Die FAZ zum EEG: Das Ende der Traumrenditen auf dem Dach.

Durchaus lohnenswerter Artikel in der FAZ, auch wenn der für meine "Stammleser" wenig Neues bereithält. Es werden die 77 Mrd. Solarschulden des RWI mal wieder erwähnt und anderes bekanntes.

Neu war mir nur, dass die Bauern die Förderung auf den eigenen Dächern toll finden, die Förderung auf freier Fläche aber doof, weil das die Pachtpreise nach oben treibt.
Das ist ganz interessant, weil das bedeutet, dass auch Solaranlagen auf dem Boden profitabel sind (zumindest deutlich profitabler als Getreideanbau oder Viehzucht) und das obwohl die Einspeisevergütung auf freier Fläche mit 28,4 Cent/KWh wesentlich niedriger ist als bei (kleinen) Dachflächen (39,1 Cent/KWh) ist.

Was mich in der Wirtschaftlichkeitsdiskussion mal wieder auf den alten Punkt zurückbringt: Es wäre problemlos möglich, die Förderung auf ganzer Breite zu kürzen. Und fast noch wichtiger: Es geht bei der Förderung nicht um möglich viel CO2 Einsparung für möglichst wenig Geld, sondern um eine Subvention für Dachbesitzer (ansonsten würde man dafür sorgen, dass man mehr Geld in Freiflächenanlagen steckt, die den Strom offenbar fast 11 Cent preiswerter erzeugen können).

Man muss diese Zahl vor allem vor dem Hintergrund der Netzparität sehen. Geht man einfach mal von einem Preis von 20 Cent je KWh beim Strom aus (Netzparität), für den der Normalhaushalt den Strom einkauft, hat man bei 28,4 Cent je KWh einen Aufpreis von 42%, bei 39,1 Cent aber einen Aufpreis von gut 95%. Das ist mehr als doppelt so viel. Mit der gleiche Menge Geld kann ich bei Freilandanlagen also mehr als doppelt so viel CO2-freien Solarstrom erzeugen. Und genau deshalb muss die Förderung so weit wie möglich runter. Um so schnell wie möglich die Solaranlagen auf Netzparität zu bekommen. Denn dann ist Strom aus Solaranlagen auf dem eigenen Dach preiswerter als vom Stromversorger und dann kann man sich im Prinzip unabhängig vom Stromversorger machen (wenn man denn eine Speichermöglichkeit hätte).
 
Solarbranche: Das Ende der Traumrenditen auf dem Dach - Hintergründe - Wirtschaft - FAZ.NET

Kommentare :

  1. Entschuldige bitte, aber Solaranlagen auf Freiflächen ist das bescheuerteste, was man fördern kann. Nee, da diese Solaranlagen eben nicht auf irgendwelchen unnutzbaren Flächen errichtet werden, sondern meistens auf bestem Ackerland, ist das eine totale Landverschwendung. Wenn, dann sollten diese Anlagen in Deutschland nur auf Dachflächen errichtet werden.

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  2. Kann man auch anders sehen: Biodiesel ist ebenfalls totaler Schwachsinn und konkurriert um die gleichen Flächen ... Es wäre jetzt nachzuweisen, wo der Ertrag (also in CO2 Ersparnis, nicht in Geld) am höchsten ist. Interessante Frage, aber keine Ahnung wie die Antwort ist.

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  3. Naja, jeder Vergleich mit Biodiesel aus speziell dafür angebauten Pflanzen ist in unseren Breiten (und fast überall woanders auch) trash.

    Aber das ist Dir ja auch aufgefallen... Die Nutzung von Dächern für Photovoltaik und Wärme war ne ganze Zeit lang eine gute Idee. Wie immer, fällt es hier schwer, aus dem Subventionszyklus auszusteigen. (Exitstrategie, mal wieder *puhh*)

    Ich zahle zur Zeit lieber Euro für zu teuere Panels, als für die Asse (und den Dreck für die nächsten 10000 Jahre).

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  4. Ich zahle auch gerne für das EEG, nur eben gerne nicht zu viel :-)

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  5. Also dass die ungelöste Problematik mit dem Atommüll und dem Abfackeln von Kohle und Öl nicht der Weisheit letzter Schluss sind, sehe ich ja noch ein. Aber dieser Faselei über die "bloß nicht mehr atmen sondern CO2 einsparen" Weltuntergangsszenarien traue ich kein Stück über den Weg. Sind die Computermodelle der Klimatologen genau so robust wie seinerzeit die Modelle der Finanzjongleure zum amerikanischen Immobilien- und Hypothekenmarkt?

