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von Dieter Meyeer am Donnerstag, Februar 11, 2010
Der neue Chefvolkswirt der Deutschen Bank Thomas Mayer plädiert für einen EWF, einen europäischen Währungsfonds, der ähnliche Aufgaben und eine ähnliche Konstruktion wie der IWF haben sollte. Mayer ist übrigens ziemlich klar gegen eine Gemeinschaftsanleihe, bei der allen Staaten für die Schulden eines Landes haften. Das ist eigentlich mein bevorzugtes Modell. Hmm. Mayer meint, die Vorteile für das schwache Land wären kleiner als die Nachteile für die starken Länder. Außerdem gäbe es keinen Anreiz für das schwache Land, den Haushalt zu sanieren. Das zweite Argument ist aber Murks, denn das könnte man schon in die Anleihe einbauen. Man muss die Garantie ja nicht ohne Bedingungen geben. Man könnte bei Überschreiten von bestimmten Bedingungen (es bietet sich natürlich der Schuldenstand oder die Neuverschuldung an) einen Zinsaufschlag in die Anleihe einbauen und/oder die Garantie entziehen. Solche Konstruktionen (Covenants) sind bei Risikoanleihen von Unternehmen völlig üblich.
Das Gejammer von von Heusinger über die Ratingagenturen kann ich aber nicht ganz nachvollziehen. Denn das ist ja fast so, als wenn man behaupten würde, dass Griechenland gar kein Problem habe.
Teil 1 allein wegen des Zitats "Well then it's time for plan B. Except that there is no plan A" ...
Teil 1 erklärt allerdings eher die Lage. Darin sollte für meine regelmäßigen Leser nicht so viel Neues stecken:
Teil 2 ist dann IMHO wesentlich interessanter, denn darin kommt nicht nur Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stieglitz vor, sondern auch Hedgefonds Manager Hugh Hendry, der auch in den Bankenkrise heftig gegen die Banken spekuliert hat und jetzt kräftig gegen den Euro spekuliert ... Hendry lacht sich ziemlich frech über Stieglitz kaputt, schaut's euch an.
Dabei auch der spanische Botschafter in Großbritannien, der natürlich versucht, sein Land zu verteidigen.
Ottmar Issing (ehemals Bundesbank) hält jede Hilfe, die nicht über den IWF läuft, für falsch. Der Maastricht-Vertrag habe explizit den Bailout ausgeschlossen. Daran müsse man sich halten, ansonsten würde diese Büchse der Pandora geöffnet und Begehrlichkeiten wecken ...
Der neue Chefvolkswirt der Deutschen Bank Thomas Mayer plädiert für einen EWF, einen europäischen Währungsfonds, der ähnliche Aufgaben und eine ähnliche Konstruktion wie der IWF haben sollte. Mayer ist übrigens ziemlich klar gegen eine Gemeinschaftsanleihe, bei der allen Staaten für die Schulden eines Landes haften. Das ist eigentlich mein bevorzugtes Modell. Hmm. Mayer meint, die Vorteile für das schwache Land wären kleiner als die Nachteile für die starken Länder. Außerdem gäbe es keinen Anreiz für das schwache Land, den Haushalt zu sanieren. Das zweite Argument ist aber Murks, denn das könnte man schon in die Anleihe einbauen. Man muss die Garantie ja nicht ohne Bedingungen geben. Man könnte bei Überschreiten von bestimmten Bedingungen (es bietet sich natürlich der Schuldenstand oder die Neuverschuldung an) einen Zinsaufschlag in die Anleihe einbauen und/oder die Garantie entziehen. Solche Konstruktionen (Covenants) sind bei Risikoanleihen von Unternehmen völlig üblich.
Das Gejammer von von Heusinger über die Ratingagenturen kann ich aber nicht ganz nachvollziehen. Denn das ist ja fast so, als wenn man behaupten würde, dass Griechenland gar kein Problem habe.
Teil 1 allein wegen des Zitats "Well then it's time for plan B. Except that there is no plan A" ...
Teil 1 erklärt allerdings eher die Lage. Darin sollte für meine regelmäßigen Leser nicht so viel Neues stecken:
Teil 2 ist dann IMHO wesentlich interessanter, denn darin kommt nicht nur Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stieglitz vor, sondern auch Hedgefonds Manager Hugh Hendry, der auch in den Bankenkrise heftig gegen die Banken spekuliert hat und jetzt kräftig gegen den Euro spekuliert ... Hendry lacht sich ziemlich frech über Stieglitz kaputt, schaut's euch an.
Dabei auch der spanische Botschafter in Großbritannien, der natürlich versucht, sein Land zu verteidigen.
Ottmar Issing (ehemals Bundesbank) hält jede Hilfe, die nicht über den IWF läuft, für falsch. Der Maastricht-Vertrag habe explizit den Bailout ausgeschlossen. Daran müsse man sich halten, ansonsten würde diese Büchse der Pandora geöffnet und Begehrlichkeiten wecken ...
Die beste Idee ist immer noch, Griechenland unter strengen Auflagen direkt zu helfen und dafür Kreta als Sicherheit zu akzeptieren. Erfüllt Griechenland die Auflagen nicht, gehört Kreta uns.
