Zahl des Tages (09.01.10): 200.000.000.000

Eigentlich sind ja am Samstag hier die Bankpleiten vorgesehen und es gab auch tatsächlich zwei eine, aber heute mache ich mal eine Ausnahme für eine wirklich große Zahl.

Die HypoRealEstate plant schon länger eine Bad Bank zu gründen und darin ihre Schrottpapiere auszulagern. Die WestLB hat das als erste deutsche Bank im letzten November gemacht (Zahl des Tages (24.11.09): 85.000.000.000), die HRE zieht jetzt nach.

Bei der Hyporealestate wird die Bad Bank aber noch 'ne Nummer größer. Statt wie bei der WestLB Giftmüll im Wert von 85 Milliarden Euro auszulagern, sollen es bei der Hyporealestate sogar bis zu

200.000.000.000 (200 Milliarden) Euro

werden.

Allerdings ist das ganze ein wenig verwunderlich. Denn eigentlich lagert man die Risiken aus, um eine gesunde Kern- (oder sollte man besser Rest-)Bank zu schaffen. Diese hat dann (hoffentlich) eine ausreichend hohe Eigenkapitalquote und eine vernünftige Qualität der Assets und damit wieder eine gesunde Basis. Dann kann die Bank wieder Geld am Kapitalmarkt aufnehmen, ihre Geschäfte betreiben und Geld verdienen.

Würde man den Giftmüll nicht auslagern, würde der Bank niemand (bzw. nur zu sehr hohen Zinsen) Geld leihen, weil immer die Gefahr bestünde, dass die Bank durch Abschreibungen in den Abgrund gezogen wird. Und wenn eine Bank Geld zu teuer einkaufen muss, ist sie quasi weg vom Fenster.

Nur gilt diese normale Überlegung bei einer Bank, die sich vollständig in Staatsbesitz befindet, nicht. Diese bekommt ja doch immer Geld und sollte damit ein ähnlich gutes Rating haben wie der Staat. In Großbritannien haben sich die Ratings der ganz oder mehrheitlich verstaatlichten Banken folglich auch (teilweise deutlich) verbessert.

Eine Ausgründung würde vor allem dann Sinn machen, wenn man möglichst schnell eine gesunde Kernbank schaffen will, um diese dann wieder zu privatisieren. Wenn jetzt überlegt wird, diese Bad Bank nicht zu gründen, verzichtet man somit auch auf eine schnelle Privatisierung. Und darüber wurde zumindest nachgedacht.

Die Entscheidung (die ja noch nicht gefallen ist), keine Bad Bank zu gründen, könnte also zur Folge haben, dass der Staat länger bei der HRE engagiert bleibt, als man ursprünglich vermuten konnte. Und selbst dann ist nicht klar, was das heißt. Soll die Hyporealestate als staatlicher Immobilienfinanzierer à la Fannie und Freddie wie in den USA lamgfristig Geschäfte betreiben? Oder wird sie in staatliche "Obhut" doch einfach abgewickelt?

Spiegel: HRE will bis zu 200 Milliarden Euro an Schrottpapieren auslagern
Handelsblatt: HRE plant Mega-Bad-Bank in Kürze

Update (10.01.09):

Es war nur eine Pleite: FAZ: Zahl des Tages (10.01.10): 165

Update (11.01.10):

Nachricht des Spiegels offiziell bestätigt:

HRE beantragt riesige Bad Bank

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