Guten Rutsch!

Und viel Spaß beim Knallen!

Ein Warnhinweis dazu von Schandmännchen.de: Wir Kinder von Böllerbü.

Und von der ganzen Knete, die ich im Dezember verdient habe, hole ich mir so ein Teil:



1,2 Meter Durchmesser, 420 Kilo schwer, 800 Meter Steighöhe ...

Ich mach das ohne Steighöhe ;-) Sieht dann so aus:



Rutscht gut rein. Bis nächstes Jahr (oder auch nicht, wenn ich mich in die Luft sprengen sollte ;-) )

Zahl des Tages (31.12.09): 10.408.947

Mir geht dieser ganze Terrorwahn auf den Keks. Deshalb ein viel zu kurzes und dem Thema eigentlich nicht angemessenes Posting (das verdient mehr Tiefe). Trotzdem:

Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Terroranschlag ums Leben zu kommen, beträgt eins zu

10.408.947 (10,4 Millionen).

Die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden, beträgt 1: 500.000, das ist also in etwa 20 Mal so wahrscheinlich.

Die Wahrscheinlichkeit im Straßenverkehr ums Leben zu kommen, beträgt etwa 1:16.4000 (5.000 Tote auf 82 Millionen Einwohner). Das ist also mehr als 600 Mal so wahrscheinlich ...

Können wir uns mal um die wichtigen Probleme kümmern?!?

Schöne Infografik darin zur Herleitung:

Gizmodo: The True Odds of Airborne Terror Chart

gefunden über

Boing Boing: Odds of being a terrorism victim on a flight

Musik zum Dekadenende: Teil 4

So ab zum vierten und letzten Teil, wie versprochen rockiger und tanzbarer als die Weihnachten-Ausgabe.

Vielleicht der Rocksong der Dekade. Eigentlich schon ein 5 Sterne Song, aber die Bläser machen daraus ein 6 Sterne Song ...

Mando Diao - Paralyzed



In der breiten Öffentlichkeit ziemlich unterschätze und auf das Junkiesein des Sängers reduzierte Band. Wahrscheinlich zu krachig, um der breiten Masse eine Chance zu geben, wie toll der Song eigentlich ist ...

Babyshambles - Delivery



Und dann etwas mehr in Richtung Hit ...

MGMT - Kids. Ohne Video, weil ich das nach dem Dreh des Originalvideos für immer gestörte Kind nicht sehen möchte:



Noch mehr Hit. Ein Lied, an dem ich mich vielleicht noch leid hören werde. Bisher ist das aber nicht passiert.

Killers - Human



Noch so ein Lied, das ich tausendmal gehört habe. Und es geht immer noch ...

Daft Punk - One More Time




Mitsing. Mitflöt. Hier folgt Hit auf Hit!

Peter, Bjorn & John 'Young Folks'



Hard Fi - Hard to beat

Ein Lied, der Jungsein komplett einfängt. Langweilen, Rumlaufen, Trinken, Tanzen, Sich verlieben usw. ;-)



Und wer darauf nicht tanzen kann/will, muss tot sein:

The Roots - The Seed 2.0 (ft. Cody Chesnutt)



Und das kennt nun wirklich jeder:

Amy Whinehouse - Valerie

in der sehr tanzbaren Mark Ronson ft. Amy Winehouse - Valerie (Baby J Remix)



OK, das nächste Stück ist nicht einfach tanzbar ...

Radiohead - Where I End and You Begin (The Sky Is Falling In)

komisch, dass das keine Single geworden ist ... Scheint aber so eine Art "slow grower" zu sein, immerhin kostet der Song bei iTunes wie die 3 Singles 1,29.



Aber mit sowas Untanzbarem kann man das Jahr auch nicht beenden, also zum Schluss das definitive Tanzstück:

Scissor Sisters - I Don't Feel Like Dancin'



Wie man unschwer merken kann, hatte ich nicht wirklich vor, so viele Songs zu bringen. Aber mit der Anzahl der Rückblicke, die mir so unterkamen, kamen auch immer mehr Sachen dazu, an die ich ursprünglich nicht gedacht hatte ... Deshalb wurden aus 6 Stücken im ersten Teil, 7 im zweiten, 8 im dritten und satte 11 im vierten. Und all das Folgende war auch noch in der engeren Auswahl (wobei hier teilweise nur der Interpret zählt, das habe ich im Detail dann nicht mehr alles nochmal durchgehört):

Glasvegas 'Geraldine'
LCD Soundsystem 'All My Friends'
Morrissey 'I'm Throwing My Arms Around Paris'
The Kooks 'She Moves In Her Own Way'
Klee 'Die Stadt'
Interpol 'Evil'
Zoot Woman 'Living in a Magazin'
Feist '1234'
TV on the Radio 'Wolf Like Me'
Modest Mouse 'Float On'
Kings of Leon 'Use Somebody'
Emiliana Torrini 'To Be Free'
Pet Shop Boys 'Beautiful People'
Wedding Present 'Interstate 5' (eigentlich hätte ich gerne Hard, Fast And Beautiful von Cinerama gebracht, das war aber nicht verlinkbar)
Ja König Ja 'Alles Hin, hin hin.'
(eigentlich ein schöner Song für den deutschen Anteil dieses vierten Teils, aber der hatte schon so viele Lieder und das passte stimmungsmäßig nicht richtig)
Jochen Distelmeyer 'Regen' (Graue Wolken hätte ich genommen, ist aber von 99, was mich zu der Quizfrage bringt, welches Lied, das ursprünglich bereits 1999 erschienen ist, ich trotzdem in die Liste aufgenommen habe, weil das eh keiner merkt ... Na, wer weiss es?)
Animal Collective 'In The Flowers'
Bright Eyes 'First Day Of My Life'
of Montreal 'Heimdalsgate Like A Promethean Curse'
Bloc Party 'Helicopter'
Yeah Yeah Yeahs 'Maps'
Kaiser Chiefs 'Ruby'
Simone White 'Why is your raincoat always crying?'

Und wer die anderen Teile verpasst hat:

Musik zum Dekadenende: Teil 1
Musik zum Dekadenende: Teil 2
Musik zum Dekadenende: Teil 3

Die Platten gibt's physikalisch und elektronisch natürlich bei Amazon!

Ich hoffe, die Serie hat ein wenig Spaß gemacht.

Verlierer des Jahres 2009

Im letzten Jahr wurde es knapp vor Dick Fuld (Lehman) und Josef Ackermann (DeuBa) Georg Funke von der HypoRealEstate (Verlierer des Jahres 2008).

Auch dieses Jahr habe ich lange überlegt, wen ich denn küren sollte. Lange hatte ich vor, Wendelin Wiedeking zu wählen, der mit seinem waghalsigen Versuch mit der Klitsche Porsche den x-mal größeren Volkswagen Konzern zu übernehmen, am Ende so gescheitert ist, dass er sich von Volkswagen kaufen lassen musste. Was Wiedeking natürlich seinen Job gekostet hat. Aber das Geld, das er sich in den letzten Jahren verdient hat, darf er ja behalten.

Daher habe ich mich am Ende doch noch umentschieden. Und das, obwohl die Geschichte eigentlich die gleiche ist: Megaübernahme, die schnell ziemlich schief läuft und den gesamten Konzern in den Abgrund zu reißen droht.

Es geht um Maria-Elisabeth Schaeffler vom Schaeffler-Konzern, der schon 2001 auf Pump und feindlich, aber am Ende erfolgreich FAG-Kugelfischer kaufte und so einen zwar weithin unbekannten, aber trotzdem einen der wichtigsten Automobilzulieferer Deutschland schuf (knapp 9 Mrd. Euro Umsatz 2008). 2009 ging die geplante Übernahme der noch größeren Continental (24 Mrd. Euro Umsatz) aber fast schief. Das lag nicht zuletzt an der Tatsache, dass auch Conti durch die Übernahme von VDO (etwa 8 Mrd. Euro Umsatz) hochverschuldet war. Auch war der Übernahmepreis viel zu hoch. Als die Continental-Aktie wegen der Automobilkrise schon wieder unter 30 Euro gefallen war, musste Schaeffler für die Übernahme noch über 70 Euro pro Aktie bezahlen. Gerettet wurde der Verbund nur, weil er vom Staat mit Bürgschaftszusagen unterstützt wurde. Die Banken wollten (nachvollziehbarerweise) einen Kaufpreis von 70 Euro bei einem aktuellen Aktienkurs von weniger als 30 Euro nicht weiter auf Kredit finanzieren ...

Am Ende schaffte Schaeffler die Refinanzierung aber ohne den Staat, allerdings bekamen die Banken spürbaren Einfluss auf das Unternehmen. Insbesondere soll Schaeffler in eine kapitalmarkttaugliche Firma umgebaut werden, was am Ende bedeutet, dass die Banken Schaeffler gerne an die Börse bringen möchten.

Frau Schaeffler soll laut den einschlägigen Reichenlisten gegenüber der Vor-Conti-Zeit über 90% ihres Vermögens verloren haben (siehe Manager Magazin: Aldi-Brüder bleiben reichste Deutsche).