Für Hartz4, Rentenerhöhung, Krankenkassen und Guidos Steuersenkungen ist kein Geld da, aber für den Bail Out der griechischen Schrottanleihen - ich kenne keinen Privatanleger, der sich diesen Dreck ins Depot gelegt hat, die liegen anscheinend allesamt bei den kackfrech auf Bail Out spekulierenden Banken auf eigene Rechnung - dafür hat die märkische Futt Milliarden noch und nöcher übrig. Ich hab noch nie soviel Wut in mir gespürt.
Was wäre denn dabei, den griechischen Seuchenherd zu amputieren? Das wäre für den Rest der fußkranken Truppe inklusive der maladen Deutschen wie für die Griechen das beste. Zurück zur Drachme mit Konvertierung der griechischen Schrottanleihen, anders ist eine Entschuldung der Griechen auf ein halbwegs tragbares Niveau nicht vorstellbar. Was ist denn mit einem Bail Out gewonnen? Vier Wochen? Ein halbes Jahr? Drei Jahre?
Anscheinend herrscht nicht nur bei den Griechen die märchenhafte Vorstellung, dass die deutsche Finanzkraft unerschöpflich ist, selbst die Londoner City scheint ja davon auszugehen, dass die deutschen Finanzkennziffern so gesund sind, dass wir notfalls auch Spanien, Portugal, Italien retten können. Die gesamte angelsächsische Presse fordert, Deutschland muss zahlen. In welcher Welt leben diese Idioten? 75% Bip-Verschuldung, 100 Mrd Budgetdefizit, rekordtiefe Anleihezinsen (---> es darf auf der Zinsseite nichts mehr passieren, sonst exitus), 5% BIP-Schrumpfung (aber der Aufschwung mit explodierenden Steuereinnahmen steht unmittelbar vor der Tür), demographischer Niedergang, ja glauben diese Schwachköpfe, die deutsche Steuerkuh hätte ihre besten Zeiten noch vor sich?
> Ottmar Issing (ehemals Bundesbank) hält jede Hilfe, die nicht über den IWF läuft, für falsch.
Dazu sehe ich auch so. Die Gläubiger sind global, also hat auch der IWF zu zahlen, wer denn bitte sonst?
Nur unter einer Bedingung würde ich eine Ausnahme machen, und zwar wenn man Hilfen davon abhängig macht, dass es eine grosse Reform der EZB gibt. Dauerhafte Einschränkung der Geldschöpfung für die Banken, aber eine begrenzte Verschuldungsmöglichkeit der EU-Staaten bei der EZB, wobei Deutschland dann das meiste Geld aus den Zinsen bekommt.
Kreta als Sicherheit ist IMHO in Ordnung. Vielleicht noch Mykonos dazu ...
@matsch:
Wenn die Griechen nicht selber Reformen machen, sollte man die knallhart vor die Wand fahren lassen. Zustimmung. Vor allem weil ich der Meinung bin, dass die Eurozone nicht zwangsläufig mit dem Ausscheiden eines Landes explodiert ... Wenn Deutschland die Rente mit 67 einführt, um die Finanzen zu sanieren, um dann die Griechen rauszureissen, die dann mit 60 in Rente gehen, wäre das etwas sehr bescheuert.
@R.E.:
Die Gläubiger sind nicht wirklich international. Der ganz überwiegende Teil liegt in Europa. Hab adhoc leider keine Quelle.
Wer hält die griechischen Staatsanleihen? gesamt: ca. 303 Mrd $ (Stand Sept. 2009) davon Frankreich ca. 76 MRD $ Schweiz ca. 64 Mrd $ Deutschland ca. 43 Mrd $
Ottmar Issing (ehemals Bundesbank) hält jede Hilfe, die nicht über den IWF läuft, für falsch. Der Maastricht-Vertrag habe explizit den Bailout ausgeschlossen. Daran müsse man sich halten, ansonsten würde diese Büchse der Pandora geöffnet und Begehrlichkeiten wecken ...
Was Merkel dann wohl meint mit "Griechenland ist Teil der Europäischen Union. Griechenland wird nicht alleingelassen, aber es gibt Regeln, und diese Regeln müssen auch eingehalten werden, und auf dieser Grundlage werden wir eine Erklärung verabschieden" (Quelle http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE61A09N20100211 )
ja, "es gibt Regeln", aber sie sind noch nie eingehalten worden und sie werden auch in Zukunft nicht eingehalten werden. Jetzt so tun, man werde Griechenland den Regeln entgegen leider, leider helfen müssen, aber hinterher werde man ganz sicher und ganz großes Ehrenwort darauf achten, dass alle EURO-Länder sich an die Regeln halten, das ist alberner Kinderglaube
Wo liegen die griechischen Schrottanleihen? Nach allem, was man in den letzten Tagen lesen konnte, zu 99,9% in institutionellen Händen, also Leuten, die Risiken eingehen, die sie falls sie eigenes Vermögen einsetzen müssten, niemals tragen würden
Halten wir mal fest: - es sind politikdurchwirkte gutgläubige bis grob fahrlässige Landesbanken, Hypothekenbanken, Pensionskassen, Lebensversicherer etc. die sich über Jahre wegen einem halben Prozent mehr an Rendite gegenüber Bundesanleihen die Bilanzen mit diesem Müll vollgestopft haben - dann die gerissenere bis kackfreche Variante der dreist auf Bail Out spekulierenden internationalen Player - und dann noch jüngst diejenigen Player, die sich nicht zwei mal bitten lassen haben, den griechischen Schrott zu 4-6% in die Bilanz zu nehmen und umgehend an die EZB als Sicherheit für 0%-Kredite weiterzureichen
@egghat: np für die Zahlen und vielen Dank für dein prima Blog, lese hier seit ca. 10 Monaten mit.
