Zahl des Tages (21.01.10): 10,7

Zahl des Tages war für mich heute das Wirtschaftswachstum aus China. Es wurde ein Plus von

10,7% 

für das vierte Quartal 2009 gemeldet. Das war der stärkste Quartal seit zwei Jahren.

Für das Gesamtjahr lag das Plus bei 8,7%.

Wohl zu stark für den Geschmack der chinesischen Offiziellen. Die Notenbank hat die Mindestreservesätze schon erhöht und so dem Bankensystem Geld entzogen.
Darüberhinaus gab es am Mittwoch Nachrichten, dass die chinesische Notenbank die Banken angewiesen haben soll, die Kreditvergabe bis Ende Januar einzustellen (FT Alphaville: China tells banks to halt loans), ich habe heute aber mindestens zweimal gelesen, dass das dementiert wurde.

Good numbers? or bad numbers?

Es gibt ja viele, die an den offiziellen Zahlen von China zweifeln, ich muss aber sagen, dass ich nicht wirklich dazu gehöre. Ich glaube, dass die Zahlen nicht mehr manipuliert werden als im Westen. In China frisiert man vielleicht eher das Wachstum nach oben, im Westen eher die Arbeitslosenzahl und die Inflation nach unten. Mit einer gewissen Skepsis muss man jede Zahl betrachten ...

Kommentare :

  1. Mich würde schonmal interessieren wie solche Zahlen zustande kommen. Wenn da nämlich jeder regionale Parteibonze seine Zahlen noch oben weitermeldet kann das leicht zu Verfälschungen kommen. In der Udssr gabs das ja auch

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  2. Dow Jones hat KGV bei ca. 100

    Heute am 18.01.2010 liegt der Shanghai Composite bei 3237 Punkten ebenso das KGV bei knapp 28.

    Die Verschuldung der privaten Haushalte beträgt in China 35% der Disposable Income (Bruttoeinkommen-Einkommenssteuer), in den USA sind es 123,7% und in Großbritannien 160%. Die Verschuldung der privaten Haushalte beträgt nur 780,8 Mrd. Dollar bzw. 15,9% des BIPs. In den USA beträgt die Verschuldung der privaten Haushalte 13,6245 Billionen Dollar bzw. 95,43% des nominalen BIPs.

    Beim Verhältnis Häuserpreis und Einkommen ging es bis auf 2009 seit Jahren abwärts in China und das Verhältnis liegt deutlich unter dem bei der Japanblase oder dem aktuellen in den USA.

    25% aller Immobilien werden bar Cash bezahlt. 20% beträgt der Eigenkapitalanteil für eine Hypothek bei einer selbstgenutzten Immobilie und Investoren müssen sogar 40% Eigenkapital für eine Hypothek aufbringen. Die durchschnittliche Hypothek liegt nur bei etwa der Hälfte des Wertes der erworbenen Immobilie.

    Also kein Vergleich zu den Kreditexzessen in den USA und UK, sondern regelrecht vernünftig. Ist alles in dem Link Economist zu lesen.

    45% aller von Jan. bis Nov. 2009 vergebenen Kredite der chinesischen Geschäftsbanken gingen an KMUs und damit in Wertschöpfung und Jobs.

    Der entscheidende Unterschied ist in China gehen die Kredite in Infrastruktur und Wertschöpfung und im Westen in den Erhalt des Bankensystems und diesen elementaren Unterschied kann man doch nicht ignorieren.

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  3. @CHINA POWER

    An der Küste gibt es meiner Meinung nach sehr wohl eine Blase am Immobilienmarkt.

    Auch in der Fertigung werden in vielen Regionen Kapazitäten aufgebaut, bei denen völlig unklar ist, wer das Zeug denn kaufen soll, was da irgendwann mal rausfällt. Es ist zwar einfach, über die hohe Verschuldung der Amis zu "lästern", aber die waren es, die die Produkte in den letzten Jahren gekauft haben. Andersherum: Wenn die USA spart, merkt das auch China.

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  4. Das KGV von 100 im Dow ist übrigens auch viel zu hoch. Die letzten 4 Quartale mit den Megaverlusten der Banken als Basis zu nehmen, ist etwas arg unfair ...

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  5. @China Power

    Ich halte mich gerade bei Immobilien an Adam Smith: Was kein Einkommen erzielt, ist kein Kapital.

    Wenn ich mir mal eben Straßen, Wohnkomplexe, Einkaufspassagen, etc (=eine Stadt) gebaut habe, das natürlich mit geschöpften Geld finanziert, und an die Baufirmen verteilt habe, aber trotzdem keiner diese Bauwerke benutzt, dafür Miete zahlt, es kauft und einzieht, etc. dann ist geschöpfte Geld versenkt wurden (=kein Kapital= neue Ruinen).

    Daher teile ich hier und da die Befürchtungen, dass es eine Immobilienblase irgendwo in China gibt.

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  6. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass China sich mit dem Ankauf unserer Technologie auch unsere Probleme importiert hat und das dadurch die Arbeitslosenquote in China bei ca. 30 % liegt.
    Gruß den

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  7. @nigecus:

    An der Küste sind die Immobilienpreise schon ziemlich irre. Nicht nur in der absoluten Preisentwicklung, sondern auch relativ zu den (dort stark steigenden) Einkommen. Ich meine mich an Shanghai und Eigentumswohnungen zu erinnern, die 35 Jahresgehälter eines Durchschnittsverdieners in Shanghai kosteten. Alles über 10 ist extrem.

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  8. @anonym:

    30% Arbeitslosigkeit kann ich mir nicht vorstellen. Was es auf jeden Fall gibt: Einen Haufen extrem unproduktiver Fabriken, die mit billigen staatlichen Krediten am Leben gehalten werden. Weil dort - in den unproduktiven Fabriken - so viele Menschen arbeiten. Eigentlich wären die von den produktiven (in denen logsicherweise viel weniger Menschen arbeiten), schon vom Markt gefegt worden.

    Es ist also eher eine Art staatlich verhindere Arbeitslosigkeit.

    Um das irgendwie abzupuffern, *müssen* die Chinesen auch so stark wachsen. Die Produktivität wächst durch die überall neu gebauten produktiven Fabriken immer weiter und daher reichen 4 oder vielleicht sogar 6% Wachstum in China nicht aus, um die Beschäftigung zu halten/erhöhen.

    Wachstum, koste es was es wolle. Ansonsten gibt es Unruhen.

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