Zahl des Tages (01.02.10): 7,12%

OK, es wird langsam eine unendliche Serie. Aber ich habe im Rahmen der Diskussion über die Höhe der Einspeisevergütung für Solarstrom mal wieder erstaunt die Aussagen der Lobbyisten beobachtet. Schon immer spannend, wie sich diese ihre Subventionen schönrechnen. Dazu habe ich auch noch eine schöne Zahl des Tages in der Hinterhand, um die es aber heute nicht gehen soll.

Heute geht es "nur" um eine doofe alte Rechnung, die jetzt nur nochmal mit neuen Zahlen gemacht wurde. Die Ursprungsrechnung findet sich (sehr verkürzt hier: Zahl des Tages (09.12.09): 394.000). Und die neuen Zahlen nach der Entscheidung sind ja schon spannend, denn daran kann man schnell ablesen, ob die Panikmache der Lobbyisten denn angebracht war.

Es geht um eine Solaranlage mit 5 kWp (Kilowatt Peak) mit Kosten von 3.330 Euro pro kWp und 4.625 Kilowattstunden Ertrag. Das Ehepaar hat 100.000 Euro Einkommen (und damit einen relativ hohen Steuersatz). Daraus errechnete sich eine Rendite von 8,05%.

Jetzt hat Börse Online die Rechnung leicht angepasst. Die wesentlichen Daten bleiben gleich, nur die Anschaffungskosten sind leicht auf 3.300 Euro pro KWp gesunken. Die steuerlichen Bedingungen haben sich auch leicht geändert und jetzt errechnen sich 8,44% bei unveränderter Vergütung von 39,14 Cent. Diese wird jetzt aber bekanntlich gesenkt (Zahl des Tages (19.01.09): -17%) und liegt jetzt nur noch bei 33,27 Cent je KWh. Daraus errechnet sich über die 20 Jahre der garantierten Einspeisung immer noch eine Rendite von satten

7,12%.


Dieser leichte Rückgang der Rendite dürfte bei sicheren Zinsen, die irgendwo unter 4% liegen, immer noch jede Menge Geldanleger in Solaranlagen treiben.

Der an die Wand gemalte Megaeinbruch der Industrie dürfte also ausbleiben. Vor allem wenn die Solarindustrie das Ziel der Förderung - nämlich die Senkung der Produktionskosten - erreicht, wird die Rendite schnell wieder äußerst anschaulich.

Sinken die Preise für Solaranlagen im Jahresverlauf um 6% auf 3.100 Euro je KWp, gibt es schon wieder 7,72% Rendite, sinken die Kosten um 12% auf 2.900 Euro gibt es bereits 8,31% und bei einem Rückgang um 18% auf 2.700 Euro je KWp schon wieder knapp 9%. Zumindest die ersten beiden Zahlen sind durchaus realistisch, denn in der Größenordnung lag der Preisrückgang in den letzten zwei Jahren auch schon.

Kurz: Für Panikmache besteht kein Grund. Eher wäre es mal an der Zeit, die Solarschulden mal wieder neu durchzurechnen und zu kucken, ob die Förderung nicht immer noch zu hoch ist ...

Mehr zum Thema: Label Solarenergie

Kommentare :

  1. Sorry, aber jetzt muss ich doch mal meine Meinung hier hinterlassen. Die veröffentlichte Rendite ist in der Praxis nicht zu erreichen, da:
    (1) die Module schnell altern. Frag mal jemanden, dessen Module 10 Jahre alt sind, was die so noch bringen. 80% des ursprünglichen Wertes sind keine Seltenheit.
    (2) die Wechselrichter ständig kaputt gehen. Ein Wechsel aller 5 Jahre ist nicht selten. Ein neuer WR bei einer 5kWp-Anlage kostet ca. 3T€.
    (3) die angegebene Jahresleistung ist nicht überall in Deutschland erreichbar. Frag mal die Besitzer in Hamburg.
    (4) Steuern sparen: natürlich kannst du die Anlage über 20 Jahre abschreiben. Macht bei einer 15T€-Anlage gerade mal 750€ Abschreibung pro Jahr. Bei einem Steuersatz von 43% sind das nur 320€. Andererseits musst du jedoch deine Solarerträge wiederum versteuern, oder? Das macht bei Einnahmen von 1800€ (4600kW Jahresleistung) 771€ Steuern, oder?
    (5) Wenn du meinst, dass es so eine sichere und rentable Anlage ist, warum packst du dir dann nicht so ein Ding selber aufs Dach???

