Zahl des Tages (18.01.10): 448.200.000.000

Dass sich überall versteckte Verluste tummeln, ist wenig überraschend. Dass diese auch in den Bilanzen der inzwischen verstaatlichten US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac stecken, überrascht auch nicht. Trotzdem ist es immer wieder interessant, wenn jemand versucht, das Ausmaß der Verluste zu berechnen/schätzen.

Dieses Mal kommt die Berechnung aus der Feder von Amherst Securities, einem Hedgefonds, der eine Studie für den Untersuchungsausschuss über die Finanzkrise (FCIC) angefertigt hat. Das gesamte Hypothekenportfolio (direkte Hypotheken + Garantien) der beiden Großen umfasst 5,5 Billionen Dollar. Um da auf erschreckende Summen zu kommen, müssen sich besonders viele Hypotheken ausfallen. Ohne auf die Details der Berechnung einzugehen, doch eine Kurzbeschreibung der Vorgehensweise: Amherst hat eine Datenbank mit umfassenden Informationen über mehr knapp 30 Millionen aktive Hypotheken (und noch dreimal so viele beendete) untersucht. Die Ausfallraten wurden mit denen von Fannie und Freddie verglichen und stimmten ziemlich gut überein. Daher hat Amherst einfach aus den Ausfallraten der Hypotheken in der Datenbank auf die Ausfälle der Frannies geschlossen. Die errechnete Ausfallwahrscheinlichkeit liegt bei 9,5% und das ergibt

448.200.000.000 (448,2 Milliarden) Dollar.

Hübsches Sümmchen ...

Ein Teil davon kann u.U. schon verdaut sein, das weiss aber keiner so ganz genau. Und ob die Schätzungen so eintreffen, weiss natürlich auch niemand. Aber dass noch ein paar Hundert Milliarden Dollar zusätzlicher Schaden auf den US-Steuerzahler zukommen, darf als sicher gelten.

FT Alphaville: GSE losses could stand at $448bn, Amherst says
Die Studie: J Kyle Bass Testimony (PDF) - FCIC

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