Hartz IV - Kombilohn - BGE

Anhängend an einen FAZ-Artikel ist in der Blogosphäre eine schöne Diskussion um Hartz IV und den Niedriglohnsektor entbrannt. Aber der Reihe nach:

Der FAZ Artikel zitiert eine Studie des Karl-Bräuer-Instituts (gehört dem Bund der Steuerzahler), in der ausgerechnet wurde, was ein verheirateter Alleinverdiener mit zwei Kinder in einem normalen Job im Vergleich zu Hartz IV bekommt. Und dort zeigt sich das alte Dilemma: Es gibt jede Menge Jobs, die effektiv weniger einbringen als Hartz IV.

FAZ: Die Hartz-IV-Falle - Wo sich Arbeit nicht mehr lohnt

Darüber dass daraus eine gewisse "Faulheit" entstehen kann, sind sich eigentlich fast alle einig. Außer Weissgarnix, der behauptet, dass die These des mangelnden Arbeitsanreizes Quark wäre. Denn der Arbeitsmarkt zeigt ja, dass die Arbeitsstellen eben sehr wohl besetzt werden. Ansonsten würde es ja jede Menge freier Stellen im Niedriglohnsektor geben, was aber nicht so ist. Im Gegenteil: Gerade dort fehlen in Deutschland die Arbeitsplätze.

Das Argument ist ziemlich schlüssig und viele Argumente dagegen laufen ins Leere. Auch wenn viele Niedriglohnjobber den Job nur durch den Druck über Hartz IV angenommen haben sollten (also gar nicht die Wahl haben), wird die These des mangelnden Lohnabstands nicht richtiger. Der entscheidende Faktor ist dann ja der Druck, nicht der mangelnde Lohnabstand.

Weissgarnix: Theorie vom fehlenden Arbeitsanreiz macht keinen Sinn

Die von manchen Marktradikalen geäusserte Forderung, Hartz IV weiter zu senken, um den Lohnabstand wieder herzustellen, ist totaler Murks. Erstens ist der mangelnde Lohnabstand in vielen Fällen gar nicht der Grund für die Nichtaufnahme der Arbeit und zweitens sind die Sätze tendenziell eh zu niedrig.


Trotzdem geht die Argumentation von Weissgarnix (und auch die Mindestlohnforderungen von Linken und Gewerkschaft) IMHO zum Teil am Problem vorbei. Denn dass zu den Niedriglöhnen gearbeitet wird, liegt an der (zu hohen) Anzahl an verfügbaren Arbeitskräften. Und das sind eben nicht nur die viel zitierten alleinverdienenden und -erziehenden Mütter, sondern auch die Zweitverdiener, die zumindest teilweise die Kinder wieder aus dem Haus haben. Bei diesen muss der Zusatzverdienst gar nicht zum Überleben reichen. Und daher müssen diese beiden Gruppen auch unterschiedlich betrachtet (und behandelt) werden.

Ich bin ja schon lange ein Verfechter eines Mindestlohnkonzepts. Dabei gehe ich von folgenden Prämissen aus:

a) Es gibt einen gesellschaftlichen Konsens, dass jemand der arbeitet mehr Geld haben muss als jemand der nicht arbeitet. Das muss man gar nicht aus dem Lohnabstand und dem Anreiz zu arbeiten ableiten, das scheint irgendwie in den Genen verankert zu sein.
b) Steigende Löhne sorgen für steigende Kosten (und verdampfen nicht magisch), genau wie sinkende Löhne über den Wettbewerb auch zu sinkenden Preisen führen (und nicht nur zu steigenden Unternehmergewinnen).
c) Steigende Löhne sorgen für sinkende Nachfrage nach Arbeit. Der Effekt wird natürlich zum Teil durch die höhere Nachfrage durch die höheren Löhne aufgehoben. Aber eben nur zum Teil.
d) Eine natürliche Gefahr für Mindestlöhne ist die Schwarzarbeit.

Daher bin ich für einen Mindestlohn, der allerdings niedriger liegt als von Gewerkschaften (et al) gefordert. Als Idee irgendwo im Bereich von 5 Euro die Stunde. Zu solch niedrigen Löhnen dürfte keine Nachfrage vernichtet werden. Darauf kommt ein Lohnzuschuss vom Staat, der aber rein nach sozialen Kriterien verteilt wird. Vorrangiges Förderziel sind Kinder, die IMHO unbestritten zu wenig Geld bekommen. Alleinverdiener bekommen vom Staat 1 Euro pro Stunde oben drauf. Alleinverdiener mit einem Kind bekommen 2,50 Euro die Stunde mehr, mit 2 Kindern 4 Euro. Das Kindergeld kommt weiterhin oben drauf. Damit werden genau die gefördert, die heute trotz Arbeit weniger als Hartz IV haben.

Ein alleinstehender Hartz IVler hat aktuell 637 Euro. Bei einem Niedriglohn zu 5 Euro würde er 984 Euro (164 Stunden * (5€+1€)) brutto bekommen. Davon würden die Sozialabgaben von 21% wieder runtergehen. Effektiv im Portmonee wären ~777 Euro. Ergo 140 Euro mehr.

Wie sieht's mit Verheirateten und zwei Kindern aus? Hier würden über Hartz IV 1.653 Euro ausgezahlt. Der Mindestlohn von 5 Euro würde dreimal aufgestockt. 1 Euro für Alleinverdiener, 1,50 Euro für Kind 1 und nochmal 1,50 Euro für Kind 2. Also 164 Stunden mal 9 Euro macht 1.476 Euro. Davon gehen wieder 21% Sozialabgaben ab (dann 1.166 Euro), darauf kommen 368 Euro Kindergeld. Hmmm, damit ist man also weiterhin etwa 120 Euro unter Hartz IV. Allerdings muss man bedenken, dass Alleinerziehende (also kein Ehepaar) genauso viel verdienen würden, aber weniger Hartz IV hätten, kurz es würde ihnen mit Arbeit besser gehen.