@Matsch+Egghat: Natürlich ist es als erste Reaktion naheliegend, Griechenland vor die Wand fahren zu lassen. An anderer Stelle schrieb ich gestern vor dem Gipfeltreffen: [Zitatanfang} Griechenland = HRE 2 Bei allem Zorn über Griechenland, der sich hier im Forum niederschlägt, übersehen die meisten, um wen es bei der angeblichen Rettungsaktion eigentlich geht. Nehme man nur ein paar Zahlen:
Wer hält die griechischen Staatsanleihen? gesamt: ca. 303 Mrd $ (Stand Sept. 2009) davon Frankreich ca. 76 MRD $ Schweiz ca. 64 Mrd $ Deutschland ca. 43 Mrd $
Quelle: FAZ http://www.faz.net/s/Rub09A305833E12405A808EF01024D15375/Doc~E7F5A7A61863D4087A0671DE27D3002B3~ATpl~Ecommon~SMed.html#EE0AFD25F3A64FB8930BA10CF96C7907
Für fast jeden dürfte somit ersichtlich werden, daß es um die Rettung von Banken und Versicherungen geht. Leider fehlt eine detaiilierte Aufstellung, wer welche griechischen Staatsanleihen hält. Was eigentlich aus Griechenland wird, dürfte bei den Beratungen in Brüssel eine eher untergeordnete Rolle spielen. Genauso ist leider offen, wer eigentlich die Wetten auf den griechischen Staatsbankrott macht (siehe CDS auf Staatsanleihen, die üblichen Verdächtigen: GS, JPM, Deutsche Bank, SG, Credite Suisse? liest sich wie eine Liste der AIG-Profiteure) und welche Scherzkekse meinen, dieses Ausfallrisiko versichern zu können (dumme deutsche Landesbanken ?). Wer es politisch in 1,5 Jahren nach Lehman/AIG nicht schafft, bestimmte Derivate/Bereiche des Finanzcasinos deutlich stärker zu regulieren und zu besteuern, darf sich nicht wundern, dass man sich regelmäßig zu Banken-Rettungsaktionen treffen darf. Von Schwarz-Geld(b) ist in der Hinsicht ja nicht viel zu erwarten. Interessant dürfte der Gesamtbetrag für die Rettungsaktion und die technische Durchführung werden ; Summen von vorerst 20-60 MRD € (für Grichenland) geistern durch die Gegend. Die nächsten Treffen (Thema Portugal, Spanien usw...) können schon terminiert werden, die Summen werden dann (insb. Spanien) deutlich interessanter.
Spekuliert werden darf über den Ausgangs des heutigen Treffens:
a) man einigt sich nicht oder beschliesst, nicht einzuspringen (was ja viele hier anscheinend fordern), danach die übliche nichtssagende EU-Blabla-Pressekonferenz und -Erklärung: spassige Zeiten für europäische Bank- und Versicherungsaktien und wir versammeln uns hier in einigen Wochen, um dann die nächste deutsche Bankenrettungsaktion zu diskutieren.
b) EU-Garantieaktion für Griechenland (auf welcher technischen Schiene gegen sämtliche Gesetze und Verabredungen auch immer), danach dann interessante Diskussionen und Wetten auf/gegen Spanien und Portugal
c) Verschieben des Problems auf den IWF ( der hat wenigstens schon Erfahrung im Zugrunderichten von Staaten)
Randbemerkungen/Gedanken: Wenn man schon die Schweizer Banken nebenbei mitrettet, könnten die nicht bei der Verfolgung von deutschen Steuerhinterziehungen etwas kooperativer sein?
Die Debatte, ob das aktuelle Hartz 4-Urteil jetzt evtl. 1,2 oder 5 MRD Mehrkosten verursacht, ist angesichts der jetzt wieder auftauchenden Zahlen für Bankenrettungen niedlich. [Zitatende]
Vielleicht lässt sich ja rausfinden, wer die Staatsanleihen hält und wer auf einen Staatsbankrott wettet.
