Zahl des Tages (25.01.10): +15%

Da ich bei meiner Immowette auf einen sich stabilisierenden Immobilienmarkt in den USA gesetzt habe, picke ich mir heute mal die positive Zahl aus dem Reigen heraus. Aber keine Angst: Ich unterschlage die negativen nicht.

Heute gab es die wichtigste Zahl vom US-Immobilienmarkt, die Verkäufe von existierenden Häusern. Diese lagen im Dezember 2009 um

15%

über dem Wert von Dezember 2008. In Stückzahl bedeutet das annualisiert 5,45 gegenüber 4,74 Millionen im Vorjahresmonat.

Auf das Gesamtjahr gesehen war der Anstieg aber wesentlich schwächer. 2009 wurden insgesamt 5,156 Millionen existierende Immobilien verkauft, was 4,9% mehr als die 4,913 Millionen 2008 waren. Da konnten die starken Monate nach Einführung de Steuergutschrift für Erstkäufer, die im 2. Halbjahr zu wirken begann, die schwache erste Hälfte nicht mehr rumreissen. Immerhin war es das erste Jahresplus seit 2005.

Wie stark die staatlichen Hilfen den Markt in Schwung brachten, zeigen schon die oben schon stehenden Dezemberzahlen. Man muss nur mit dem November vergleichen, der letzte Monat in dem die Förderung noch gültig was. Gegenüber dem Vormonat gab es nämlich ein kräftiges Minus von 16,7% (November 6,54 Millionen). Auch am Anteil der Erstkäufer kann man das Auslaufen der Förderung erkennen: Im Dezember sank der Anteil von 51 auf 43%.

Die von mir immer besonders intensiv beobachtete Zahl des Lagerbestands in Monaten hat sich im Dezember verschlechtert. Zwar sank die Anzahl zum Verkauf stehender Gebrauchtimmobilien kräftig um 6,6% auf 3,29 Millionen, durch den noch stärkeren Rückgang der Umsätze verschlechterte sich das Verhältnis auf 7,2 Monatsumsätze nach 6,5 im Vormonat. Das ist aber noch immer deutlich besser als im Vorjahr, als der Wert noch über 10 lag.

Auf die Preise im NAR-Report lege ich wenig Wert. Diese sind wenig verlässlich. Sie sind übrigens leicht gestiegen. Aber hier sollte man lieber weiter auf den Case-Shiller-Index warten. Das ist der deutlich bessere Preisindikator. Der kommt diese Woche übrigens auch noch, wenn auch erst für den November.

Dass der Markt noch immer nicht aus dem Gröbsten heraus ist, zeigt der weiterhin hohe Anteil an Immobilien, die aus Zwangsversteigerungen stammten: Mit 32% im Dezember und 36% im Gesamtjahr stammen ungefähr ein Drittel der Immobilien auf dem Markt aus nicht freiwilligen Verkäufen.

Trotzdem: Der deutliche Rückgang des Lagerbestands und der Immobilienpreise wird den Markt an einem weiteren starken Rückgang hindern. Auch die Verlängerung der Steuergutschrift wird sich in den kommenden Monaten wieder positiv auswirken. Im Dezember konnte sie noch nicht wirken, weil es eine Zeitlang dauert, bis man sich für einen Kauf entschieden hat und dieser dann auch vollzogen wird.

NAR: December Existing-Home Sales Down but Prices Rise; 2009 Sales Up 

Update (17:55)

Das Handelsblatt meldet, dass der Monatsrückgang um 16,7% der stärkste seit Beginn der Statistik 1968 gewesen ist.

Handelsblatt: Häuserverkäufe sinken im Rekordtempo

Update 2 (17:58)

Aha, Barry Ritholtz schreibt's auch:

December Existing-Home Sale Worse Than Expected

Update 3 (18:02)

Calculated Risk hat den üblichen Artikel mit den vielen Charts schon fertig:

Calculated Risk: Existing Home Sales decline Sharply in December

Update 4 (21:17):

Calculated Risk hat den üblichen zweiten Artikel mit noch mehr Charts fertig:

Calculated Risk: More on Existing Home Sales



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