Trotzdem: Man sieht hier ein Kernproblem. Egal wie ich das Modell gestalte: Die Höhe von Hartz IV sorgt gerade bei Paaren mit Kindern dafür, dass sich kaum ein Job lohnt. Auch ist das "Hineingleiten" in voll steuer- und sozialversicherungspflichtige Jobs bleibt schwierig.

Vielleicht müsste man auch radikaler an das Problem herangehen. Zum Beispiel mit einem bedingungslosen Grundeinkommen, das ich aber vieeeel niedriger ansetzen würde als die meisten Befürworter des BGE. Also z.B. auf Höhe von Hartz IV. Aber es ist bedingungslos, es gibt also keine Arbeitspflicht (allerdings schon Sanktionsmöglichkeiten z.B. bei Schwarzarbeit). Mit einem Mindestlohn von 5 Euro sollte jeder die Möglichkeit haben, hinzuzuverdienen. Vielleicht ist bei einem BGE ein Mindestlohn aber auch gar nicht mehr notwendig, weil es bei 400 Euro fix im Monat auch schon reichen würde, wenn man nur 2 Euro die Stunden hinzuverdienen würde (ergäbe immerhin 328 Euro im Monat zusätzlich).

Oder man macht die Löhne in Höhe der Hartz IV Sätze sozialabgabenfrei. Man zieht die Sozialabgaben also nicht so schnell wie bisher (also schon bei 800 Euro) auf volle Höhe, sondern lässt unten drunter immer einen Sockel frei. Man schafft quasi ein ansatzweise progressives Sozialsystem. Man könnte pro Kopf 400 Euro sozialabgabenfrei lassen und von mir aus nochmal 200 Euro pro Kind zusätzlich. (Eigentlich ist es ja ein Witz, dass jemand, der über den Staat sein Gehalt aufstocken kann, vorher Sozialabgaben abgezogen bekommt ...).

Wenn man die Förderung nur auf Kinder beschränken will, könnte man auch einfach das Kindergeld erhöhen. Hartz IVlern wird das verrechnet, alle die davon unabhängig sind, dürfen das aber behalten. Schon hätte man für arbeitende Familien mit Kind wieder einen Abstand zu Hartz IV. Um die Nummer zu finanzieren, könnte man das Kindergeld versteuern, so dass Spitzenverdiener einen Teil des Kindergelds zurückzahlen müssen.

Allerdings löst man so nicht die Probleme beim Hereingleiten in den Job. Man will ja eigentlich, dass sich die Hartz IVler was dazuverdienen. Allerdings will man auch keinen Lohnabstand, der so gering ist, dass Hartz IV plus 10 Stunden Arbeit in der Woche mehr Geld netto ergibt als 40 Stunden ohne Staatshilfe zu arbeiten. Rürup macht hier den interessanten Vorschlag, dass man aus den 100 Euro, die man heute als Hartz IVler ohne Abgaben und Verrechnung dazuverdienen kann, 100 Euro macht, die komplett verrechnet werden. Man darf also den Zuverdienst erst dann behalten, wenn man viel arbeitet. Das hilft dem Hartz IVler natürlich nicht (wo soll die Arbeit herkommen?), sondern eigentlich nur dem Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung.

Das ist alles ein sehr schwieriges Thema. Es gibt viele Ideen. Die Frage ist nur, welche am meisten Sinn machen. Einfach 8 Euro Mindestlohn ist aber meiner Meinung nach genau so falsch wie Hartz IV senken ... Was meint ihr?

Update (17.02.10);

Der Artikel wurde heiß diskutiert. Und ich habe wieder etwas gelernt. Dummerweise auch, dass die Berechnungen, die die FAZ gebracht hat, offenbar Müll sind.

Ich verweise auf das Bildblog, das darauf hinweist, dass die FAZ kompletten Murks berechnet hat Bildblog: Wie sich alle mit Hartz IV verrechnen. Denn bei allem Gejammer um Hartz IV haben wohl auch damals schon Leute gemerkt, dass bei den Niedrigverdienern ein Problem besteht, wenn die weniger verdienen als an Hartz IV Anspruch besteht. Denn Arbeiten und (nach Hartz IV Aufstockung) genausoviel zu verdienen wie ein nichtarbeitender Hartz IVler kann halt nicht sein. Aber genau daran haben die Macher von Hartz IV schon gedacht.
Ein Niedriglöhner, der über Hartz IV aufstocken lässt, hat nämlich *zusätzlich* zur Aufstockung auf Hartz IV Niveau noch einen Anspruch auf eine Aufstockung, die abhängig ist von seinem Gehalt. Er bekommt 100% der ersten 100 Euro Gehalt, 20% seines Lohns für den Bestandteil zwischen 100 und 800 Euro und 10% des Anteils zwischen 800 und 1200 Euro. Wenn also jemand 1000 Euro verdient und nach Hartz IV aufstockungsberechtigt ist, bekommt er alles von den ersten 100 Euro Verdienst, 20% der 700 Euro (140 Euro) und 10% der 200 Euro darüber (20 Euro), in diesem Fall also 260 Euro mehr als der Hartz IVler vom Staat auf Hartz IV zusätzlich.  

Er hat also 260 Euro mehr als der nicht arbeitende Hartz IVler. Der Stundenlohn liegt bei mehr als 11,50!