Aber warum mache ich Frau Schaeffler zu Verliererin des Jahres und nicht Wiedeking? Immerhin ist Wiedeking seinen Job los, Schaeffler hingegen hat ihre Firma noch. Weiss ich ehrlich gesagt auch nicht. Vielleicht war der Auftritt von Schaeffler im Pelz auf High-Society-Parties ausschlaggebend, während gleichzeitig um Staatshilfe gebettelt wurde (Sueddeutsche: Pelz und Staatsknete)? Vielleicht als Symptom des "Too-Big-To-Fail"? Vielleicht weil Wiedeking irgendwie mit Stil aus dem Job schied?
Hätte ich nicht vielleicht auch besser Margarete Schickedanz wählen sollen, die mit Arcandor wohl fast ihr gesamtes Vermögen durchgebracht hat? Vor allem weil sie zwischendurch völlig unglaubwürdige und peinliche "ich gehe auch zum Discounter"-Interviews gegeben hat (Sueddeutsche: Quelle-Erbin fürchtet sich vor Armut). Ich muss aber ehrlich gestehen, dass mir die Margarete fast schon leid tat auf so einem ähm Herrn wie Middelhoff reingefallen zu sein.
Oder hätte ich noch besser den Chef von Goldman Sachs Lloyd Blankfein, der seinen volkswirtschaftlich ach so wichtigen Job als "Gottes Werk" bezeichnet hat, wählen sollen? (Spiegel: "Banken verrichten Gottes Werk"). Durchgedreht und abgehoben genug ist er definitiv. Aber jemand, der "seine" Bank ohne (direkte) Staatshilfen durch die Krise gebracht hat, kann man schlecht zum Verlierer des Jahres küren.

Naja, die Auswahl war erneut groß und ich bin mir sicher, meine Leser hätten noch viele andere Ideen gehabt ... Vielleicht sollte ich daraus eine Umfrage für's nächste Jahr machen. Oder vielleicht sogar noch für dieses?

Update (23:59):

Der Spiegel hat eine andere Wahl, ein paar der üblichen Verdächtigen sind allerdings dabei ...

Spiegel: Das waren die Gewinner und Verlierer

Update (31.12):

Die FTD hat Schaeffler im Jahresrückblick aus einem etwas anderen Winkel beleuchtet:

FTD: Conti/Schaeffler - Gott schütze euch

Zahl des Tages (29.12.09): +0,0%

Hmmm, ich seh die Immowette schon wieder wackeln ...

Heute gab es den letzten Case-Shiller-Hauspreis-Index für dieses Jahr.

Nachdem ich im letzten Monat noch "Ein Plus ist ein Plus ist ein Plus ..." schrieb, muss ich mich diesen Monat mit eine

0 (ist eine Null) ist kein Minus begnügen.

Denn das ist das Ergebnis der Berechnungen des Case-Shiller-City-20-Index (Basis für die Immowette) für den Oktober.

Bereits in den Monaten davor war ja schon eine deutliche Abschwächung des Preisanstiegs zu verzeichnen:

+0,3% im September
+1,2% im August,
+1,6% im Juli,
+1,4% im Juni,
+0,5% im Mai und
+0,5% im April.

Aber immerhin ist es kein Minus und damit hat sich das Minus im Jahresvergleich auf nur noch 7,3% verlangsamt (-9,4% im Vormonat).

Die Breite im Index hat sich erneut verschlechtert. Von den 20 relevanten Regionen konnten im Oktober nur noch 7 ein Plus verzeichnen, eine blieb unverändert und 12 lagen im Minus.

Damit wächst die Gefahr eines weiteren Abschwungs am US-Immobilienmarkt, allerdings hat die (Zwischen?)-Erholung dafür gesorgt, dass das Gesamtminus vom Hoch aus bei aktuell "nur noch" 29,0% liegt.
Und natürlich arbeitet auch der Faktor Zeit für mich: Da die Wette noch 12 Monate läuft (es gelten die Werte bis einschließlich Oktober 2010, der wie dieses Jahr Ende Dezember veröffentlicht wird), müsste es wieder sehr konstant und kräftig nach unten gehen.

Sind die beiden anderen Wetter (neben m106) Christoph und Ruediger Helge Wolf eigentlich noch an Bord?

Direkt von der Quelle:

Standard & Poors: Home Prices Still Improving but at a Moderating Pace Entering the Fourth Quarter of 2009 According to the S&P/Case-Shiller Home Price Indices(PDF)

Update (17:17)

Vor Weihnachten kam übrigens noch eine andere Zahl vom US-Immobilienmarkt. Die Neubauverkäufe. Diese brachen ziemlich dramatisch ein, weil die Steuergutschriften im November ausliefen. Und das könnte man durchaus als schlechtes Zeichen für den gesamten Immobilienmarkt werten (wobei die Steuergutschriften ja verlängert wurden).
Allerdings war auch der Lagerbestand auf historischen Tiefstständen, so dass die Zahl zumindest für die Zukunft nicht ganz so pessimistisch machen muss. Ein sinkendes Angebot ist immer eine gute Basis für steigende Preise.

Marketwatch: New home sales fall 11;3% as subsidy ends

Update (21:35):

Calculated Risk weist darauf hin, dass die 0,0% nicht saisonbereinigt sind. Die saisonbereinigte Zahl war 0,4% im Plus im Vergleich zum Vormonat. Ich gewinne meine Wette also. Die saisonbereinigte Zahl für das Gesamtminus vom Hoch aus liegt bei 29,5%. Ich gewinne die Wette also vielleicht doch nicht ...
 
Calculated Risk: Case-Shiller House Price Graphs for October

Zahl des Tages (24.12.09): 18.000.000.000

Ha, eine überraschende Zahl des Tages. Und die auch noch ganz frech zurück datiert, aber diese Zahl kann man auf keinen anderen Tag setzen. Leider habe ich den Artikel erst heute gelesen ...

Wirtschaftsprofessor Joel Waldfogel hat über das Thema Geschenke zu Weihnachten ein ganzes Buch geschrieben. Er hat dabei untersucht, wie viel Wert jedes Jahr durch falsche/überflüssige/schlechte/schwachsinnige Geschenke vernichtet wird. Überflüssige Sachen, die man sonst nicht gekauft hätte. Sachen, die nicht umgetauscht werden, obwohl man es eigentlich vor hatte. Etc. pp.

Für 2006 soll der weltweite Verlust

18.000.000.000 (18 Milliarden) Euro

betragen haben.

Ganz schönes Sümmchen!

Jetzt stellt sich mir die Frage, ob ich Nichtschenken im nächsten Jahr als Konjunkturprogramm verkaufen kann (sinnvollerer Einsatz von Ressourcen)? Und noch viel wichtiger: Versteht der/die Nicht-Beschenkte das? Oder schenkt man am besten direkt das Buch als Erklärung (Scroogenomics: Why You Shoudn't Buy Presents for the Holidays) ;-)

Der ernst gemeinte Vorschlag ist übrigens ein anderer: Gutscheine schenken!

Freitag: Warum schenken nie so richtig hinhaut

Update (29.12.09):

Auch Herbert Knebel zum Thema Geschenke und Umtausch.


WDR 2 Kabarett Herbert Knebel - Umtausch

35 Minuten Wissenschaft - Wo beginnt die Einzigartigkeit des Menschen?

Es ist ja Wochenende und da sollte man sich etwas Zeit für sowas nehmen. Man lernt und wird trotzdem gut unterhalten.

Tolle "Vorlesung" an der Harvard Stanford University am Tag bevor die Studenten ihre Abschlussurkunde ausgehändigt bekommen.

Nicht nur inhaltlich sehr interessant, sondern auch auf allerhöchstem Niveau vorgetragen.

Wo fängt die einzigartige Leistung des menschlichen Gehirns an und fast verblüffender wo hört die Leistung von Menschaffen auf. Die sind nämlich zu deutlich mehr fähig als man noch vor ein paar Jahren gedacht hat.

Musik zum Dekadenende: Teil 3

Weiter mit Teil 3, der etwas ruhiger ausfällt, weil ja Weihnachten ist.

Coldplay - Sparks

Wenn es eine Band gibt, die richtig viele Platten verkauft hat und die ich trotzdem noch mag, ist es Coldplay. OK, die letzten Platten sind überproduziert, aber immer noch gut. Auch wenn mir die wesentlich brüchigeren Lieder am Anfang der Karriere am besten gefallen.



Phoenix - Lisztomania

Gutes Album!



Den deutschen Teil übernehmen in dieser Woche "Wir sind Helden". Nicht nur ein toller Song, sondern auch eine (wenn ich 20 Jahre jünger wäre) Instant-Verlieb-Sängerin :-)

Wir sind Helden - Nur ein Wort




Belle & Sebastian: If you find yourself caught in love

Ein verlässlicher musikalischer Begleiter über das gesamte Jahrzehnt.



Röyksopp - Eple

Toller, irgendwie komisch eiernder Track, den die Band auch nur einmal hinbekommen hat (was nicht heißen soll, dass die Alben nicht gut wären. Halt nur nicht so gut wie dieses Lied, das IMHO heraus ragt).



Jetzt der erste 6-Sterne-Song, der in der Bewertung über die normale Skala von iTunes hinausgeht. Eigentlich ein Song für den vierten und letzten Teil, aber es passt einfach viel besser in den besinnlichen Teil zu Weihnachten.

Cardigans - Communication



Und jetzt eine 6 Sterne Band mit einem dem Song aus Teil 3, der wahrscheinlich am besten zu Weihnachten passt:

Sigur Rós - Olsen Olsen



Und zu Schluss dieses Teils noch ein Hinweis auf eine Band, bei der das Verhältnis zwischen der tollen Musik und der geradezu völligen Unbekanntheit (zumindest in Deutschland) so weit auseinander klafft wie hier. Ich spreche von den Delgados. Die letzten drei Alben (The Great Eastern, Hate und Universal Audio) kann ich allesamt empfehlen (bei Allmusic kann man die Alben alle anspielen - AllMusic - The Delgados.
Hier der einzige Song, der etwas bekannter ist, weil er mal in Grey's Atonomy gespielt wurde. Außerdem sind Engel im Titel ...