Zur Klarstellung: Ich halte die Idee, Griechenland vor die Wand fahren zu lassen, für falsch. Ich wäre vielmehr für eine Anleihe, die mit (kündbaren!) Garantien der andere EU-Staaten versehen ist. Und /oder mit einem Strafzins versehen wird. Solange die Garantie gilt, kann man sich dann auch mal einen Exit-Mechanismus auf der Euro-Zone überlegen. Eine Frage, die politisch bisher immer nur verdrängt wurde (wenn man mal in Pessimismus machen will, haben die Politikern bisher zum Euro nicht viel mehr geschafft, als Eintrittsregeln aufzuschreiben, an die man sich dann im Zweifelsfall auch nicht gehalten hat ... Bei derart schlimmen Designfehlern habe ich den Euro von Anfang an sehr kritisch gesehen. Ich glaube, dass die Währung explodiert. Nur eben noch nicht jetzt und möglicherweise fliegen dabei auch "nur" die Randländer weg und die Euro-Zone wird in etwa als der alte DM-Block weiterleben ... Was IMHO eine durchaus gesunde Basis wäre, weil es ähnliche Länder umfasst und eben auch Länder, die bereits drei oder vier Jahrzehnte Erfahrung mit einer Hartwährung haben. Aber ich schweife ab)
Ich bin keiner, der Spekulanten in Schutz nehmen möchte, aber in diesem Fall tu ich es gern, nachdem in diversen Medien, insbesondere in diesem rosaroten Finanzblättchen FTD, angeblich eine Finanzzeitung, nahezu im Stundentakt eine Hetz-Headline nach der anderen gegen "die Spekulanten" in Stellung gebracht wird. Es sind nicht die "bösen Spekulanten", die die griechische Farce jetzt zum Ausbruch gebracht haben. Wie du selbst sagst, wer ist denn (immer noch! lernen die gar nix dazu?) so bescheuert und schreibt CDS auf ein Risiko, das im Grunde nicht versicherbar ist, wie man sich z.B. auch nicht gegen Arbeitslosigkeit oder ein Staat gegen einbrechende Steuereinnahmen oder eine Regierung sich gegen Regierungsverlust per Abwahl versichern kann? Was einen einzig und allein wundert, warum es so lange gedauert hat bis die Traumtänzer endlich mal halbwegs die Risikolage bzgl. eines griechischen Staatsbankrottes realisiert haben. 6% Rendite sind immer noch ein grober Scherz. Solche immensen Risiken kann ich - sofern ich mit eigenem Geld handele - nur eingehen, wenn ich dreist auf Rettung spekuliere. warum sollen diese Mistkerle nicht einen Vermögensverlust in Form von 30-40% Abschreibungen auf ihre Anleihen hinnehmen müssen?
Ich würde durchaus gerne wissen, ob die der Presse nach Schuldigen an der Zuspitzung der griechischen Farce - die Spekulanten - überhaupt in nennenswertem Umfang agieren können. Der Markt dürfte doch ziemlich ausgetrocknet sein, griechische Schrottanleihen kann man ja nicht eben mal leerverkaufen, vielleicht in homöopathischen Dosen.
Was ich lieber hätte? Die Griechen (wobei es ja gerade die nicht sind, sondern deren Gläubiger) vor die Wand fahren lassen? Ich geb's ja zu, manchmal hat man eine Situation so satt, dass man gerne mal den Hurricane auf sich zukommen lassen möchte, natürlich mit der Option alles wieder zurück zu drehen falls es eine dumme Entscheidung gewesen sein sollte ;)
Dennoch bin ich der Ansicht, dass die Variante, die Griechen zur Rückkehr zur Drachme zu zwingen, insbesondere bei den maßgeblichen EU-Politikern gar nicht in Betracht kommt, dem Eindruck nach zu schließen, sogar kategorisch ausgeschlossen wird. Die wollen alle nur retten, retten, retten, wieder nur Zeit gewinnen, vier Wochen, drei Monate. Abwertungsschnitt 30%, 40%, 50%, zackbumm aus, das dürfte zu verkraften sein. Und die Griechen haben wieder eine Perspektive.
Also, ganz Unrecht hat ja der Heusinger ja nicht, wenn er zum einen auf das Versagen der Ratingagenturen hinweist und zu anderen kritisiert, dass sich die EZB eben von diesen Ratingagenturen abhängig gemacht hat.
von Heusinger hat nicht unrecht, was die *allgemine* Aussage angeht, ichgluabe aber, dass es im Fall Griechenland eben nicht die Ratingagenturen sind, die gerade den Risikoaufschlag "pricen", sondern die Anleihemärkte und die CDS.
Außerdem glaube ich NICHT, dass Griechenland sonderlich falsch geratet wird. Des passt scho.
Du musst bei den CDS bedenken, dass hier auch viele agieren, bei denen die CDS und/oder die griechischen Anleihen maximal ein paar Prozent des Portfolios ausmachen. Vieles davon läuft unter dem Punkt Diversifizierung. Manche kaufen jetzt auch sicherlich jetzt einfach einen CDS, um sich - zumindest auf dem Papier - abgesichert zu haben. Damit nachher kein Vorgesetzter sagen kann: Hej, warum haben sie unsere Position nicht abgesichert, es stand doch sogar in der FTD.
Zur Wiedereinführung der Drachme:
Glaubst du, dass auch nur ein Politiker auch nur ansatzweise das Know-How, eine solche Entscheidung in den Auswirkungen zu verstehen?!? Ich nicht (ich könnte es übrigens auch nicht). Mit gaaaanz viel Glück machen sich die Damen und Herren (besser gesagt deren Fachleute) aber jetzt geheim und hinter den Kulissen Gedanke über ein Ausstiegszenario. Leider 20 Jahre zu spät ...