Hmmm, damit haben wir ja bereits einen Kombilohn. Wir haben auch (IMHO) die Gerechtigkeitslücke nicht. Der Abstand ist gewahrt. Worüber diskutiert der Westerwelle eigentlich?
Ich habe das dumpfe Gefühl, wir (mich und die FAZ eingeschlossen) diskutieren auf verdammt dünner Faktenkenntnis. (Ich bin trotzdem der Meinung, dass ein Kombilohn sauberer, einfacher und logischer wäre, aber vielleicht sollte ich da besser auch nochmal drüber nachdenken ...)

Update 2:

Der Gea****te ist in diesem System (wenn ich es jetzt richtig blicke) scheinbar der, der mit seinem Lohn gerade eben ÜBER Hartz IV liegt, denn der kann nicht aufstocken und hat damit auch keinen Anspruch auf die "zweite" Aufstockung. Wenn die Hartz IV Grenze also bei angenommenen 1.600 Euro für Familie mit 2 Kindern wäre, könnte jemand mit 1500 Euro erst auf die 1.600 und dann nochmal um 280 Euro aufstocken, derjenige, der 1700 Euro verdient ist aber nicht aufstockungsberechtigt und kann bliebe dann 180 Euro unter dem was der arbeitende Hartz IVler hätte.
Oder übersehe ich da was? Gibt es in der Zone von 1.600 bis 1860 Euro u.U. nochmal eine Sonderregelung?

Update 3:

Ich übersehe was und habe sogar selber gemerkt was (toll ;-) ). Der 1.700 Euro Verdienende von Update 2 darf sein Kindergeld behalten, weil es nicht mehr verrechnet wird wie beim 1.500 Euro-Hartz IV-Aufstocker. Er hat also doch mehr Geld auf dem Konto ...

Kommentare :

  1. Das sind ja ganz gute Überlegungen die du machst. Aber Dein Lösungskonzept erscheint mir viel zu kompliziert. Wie soll man dass den regeln das ein Alleinverdiener weniger Lohn bekommt als einer mit Kind und Frau oder mit Kind. Da stelle ich als Arbeitgeber nur noch die günstigeren Singles ein lol
    Viel zu kompliziert. Zu viel Bürokratie. Zu viele Schlupflöcher.

    Mein Lösungsansatz: Ganz einfach Mindestlohn festlegen von dem man anständig leben kann. Wenn man Kinder hat, dann gibts nen festen Betrag pro Kind dazu vom Staat, der aber ab zwei Kindern mit jedem weiteren Kind natürlich sinkt.
    Wer keine Arbeit hat, bekommt monatlich bedingungslosen Soziallohn vom Staat, der selbstverständlich niedriger ist als der Mindestlohn. Zusätzliche Beiträge für Kinder bleiben gleich.

    Wer zusäztlich arbeitet, zb Teilzeit dem wird dann einfach der Soziallohn prozentuel gekürzt , aber nur so, dass der Arbeitnehmer unter dem Strich einen kleinen Gewinn hat.

    Wer Schwarzarbeit leistet der wird zur Anzeige gebracht und muss Verfahren plus Einkünfte plus Strafe nachzahlen. Im Wiederholungsfall höhere Strafe oder sogar Gefängnisaufentahlt.

    Mit meinem Lösungsansatz verschwinden ganz viele organisatorische und gesetzliche Probleme und der Staat verdient durch Abbau der Bürokratie zusätzlich.

    Freundliche Grüsse,
    Gedankenstrich

    AntwortenLöschen
  2. Hallo egghat,

    Du machst gleich mehrere Fässer auf. Mindestlohn, Kombilohn und auch noch BGE. Ich kann Dir jedes der drei in die Pfanne hauen. :-)

    ...aber nicht in zwei Sätzen. :-(

    Diskussionen darum dauern i.d.R. recht lange.

    Nichts von Deinen genannten Vorgehensweisen ist dazu geeignet oder auch nur gedacht Arbeitsplätze zu schaffen. Damit stellt jedes der Mittel (egal welches) Bestenfalls(!) eine Methode dar um einen Missstand zu verwalten und nicht mehr.

    A) Mindestlöhne: ändern nichts am Misstand sondern verursachen lediglich verlagern das Problem auf eine andere Lohnhöhe. Der Lohnabstand wird sich nur kurze Zeit später wieder auf das alte Niveau einpendeln (Frankreich, Belgien...).

    B) Kombilöhne senken das Lohnniveau . Ich hatte das Speenhamland schon exemplarisch genannt. Der Mitnahmeeffekt ist ein immanenter Effekt.

    C) BGE. Prinzipiell wie B). Gibt es auch als liberale Variante wo das BGE den Mindestunterhalt nicht abdeckt (Verfassungswidrig).

    D) Dein Vorschlag mit der Versicherungsfreiheit bis 800 Euro. Das führt da es innerhalb der SV umverteilt dazu, das alle anderen versicherten höhere Abgaben zu zahlen haben. Die Sätze müssten nennenswert angehoben werden (Mittelstandsbauch usw.). Das ist zwar machbar und bleibt daher konsumtechnisch ggfs. ein Nullsummenspiel, aber wofür? Dafür das man 60 Euro mehr Nettolohn hat als ein HartzIVer?

    Die Varianten A) bis C) sind kontraproduktiv und wirken sich am Ende negativ aus bzw. verursachen eine Verschlechterung der Lage (ohne das weiter auszuführen, gerne auf konkrete Nachfragen nachholbar). Die Variante D) ist machbar aber behebt/wirkt nicht sonderlich viel. In der Version der FDP - einer Ausweitung der 400 Euro-Jobs - wäre es de facto eher eine Rentenkürzung.