The Delgados - I Fought the Angels



Mehr Musik noch:

Musik zum Dekadenende: Teil 1
Musik zum Dekadenende: Teil 2

Die Platten gibt's physikalisch und elektronisch natürlich hier!

Den letzten Teil gibt's zu Sylvester, dann tanzbarer und rockiger.

Frohe Weihnachten! (kwT)

Kein weiterer Text, hab genug geschrieben dieses Jahr ;-)

Genießt die Ruhe, erholt Euch gut. Morgen gibt es dazu passend noch ein Musikposting (Musik zum Dekadenende Teil 3) mit schöner ruhiger Musik.

Bis die Tage!

Zahl des Tages (23.12.09): 1.460.000.000.000

Doch noch eine Zahl des Tages ...

Die Nachricht stammt zwar schon aus der letzten Woche, aber da ich es diese Woche mit dem Lesen ruhiger angehen lasse, habe ich den Artikel - wie ein guter Fernsehkoch - schonmal kurz vorbereitet ...

Standard & Poors stellt 98 Covered Bond mit AAA-Ratings mit einem Gesamtvolumen von

1.460.000.000.000 (1,46 Billionen) Euro

unter Beobachtung. Etwa die Hälfte davon wird das Triple-A wohl verlieren. (Covered Bonds sind zum größten Teil mit Hypotheken besicherte Anleihen, MBS in den USA, in Deutschland auch als Pfandbrief bekannt).

Der Grund sind neue Bewertungsrichtlinien. Unter anderem kann ein Covered Bond nur noch maximal 7 Stufen höher bewertet werden als der Emittent, egal wie gut die Sicherheiten auch sein mögen. Und diese Maximalverbesserung gibt es auch nur, wenn der Emittent ausreichend liquide ist, um im Fall des Falles eine Lücke (siehe unten) bei einem Covered Bond umgehend aufzufüllen (Es geht nicht um die Liquidität des Covered Bonds selbst, die Darstellung im Handelsblatt ist ungenau, die von "Der Markt Heute" besser). Emissionen von kleineren Banken, die nicht selber ein exzellentes Rating besitzen, schaffen in Zukunft das begehrte Triple-A-Rating wohl nicht mehr.

Der Markt Heute - Ausgabe vom 17.12.2009 7:58 Uhr
Handelsblatt: S&P überprüft 90 Prozent aller Pfandbriefe FT Alphaville: S&P threat to covered bonds

Handelsblatt: Dreifaches Problem Uh uih - Premium Content. Was da wohl Tolles drinsteht ...

Moody's hat an seiner Bewertungsmethodologie nichts geändert, kommt aber auch bei Beibehaltung des alten Modells zu ähnlichen Ergebnissen. Grund sind allein die fallenden Immobilienpreise in den USA. Diese sieht Moody's weiter unter Druck und erwartet, dass demnächst bei immer mehr MBS die Sicherheitspuffer aufgebraucht sein werden. Kurz: Der Wert der Sicherheiten (in diesem Fall der Immobilien) übersteigt den Wert den Anleihen nicht mehr. Moody's hat daher amerikanische MBS im Gesamtwert von

143.000.000.000 (143 Milliarden) Dollar

auf die Überprüfungsliste gesetzt. Auch bei diesen könnten Herabstufungen drohen. Dann wird das Triple A in Zukunft wohl noch seltener werden als es eh schon ist. Es sind ja nur noch einige Staaten (Bei Fitch entgegen der Headline 13: Zahl des Tages (10.12.09): 8) und (nach S&P) noch 5 Unternehmen aus dem S&P 500. Nicht wirklich viele Schuldner also.
Aber an Triple-A-Anleihen wird es in Zukunft nicht mangeln. Solange die USA über 1 Billionen Dollar neue Schulden pro Jahr machen, ist für ausreichend Nachschub für die Anleger gesorgt, die sich nur AAA-Anleihen ins Depot legen wollen ...

Calculated Risk: Moody's: Jumbo-MBS under Review for Downgrades

Zahl des Tages (22.12.09): +44,1%

Wieder mal Zahlen vom US-Immobilienmarkt. Hier geht die Stabilisierung der letzten Monate weiter. Zumindest was die Umsätze betrifft.

Die Umsätze von bereits bestehenden Einfamilienhäusern sind im November um 7,4% gegenüber dem Vormonat gestiegen. Das entspricht 6,09 Millionen Verkäufen im Jahr. Gegenüber dem Tief vom November 2008 ist die Jahresrate schon um

44,1%

gestiegen.

Auslöser ist natürlich nicht die neu entdeckte Liebe der Amerikaner zu Immobilien, sondern die Steuergutschriften in Höhe von 8.000 Dollar, die jedem Ersterwerber einer Immobilie gewährt werden. Satte 50% aller Käufer griffen auf diese Unterstützung zurück. Sie wäre eigentlich Ende November ausgelaufen und dürfte einige Käufer noch schnell zum Erwerb einer Immobilien getrieben haben. Die Steuergutschrift wurde übrigens verlängert. Die NAR rechnet mit einem weiteren Anstieg der Verkaufszahlen. Ich bin skeptisch, weil die Wirkung solcher Maßnahmen erfahrungsgemäß mit der Dauer nachlässt. Es gibt halt nicht beliebig viele Käufer, die unentschieden sind und sich dann von einer solchen Prämie zu einem Kauf überzeugen lassen. Mit der Zeit wird die Prämie zu einem reinen Geschenk für Leute, die eh eine Immobilie gekauft hätten.

Die von mir immer am intensivsten beobachtete Zahl in diesem Reigen ist immer der Lagerbestand an unverkauften Immobilien in Monatsumsätzen. Und auch diese Zahl hat sich signifikant verbessert. Nach 7,0 Monaten im Oktober sank der Wert auf nun 6,5 Monate.

Bei den Preisen ist nicht viel passiert. Ein minimales Plus um 200 Dollar, der große Teil der Umsätze findet weiterhin im unteren Preisbereich statt. Logisch, da wirken 8.000 Dollar Zuschuss natürlich am kräftigsten.

Marketwatch: Home buyers rush to beat tax deadline in November

NAR: Existing Home Sales Nov. 09 (PDF!)

So das war die vorläufig letzte Zahl des Tages. Ich werde zwar wohl zwischen den Tagen was posten und habe auch noch ein paar URLs, die ich mal als so eine Art Winter Tab Sweep durch die Gegend schicken könnte und zwei Musik-Postings gibt's auch noch, aber eine regelmäßige Zahl des Tages mache ich dann spätestens am 4. Januar wieder.

Update (00:08)

Ach so, die Grafiken von Calculated Risk noch:

Calculated Risk: More on Existing Home Sales

Ein noch skeptischerer Blick :

The Big Picture: Existing Home Sales Inordinately High; +44% Year Over Year


Update (23.12.09):

Noch zwei Grafiken, die den langfristigen Zusammenhang darstellen:

Die absoluten Verkäufe:

Der Lagerbestand in Monaten:


Quelle: Northern Trust - Daily Commentary December 22, 2009

*DAS* erklärt Alles!

Ohne Worte!



Die Dunkle Seite der Macht an der Wall Street ... Und demnächst läutet der Sensemann persönlich die Schlussglocke ... Oder so ...

gefunden über Kottke.org: Darth Vader opens Wall Street

US-BIP Q03/09: +2,2% (kräftige Korrektur nach unten)

Das war schon eine kräftige Korrektur. Die erste Schätzung (offiziell Vorabschätzung) kam bei +3,5% annualisiert, bei der zweiten Schätzung wurde schon auf +2,8% nach unten korrigiert (US-BIP Q03/09 (beta): +2,8 (nach +3,5)) und jetzt ging's nochmal kräftig runter auf +2,2%. Laut Marketwatch waren die Hauptauslöser für die Abwärtskorrektur Business Investment, Konsumausgaben und Lagerbestände.

Ich weise auch nochmal darauf hin, dass das dritte Quartal noch einen ganzen Teil der amerikanischen Abwrackprämie Cash-for-Clunkers mitgenommen hat. Die Automobilverkäufe haben allein für 1,45% im BIP gesorgt. Das Auslaufen könnte also kritisch werden, auch wenn sich das bis jetzt noch nicht sehen lässt. Im Gegenteil: Die November Verkäufe waren überraschend positiv (siehe Zahl des Tages (01.12.09): 10.930.000). Ich kann mir aber fast nicht vorstellen, dass es da auf Sicht der nächsten 6 Monate wieder problemlos nach oben geht.

Das Plus von 2,2% ist immer noch das beste seit 7 Quartalen. Ich will ja nicht alles schlecht machen.

U.S. GDP revised down to 2.2% annual rate - MarketWatch

Oder direkt von der Quelle:
Bea.gov: PDF version of the Gross Domestic Product release

Ich schaue heute Abend nochmal in die Details, ob ich da was Spannendes finde.

Update (23.12):

Mir ist nichts besonderes mehr aufgefallen. Außer dass die Staatsausgaben so ziemlich das einzige sind, was gegenüber der ersten Schätzung stabil geblieben ist. Ein Faktor, den ich immer beobachte, ist der Preisdeflator. Dieser wurde von 1,4% auf 1,3% reduziert, was im Gegenzug das BIP um 0,1% erhöht. Aber bei diesem Miniunterschied lohnt eine weitere Diskussion eigentlich nicht ...

Auch Moody's stuft Griechenland herab

Jetzt ist also auch Moody's, die zweite der beiden großen Ratingagentur, der vorgepreschten kleinen Konkurrentin Fitch gefolgt und hat das Rating von Griechenland reduziert. Nach A1 liegt das Rating für griechische Staatsschulden nur noch bei A2. Der Ausblick bleibt ebenfalls auf negativ, es könnte also noch weiter nach unten gehen.

