US-Frühindikatoren 01/10: +0,3% (Vm)

Die US Leading Indicators sind umstritten und haben zum Beispiel die letzte Krise erst angezeigt, als sie auch ein Blinder nicht mehr übersehen konnte (und weit nachdem ich meine Rezessionswette angeboten haben). Trotzdem bringe ich die hier ziemlich regelmäßig, denn allein aufgrund der Breite (10 Einzelindikatoren) sagt der Index doch immer noch was aus.

Besonders dann, wenn der Index viele Monate hintereinander und in voller Breite steigt. Und daspassiert gerade, auch wenn die Breite aktuell etwas schwächelt.

Im Januar 2010 stiegen die Frühindikatoren wieder, wenn auch nur noch um 0,3%. Aber immerhin ist es der 10. Anstieg in Folge, auch wenn Dezember und November 2009 mit +1,1 und +1,2% wesentlich kräftiger im Plus lagen. Die letzten 6 Monate lieferten insgesamt ein Plus von 4,8%, das ist allerdings gegenüber dem Dezember.

Die Breite schwächelt aber etwas. Nur 5 der Teilindikatoren lagen im Januar im Plus gegenüber 10 (sprich allen) im Vormonat. Noch schlechter wird die Beurteilung, wenn man auf den Anteil am Plus schaut. Denn die Zinsdifferenz (10-Jahreszins vs. Fed-Funds-Zins) liegt aktuell bei 3,62%. Bei einer Gewichtung mit etwa 11% errechnet sich daraus ein Plus von 0,38%. Also mehr als der Gesamtindex im Plus lag oder anders herum: die restlichen 9 Indikatoren lägen zusammengerechnet im Minus.

So richtig überzeugend ist das Plus im Januar also nicht ...

Direkt von der Quelle:
Conference Board Leading Indicators for 01/10 (PDF)

Marketwach: Leading indicators climb 0.3%

Etwas Kritik findet sich in meinem Posting zu den Dezemberzahlen (wen's interessiert, findet auch in den Kommentaren noch hilfreiche Anmerkungen): US-Frühindikatoren 12/09: +1,1% (Vm)

Kommentare :

  1. Hmmm ... ich bin ja nur ein Quant. Also einer von der Dunklen Seite der Macht. Und ich kann nur sagen: wenn irgendjemand mit 0,3% etc. daher kommt, dann wirf iTunes an und hör irgendeinen Song. Das ist guter Noise.

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  2. iTunes. Da nimmt man lieber last.fm. Und dann einfach die Musik von irgendjemand anderem hören ...

    Die Frühindikatoren darf man nicht überbewerten. Da steckt zu viel methodischer Schwachsinn drin. Außerdem zeigten die Indikatoren in den ganzen ersten Quartalen, die von der NBER nachher schon zur Rezession erklärt wurden, noch ein leichtes Wachstum an. Also 0,0% ist schon Schrumpfung, die 0,3% von heute sind eher Stagnation als Wachstum. Das sind aber Zahlen, die höchstens als Mittelwert eine Aussagekraft haben.

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