    Grüße
    ALOA

    AntwortenLöschen
  3. @Gedankenstrich
    Wie soll man dass den regeln das ein Alleinverdiener weniger Lohn bekommt als einer mit Kind und Frau oder mit Kind.

    Das ist auf jeder Steuerkarte drauf und ist eingearbeitet und Teil jeder Lohnabrechnung.

    Grüße
    ALOA

    AntwortenLöschen
  4. Ansonsten würde es ja jede Menge freier Stellen im Niedriglohnsektor geben, was aber nicht so ist. Im Gegenteil: Gerade dort fehlen in Deutschland die Arbeitsplätze.
    zitat ende
    schwachsinn, dann senken wir doch die Löhne auf 0
    gruss georg

    AntwortenLöschen
  5. Eine andere Lösung wäre doch ein BGE für den Elternteil der Kinder erzieht.

    Das die niedrigen Löhne gerade in den Bereichen gezahlt werden in denen besonders viel schwarz gearbeitet wird ist ja offentsichtlich, also muss in meinen Augen auch die Schwarzarbeit härter bestraft werden.

    AntwortenLöschen
  6. "Ein alleinstehender Hartz IVler hat aktuell 637 Euro. Bei einem Niedriglohn zu 5 Euro würde er 984 Euro (164 Stunden * (5€+1€)) brutto bekommen. Davon würden die Sozialabgaben von 21% wieder runtergehen. Effektiv im Portmonee wären ~777 Euro. Ergo 140 Euro mehr."

    Klingt mit allen Nebenkosten aber auch nicht wirklich viel. Bedenke Miete und Nebenkosten gehen da auch noch voll runter, da kommt man doch bestenfalls in einer WG über die Runden.

    Wenn man dann also eine kleine GÜNSTIGE Wohnung von den 777€ abzieht ist man in Nullkommanix wieder auf H4.

    Will sagen 5€ Stundenlohn ist viel zu wenig. Aber wenn wir schon beim Schönrechnen sind, bitte die Arbeitgeberabzüge nicht vergessen.

    So ein Arbeitnehmer kostet dem AG nämlich auch schon 1.178,19 und hat laut dem Bundesamt für Statistik ähnliche Abzüge wie ein Einkommensmillionär (36%), der gute kann nämlich nix absetzen außer 11,83 für Fahrtkosten (also den Steuerteil), die nebenbei auch noch anfallen.

    Das einzige was dies bringt ist eine Einzelperson die bestenfalls minimal mehr als ein H4-ler in der Tasche hat, idealerweise in der Stadt oder Fußreichweite zum Arbeitgeber wohnt und dies in einer bezahlbaren Wohnung, da muß man also schon viel Glück haben.

    Grüße,

    KP

    AntwortenLöschen
  7. "Das die niedrigen Löhne gerade in den Bereichen gezahlt werden in denen besonders viel schwarz gearbeitet wird ist ja offentsichtlich, also muss in meinen Augen auch die Schwarzarbeit härter bestraft werden."

    Ach so... und wenn mal Bonzen verpetzt werden ist dies der Untergang des Abendlandes. ;-)


    Schwarzarbeit ist eine direkte Folge der hohen Arbeitskosten und nur in den seltensten Fällen bereichert sich wirklich jemand daran. Schwarzarbeit hart bestrafen... O.K. aber wenn dann die Auftraggeber, da ist wenigstens oft auch richtig was zu holen, ich spreche da aus Erfahrung.

    Grüße,

    KP

    AntwortenLöschen
  8. "Das ist auf jeder Steuerkarte drauf und ist eingearbeitet und Teil jeder Lohnabrechnung."

    Doof nur wenn man nur runde 12€ Steuern zahlt, was? ;-)

    Offensichtlich sind hier ein paar Leute nicht so ganz schussecht...

    Schmunzelnde Grüße,

    KP

    AntwortenLöschen
  9. Da hier ja noch einige Leute offensichtlich leichte Probleme mit der Realität haben, selber rechnen macht Freude:

    http://www1.ubm.de/servlet/CreateFrames?javascript=1

    Bin auf die Steuertipps gespannt... ;-)

    Und man beachte die Gesamtkosten für den AG!

    Grüße,

    KP

    AntwortenLöschen
  10. Ach ja, sollte der Staat tatsächlich mal was für die Niedriglöhner tun wollen, wenn ich den egghat'schen Mindestlohn auf 7,50€ anhebe komme ich auch Kosten von 1230€. Rund 50€ höhere reale Arbeitskosten als beim heutigen Abgabenmodell.

    Man müsste nur alles darunter beitragsfrei stellen. Aber bevor hier jetzt Widerworte kommen, keine Angst dies ist von Wirtschaft und Politik nicht erwünscht.

    Man braucht die faulen Arbeitslosen u.A. um dem Rest Feuer unterm Arsch zu machen. Denn als Arbeitnehmer haftet man heutzutage mit seinem gesamten Vermögen für seien Arbeitsplatz abzüglich ein paar Euro Schonvermögen, also höher als die allermeisten Arbeitgeber.

    Ist also alles kein Zufall und das Gejammer langjährig einstudiert.

    Grüße,

    KP

    AntwortenLöschen
  11. @Gedankenstrich:

    So viel mehr Bürokratie gibt es doch gar nicht. Jetzt kann man doch schon sein zu niedrigen Lohn über Hartz IV aufstocken ...

    AntwortenLöschen
  12. @ALOA

    Wir haben defakto schon Kombilöhne, die heißen nur nicht so ... Und wir haben Leute, die ihren Lohn nicht aufstocken, weil sie nicht checken, dass sie das über Hartz IV könnten.