Über die Gründe muss ich nicht nochmal was schreiben, das habe ich in den letzten Wochen häufig genug getan (siehe Label Griechenland). Interessanter, wie unterschiedlich die Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit Griechenlands einschätzen. Denn das A2-Rating bei Moody's entspricht dem A bei den beiden anderen. Bei diesen ist Griechenland aber schon auf BBB+ herabgestuft, liegt also zwei Stufen niedriger und nur noch drei Herabstufungen von Junk entfernt. Bei Moody's sind es noch 5 Stufen. Keine Ahnung, warum das von den "anderen" niemand schreibt ...

Greece's government ratings downgraded by Moody's - MarketWatch

FTD: Moody's senkt Rating für Griechenland

Update (21:58):

Jetzt kommt die Analyse der FTD, dass die Herabstufung von Moody's gar keine wirklich schlechte Nachricht ist, weil Moody's Griechenland zwei Stufen höher ratet als die Konkurrenz. Als wenn ich das nicht schon woanders gelesen hätte ;-)

FTD: Moody's beglückt Griechenland

Zahl des Tages (21.12.09): -44%

Hatte eigentlich was anderes geplant, aber dann kam doch noch eine aktuelle Zahl, über die man etwas schreiben kann. Heute kam nämlich das Update des Moody's CRE Preisindexes für den Oktober. Und dieser hatte im Oktober erneut ein Minus von 1,5% zum Vormonat zu verzeichnen. Am Markt für Gewerbeimmobilien in den USA sinken die Preise also weiter ungebremst.

Vom Hoch im Herbst 2007 aus gesehen beträgt das Gesamtminus der Preise nun schon


44%.

Eine Immowette auf den Gewerbeimmobilienmarkt hätte ich also klar verloren, aber darauf habe ich ja auch nicht gewettet. Ich hätte auch nicht auf eine Stabilisierung der Preise für Wohnimmobilien gewettet, wenn die US-Regierung nicht umfangreiche Stützungsmaßnahmen beschlossen hätte. Neben direkten Hilfen (Steuergutschrift von 8.000 Dollar für Erstkäufer) bestehen seit der Verstaatlichung der Immobilienfinanzierer Fanni Mae und Freddie Mac auch beliebige Möglichkeiten die Zinsen für Hypotheken nach unten zu manipulieren. Und ohne diese Maßnahmen würde der Wohnimmobilienmarkt wahrscheinlich auch noch fallen ...

Calculated Risk: Moody's: CRE Prices Off 1.5% in October

Die Lizenz zum Gelddrucken

Ich müsste eigentlich schonmal was zum Thema geschrieben habe, finde es aber auch nach minutenlangem Suchen nicht wieder. Es geht um die neueste Masche der Banken (und einiger findiger IT-Spezialisten), Geld zu verdienen.

Man gründet eine elektronische Börse. Das ist vom IT-Standpunkt sicherlich nicht trivial, aber durchaus machbar. Man beschränkt sich am Anfang nur auf einige wenige Papiere und senkt so die Komplexität des Gesamtsystems. Für diese Börse sucht man sich dann möglichst viele große Partner, die ihre Aufträge bevorzugt auf die neue Börse umleiten. Im Gegenzug bekommen diese Partner Anteile an der Börse und Vorzugskonditionen bei den Transaktionskosten.

Da eine neue Börse mit modernster Technologie, wenig Altlasten (sowohl technisch, wie auch regulatorisch), hoher Spezialisierung (nur wenige Papiere) und nur wenigen sehr großen Teilnehmern billiger sein muss als die alteingessenen Börsen, generieren diese in kürzester Zeit relevante Umsätze.

Damit werden die elektronischen Börse schnell zur Bedrohung der alteingessenen. Und was macht man als Gründungsmitglied einer elektronischen Börse? Man verkauft sie an denjenigen, der am meisten dafür zahlt. Und das ist die alteingessene Börse, denn sie hat ein großes Interesse, den ungewünschten Konurrenten zu kontrollieren. Und sei es nur, um diesen anschließend zu schließen oder die Gebühren so weit zu erhöhen, dass die alteingessene Börse damit leben kann.

Ich übertreibe natürlich etwas, wenn ich sage, dass es sooo einfach ist. Das war es aber wirklich mal, solange neben die etablierten Börsen nur eine elektronische Börse gesetzt wurde. Inzwischen hat es sich aber herumgesprochen, dass man mit einer elektronischen Börse viel Geld verdienen kann. Und das sogar relativ risikolos (wenn man die großen Partner zusammen hat) und relativ schnell (einige Jahre). Inzwischen konkurrieren aber direkt mehrere alternative Börsen um die Marktanteile und daher erreichen diese Börsen nicht mehr allein die notwendigen Marktanteile von 20 bis 30%, sondern müssen sich diese untereinander teilen.

Im Fall der heute zu 60% an die London Stock Exchange verkauften elektronische Börse Turquoise lag der Marktanteil bei relativ mageren 7%. Nicht genug, um die hohen Fixkosten einer Börse wieder einzuspielen. Die Gründungsmitglieder BNP Paribas, Citi, Credit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Merrill Lynch, Morgan Stanley, Société Générale and UBS mussten mehrfach Geld nachschießen. Sie werden wahrscheinlich trotzdem Geld verdient haben. Auch wenn die Traumrenditen der späten 90er Jahre, als elektronische Börsen nach zwei bis drei Jahren zum 10- oder 20-fachen der Gründungskosten verkauft werden konnten, Vergangenheit sind.

Turquoise wird mit der elektronischen Großanlegerbörse Baikal der London Stock Exchange zusammengelegt. Wohl in der Hoffnung, dass nachher genügend Liquidität für einen profitablen Handel im System ist. Es sei denn, die Gründungsmitglieder steigen aus, gründen wieder eine neue Börse, füllen diese mit Liquidität und verkaufen sie ein paar Jahre später. Dann vielleicht an die Deutsche Börse oder die NYSE Euronext.

FTD: LSE krallt sich Handelsplattform Turquoise

Turquoise - About us

Pressemitteilung von Turquoise (PDF!)

Zum Thema passen auch meine zwei Postings zum Thema High Frequency Trading. Da sind nämlich genau die Geschäfte, die die Liquidität in die neuen Börsen spülen ...


Suche nach HFT

Zahl des Tages (21.12.09): 2.210.000.000.000

Eine Zahl, die am Ende des Jahres einen schönen Blick zurück erlaubt. Der Umfang der Bilanz des US-Notenbank Fed war hier einige Male Thema. Die Bilanzsumme lag bis zum August 2008 unter 1 Billion Dollar. Dann begann die Fed diverse Aufkaufprogramme, unter anderem um die Märkte von verbrieften Papieren am Leben zu halten und die Bilanzen der Banken zu entlasten. In kürzester Zeit explodierte die Bilanz der Fed auf über 2 Billionen und erreichte bei etwa 2,3 Billionen ihr Hoch. In dieser Zeit wurde die Bilanzsumme der Fed auch einige Male die Zahl des Tages.

Danach fuhr die Fed die Bilanzsumme leicht zurück und als diese wieder bei etwa 1,7 Billionen Dollar lag, machte ich diese Entspannung erneut zur Zahl des Tages.

Angesichts diverser Ankündigungen der Notenbank weltweit die unkonventionellen Maßnahmen langsam zurückzufahren, lohnt sich mal wieder ein Blick auf die Fed-Bilanz. Und diese stützt das Bild der Entspannung, das überall gezeichnet wird, nicht wirklich. Denn die Bilanzsumme ist seit meinem "Entspannungsposting" wieder deutlich gestiegen. Mit aktuell

2.210.000.000.000 (2,21 Billionen) Dollar

ist die Bilanzsumme wieder ganz nah an das Allzeithoch geklettert.

Wenn man sich die Zusammensetzung in der Grafik anschaut, sieht man schnell, dass die Zusammensetzung trotz der relativ konstanten Gesamtsumme komplett anders aussieht als in der Nähe des letzten Hochs. Damals machten die liquidätsorientierten Maßnahmen etwa 3/4 der Gesamtsumme aus, heute machen diese nur noch etwa 200 Milliarden Dollar aus. Die direkte Liquiditätsversorgung der Banken scheint sich also wirklich entspannt zu haben.

Den großen Teil der Bilanz machen zwei andere Posten aus.

777 Milliarden machen direkt von der Fed gehaltene US-Staatsanleihen aus. Das was man am Ende am besten mit dem direkten Druck von neuem Geld gleichsetzen kann. Denn dass die Notenbank direkt die Staatsverschuldung finanziert, ist äußerst unüblich.
Zu einem gewissen Teil könnte die große Nachfrage der Fed nach US-Staatsanleihen auch erklären, warum die US-Staatsanleihen nur so niedrige Zinsen abwerfen. Eigentlich sollte das hohe Angebot (und die durchaus begründbare Inflationsgefahr) für sinkende Kurse (also steigende Zinsen) sorgen, was aber weitgehend ausblieb. Kein Wunder, wenn die Notenbank ziemlich genau das halbe Minus der USA für das Haushaltsjahr 2008/2009 (Zahl des Tages (20.08.09): 1.580.000.000.000) selber in die Bücher genommen hat ...



Der zweite große Posten in der Bilanz der Fed machen die Ankaufsprogramme für hypothekenbesicherte Anleihen (mortgange backed securities, MBS) aus, die 852 Milliarden Dollar umfassen. Was übrigens 78 Milliarden Dollar mehr sind als Ende Oktober. Entspannungszeichen sehen anders aus ...