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  2. 1) Da erzählt uns die Solarindustrie aber was anderes.
    2) Da erzählt uns SMA Solar aber was anderes.
    3) Dafür ist sie in der Pfalz, am Oberrhein und generell in Süddeutschland höher (wir müssen nicht so hoch fördern, dass es sich überall in Deutschland lohnt)
    4) Da hast du natürlich Recht. *Aber* du musst bedenken, dass du die Anlage abschreiben kannst. Wenn du Bundesanleihen kauft, zahlst du 15.000 Euro, bekommst nach 10 Jahren 15.000 Euro wieder und du versteuerst die ganze Zeit die Zinsen. Bei der Anlage kannst du das Investment abschreiben. Am Ende der 20 Jahre hast du die ganze Anlage steuersenkend eingesetzt. Du hast eine Rendite kassiert und diese nur zum Teil versteuert! Ganz nebenbei hast du eine Anlage auf dem Dach, die wahrscheinlich noch immer Strom produziert ...
    5) Einfach: Weil ich kein Dach habe. Sonst hätte ich es schon lange gemacht.

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  3. und wieder Mal:

    4.625 Kilowatt Ertrag ist physikalisch falsch, da Kilowatt Einheit der Leistung ist, der jährlich Ertrag aber eine Energie darstellt (die in Joule, Newtonmeter, Wattsekunden... angegeben wird) und daher 4.625 Kilowattstunden Ertrag dastehen sollte.

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  4. @egghat: Du brauchst garkein Dach, es gibt auch Bürgersolaranlagen! Du tust Dich mit anderen zusammen, mietest ein Dach, kaufst eine Solaranlage, schließt zahlreiche Versicherungen ab (de facto macht das von den normalen Solaranlagenbesitzern keiner, aber die Rendite kann sich ganz schön umkehren wenn jemandem ein Solarmodul auf den Kopf fällt), kaufst regelmäßig neue Wechselrichter, legst Geld für die Entsorgung nach 20 Jahren zurück (allein wegen der Unterhaltungskosten glaube ich nicht, dass die alte Anlage dann noch konkurrenzfähig ist) und erzielst am Ende nurnoch eine Rendite um die 3% (gebaut 2009). Für eine grüne Geldanlage ok, aber nichts zum reich werden.

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  5. @mylli: Hast ja Recht ...

    @anonym:

    Ich weder ein Dach, noch Geld.

    (Außerdem lohnt es sich hier (Ruhrgebiet) nicht).

    Wenn ich was für mein Gewissen machen möchte, dann mach ich was mit Mikrokrediten.

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  6. @anonym:

    Übrigens könnte man sich - wenn denn deine Argumentation stimmt - fragen, warum man überhaupt einen Cent Förderung in diese offenbar noch nicht marktreife Technologie steckt ...

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  7. Ich verstehe überhaupt nicht wo das Problem ist. Ich würde sogar auf einer Kürzung der Förderung für Solarstrom verzichten. Warum? Ganz einfach. Strom ist viel zu billig, wodurch es verschwendet wird. Und wie kann man das Erreichen der ökologischen Energiewende beschleunigen? Antwort: mit möglichst hohen Strompreis, weil dann lohnt es sich (1) zu sparen und (2) auch auf der Nordseite des Daches Solarpanel zu installieren. Ein Bsp., warum Strom zu billig ist. Ich trinke mit meinen Kollegen 3 täglich ein Kaffee für a 2,50€. Das macht 7,50€ a Tag, bei 200 Arbeitstagen sind das 1500€ pro Jahr nur für Pausenkaffee. Für meinen Strom (4-köpfige Familie) sind es nicht einmal 1000€ im Jahr. Wie kann man dann noch behaupten, dass Strom zu teuer sei und die armen Verbraucher das teure EEG mitfinanzieren müssen. Lächerlich, sorry.

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  8. Es geht nicht darum, ob das für dich viel geld ist oder nicht. Es geht darum, ob das Geld sinnvoll investiert wird oder nicht. Erreiche ich das Ziel (Solarenergie soll möglichst schnell möglichst billig werden) mit möglichst wenig Geld?

    Ballere ich das Geld in Solaranlagen, die in China produziert werden oder bleibt das Geld in den Portmonees der Verbraucher, die damit z.B. einen Kaffee trinken gehen (Arbeitsplatz für den Kellner), eine Woche früher zum Friseur, nach MacDoof etc. pp. Alles schafft Arbeitsplätze in Deutschland. Die Solarenergie leider nicht mehr.

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  9. Erfinden die Chinesen eigentlich irgend etwas eigenes oder kopieren sie nur?

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