    Und wir haben aktuell Löhne, die unter 5 Euro liegen.

    Defakto wird durch meinen Vorschlag alles besser ;-)

    AntwortenLöschen
  13. @georg:

    Dann erhöhen wir einfach die Löhne auf 20 Euro die Stunde und alle sind reich. Dass darauf noch niemand gekommen ist ...

    AntwortenLöschen
  14. BGE für die Kindererziehung. Interessante Idee. Aber was ist daran als die Erziehungspauschale der CSU?

    AntwortenLöschen
  15. @KP:

    In der 637 Euro Rechnung muss aber Miete drin sein, ansonsten liegt der Hartz IV doch viel niedriger.

    AntwortenLöschen
  16. Durch die industrielle Revolution ist die menschliche Arbeitskraft immer entbehrlicher geworden. Kein Mensch kann so billig arbeiten wie eine Maschine. Die Produktion steigt, die Produktivität steigt, aber die Arbeitsplätze nehmen ab. Die Wahrheit ist, dass diese Entwicklung immer weiter geht und immer mehr Arbeitsplätze verschwinden werden. Es liegt jetzt an der Gesellschaft,wie diese Entwicklung genutzt wird.

    Alles ist nur auf den Geld-Gewinn fixiert, aber Gewinn kann es doch auch sein, wenn soziale Beziehungen funktionieren und die Bedürfnisse der Mehrheit im Vordergrund stehen. Warum ist es nicht möglich, dass System so zu gestalten, dass genügend Pflegepersonal, Lehrer, usw. da sind. Die Menschen wollen arbeiten und nicht sinnlos zu Hause herumsitzen. Gäbe es Anspruch auf ein BGE, würden viele Menschen ehrenamtlich arbeiten, um der Gesellschaft Gewinn zu erbringen. Geld ist genug vorhanden, es muss nur umverteilt werden.

    Es ist eine Frage des Vertrauens an die Moral der Menschen.
    Wir glauben im Moment, dass Menschen nur durch Geld zu irgendetwas bewegt werden können. Aus der Sicherheit eines BGE, wäre es möglich eine ganz andere Welt zu gestalten. Jeder für sich und für alle anderen, im Sinne einer besseren Gesellschaft.

    AntwortenLöschen
  17. Mindestlöhne sind überflüssig, Menschen sollen arbeiten oder es sein lassen, aber nicht verlangen das der Staat ihnen mehr Lohn verschafft. Ich bin für ein niedriges Bürgergeld, zu dem man sich noch was dazu verdienen kann. Das BG sollte es aber nur für deutsche Staatsbürger geben, und die Kriterien für die Einbürgerung verschärft werden.

    Kindergeld ist sowohl eine Art Steuerrückzahlung als auch Familienförderung der unteren Einkommensschichten. Auch Geld für Kinder sollte man zum Teil von der Staatsbürgerschaft der Eltern abhängig machen, und von Mindestauflagen was die Integration angeht. Wenn Jungs der Kindergärtnerin nicht die Hand geben wollen, weil sie eine Frau ist, gehört den Eltern das Geld gestrichen.

    AntwortenLöschen
  18. "In der 637 Euro Rechnung muss aber Miete drin sein, ansonsten liegt der Hartz IV doch viel niedriger."

    Das wären dann aber nur knappe 300€ für die Miete (warm), nun das mag in der ostdeutschen Provinz durchaus möglich sein aber nicht da wo der ein oder andere noch arbeitet.

    Dies könnte aber auch ein Durchschnittswert über alle Hartzer sein (inklusive Kindern), wer weiß das schon, hört sich aber wenig an, vor allem können da 150€ mehr sehr wenig sein, die Fahrtkosten darf der Niedrigverdiener ja auch fast zu 100% selbst tragen, da tut sich finanziell also nicht die Welt.

    Aber nun mal andersrum, 36% Abgaben, da träumt ein Ackermann bestenfalls schlecht von. Oder soll unser Sozialsystem etwa von Leuten "gerettet" werden die vielleicht gerade mal 500 Mücken im Monat haben?

    Der Witz an der Sache ist ja das der Mittelstand diesen groben Unfug auch weiter bezahlen wird. Von wegen niedrige Preise, die Rechnung geht schon lange nicht mehr auf.

    Grüße,

    KP

    AntwortenLöschen
  19. "Mindestlöhne sind überflüssig, Menschen sollen arbeiten oder es sein lassen...usw."

    Ja was für einen böse Welt für Ra**isten und Sozialfa***isten. :-(

    Weg ihr christlichen Werte, husch husch in die Tonne!

    Grüße,

    KP

    AntwortenLöschen
  20. @KP
    Doof nur wenn man nur runde 12€ Steuern zahlt, was? ;-)

    Du hast behauptet es wäre zu kompliziert weil man nicht regeln könne wer mehr bekommt und wer nicht. Ich habe dem lediglich entgegengehalten das dies für einen Arbeitgeber einfach ist weil er alle Daten hat und es auch heutzutage schon eintragen und beachten muss bzw. es von Tabellen automatisch beachtet wird (Kind, LST-Tabelle, Gleitzonenregelung, Steuerklassen wie z.B. die Steuerklasse II usw.).
    Offensichtlich sind hier ein paar Leute nicht so ganz schussecht..
    Vorsicht mit Ferndiagnosen. :-) Womöglich habe ich ja die ein oder anderen hundert Lohnabrechnungen mehr erstellt als Du. ;-)

    @egghat
    Wir haben defakto schon Kombilöhne, die heißen nur nicht so ... Und wir haben Leute, die ihren Lohn nicht aufstocken, weil sie nicht checken, dass sie das über Hartz IV könnten.
    Die meisten wissen das durchaus. Sie machen es jedoch nicht - aus Stolz. Es gibt imho Studien welche das belegen.