Fed: Federal Reserve System Monthly Report on Credit and Liquidity Programs and the Balance Sheet December 2009 (PDF!)

Won't happen: Open Sourcing the AIG mails

Auch wenn die Forderung von Eliot Spitzer kommt, der zwar nach seinem "Prostituiertenkandal" kein Amt mehr hat, so hat er doch noch einige Öffentlichkeit.

Spitzer fordert in der New York Times die Offenlegung des E-Mail-Verkehrs, der vor dem 80 %igen Einstieg des amerikanischen Staat beim größten Versicherungskonzerns der Welt stattgefunden hat.

Wird nicht passieren, die E-Mails würden nur den "Bailout um die Ecke" für die gesamte Hochfinanz an der Wall Street belegen. Und das wollen scheinbar einige nicht, auch wenn ich die Tatsache nicht wirklich mehr als Geheimnis werten würde ...

Op-Ed Contributors - Show Us the E-Mail - NYTimes.com

Und sollten die Mails offen gelegt werden, sehen die dann wahrscheinlich so aus wie die von der Washington Mutual Übernahme:

Die Washington Mutual Übernahme ist SOWAS von geheim!

Update (22:17):



The Big Picture: Time to Open Source All AIG Documents

Zahl des Tages (20.12.09): 164

Wochenende. Pleitenzeit.

Heute direkt 7, wahrscheinlich hat man alles schnell dicht gemacht, was über die Feiertage gefährlich werden könnte. Dabei direkt 4 Dickschiffe mit Assets von mehr als 1 Milliarde Dollar (1,5, 1,8, 4 und 6,1 Mrd. Dollar).
Für drei Banken konnte kein Käufer gefunden werden. Ob es für den Kunden relevante Unterschiede zwischen den drei gewählten Abwicklungsformen gibt (einmal Auszahlung der Guthaben, einmal Überbrückungsbank und einmal Abwicklungsbank), kann ich nicht sagen. Weiss das zufällig jemand?
Im Falle der 6,1 Milliarden Bank bleibt der Schaden für die FDIC mit 146 Millionen überraschend gering. Es scheint einen relativ guten Zusammenhang zu geben: Die Banken am Anfang der Todesliste haben die schlechtesten Bilanzrelationen und diese produzieren auch den größten Schaden. Die 6,1 Milliarden Bank steht aber erst auf Platz 410 und ist damit vergleichsweise gesund. Wobei gesund das falsche Wort ist, denn gesunde Banken gehen ja nicht Pleite ....

US-Bankenpleite Nr. 158:

Name: Rockbridge Commercial Bank,
Sitz: Atlanta, Georgia,
Assets: 294 Millionen Dollar,
Käufer: niemand, die versicherten Guthaben werden ausgezahlt
Schaden für die FDIC: 124 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer.
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 5 (rot).

PR-233-2009 FDIC Approves the Payout of the Insured Deposits of Rockbridge Commercial Bank, Atlanta, Georgia

US-Bankenpleite Nr. 159:

Name: Peoples First Community Bank, Panama City, Florida
Sitz: Panama City, Florida,
Assets: 1,8 Milliarden Dollar,
Käufer: Hancock Bank, Gulfport, Mississippi,
Schaden für die FDIC: 557 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer! Platz 103 (orange).
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 19 (rot).

FDIC: Hancock Bank, Gulfport, Mississippi, Assumes All of the Deposits of Peoples First Community Bank, Panama City, Florida

US-Bankenpleite Nr. 160:

Name: Resolution of Citizens State Bank,
Sitz: New Baltimore, Michigan,
Assets: 169 Millionen Dollar,
Käufer: niemand, FDIC gründet eine Abwicklungsbank
Schaden für die FDIC: 77 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer! Platz 95 (rot).
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 50 (rot).

PR-235-2009 FDIC Creates a Deposit Insurance National Bank to Facilitate the Resolution of Citizens State Bank, New Baltimore, Michigan


US-Bankenpleite Nr. 161:

Name: New South Federal Savings Bank,
Sitz: Irondale, Alabama,
Assets: 1,5 Milliarden Dollar,
Käufer: Beal Bank, Plano, Texas,
Schaden für die FDIC: 212 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer! Platz 122 (orange).
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 31 (rot).

FDIC: Beal Bank, Plano, Texas, Assumes All of the Deposits of New South Federal Savings Bank, Irondale, Alabama

US-Bankenpleite Nr. 162:

Name: Independent Bankers' Bank,
Sitz: Springfield, Illinois,
Assets: 586 Millionen Dollar,
Käufer: niemand, FDIC gründet "Überbrückungsbank"
Schaden für die FDIC: 68 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer.
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: kein Treffer.

FDIC: FDIC Creates Bridge Bank to Take Over Operations of Independent Bankers' Bank, Springfield, Illinois

US-Bankenpleite Nr. 163:

Name: Imperial Capital Bank,
Sitz: La Jolla, California,
Assets: 4 Milliarden Dollar,
Käufer: City National Bank, Los Angeles, California,
Schaden für die FDIC: 619 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer! Platz 220 (gelb).
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 154 (rot).

FDIC: City National Bank, Los Angeles, California, Assumes All of the Deposits of Imperial Capital Bank, La Jolla, California

US-Bankenpleite Nr. 164:

Name: First Federal Bank of California,
Sitz: Santa Monica, California,
Assets: 6,1 Milliarden Dollar,
Käufer: OneWest Bank, FSB, Pasadena, California,
Schaden für die FDIC: 146 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer.
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 410 (orange).

FDIC: OneWest Bank, FSB, Pasadena, California, Assumes All of the Deposits of First Federal Bank of California, Santa Monica, California

Musik zum Dekadenende: Teil 2

weiter im Text ... Heute der zweite Teil, der nochmal lustig durchmixt ist. Der dritte Teil zu Weihnachten wird dann etwas ruhiger, der vierte zu Silvester etwas unruhiger ;-)

Maximo Park - Books from Boxes

Toller Song - Toller Dialekt



Und jetzt einer der Mega-Hits des Jahrzehnts, der aber eigentlich nach tausendmal hören kaputtgespielt sein müsste, es aber nicht ist. Das was "Wonderwall" ein Jahrzehnt vorher oder "where the streets have no names" noch ein Jahrzehnt vorher waren.

Snow Patrol - Chasing Cars



Kings of Convenience - I Don't Know What I Can Save You From (remix by Röyksopp)

Die Remix Version, nur um zu zeigen, dass Kings of Convenience richtig gut sind und im Remix richtig gut sind und Erlend Øye Solo richtig gut ist und als Whitest Boy Alive auch nur gute Platten gemacht haben ... Ich hätte eigentlich in jeden Teil einen Song einstreuen können.



OK, nur ein Song ist dann doch zu wenig: Noch ne Coverversion.

Erlend Øye - There is a Light that never goes out


Und noch eine. Gute Smiths Coverversionen gehen immer ....

Erlend Øye - Heaven Knows I'm Miserable Now







Ich könnte mich bei Youtube noch ne Stunde weiterklicken und immer noch gute Sachen finden, aber ich hör jetzt auf. Lifetime Award für Erlend.

Jetzt zum deutschen Song dieses Teils:

Kante - Die Summe der einzelnen Teile

Fand die LPs nie soooo toll, aber dieses Stück ist ziemlich perfekt:



MGMT - Kids. Ohne Video, weil ich das nach dem Videodreh gestörte Kind nicht sehen möchte.



Etwas ruhig bis jetzt der zweite Teil. Das ist ja fast schon der Weihnachtsteil ...
Muss wohl etwas rockiger werden ..

Franz Ferdinand - Take me Out

Geiler Song, hart an der Grenze zum 6-Sterne-Song.



Zum Abschluss einer der wenigen Sachen aus Nordamerika, ich bin halt alter Britpopper. Ich habe viele Sachen aus den USA und Kanada in der Auswahl gehabt, aber dann doch den großen Teil wieder rausgeworfen.Übrig blieb vor allem Musik aus Europa.

Arcade Fire - No Cars go



So das war's für dieses Wochenende. Ich wünsche viel Spaß beim Hören gehabt zu haben ...

Die Platten gibt's physikalisch und elektronisch natürlich hier!

Mehr Musik noch:
Musik zum Dekadenende: Teil 1

Zahl des Tages (18.12.09): 1.700.000

Ich wollte eigentlich über ein anderes Thema schreiben. Den Artikel bekomme ich aber nicht mehr fertig und da das Weihnachtsessen Nummer Eins heute wahrscheinlich mit nicht schreibfähigem Kopf enden wird, schreibe ich besser mal jetzt.

Eine der spannenden Fragen für die weitere Entwicklung am US-Immobilienmarkt ist die Anzahl der Immobilien, die noch zum Verkauf stehen. Es gibt hier zwar Zahlen, die aber nur die halbe Wahrheit wiedergeben.

Die Banken geben nämlich viele Immobilien nicht in den freien Verkauf, auch wenn die Immobilienbesitzer ihre Hypothek nicht mehr bedienen konnten und das Haus schon an die Bank gefallen ist. Diese Ex-Besitzer bleiben dann im Haus wohnen, zahlen Strom, Wasser, Steuern, pflegen das Haus und zahlen eine kleine Miete. Auch für die Immobilien in der Nachbarschaft ist es positiv, wenn ein Teil des Angebots nicht sichtbar ist.

Das ganze Phänomen wird mit dem Begriff "Shadow Inventory" (Schattenlager) bezeichnet.

Gerade bin ich mal wieder über eine aktuelle Schätzung für die Größe des Schattenlagers gestolpert.

Das Analyseinstitut CoreLogic schätzt die Anzahl auf

1.700.000 (1,7 Millionen)

Immobilien. Das entspricht in der von mir bevorzugten Metrik 3,3 Monatsumsätzen.