Wen erwischt es im Zweifelsfall? HRE mal wieder dabei http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~EE2292FA641BB42D89B3C4F7B014B6C19~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Allianz und Müncher Rück auch mit im Boot http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,677200-2,00.html
passend dazu aus der Bildzeitung der amerikanischen blogs http://www.businessinsider.com/black-rock-greece-is-no-lehman-12-02-2010 (ich fand die Überschrift so witzig)
Schöner Artikel zum Thema CDS, von jemand, der schon Long-Term Capital Management mit zugrunde gerichtet hat und manche Finanzkonstrukte/Ideen heute wohl nicht mehr ganz so witzig findet http://www.ft.com/cms/s/0/e7168fc6-1740-11df-94f6-00144feab49a.html?nclick_check=1
Thema Drachmen/Austieg aus dem Euro Aufteilung in einen Nord- und Süd-Euro? http://www.roubini.com/euro-monitor/258379/the_option_of_last_resort__a_two-currency_emu?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+EuropeanEconomonitor+%28European+EconoMonitor%29
Viel Spass beim lesen p.s.: kann man irgendwie Links direkt im Kommentar einfügen?
Sollen sie sich lateinamerikanische oder ganz konkret argentinische Fachkompetenz einkaufen. Die Mentalitäten dürften ohnehin ziemlich ähnlich sein. Die haben in den letzten 20 Jahren ständig irgendwas an der Währung gedreht, inklusive Staatsbankrott :]
Bislang habe ich dazu leider überhaupt nichts dazu gefunden, aber an sich wäre doch zu erwarten, dass griechische Banken eine massive Kapitalflucht erleben müssten. Von der objektiven Risikoeinschätzung, subjektiv erst recht, weil hier nachvollziehbare Ängste der Massen mit reinspielen und Risikoaversion zum Tragen kommt, hätte ich als Grieche große Bedenken, ob meine Euro-Einlagen nicht eines Tages in Drachme zwangskonvertiert werden. Ausserdem würde ja schon weit vorher eine Kapital- und Kontensperre verhängt werden. Schaden kann es keinesfalls. Transferiert man es eben wieder zurück wenn die Lage sich wieder beruhigt hat. Vielleicht gibt's dazu auch eine Art (freiwillige) Nachrichtensperre.
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e) Empfiehl mich weiter. Retweete meine Tweets. Forwarde meine Artikel. Verlinke mich. Auf Facebook, Google+, Flattr, Yigg und Diskussionsforen aller Art. Jeder Link zählt!
Die beste Idee ist immer noch, Griechenland unter strengen Auflagen direkt zu helfen und dafür Kreta als Sicherheit zu akzeptieren. Erfüllt Griechenland die Auflagen nicht, gehört Kreta uns.
AntwortenLöschenFür Hartz4, Rentenerhöhung, Krankenkassen und Guidos Steuersenkungen ist kein Geld da, aber für den Bail Out der griechischen Schrottanleihen - ich kenne keinen Privatanleger, der sich diesen Dreck ins Depot gelegt hat, die liegen anscheinend allesamt bei den kackfrech auf Bail Out spekulierenden Banken auf eigene Rechnung - dafür hat die märkische Futt Milliarden noch und nöcher übrig. Ich hab noch nie soviel Wut in mir gespürt.
AntwortenLöschenWas wäre denn dabei, den griechischen Seuchenherd zu amputieren? Das wäre für den Rest der fußkranken Truppe inklusive der maladen Deutschen wie für die Griechen das beste. Zurück zur Drachme mit Konvertierung der griechischen Schrottanleihen, anders ist eine Entschuldung der Griechen auf ein halbwegs tragbares Niveau nicht vorstellbar. Was ist denn mit einem Bail Out gewonnen? Vier Wochen? Ein halbes Jahr? Drei Jahre?
Anscheinend herrscht nicht nur bei den Griechen die märchenhafte Vorstellung, dass die deutsche Finanzkraft unerschöpflich ist, selbst die Londoner City scheint ja davon auszugehen, dass die deutschen Finanzkennziffern so gesund sind, dass wir notfalls auch Spanien, Portugal, Italien retten können. Die gesamte angelsächsische Presse fordert, Deutschland muss zahlen. In welcher Welt leben diese Idioten? 75% Bip-Verschuldung, 100 Mrd Budgetdefizit, rekordtiefe Anleihezinsen (---> es darf auf der Zinsseite nichts mehr passieren, sonst exitus), 5% BIP-Schrumpfung (aber der Aufschwung mit explodierenden Steuereinnahmen steht unmittelbar vor der Tür), demographischer Niedergang, ja glauben diese Schwachköpfe, die deutsche Steuerkuh hätte ihre besten Zeiten noch vor sich?
> Ottmar Issing (ehemals Bundesbank) hält jede Hilfe, die nicht über den IWF läuft, für falsch.
AntwortenLöschenDazu sehe ich auch so. Die Gläubiger sind global, also hat auch der IWF zu zahlen, wer denn bitte sonst?
Nur unter einer Bedingung würde ich eine Ausnahme machen, und zwar wenn man Hilfen davon abhängig macht, dass es eine grosse Reform der EZB gibt. Dauerhafte Einschränkung der Geldschöpfung für die Banken, aber eine begrenzte Verschuldungsmöglichkeit der EU-Staaten bei der EZB, wobei Deutschland dann das meiste Geld aus den Zinsen bekommt.
Es sollte natürlich heissen: Das sehe ich auch so.
AntwortenLöschenIch wollten den Satz erst anders formulieren.
@Anonym:
AntwortenLöschenKreta als Sicherheit ist IMHO in Ordnung. Vielleicht noch Mykonos dazu ...