    Du magst zum Thema Kombilöhne und BGE vielleicht einmal diese hier (Speenhamland) ansehen:
    http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/ss97/GRUNDEIN/teil2/1_3.htm
    http://pl.net/~keithr/rf98_Speenhamland.html

    Daraus einmal zitiert:
    It creates four class groups: the underworking "beneficiary class", the overworked "taxpaying class", the overpaid "tax-avoiding class", and a class of low income workers that see themselves as "independent" or "self-reliant" taxpayers, but who are in reality receiving significant "aid-in-wages" and "aid-in-rent" benefits.


    Es bleibt meiner Ansicht nach eben ein ganzheitliches Problem. Nur den Lohnabstand irgendwie wieder herstellen wollen ohne das Problem der Massenarbeitslosigkeit anzugehen ist zwangsweise mit Krampf verbunden. Und Massenarbeitslosigkeit bekommt man wiederum nur in den Griff wenn man Angebotsseite und Nachfrageseite ansieht, Probleme sucht und angeht.


    Grüße
    ALOA

    AntwortenLöschen
  21. @ALOA

    Natürlich ist es ein ganzheitliches Problem. Aber man kann in einem Posting schlecht alles diskutieren.

    Das was wir hinbekommen müssen ist ein Lohnabstand zwischen Nichtarbeiten und Arbeiten. Und zwar vor allem aus einem Grund: Halbarbeiten muss auch Sinn machen. Wenn aber der Abstand zwischen Nichtarbeiten und Vollarbeiten 100 Euro beträgt und man sich 100 Euro über Hartz IV dazuverdienen kann, dann arbeitet niemand mehr voll.

    AntwortenLöschen
  22. "Womöglich habe ich ja die ein oder anderen hundert Lohnabrechnungen mehr erstellt als Du. ;-)"

    Womöglich... :-) Eins allerdings weiß ich, die Beträge für die Sozialkassen sind weg und da kommt auch nichts mehr rein. Die Steuerklasse fällt bei diesen Einkommen jedenfalls nicht ins Gewicht. Mehr als gezahlt wird kann man nicht absetzen.

    "Nur den Lohnabstand irgendwie wieder herstellen wollen ohne das Problem der Massenarbeitslosigkeit anzugehen ist zwangsweise mit Krampf verbunden."

    Es gibt Massenarbeitslosigkeit weil Niedrigverdiener dem AG zu viel kosten, das Problem ist nicht was sie bekommen... oder eben doch, weil sie zu nahe ans Existenzminimum kommen.

    Mal ganz abgesehen davon einer Familie mit 2 oder mehr Kindern und nur einem potenziellen Verdiener kann etwas besseres als Hartz4 fast gar nicht passieren.

    Die kommen bei einer entsprechenden Wohnung ruck zuck auf 2000€ im Monat, das schaffen die meisten Normalverdiener mit Kindergeld kaum und jetzt wird ja wahrscheilich noch aufgestockt.

    Allerdings ist es mitnichten nur eine Frage des Geldes, die meisten Menschen wollen sich ja auch irgendwie gebraucht und nützlich fühlen.

    Das Problem der Massenarbeitslosigkeit wird ohnehin nie mehr gelöst werden, tut ja auch niemand etwas für.

    AntwortenLöschen
  23. Das Problem der Massenarbeitslosigkeit wird ohnehin nie mehr gelöst werden, tut ja auch niemand etwas für.

    Niemand der "oben" etwas zu sagen hätte. Das ist richtig und eben Teil des Problems. Man könnte es aber lösen. Die dafür notwendigen hm... sagen wir "Einsichten" sind zwar nicht revolutionär aber für heutige Zeiten sicher ungewöhnlich.

    Grüße
    ALOA

    AntwortenLöschen
  24. @egghat
    dann arbeitet niemand mehr voll.

    Kannst Du mir darstellen wo man denn "voll arbeiten" sollte? Es gibt doch keine Arbeitsplätze - weder Voll- noch Teilzeit. Wozu willst Du dann noch einen Anreiz auf der Arbeitnehmerseite setzen? Man kann der Fairness wegen sagen das die arbeitenden mehr verdienen sollen. Das ist aber das einzige.

    Ich hatte Dir bei wgn schon einmal meinen Alternativ-Vorschlag angedeutet. Einfaches Mittel aber die Herleitung wie Wirkung sind nicht ganz ohne. Wenn man es von gaaanz weit her holt kommt man etwas was bei wgn jemand anderes (und nicht explizit dazu) geschrieben hat:
    http://www.weissgarnix.de/2010/01/21/die-droge-der-okonomie/#comment-52179

    Denn effektiv geht es um die Faktorproportionentheorie und den Faktorreichtum Deutschlands bzw. prinzipiell der ganzen "entwickelten Welt" mit dem Faktor Kapital und das verteilen des durch den Zutritt z.B. von China und der Erfindung von Computern verstärkt auftretenden Faktorreichtums der Exportbranchen bzw. der Hochtechnik-Branchen. Effektiv geht es um einen Produktivitätsausgleich innerhalb der Wirtschaft (Arbeitgeber wie Arbeitnehmer).

    Ich überarbeite gerade meine alten Ausführungen zu dem Thema. Mal sehen was sich so ergibt.

    Grüße
    ALOA

    AntwortenLöschen
  25. Sorry, hier wird v.a. in den Kommentaren viel Ideologie gepflegt. Und die büschelweisen Haare in der Suppe herauszuklauben, dafür bin ich jetzt zu müde.