Damit würde ein ganzer Teil der Verbesserung, die die offiziellen Zahlen ausweisen, von der Verschlechterung bei den inoffiziellen aufgehoben.

Standarddisclaimer am Ende: Die Immo-Wette gewinne ich trotzdem ;-)

FT Alphaville: US ’shadow housing inventory’ at 1.7m, CoreLogic says

Mahlzeit :-)

CDS USA vs. CDS für Firmen

Kleine CDS Spielerei:

Aktueller CDS auf US-Staatsanleihen: 35

Unternehmen mit niedrigerem CDS-Preis (also bessere Schuldner lt. CDS-Markt), in Klammern jeweils der Preis für die CDS:

Hewlett Packard (27),
Black & Decker (28),
Six Flags (29),
Baxter (30),
XTO Energy (30),
IBM (31),
JTI (32),
Unilever (32),
Campbell Soup (33)
Bristol Myers Squibb (34),
Lockheed Martin (34) (wer auch immer die Militärflugzeuge kaufen soll, wenn die USA pleite sind ...)

Leider habe ich keinen Zugriff auf die kompletten CDS-Daten, sondern sehe nur die "Most active" einmal am Tag. In einem Posting gestern bei The Big Picture (Let’s compare credits) tauchten noch einige weitere Unternehmen auf:

Coca Cola,
Pepsi,
Procter & Gamble (Konsumgüter),
United Technologies (Technologie),
Merck (Pharma),
Eli Lilly, (Konsumgüter/Pharma),
Johnson & Johnson, (Konsumgüter/Pharma),
General Dynamics (Rüstung),
Colgate-Palmolive (Konsumgüter),
Sysco (dazu mehr Fool: 5 Unbelievably Solid Companies),
Costco (Einzelhandel),
Kimberly-Clark (Konsumgüter),
Avon (Konsumgüter).

Das könnt ihr jetzt ruhig als Liste für den konservativen Anleger nehmen - Firmen für den ruhigen Schlaf ...

Schon interessant, wie viele Firmen der CDS Markt noch als Quasi-AAA bewertet, während Standard & Poors wesentlich weniger auf Triple-A hat. Aus dem S&P 500 Index sind es zum Beispiel nur noch 5 (Zahl des Tages (12.03.09): 5). HP als Schuldner mit der besten Qualität laut CDS (übrigens nur geschlagen von Deutschland mit 24 Basispunkten) ist bei S&P zum Beispiel nur A. Das ist zwar immer noch sehr gut für eine Firma, aber eben doch 4 Ratingstufen unterhalb von AAA.

Der Unterschied dürfte vor allem auf die extrem langfristige Betrachtung von S&P zurückgehen. Im Fall von Griechenland sieht man ja schon, wie weit S&P vorauszuschauen versucht. Es gibt dort eine Herabstufung, auch wenn Griechenland in den nächsten Jahren nicht Pleitegehen wird und wahrscheinlich auch nicht in der nächsten Dekade. Bei einem Technologiekonzern wie HP können die Entwicklungen aber viel schneller verlaufen. Eine Marktentwicklung verschlafen und schon wird's kritisch. Und ein solcher Konzern bekommt dann eben kein AAA (warum auch immer die Kreditversicherer wie MBIA und Ambac jemals eins bekommen haben, die hätten es ebenfalls nie verdient).
Oder ein anderes Beispiel: Pfizer verliert 2012 ein wichtiges Patent und 2013 ein weiteres (Viagra). Damit fallen zwei der drei wichtigsten (sprich profitabelsten) Wirkstoffe aus dem Patentschutz und werden nur noch einen Bruchteil der Gewinne einspielen. Das ist für S&P aber schon Anfang 2008 ein Grund für eine Ratingreduzierung (siehe auch: Pfizer nur noch AA, MBIA weiterhin AAA).

Blogwort des Jahres: Zensursula

Ich habe die geheime Wahl heute ausgezählt und mit meiner Stimme beschlossen:

Das Blogwort des Jahres ist

Zensursula

.

Kaum ein Begriff schaffte es 2009 das neue Selbstbewusstsein der Blogger und das neu entfachte Politikinteresse der Digital Natives (als @affen) so gut widerzuspiegeln wie Zensursula. Blabla. .. ... .. Die Lauditio hält Don Alphonso und macht mich für die Idee (die ich immer noch cool finde, vielleicht wird das ja nächstes Jahr was) voll fertig ;-)

Das "richtige" Wort des Jahres ist übrigens die unsäglich schwachsinnige Abwrackprämie, die ich nicht nur als Öko, sondern auch aus rein egoistischen Gründen hasse, da sie den Gebrauchtwagenmarkt so zerstört hat, dass ich meinen A2 auch 1.500 Euro (bzw. 20%) unter Schwacke immer noch nicht los geworden bin.

Update (13:14)

Ach so: Die gesamten Top 10:

1. Abwrackprämie
2. kriegsähnliche Zustände
3. Schweinegrippe
4. Bad Bank
5. Weltklimagipfel
6. Deutschland ist Europameisterin
7. twittern
8. Studium Bolognese
9. Wachstumsbeschleunigungsgesetz
10. Haste mal' ne Milliarde

Neu- und Staatsverschuldung vs. Maastricht

Eine Grafik sagt oft mehr als Tausend Worte:


Man beachte die vielen Punkte innerhalb des Maastricht Bereichs :-(

Die Zahlen beziehen sich auf die Planungen für 2010. Es kann gut sein, dass Irland nicht ganz so übel abschneiden wird, allerdings besteht z.B. für Griechenland auch viel Luft nach "oben", knapp 6% dürften nach 12,7% Minus dieses Jahr kaum möglich sein (außer durch Einmaleffekte).

Beeindruckend auch das durchweg gute Abschneiden der skandinavischen Staaten. Dabei steckte Schweden (und etwas sanfter Finnland) vor knapp 20 Jahren in einer ähnlichen Krise wie heute Großbritannien und Irland.

Zahl des Tages (17.12.09): 1,7%

Im Zusammenhang mit der Schuldenlast von Griechenland hatte ich überlegt, die Situation dort mit der deutschen zu vergleichen. Besonders beeindruckt hat mich die Zinslast der Griechen, die inzwischen 7% des BIPs ausmacht. Selbst wenn alle Einnahmen und Ausgaben (außer den Zinsen) ausgeglichen sind, produziert Griechenland also noch ein Minus, das mehr als doppelt so hoch ist wie die Maastricht-Grenzen es erlauben.

Nun, wie sieht es in Deutschland aus?

Deutschland zahlt 2010 gut 40 Mrd. Euro Zinsen. Das BIP 2010 wird bei etwa 2,4 Billionen Euro liegen. Daraus errechnet sich ein entsprechender Wert für Deutschland von knapp

1,7%.

Das ist nach Maastrichtkriterien nicht korrekt, weil noch Schulden für Länder und Gemeinden heraus gerechnet werden müssten. Aber den Hauptanteil machen die Schulden des Bundes aus, von daher ist diese Verkürzung nicht völlig neben der Spur.

Ich wollte die Zahlen nur mal ins Verhältnis stellen, weil mir zu viele am Rating von Deutschland zweifeln. Es gibt schon Gründe, warum Deutschland ein AAA hat und Griechenland ein BBB+ ...

Ich will aber auch nichts schön reden, denn der Spiegel zeigt ja sehr schön, was man mit dem Geld alles machen könnte. Aber den Point of no Return hat Deutschland ganz sicher noch nicht überschritten.

Spiegel: So schön lebt sich's schuldenfrei (Achtung fiese Klickstrecke)

Kuwait steigt mit 37% Rendite bei Citigroup aus - HÄH?

Tschuldigung für die Überschrift, aber ich will eine Antwort auf die Frage haben. Es ist ja einer er Gründe, warum ich hier rumblogge. Denn inzwischen habe ich eine ganze Reihe Leser, die in bestimmten Dingen echt Plan haben und wenn ich dann mal über Nachrichten stolpere, erklären die mir tatsächlich die Welt. Das ist doch schön! Aber zum Thema:

Die Nachricht ging ja überall herum, ich habe aber ehrlich gesagt nicht mehr gelesen als die Überschrift. matsch stellte sich (und mir) die Frage, wie wohl die Daten bei der Story zusammenpassen. Also die Fakten: Kuwait hat Ende 2007 einen Anteil an der damals schon strauchelnden US-Großbank Citigroup gekauft. Vorgestern wurde der Anteil wieder verkauft. Die Rendite dabei: 37%.

Focus: Kuwait macht Kasse

Das Problem: Der Chart:


Die Aktie hat sich fast gezehntelt (links ist das Kaufdatum).

OK, Kuwait hat damals Vorzugsaktien gekauft. Aber zu einem Zehntel des Kurses? Oder zu 20% Zinsen?

Update (18:46):

Die Nachricht aus dem Januar 2008 hilft auch nicht weiter ...
Marketwatch: Citigroup Prices Preferred Stock Offerings

Update (18:58):

Noch etwas mehr Details:

To protect against downside if Citi’s share price falls further, the securities yield an annual coupon of 7 per cent, payable quarterly.
To participate on the upside, GIC may convert the securities at any time, although it must do so at a 20 per cent premium above a reference price. This will be set based on the average trading price of Citi shares over the next few days.