@matsch:
Wenn die Griechen nicht selber Reformen machen, sollte man die knallhart vor die Wand fahren lassen. Zustimmung. Vor allem weil ich der Meinung bin, dass die Eurozone nicht zwangsläufig mit dem Ausscheiden eines Landes explodiert ... Wenn Deutschland die Rente mit 67 einführt, um die Finanzen zu sanieren, um dann die Griechen rauszureissen, die dann mit 60 in Rente gehen, wäre das etwas sehr bescheuert.
@R.E.:
Die Gläubiger sind nicht wirklich international. Der ganz überwiegende Teil liegt in Europa. Hab adhoc leider keine Quelle.
Wer hält die griechischen Staatsanleihen?
AntwortenLöschengesamt: ca. 303 Mrd $ (Stand Sept. 2009)
davon
Frankreich ca. 76 MRD $
Schweiz ca. 64 Mrd $
Deutschland ca. 43 Mrd $
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub09A305833E12405A808EF01024D15375/Doc~E7F5A7A61863D4087A0671DE27D3002B3~ATpl~Ecommon~SMed.html#EE0AFD25F3A64FB8930BA10CF96C7907
oder auch bei
http://www.jjahnke.net/rundbr67.html#gri
Nennen wir das ganze also lieber wieder Bankenrettung / bailout / HRE2
Ottmar Issing (ehemals Bundesbank) hält jede Hilfe, die nicht über den IWF läuft, für falsch. Der Maastricht-Vertrag habe explizit den Bailout ausgeschlossen. Daran müsse man sich halten, ansonsten würde diese Büchse der Pandora geöffnet und Begehrlichkeiten wecken ...
AntwortenLöschenWas Merkel dann wohl meint mit "Griechenland ist Teil der Europäischen Union. Griechenland wird nicht alleingelassen, aber es gibt Regeln, und diese Regeln müssen auch eingehalten werden, und auf dieser Grundlage werden wir eine Erklärung verabschieden"
(Quelle http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE61A09N20100211 )
ja, "es gibt Regeln", aber sie sind noch nie eingehalten worden und sie werden auch in Zukunft nicht eingehalten werden. Jetzt so tun, man werde Griechenland den Regeln entgegen leider, leider helfen müssen, aber hinterher werde man ganz sicher und ganz großes Ehrenwort darauf achten, dass alle EURO-Länder sich an die Regeln halten, das ist alberner Kinderglaube
AntwortenLöschen@frn:
AntwortenLöschenDanke für die Zahlen.
Und ja stimme zu: Angst machen mal wieder die Bankbilanzen.
Wo liegen die griechischen Schrottanleihen? Nach allem, was man in den letzten Tagen lesen konnte, zu 99,9% in institutionellen Händen, also Leuten, die Risiken eingehen, die sie falls sie eigenes Vermögen einsetzen müssten, niemals tragen würden
AntwortenLöschenHalten wir mal fest:
- es sind politikdurchwirkte gutgläubige bis grob fahrlässige Landesbanken, Hypothekenbanken, Pensionskassen, Lebensversicherer etc. die sich über Jahre wegen einem halben Prozent mehr an Rendite gegenüber Bundesanleihen die Bilanzen mit diesem Müll vollgestopft haben
- dann die gerissenere bis kackfreche Variante der dreist auf Bail Out spekulierenden internationalen Player
- und dann noch jüngst diejenigen Player, die sich nicht zwei mal bitten lassen haben, den griechischen Schrott zu 4-6% in die Bilanz zu nehmen und umgehend an die EZB als Sicherheit für 0%-Kredite weiterzureichen
@egghat: np für die Zahlen und vielen Dank für dein prima Blog, lese hier seit ca. 10 Monaten mit.
AntwortenLöschen@Matsch+Egghat:
Natürlich ist es als erste Reaktion naheliegend, Griechenland vor die Wand fahren zu lassen. An anderer Stelle schrieb ich gestern vor dem Gipfeltreffen:
[Zitatanfang}
Griechenland = HRE 2
Bei allem Zorn über Griechenland, der sich hier im Forum niederschlägt, übersehen die meisten, um wen es bei der angeblichen Rettungsaktion eigentlich geht. Nehme man nur ein paar Zahlen:
Wer hält die griechischen Staatsanleihen?
gesamt: ca. 303 Mrd $ (Stand Sept. 2009)
davon
Frankreich ca. 76 MRD $
Schweiz ca. 64 Mrd $
Deutschland ca. 43 Mrd $
Quelle: FAZ http://www.faz.net/s/Rub09A305833E12405A808EF01024D15375/Doc~E7F5A7A61863D4087A0671DE27D3002B3~ATpl~Ecommon~SMed.html#EE0AFD25F3A64FB8930BA10CF96C7907
Für fast jeden dürfte somit ersichtlich werden, daß es um die Rettung von Banken und Versicherungen geht. Leider fehlt eine detaiilierte Aufstellung, wer welche griechischen Staatsanleihen hält. Was eigentlich aus Griechenland wird, dürfte bei den Beratungen in Brüssel eine eher untergeordnete Rolle spielen.
Genauso ist leider offen, wer eigentlich die Wetten auf den griechischen Staatsbankrott macht (siehe CDS auf Staatsanleihen, die üblichen Verdächtigen: GS, JPM, Deutsche Bank, SG, Credite Suisse? liest sich wie eine Liste der AIG-Profiteure) und welche Scherzkekse meinen, dieses Ausfallrisiko versichern zu können (dumme deutsche Landesbanken ?).