    Aus dem Text: "Steigende Löhne sorgen für sinkende Nachfrage nach Arbeit." - Also führen sinkende Löhne zu mehr Arbeit? Hat mal jemand eine Umfrage in einem Unternehmen gemacht, wieviel Neueinstellungen es hagelt, wenn jeder Angestellte einen Teil seinen Stundenlohns herausrückt? - KEIN EINZIGER! Weil die Arbeit wurde und wird ja erledigt, nur zu geringerem Lohn halt. - Tur mir leid, ihr dreht euch alle im Kreis.

    In Anbetracht eines festen Sockels an Zwangsarbeitslosen votiere ich daher für ein BGE in Verbund mit einem Mindestlohn, damit die Arbeitgeber sich mit der Entlohnung nicht auf das BGE absenken.

    AntwortenLöschen
  26. Also dass sinkende Preise zu steigender Nachfrage ist so ziemlich das grundsätzlichste Gesetz der Wirtschaftswissenschaften ... Dass einfach in eine Ideologie Schublade zu stecken und für falsch zu halten, ist etwas arg einfach.

    Wer behauptet, dass z.B. die Nachfrage nach Handwerksdienstleistungen nicht steigen würde, wenn die nur 20 Euro die Stunde kosten würden statt 35 bis 45, der lügt sich selber was in die Tasche. Das Gleiche gilt für Gartenpflege, Putzfrauen, Pflegedienstleistungen, etc. pp. Niemand würde sich z.B. mehr die Wohnung selber streichen, wenn ein Profis das in 4 Stunden zu 20 Euro machen würde statt man selber in 8 oder 10 Stunden. Da kann man ja besser selber ein paar Überstunden machen und hat die Wand dann für genauso lange gearbeitet in seinem richtigen Beruf statt als Laie an etwas rumgefruckelt, was man gar nicht kann ...

    Das Problem bei so stark sinkenden Löhnen ist doch ein anderes: Die Leute verdienen dann nicht mehr genug zum Leben. Das ist aber ein völlig anderer Grund als zu sagen, sinkende Löhne würden nicht zu steigender Nachfrage führen.

    AntwortenLöschen
  27. Nur um einmal die etwas andere Variante als Lösung vorzustellen (nämlich eine meiner):

    Eine Steuer für Arbeitgeber (mit Basis Arbeitnehmer-Lohn) welche für einen Arbeitnehmer bei etwa 2000 Euro bei 0% liegt. Darüber steigt sie an (Einnahme) darunter fällt sie ins negative mit einem Tiefpunkt bei 1500 Euro. Von dort an bis zu 1000 Euro wieder ansteigend und bei 1000 Euro dann wieder eine Nullpunkt (und noch weiter darunter wieder ansteigend).

    Die Begründung ist komplex. Für den Blog hier reicht es vielleicht aus die Wirkung zu verdeutlichen:
    Arbeitgeber welche Arbeitnehmer zwischen 1000 Euro und 2000 Euro Bruttolohn angestellt haben erhalten Geld. Dieses Geld kommt von Arbeitgebern welche Arbeitnehmer mit Löhnen unter 1000 Euro oder über 2000 Euro verdienen. Dabei gibt es keine Bindung an die Sozialversicherung und auch keinen Unterschied von Beamten oder dem ÖD - es wird also absolut für jeden AN (Merkel, Ackermann oder ein Müllmann) gezahlt oder erstattet.


    Das ist auch ein "Kombilohn". Aber das auf der Arbeitgeberseite . Das ist mit geringerer Redundanz und Overhead verbunden. Der Level auf welchem sich dann das anbieten von Arbeitsplätzen jenseits eines "lohnens"(tm) von HartzIV lohnt wird damit gesenkt. Dann gibt es das Angebot welches man wünscht.


    Die anderen Dinge wie Mindestlöhne, Kombilöhne oder BGE oder gar ein absenken von HartzIV sind dagegen eher untauglich. Setzen sie doch an der verkehrten Stelle an.

    Grüße
    ALOA

    AntwortenLöschen
  28. Ich sehe an der Idee einen Haken: Wir haben null soziale Komponente. Wir fördern nur auf Basis des Gehalts. Ich sehe aber - und das sollte einer der Kernideen in meinem Posting sein (auch wen das wirr war) - keinen Grund, einen Zuverdiener (noch dazu u.U. kinderlos) irgendwelches staatliches Geld zu geben. Das Geld muss an die Leute geben, die von dem geringen Lohn sich oder womöglich eine ganze Familie ernähren muss.

    Ich sehe da eben auch eines der Probleme in unserem Sozialstaat: Wir schütten viel Geld mit der Gießkanne aus. Aber da wo das Geld hin soll, kommt immer noch nicht genug an.

    AntwortenLöschen
  29. Jein.

    Die soziale Komponente für Kinderreiche Familien usw. ergeben sich aus Kindergeld, Erziehungsgeld etc.. Diese Komponenten wirken jedoch erst dann wirklich, wenn man tatsächlich etwas in einer gewissen Größenordnung verdient und die zus. Leistung nicht zum Lebensunterhalt (im engeren Sinne) benötigt.

    Um einen gewissen Verdienst zu generieren muss man jedoch Arbeitsplätze anbieten können und zwar im Idealfall mehr als es Arbeitnehmer gibt.

    Das hat zwei Vorteile. Zum einen den direkten Vorteil, das die Räumung des Arbeitsmarktes das Lohnniveau hoch hält. Der zweite Vorteil ist, das das BIP und damit die Einnahmequelle des Staates für ein generieren von Transferleistungen (Sozialleistungen eben wie Kindergeld oder kostenlose Kindergärten) wesentlich höher ausfällt.