The securities have a perpetual maturity, which means they do not expire; however, Citi can call the securities – pay back the money – after the seventh year. Citi may also force conversion after five years, if its stock price exceeds 130 per cent of the reference price.
SG Property Press: GIC buys a slice of embattled Citigroup

Das ist immer noch äußerst mysteriös. Der Bezugspreis für die normalen Aktien muss irgendwo in der Größenordnung von 25 bis 30 Dollar gelegen haben. Der Zins beträgt nur 7%. Der aktuelle Aktienkurs 3 Dollar und ein paar Zerquetschte. Wie sollen dabei 37% Rendite entstehen?


Update (19:08):

Ah, Egghat Holmes hat das Rätsel gelöst. Es gab zwischendurch noch eine Transaktion. Und zwar wurde im Februar 2009 das knapp 7 Mrd. Dollar schwere Investment von Singapur und Kuwait in Aktien umgetauscht. Der Umtauschkurs wurde auf 3,25 Dollar je normaler Aktie festgesetzt. Bei einem Aktienkurs von knapp gut 4 Dollar (vor der Nachricht) und etwas über einem Jahr an Zinszahlungen (Jan/08 bis Feb/09) kommt die Rendite von 37% also hin.
In February, GIC agreed to exchange its US$6.88 billion worth of preferred shares in Citi into common shares at US$3.25 each, or about 2.12 billion common shares in total, as part of a sweeping recapitalisation plan by Citi to boost the proportion of common equity in its capital buffer.
Business Times: Citi fundraising could dilute GIC's stake

Danke an die internationale Presse, die in diesem Fall kaum mehr berichtet hat als der Pressemitteilung zu entnehmen war ...

Also nochmal kurz zusammengefasst:

Januar 2008: Kauf der Vorzugsaktien im Wert von 6,88 Mrd. Dollar, Umtauschpreis in normale Aktien irgendwo bei 25 bis 30 Dollar, Zinssatz 7%.

Februar 2009: Umwandlung der Vorzugsaktien in richtige zu einem Umtauschpreis von 3,25. (Singapur verkauft übrigens die Hälfte des Citigroup-Anteils relativ schnell)

Dezember 2009: Kuwait verkauft seinen Anteil.

Update (20:18)

Da waren meine Leser schon fleissig auf der Suche und ich habe ihnen die Lösung weggeschnappt. OK, passiert beim nächsten Mal nicht mehr ... Da lasse ich die Frage dann offen, selbst wenn es mich brennend interessiert.

Ich kann aber dank der Recherche noch zwei Informationen nachreichen:

Closing Price für den Verkauf der kuwaitischen Citigroup-Atien: 4,06.

Und weil mein Leser matsch danach gefragt hatte: Wieso hat Kuwait eine positive Rendite und Abu Dhabi, die nur etwa 2 Monate früher eingestiegen sind, verklagen jetzt die Citigroup? Es liegt schlicht und einfach daran, dass Kuwait das Umtauschgeschäft im Februar 2009 gemacht hat und Abu Dhabi nicht. Denn am Anfang waren beide Deals ziemlich ähnlich. Ob Abu Dhabi nicht wollte oder die Citigroup das nur Kuwait angeboten hat, weiss ich nicht. Aber dass sich Abu Dhabi darüber nicht gerade freut, kann ich nachvollziehen ... Die sitzen auf gut 80% Minus ...

Kuwait Bails on CitiGroup, but What Citigroup?

Zahl des Tages (16.12.09): 38.000.000.000

Die undefinierteste Zahl des Tages ever. Aber die Geschichte ist so krank, dass ich die einfach auf den Thron heben muss.

Wer sich gefragt hat, woher die Citigroup auf einmal das Geld hat, um die Rettungsgelder aus dem TARP-Topf zurückzuzahlen. OK, es soll eine Kapitalerhöhung geben. Aber ein Teil des Geldes kommt vom .... Trommelwirbel .... Staat! Ja richtig gehört! Die Citigroup zahlt mit Geld vom Staat das Geld vom Staat zurück. Der feine Unterschied: Das bisherige Geld war ein Kredit, das jetzige Geld ist schlicht ein Geschenk! Der Staat verzichtet nämlich durch eine Änderung einer bestimmten Steuervorschrift (ausschließlich für Banken mit staatlicher Beteiligung!) auf Steuerzahlungen in Höhe von

38.000.000.000 (38 Milliarden) Dollar.

Das ist natürlich alles ziemlich mysteriös und ich hatte gehofft, dass sich im Laufe des Abends noch etwas mehr klärt. Unter anderem wäre die genaue Summe interessant gewesen. The Big Picture spricht von den 38 Mrd. Dollar, aber die Washington Post als Quelle der Story hat die Zahl nicht, daher die Zahl nur unter Vorbehalt. Es ist auch unklar, ob sich das nur auf die Citigroup oder auf alle betroffenen Banken bezieht. Letzteres erscheint aber wahrscheinlicher.

The Big Picture: Citi TARP Repayment is a Tax Dodge

Die Beurteilung von Calculated Risk ist knapp:
"this doesn't seem to make sense ..."

Calculated Risk: Citigroup's "Massive" Tax Break

Und die Washington Post zitiert einen Steuerexperten mit den Worten:
"I’ve been doing taxes for almost 40 years, and I’ve never seen anything like this,"

Washington Post: U.S. gave up billions in tax money in deal for Citigroup's bailout repayment
De Spiegel hat die Story auch schon gebracht:

Spiegel: US-Regierung schenkt Citigroup Milliarden

Update (23:52)

Don Alphonso hat die Geschichte auch und verbindet sie (zu Recht) mit einer Breitseite auf Obama:

Rebellmarkt: Change! der Steuergeschenke

Fed-Chef von Time zur Person des Jahres gekürt

Die Auszeichnung ist wie der Friedensnobelpreis für Barrack Obama einfach zu früh. Obama hat noch wenig geleistet und Bernanke bisher nur viel Geld gedruckt. Das ist aber einfach, das Problem ist, dieses Geld wieder der Wirtschaft zu entziehen. Und zwar nicht zu früh, damit die Konjunktur nicht wieder wegbricht und auch nicht zu spät, weil dann die Inflation kommen würde.

Und wenn er das schafft, hat er einen Preis verdient. Bisher ging die Nummer aber häufiger daneben als sie funktioniert hätte.




Bei Bernanke habe ich "ich geh sterben" getweetet, bei Obama "schlechteste Wahl ever - viel zu früh". Mal schauen, ob ich damit richtig liege ...

Griechenland jetzt auch bei S&P herabgestuft

Damit zieht eine der beiden großen Ratingagenturen bei der Abwertung auf BBB+ nach, die die drittgrößte Ratingagentur Fitch als erste vollzogen hat (Griechenland und Portugal vor Herabstufung?).

Auch bei Standard &Poors ist Griechenland jetzt nur noch BBB+ nach A-, das ist noch drei Stufen von Schrott (oder Junk) entfernt. Die Gründe muss ich nicht alle nochmal aufzählen. Die gab es in meinem alten Artikel schon (und sonst ja auch überall).

Ich hatte gestern schon was zu Griechenland in mein "Zweitblog" getumbelt. Aber da ich gestern daraus keine Zahl des Tages gemacht habe und auch heute was anderes im Sinn habe, packe ich das nochmal an diese Stelle.

Dass Haushaltskonsolidierung kein einfaches Unterfangen ist, sieht man an der Zahl aus dem folgenden Zitat:
"Selbst wenn der Primärhaushalt - also vor allen Zinszahlungen - ausgeglichen werde, sei in den kommenden Jahren mit einem Defizit von rund 7 Prozent der Wirtschaftsleistung zu rechnen. Die Verschuldung dürfte also von derzeit 112 auf 135 Prozent im Jahr 2011 steigen."
Staatsanleihen: Lukrative Wetten auf schwache Euro-Länder - Anleihen & Zinsen - Finanzen - Investor - FAZ.NET

Wenn die Staatsverschuldung erst einmal zu hoch ist, wird ein Herumreissen des Ruders verdammt schwierig. Selbst wenn Griechenland Einnahmen und Ausgaben (vor Zinskosten) ins Gleichgewicht bekommen sollte, wird allein aufgrund der Zinskosten ein Haushaltsminus von 7%(!) des BIPs entstehen. Das ist mehr als doppelt so viel wie nach den Euro-Kriterien nach Maastricht zulässig ist. (Die Schuldenzahlung des Bundes machen übrigens etwa 40 Milliarden Euro aus).

Und jetzt muss man noch berücksichtigen, dass Griechenland als Risikoaufschlag aktuell über 2% höhere Zinsen zahlen muss als Deutschland. Für die Altschulden jedoch zahlt Griechenland deutlich weniger als 1% Aufschlag. Bei jeder Umschuldung einer alten Anleihe drohen den Griechen durch den höheren Risikoaufschlag zusätzlich steigende Zinskosten. Ohne dass sich das weltweite Zinsniveau ändert. Was passieren würde, wenn das weltweite Zinsniveau zu steigen beginn, darüber will ich erst gar nicht nachdenken ...

Das ist genau die Konstellation, die irgendwann zum Point of no Return führen wird.  Ein Staat ist hoch verschuldet und aus irgendwelchen Gründen zieht die Inflation an. Die Zinsen steigen nachhaltig und der Staat hat ein Defizit allein durch Zinsen von 10% des BIPs oder mehr. Dann wird es entweder einen Währungsschnitt geben müssen oder die Schulden werden weginflationiert werden. Der Staat sorgt also dafür, dass die Inflation schneller steigt als die Zinsen und kann am Ende die Schulden zu einem Bruchteil des ursprünglichen Nennwerts zurückzahlen. Wohl dem, der in dieser Situation Sachwerte hat.

FAZ: Auch S&P stuft Griechenland herunter

Job gesucht? Lernen sie die ganze USA kennen ...