Wer es politisch in 1,5 Jahren nach Lehman/AIG nicht schafft, bestimmte Derivate/Bereiche des Finanzcasinos deutlich stärker zu regulieren und zu besteuern, darf sich nicht wundern, dass man sich regelmäßig zu Banken-Rettungsaktionen treffen darf. Von Schwarz-Geld(b) ist in der Hinsicht ja nicht viel zu erwarten. Interessant dürfte der Gesamtbetrag für die Rettungsaktion und die technische Durchführung werden ; Summen von vorerst 20-60 MRD € (für Grichenland) geistern durch die Gegend. Die nächsten Treffen (Thema Portugal, Spanien usw...) können schon terminiert werden, die Summen werden dann (insb. Spanien) deutlich interessanter.
Spekuliert werden darf über den Ausgangs des heutigen Treffens:
a) man einigt sich nicht oder beschliesst, nicht einzuspringen (was ja viele hier anscheinend fordern), danach die übliche nichtssagende EU-Blabla-Pressekonferenz und -Erklärung: spassige Zeiten für europäische Bank- und Versicherungsaktien und wir versammeln uns hier in einigen Wochen, um dann die nächste deutsche Bankenrettungsaktion zu diskutieren.
b) EU-Garantieaktion für Griechenland (auf welcher technischen Schiene gegen sämtliche Gesetze und Verabredungen auch immer), danach dann interessante Diskussionen und Wetten auf/gegen Spanien und Portugal
c) Verschieben des Problems auf den IWF ( der hat wenigstens schon Erfahrung im Zugrunderichten von Staaten)
Randbemerkungen/Gedanken:
Wenn man schon die Schweizer Banken nebenbei mitrettet, könnten die nicht bei der Verfolgung von deutschen Steuerhinterziehungen etwas kooperativer sein?
Die Debatte, ob das aktuelle Hartz 4-Urteil jetzt evtl. 1,2 oder 5 MRD Mehrkosten verursacht, ist angesichts der jetzt wieder auftauchenden Zahlen für Bankenrettungen niedlich. [Zitatende]
Vielleicht lässt sich ja rausfinden, wer die Staatsanleihen hält und wer auf einen Staatsbankrott wettet.
Runtergebrochen auf einzelne Banken habe ich das noch nicht gesehen:
AntwortenLöschenWho's selling Greek CDS
Zur Klarstellung: Ich halte die Idee, Griechenland vor die Wand fahren zu lassen, für falsch. Ich wäre vielmehr für eine Anleihe, die mit (kündbaren!) Garantien der andere EU-Staaten versehen ist. Und /oder mit einem Strafzins versehen wird. Solange die Garantie gilt, kann man sich dann auch mal einen Exit-Mechanismus auf der Euro-Zone überlegen. Eine Frage, die politisch bisher immer nur verdrängt wurde (wenn man mal in Pessimismus machen will, haben die Politikern bisher zum Euro nicht viel mehr geschafft, als Eintrittsregeln aufzuschreiben, an die man sich dann im Zweifelsfall auch nicht gehalten hat ... Bei derart schlimmen Designfehlern habe ich den Euro von Anfang an sehr kritisch gesehen. Ich glaube, dass die Währung explodiert. Nur eben noch nicht jetzt und möglicherweise fliegen dabei auch "nur" die Randländer weg und die Euro-Zone wird in etwa als der alte DM-Block weiterleben ... Was IMHO eine durchaus gesunde Basis wäre, weil es ähnliche Länder umfasst und eben auch Länder, die bereits drei oder vier Jahrzehnte Erfahrung mit einer Hartwährung haben. Aber ich schweife ab)
Ich bin keiner, der Spekulanten in Schutz nehmen möchte, aber in diesem Fall tu ich es gern, nachdem in diversen Medien, insbesondere in diesem rosaroten Finanzblättchen FTD, angeblich eine Finanzzeitung, nahezu im Stundentakt eine Hetz-Headline nach der anderen gegen "die Spekulanten" in Stellung gebracht wird. Es sind nicht die "bösen Spekulanten", die die griechische Farce jetzt zum Ausbruch gebracht haben. Wie du selbst sagst, wer ist denn (immer noch! lernen die gar nix dazu?) so bescheuert und schreibt CDS auf ein Risiko, das im Grunde nicht versicherbar ist, wie man sich z.B. auch nicht gegen Arbeitslosigkeit oder ein Staat gegen einbrechende Steuereinnahmen oder eine Regierung sich gegen Regierungsverlust per Abwahl versichern kann? Was einen einzig und allein wundert, warum es so lange gedauert hat bis die Traumtänzer endlich mal halbwegs die Risikolage bzgl. eines griechischen Staatsbankrottes realisiert haben. 6% Rendite sind immer noch ein grober Scherz. Solche immensen Risiken kann ich - sofern ich mit eigenem Geld handele - nur eingehen, wenn ich dreist auf Rettung spekuliere. warum sollen diese Mistkerle nicht einen Vermögensverlust in Form von 30-40% Abschreibungen auf ihre Anleihen hinnehmen müssen?
AntwortenLöschenIch würde durchaus gerne wissen, ob die der Presse nach Schuldigen an der Zuspitzung der griechischen Farce - die Spekulanten - überhaupt in nennenswertem Umfang agieren können. Der Markt dürfte doch ziemlich ausgetrocknet sein, griechische Schrottanleihen kann man ja nicht eben mal leerverkaufen, vielleicht in homöopathischen Dosen.