    Ich halte es für schwer nachhaltig darstellbar zuerst derartige Leistungen anzubieten ohne ein Konzept für das generieren von Arbeitsplätzen an der Hand zu haben. Oder - um das BGE ins Spiel zu bringen - noch nicht einmal diese Leistungen und die damit verbundenen Arbeitsplätze (aus Transfergeld, z.B. Kindergärtnerinnen) anzubieten sondern ausschließlich Kosten darzustellen.

    Grüße
    ALOA

    AntwortenLöschen
  30. Nee, dann verstehe ich das noch nicht.

    Also es gibt Erziehungsgeld und Kindergeld. Damit hast du aber keine Komponente für Alleinstehende.

    Was stellt dann die soziale Grundsicherung sicher? Die muss ja laut Grundgesetz auch da sein.

    Was die Kritik am BGE angeht: Eine der Ideen des BGE ist es doch, den Leute so viel zu geben, dass man damit durchkommt. Damit lohnt es sich dann auch, für 2 oder 3 Euro dazuzuverdienen. Weil der Lohn so niedrig ist, entsteht auch genügend Nachfrage nach neuen Dienstleistungen, die bei 3 Euro pro Stunde eben Sinn machen. Shoppen lassen, rasenmähen lassen, autowaschen lassen, ...

    AntwortenLöschen
  31. Du suchst etwas was ich nicht angeboten habe ;).

    Ich biete ein System welches Arbeitsplätze für einen Lohn von beispielsweise 1500 Euro zu heutiger Kaufkraft (also systemisch) zu generieren in der Lage ist.
    Du fragst mich wo dabei die soziale Grundsicherung ist. Diese ist dabei noch nicht vorhanden. Selbige ist der zweite Schritt und kann z.B. aus einem ALGI wie in den 80ern bestehen. Mit wesentlich mehr Beschäftigung und schneller zirkulierendem Geld in der Realwirtschaft ist das leicht(tm) zu finanzieren.

    Eine der Ideen des BGE ist es doch
    ...
    Du kennst den Marx. Eine Idee von Marx war....
    Theorie: Marx
    Praxis: Murx

    Ich verstehe die Intention welche dahinter steht. Das BGE ist in diesem Sinne (derzeit) jedoch nicht realisierbar. Zumindest nicht im Kapitalismus. Im Sozialismus kann man es versuchen - wenn man wie üblich die Mangelwirtschaft (mit Zuweisung von Leistungen) in Kauf zu nehmen bereit ist.

    Siehe auch:
    http://j.mp/bWbUHQ


    Grüße
    ALOA

    AntwortenLöschen
  32. Mist.

    Aber woher kommen denn bei dir die Jobs?

    AntwortenLöschen
  33. Um zu erklären woher die Jobs kommen muss ich erklären worin ich das Problem sehe.
    Siehe dazu erst einmal das Ricardo-Modell und das von Heckscher-Ohlin:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Komparativer_Kostenvorteil#Das_Ricardo-Modell

    Demnach hätten wir bei uns folgendes:
    Wir(in der industrialisierten Welt) haben etwas reichlich: Kapital (von Produktionsmitteln über sonst. Vermögen bis zu Patenten). Das führt dazu, das kapitalintensive Güter in den Export gelangen und einen erheblichen Anteil des BIP ausmachen. Die dort beschäftigten wie auch die dort investierenden (also Vermögende) erhalten folgerichtig auch mehr an Einkommen und Gewinn.


    Oder kurz:
    Arbeitsplätze welche eine höhere Produktivität durch mehr Kapitaleinsatz besitzen werden bei uns bevorzugt.

    Folgerichtig sind alle Arbeitsplätze wo dies nicht der Fall ist oder sein kann nicht ausreichend Geld (Rendite) abwerfen können.

    Nun muss man einen Weg finden um diese "Renditelücke" (Produktivitätslücke) zu schließen.


    Der Ansatz der Mindestlöhne (wie auch der Kombilöhne) versucht ohne die Ursache zu benennen m.E. das gleiche zu erreichen. Dementsprechend die Nebeneffekte. Beim BGE m.E. ähnlich, auch wenn dort der Glaube das die Arbeit "verschwunden" wäre vorherrscht.


    Die Steuer setzt beim Ausgleich auf der Arbeitgeberseite an. Es wird ein Renditezuwachs und damit ein Produktionsgrund auf der Arbeitgeberseite in einem bisher nicht derart produktiven Sektor generiert. Koppelt man es mit der Rentenversicherung (indem man den Erlös in die RV einsteuert) haben auch die Arbeitnehmer direkt etwas davon (Nachfragezuwachs).

    Es ist kein "Kombi-Lohn" sondern eher eine Art "Kombi-Gewinn". Während sich bisher große Firmen von Teilbereichen getrennt und in Zulieferbetriebe umgewandelt haben weil dort kein Gewinn zu machen war ist das hinterher nicht mehr so lukrativ.

    Das Mittel ist präziser. Ist natürlich abhängig davon, ob meine Analyse in Verbindungen mit den Theoremen (Ricardo, Heckscher-Ohlin... und m.E. auch den Konjunkturzyklen-Theorien) korrekt ist.

    Ich denke jedoch schon, das ich mich nicht irre. :-)

    Grüße
    ALOA

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Sorry. Es sind leider keine anonymen Kommentare mehr möglich. Ich werde von mehr als 50 Spamkommentaren pro Tag geflutet und habe keine Lust, diese von Hand zu scannen, um darin alle drei Tage einen anonymen Kommentar zu finden, der veröffentlicht werden kann. Meldet Euch bitte an. Sorry für die Umstände.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore