon, denn mit Lehman ist eine der systemkritischen Megabanken Pleite gegangen. Und ohne die riesigen staatlichen Rettungsaktionen hätte es wohl auch Bear Stearns, JP Morgan und zumindest die Citigroup erwischt. (OK, wenn noch eine von den vorgenannten zusätzlich zu Lehman gefallen wäre, hätte es die anderen auch mitgerissen).

Außerdem ist eine Sache auffallend, die ich in meiner samstäglichen Bankenpleiten-Zahl-Des-Tages auch schonmal angesprochen habe (wobei der Hinweis von einem Kommentator stammte): Der Betrag, mit dem sich die FDIC bei den geretteten Banken engagieren muss, ist hoch und wird höher. Bei drei der 5 Pleiten am Wochenende betrug der Schaden für die FDIC etwa die Hälfte der Assets (Zahl des Tages (15.08.09): 99).
Da fragt man sich schon, warum die Bankenaufsicht Banken, bei der offenbar eine Hälfte der Aktiva nur heiße Luft zu sein scheint, so lange weiter machen lässt.
In der großen Sparkassenkrise (Savings & Loans Anfang der 90er) lag die Lücke, die die FDIC decken musste, im Durchschnitt bei "nur" 19%. In dieser Krise beträgt der Wert im Schnitt 25% und nach meinen Beobachtungen steigt der Wert weiter. Die drei 50-Prozenter vom Wochenende sind nur ein weiterer Beweis dieser These.

(NB: Bei Calculated Risk werden andere Werte aus dem WSJ zitiert. Diese sind beim WSJ inzwischen verschwunden/verbessert: "For the 102 banks that have collapsed in the past two years, the FDIC's estimated cost averaged 34%. That is sharply higher than the 24% rate between 1989 and 1995, when 747 financial institutions were closed by regulators." Calculated Risk: WSJ: Loss Rates for FDIC higher than during S&L Crisis. Den Unterschied kann ich nicht erklären, es ist aber egal, weil die Tendenz gleich bleibt; die (prozentualen) Verluste dieses Mal sind höher als in der letzten großen Bankenkrise).

Durch die großen Lücken ist der Cashbestand der FDIC auf nur noch 13 Mrd. Dollar gesunken. Es wird bei der aktuellen Zahl von Pleiten wohl nicht mehr lange dauern, bis die FDIC auf die neu geschaffenen Geldquellen (die übrigens IIRC unbegrenzt sind) zurückgreifen muss. (Aus deutscher Sicht sollte man eh nicht mosern, der deutsche Rettungsfonds war bereits nach einer einzigen Pleite einer einzigen Niederlassung einer einzigen amerikanischen Bank (Lehman Brothers Deutschland in Frankfurt) komplett leer ...

WSJ: Failed Banks Weighing on FDIC

Aber man kann dem Ganzen auch einen positiven Aspekt abgewinnen: Die Krise 1989-1995 haben die USA (und der Rest der Welt) auch überlebt ...

(Allerdings muss ich gestehen, dass mich die immer größer werdenden Lücken, die durch die Rettungsaktionen sichtbar werden, nicht gerade beruhigen. Und darauf hinzuweisen, dass dahinter möglicherweise die aufgeweichten Bilanzierungsrichtlinien stecken, spare ich mir. Das würde nämlich nur heissen, dass in den anderen Bankbilanzen ebenfalls ähnliche Löcher stecken. Und wenn man anfängt, über sowas nachzudenken, kann man nur schlecht einschlafen ...)

Die FAZ hat übrigens auch einen Artikel zu den Pleiten und dem schrumpfenden Cashbestand bei der FDIC. Der Aspekt "größer werdendes Loch" fehlt dort aber (dafür gibt's dort ein paar schöne Charts, von denen aber die Hälfte nur peripher mit dem Thema zu tun hat ...)

FAZ: Dem Einlagensicherungsfonds gehen die Mittel aus

Update (18.08.09):

Vielleicht noch eine interessante Zahl in diesem Zusammenhang:

Es gibt in den USA insgesamt (noch ...) etwa 8.300 Banken.

Handelsblatt: Dreikampf um US-Institute

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