    Die Modelle arbeiten doch auch nur alle nach dem GIGO Prinzip (garbage in, garbage out). Für die Wissenschaftler heißt es, wer die lautesten und wildesten Vorhersagen macht, bekommt die meisten Drittmittel. Die Politiker sind ihrerseits natürlich dankbar für "hausgemachte" Ursachen, denn die große Feuerkugel am Himmel wird keine "Sonnenfleckenaktivitätsverminderungssteuer" bezahlen.

    "Follow the money" - Deep Throat

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  6. Möglicherweise sind die Modelle kompletter Schrott. Wahrscheinlich sogar. Es ist ja nicht einmal die Vergangenheit wirklich geklärt. Da wird zwar aus allem versucht, eine Klimaerwärmung abzuleiten, aber es gibt Leute, die sagen was ganz anderes. Am plausibelsten erscheint mir das zu sein: Klimaforschung über Stalagmiten. Großer Vorteil: Stalagmiten (Tropfsteine) wachsen das ganze Jahr, nicht wie die Bäume "nur" in einem Teil des Jahres. Daher liefern sie mglw. bessere Ergebnisse als z.B. die Baumringe. Dummerweise für den Konsens liefert die Methode gaaaanz andere Ergebnisse: Also keinen Hockeyschläger, der am Ende erschreckend ansteigt.
    Es kann gut sein, dass die ganze CO2 Klimapanik völlig am Thema vorbei ist. Aber willst du auf ein Ergebnis warten? Einen Konsens um 50 Jahren? Und wenn die heutige Klimapanik dann doch stimmte, hat man halt Pech gehabt? Alles auf eine Karte, keine Money-Management? Näh, ohne mich.

    Ich habe keine Angst mehr vor regenerativen Energien. Wir sind in den sonnenreichen Teilen der Welt mit Fotovoltaik an der Schwelle zu Netzparität, d.h. wir können regenerativen Strom erzeugen, ohne den Preis wesentlich zu erhöhen. In Südeuropa sind wir da wahrscheinlich schon dieses Jahr (wenn die Preise nochmal 25% runtergehen). In Deutschlands Süden werden wir wohl 2012 so weit sein, in ganz Deutschland 2015.
    Das einzige (wenn auch nicht kleine) Problem, das bleibt, ist die Speicherung der Energie. Woher holt man den Strom nachts? Auch aus diesem Grund halte ich die Förderung für Murks. Das Problem der Zukunft ist die Speicherung und die intelligente Steuerung des Verbrauchs. Dahin müssen jetzt die Subventionen laufen. Smart Grid ist ja bereits ein Thema, in den Bereich Speicherung läuft IMHO viel zu wenig Geld. Aber wo soll das auch herkommen? Wir verballern ja Milliarden für Solarzellen, die inzwischen zu einem nicht geringen Teil aus China kommen (also nichtmals Arbeitsplätze in Deutschland schaffen)

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  7. Zur Netzparität:

    Ich weiss ja nicht, wie sich in Deutschland die Stromrechnung zusammensetzt, aber in Österreich bestehen die Stromkosten ungefähr zu je einem Drittel aus Netzgebühren, Energieabgaben/Steuern und eigentlichen Energiekosten.

    Ich würde daher als Vergleichsbasis für Kostenparität statt des Endverbraucherpreiss aktuelle EEX Preise (Peakstrom von mir aus, weil die Sonne ja in der Nacht nicht scheint) nehmen.

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  8. Wenn man die Rechnung in seine Richtung ziehen will, muss man Netzparität nehmen ;-)

    Nee ernsthaft: Ich habe die Netzparität genommen, weil das die Stelle ist, an der sich die Verbraucher den Strom selber backen können. Mit einem Speichermedium könnten sie sich theoretisch ganz unabhängig machen.

    Richtig rechnen muss man das natürlich bei den durchschnittlichen Stromkosten zu den Zeiten, in denen die Solarzellen den Strom erzeugen. Der liegt im Schnitt knapp unter 10 Cent. Darauf kommen Netzkosten und dann die ganzen Umlagen (EEG, Kohlepfennig, ...).

    Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Netzparität schon wichtig ist. Denn ab da ist selbst erzeugter Strom billiger als gekaufter. Klar, man muss immer noch z.B. nachts kaufen oder wenn's regnet, aber immerhin verlieren die Energiekonzerne am Tag ihre Pricing Power. Das könnte dann sogar dazu führen, dass der Strom tagsüber irgendwann mal billiger ist als nachts ...

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