Was ich lieber hätte? Die Griechen (wobei es ja gerade die nicht sind, sondern deren Gläubiger) vor die Wand fahren lassen? Ich geb's ja zu, manchmal hat man eine Situation so satt, dass man gerne mal den Hurricane auf sich zukommen lassen möchte, natürlich mit der Option alles wieder zurück zu drehen falls es eine dumme Entscheidung gewesen sein sollte ;)
Dennoch bin ich der Ansicht, dass die Variante, die Griechen zur Rückkehr zur Drachme zu zwingen, insbesondere bei den maßgeblichen EU-Politikern gar nicht in Betracht kommt, dem Eindruck nach zu schließen, sogar kategorisch ausgeschlossen wird. Die wollen alle nur retten, retten, retten, wieder nur Zeit gewinnen, vier Wochen, drei Monate. Abwertungsschnitt 30%, 40%, 50%, zackbumm aus, das dürfte zu verkraften sein. Und die Griechen haben wieder eine Perspektive.
Also, ganz Unrecht hat ja der Heusinger ja nicht, wenn er zum einen auf das Versagen der Ratingagenturen hinweist und zu anderen kritisiert, dass sich die EZB eben von diesen Ratingagenturen abhängig gemacht hat.
AntwortenLöschents
@anonym:
AntwortenLöschenvon Heusinger hat nicht unrecht, was die *allgemine* Aussage angeht, ichgluabe aber, dass es im Fall Griechenland eben nicht die Ratingagenturen sind, die gerade den Risikoaufschlag "pricen", sondern die Anleihemärkte und die CDS.
Außerdem glaube ich NICHT, dass Griechenland sonderlich falsch geratet wird. Des passt scho.
@matsch:
AntwortenLöschenDu musst bei den CDS bedenken, dass hier auch viele agieren, bei denen die CDS und/oder die griechischen Anleihen maximal ein paar Prozent des Portfolios ausmachen. Vieles davon läuft unter dem Punkt Diversifizierung. Manche kaufen jetzt auch sicherlich jetzt einfach einen CDS, um sich - zumindest auf dem Papier - abgesichert zu haben. Damit nachher kein Vorgesetzter sagen kann: Hej, warum haben sie unsere Position nicht abgesichert, es stand doch sogar in der FTD.
Zur Wiedereinführung der Drachme:
Glaubst du, dass auch nur ein Politiker auch nur ansatzweise das Know-How, eine solche Entscheidung in den Auswirkungen zu verstehen?!? Ich nicht (ich könnte es übrigens auch nicht). Mit gaaaanz viel Glück machen sich die Damen und Herren (besser gesagt deren Fachleute) aber jetzt geheim und hinter den Kulissen Gedanke über ein Ausstiegszenario. Leider 20 Jahre zu spät ...
ein paar Nachträge:
AntwortenLöschenWen erwischt es im Zweifelsfall?
HRE mal wieder dabei
http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~EE2292FA641BB42D89B3C4F7B014B6C19~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Allianz und Müncher Rück auch mit im Boot
http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,677200-2,00.html
passend dazu aus der Bildzeitung der amerikanischen blogs
http://www.businessinsider.com/black-rock-greece-is-no-lehman-12-02-2010
(ich fand die Überschrift so witzig)
Schöner Artikel zum Thema CDS, von jemand, der schon Long-Term Capital Management mit zugrunde gerichtet hat und manche Finanzkonstrukte/Ideen heute wohl nicht mehr ganz so witzig findet
http://www.ft.com/cms/s/0/e7168fc6-1740-11df-94f6-00144feab49a.html?nclick_check=1
Thema Drachmen/Austieg aus dem Euro
Aufteilung in einen Nord- und Süd-Euro?
http://www.roubini.com/euro-monitor/258379/the_option_of_last_resort__a_two-currency_emu?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+EuropeanEconomonitor+%28European+EconoMonitor%29
Viel Spass beim lesen
p.s.: kann man irgendwie Links direkt im Kommentar einfügen?
Sollen sie sich lateinamerikanische oder ganz konkret argentinische Fachkompetenz einkaufen. Die Mentalitäten dürften ohnehin ziemlich ähnlich sein. Die haben in den letzten 20 Jahren ständig irgendwas an der Währung gedreht, inklusive Staatsbankrott :]
AntwortenLöschenBislang habe ich dazu leider überhaupt nichts dazu gefunden, aber an sich wäre doch zu erwarten, dass griechische Banken eine massive Kapitalflucht erleben müssten. Von der objektiven Risikoeinschätzung, subjektiv erst recht, weil hier nachvollziehbare Ängste der Massen mit reinspielen und Risikoaversion zum Tragen kommt, hätte ich als Grieche große Bedenken, ob meine Euro-Einlagen nicht eines Tages in Drachme zwangskonvertiert werden. Ausserdem würde ja schon weit vorher eine Kapital- und Kontensperre verhängt werden. Schaden kann es keinesfalls. Transferiert man es eben wieder zurück wenn die Lage sich wieder beruhigt hat. Vielleicht gibt's dazu auch eine Art (freiwillige) Nachrichtensperre.
@matsch: Zu Bankruns findet man nie was ... Außer im Nachhinein.
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