OK, nur temporär, aber gut bezahlt.
Anforderung: Erfahrung bei der Abwicklung von Banken.
Einsatzort: Die gesamte USA.
Zu besetzende Stellen: 1.559.
Arbeitgeber: staatlich, sauber finanziert (500 Mrd. Dollar schweres Finanzierungsfenster direkt bei der Fed), sarkes Wachstum: 4 Mrd. Budget für 2010 nach 2,9 Mrd. Dollar 2009.

Mich würde nicht wundern, wenn ein paar der Stellen schon seit März 2008 unbesetzt sind: Erfahrung mit Bankpleiten? Ich hätte einen Job für Dich!

Marketwatch: FDIC nearly doubles money for bank failures; adds staffers

Ich sehe schon, eine Zahl des Tages am Wochenende ist noch für einige Zeit garantiert ...


Zahl des Tages (15.12.09): 47

Heute war mir ausnahmsweise mal sehr früh klar, worüber ich in der Zahl des Tages schreibe. Auch wenn der Spiegel das schon gestern hatte. Habe ich zwar für's Späterlesen zur Seite gelegt, aber nachdem ich Don Alphonsos Blog bei der FAZ in den Kommentaren nochmal drauf gestoßen wurden, wusste ich: Geile Studie!

Erstens Zahlen OHNE ENDE, zweitens der Versuch, etwas zu quantifizieren, was eigentlich nicht berechenbar ist. Was aber den Versuch nicht direkt sinnlos macht.

Es geht um eine Studie der nef (the new economics foundation), die versucht hat zu errechnen, welcher Job bei welcher Bezahlung welchen Nutzen schafft. Sind also Kindergärtnerinnen unterbezahlt und Investmentbanker überbezahlt? OK, bei den beiden ist die Antwort naheliegnd und zweimal ein sonnenklares Ja. Aber einige andere sind schon etwas diffiziler ...

Einen Hinweis auf die Berechnungen liefert schon die Selbstbeschreibung der nef:

"We aim to improve quality of life by promoting innovative solutions that challenge mainstream thinking on economic, environment and social issues. We work in partnership and put people and the planet first."

People and Planet. Es werden also der Nutzen oder Schaden von bestimmten Handlungen auf Mensch und Umwelt berechnet. Insbesondere der Faktor Umwelt ist in den normalen wirtschaftswissenschaftlichen Berechnungen nur eine Randnotiz (auch wenn schon versucht wurde, zu berechnen, was zum Beispiel die gesamte Biosphäre der Welt wohl wert sein mag. Es ist übrigens etwa das Doppelte des Welt-BIPs).
Bei der nef spielt die Umwelt eine wichtige Rolle. Insbesondere die Berechnung des Schadens ist spannend, denn es gibt eine Reihe von Berufen, bei denen die Menschheit und Natur von der Abschaffung profitieren würden.

Die Studie ist ziemlich interessant und ich kann sie nur jedem, der bis hierhin durchgehalten hat, empfehlen. Daher möchte ich nur zwei Beispiele herauspicken und etwas detaillierter beschreiben (mehr in der Studie selber):

1) Manager in der Werbebranche:

Dieser erwirtschaftet - zu meiner Genugtuung - keinen positiven Beitrag zu Gesellschaft. Basis ist die Überlegung der Overconsumption, also des Konsums von Produkten, die niemand braucht. Produkte, bei denen den Menschen über Werbung eingeredet wird, dass man das kaufen müsse. Dieser Effekt ist nicht zu unterschätzen. Der Diamantenkonzern de Beers geht zum Beispiel selber von gut 20% Mehrnachfrage durch Werbung aus, Danone von gut 10%. Jetzt berücksichtigt man die Kosten für diese Überproduktion, insbesondere die Kosten für CO2 (51 Pfund pro Tonne CO2). Auch werden dabei andere, nicht ersetzbare (also endliche) Ressourcen verbraucht, was weitere Kosten verursacht.
Dazu kommen die sozialen Kosten:
a) Gesundheitskosten durch Übergewicht und Psychopharmaka
b) Kosten durch Überschuldung der Menschen

Auf der Habenseite stehen
i) die Einkommen in der Werbebranche,
ii) die Einkommen, der Leute, die die Produkte für den Überkonsum herstellen,
iii) die Steuereinnahmen.

Am Ende kommt dabei auf ein Pfund Nutzen ein Schaden von 11,50 Pfund. Woppa.

Man kann sicherlich über jeden Schritt diskutieren, aber so ganz unplausibel ist die Vorgehensweise nicht.

2) Steuerberater:

Steuerberater sind Zecken. Interessante Sicht, wo Don Alphonso doch heute so schön die Sicht der Besseren Kreise (tm) auf die andere Seite darstellt: Die Steuereintreiber (und -ausgeber) als Zecken ...

Vorgehensweise hier:

i) Wieviel Geld ersparen die Steuerberater den Steuerpflichtigen (25 Mrd. Pfund)
ii) Würde dieses Geld in Kinder gesteckt, beträgt der Nutzen grob das Doppelte.

Auf der Nutzenseite stehen nur die Einkommen der Steuerberater.

Wenn man das jetzt gegeneinander aufrechnet, bleibt ein desaströses Verhältnis von 1:47. Auf ein Pfund Nutzen kommen also

47 Pfund

Schaden.

Über diese Berechnungsweise kann man jetzt lange diskutieren. Vor allem ist die Annahme, dass der Staat sein Geld nur sinnvoll ausgibt, nur ein alberner Wunschtraum. Es werden ja schwachsinnige Maßnahmen wie Abwrackprämien, Kuh-auf-Wiesen-Prämien oder Hotelsubventionen bevorzugt. Allerdings könnte man den Schaden sogar noch höher treiben, wenn man davon ausgeht, dass das zusätzliche Geld bei den Verbrauchern wieder nur zu Überkonsum führt ... Oder was passiert, wenn man die Steuereinnahmen durch die Werbeindustrie in Kinder stecken würde ...

Ich lege bei der Studie auch gar keinen Wert auf die Zahlen, die dabei herauskommen. Auch wenn die nef versucht, ganz konkrete Maßnahmen daraus abzuleiten. Mich interessiert eher die Überlegungen dahinter.

Übrigens: Investmentbanker sind natürlich ebenfalls negativ: 1 Pfund Nutzen zu 7 Pfund Schaden.

Positiv sind z.B. KindergärtnerInnen: Auf 1 Pfund Lohn kommen 9,43 Pfund Nutzen. Putzfrauen im Krankenhaus generieren gut 2 Pfund Nutzen auf 1 Pfund Lohn. Und sehr positiv sind auch Mitarbeiter in der Recycling Branche: Diese generieren - vor allem durch die CO2 Vermeidung - über 11 Pfund Nutzen pro Pfund Lohnkosten.

nef: A Bit Rich: Calculating the real value to society of different professions

Spiegel: Ökonomen preisen die Putzfrauen (Die Überschrift ist schön doppeldeutig)

Moody's ziemlich pessimistisch für Staatsanleihen ...

... darunter auch explizit die Anleihen der letzten AAA-Schuldner, also auch für Deutschland.

Moody's befürchtet tumultartige Zeiten auch für Staatsanleihen. Eine zweite Finanzkrise würden das Triple-A der Staaten nicht überleben. Die Fallhöhe (damit meint Moody's den Sicherheitsabstand bis zur unteren Schwelle von AAA) hätte sich zu stark verringert.

Der Ausstieg aus den Finanzhilfen könnte kritisch werden. Die Konjunkturerholung, die die Staatshilfen ausgelöst haben, sei noch nicht selbsttragend. Wenn dann irgendwann mal gespart werden muss (und das müssen die Staaten angesichts der extrem hohen Haushaltsdefizite), wird das das Wirtschaftswachstum deutlich drücken.

Naja, ich hätte es nicht besser sagen können :-)

Noch ein paar bemerkenswerte Details: Der Bundesstaat Kalifornien zahlt einen Risikoaufschlag von 1,72 Prozentpunkten, was höher ist als der von Brasilien oder Mexiko. Die Anleger billigen den beiden EntwicklungsSchwellenländer also eine höhere Qualität zu als Kalifornien, das nach Wirtschaftsleistung immerhin klar in den Top 10 weltweit wäre, wenn es denn ein unabhängiger Staat wäre.
Der für die Finanzierung von Kalifornien zuständige Finanzdirektor Bill Lockyer dazu vor dem Senat: "Uns gehen bald die Tricks aus". Tricks, das Wort dürfte Wasser auf den Mühlen einiger Kapitalismuszweifler sein ... Im Fall von Kalifornien bedeutet das aber bisher "nur", dass Kalifornien an den internationalen Kreditmarkt gehen müsste, denn bisher konnte die Refinanzierung nur über das Inland sichergestellt werden.

FTD: Moody's prophezeit den Schuldensturm

Dramatische Worte zu Griechenland ...

... vom obersten Griechen, dem Ministerpräsidenten Papandreou.

Papndreou hat das große Problem, dass die Haushaltslage von Griechenland ein Desaster ist und Griechenland massiv die Staatsausgaben senken muss. Nur geht die griechische Bevölkerung bei jedem Versuch Einsparungen durchzusetzen, auf die Barrikaden.

In dieser Zwickmühle können die Drohungen der EU für Papandreou sogar hilfreich sein, weil darüber der nötige Druck für Reformen aufgebaut werden kann.

Papandreou will bis 2013 wieder auf eine Neuverschuldung von weniger als 3% des BIPs kommen. Das wird angesichts der Ausgangsbasis (-12,7% 2009) nicht einfach ... Ich glaube eher, dass es bis dahin noch viele viele Generalstreiks geben wird ...

Tagesschau: "Entweder wir ändern uns oder wir gehen unter"

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