Zahl des Tages (02.02.10): 181.500

Heute gibt's eine Zahl des Tages aus der Ecke: Hab ich doch gleich gesagt. Und zwar hier: Zahl des Tages (03.05.09): 10.000 und hier  Die Abwrackprämie war nur zu 1/4 wirksam - Egal!. (Wie üblich habe ich auch die positiven Stimmen zu Wort kommen lassen, ihnen aber natürlich nicht geglaubt ;-) Abwrackprämie ist ökologisch!).

Tja, und was erwartete der egghat und viele andere nach Auslaufen der Abwrackprämie? Einen Einbruch der Verkaufszahlen. Der kam dann auch schnell (vgl. Autoabsatz bricht ein - In Deutschland und den USA), fiel aber zumindest in den USA schwächer aus als von mir erwartet.

Zumindest in Deutschland geht es aber weiter runter. Im Januar 2010 wurden nur noch

181.500 Autos

neu zugelassen. Das sind nochmal 4,2% weniger als im eh schon sehr schwachen Vorjahresmonat und so wenig wie noch nie seit der Wiedervereinigung.

Die ausgeprägt negative Stimmung, die die Pressemitteilung des VDIK verbreitet, ist aber wahrscheinlich schon der erste Schritt zum Lobbying für eine Abwrackprämie II. Daher gebe ich besser schon mal prophylaktisch Kontra ;-)

Dieses Konjunkturprogramm namens Abwrackprämie entpuppt sich (mal wieder) als extrem teure (siehe den 10.000er Link oben) Ankurbelungsmaßnahme, die nur schwach und dann auch nur temporär wirkt. Wirft man einen Blick auf einen längeren Zeitraum (also berücksichtigt auch den Einbruch nachher), ist wahrscheinlich kaum ein Auto mehr verkauft worden als ohne Abwrackprämie auch verkauft worden wäre. Ein Strohfeuer. Erst Party, dann Kater.

Zum Schluss will ich hier mal wieder mein Image pflegen und beide Seiten der Medaille beleuchten. Denn der Januar war natürlich durch nahezu sibirisches Winterwetter gekennzeichnet. Das wird die Zahl der verkauften Autos wohl deutlich reduziert haben, schlicht weil niemand Lust hatte, seine Wohnung zu verlassen. Man sollte den Januar also nicht überbewerten. Ob der Februar dann besser wird, bleibt also abzuwarten. Eines ist aber schon sicher: Im Vergleich zum Vorjahr werden die nächsten Monate ein Desaster, denn ab sofort wird mit Monaten verglichen, in denen die Abwrackprämie gültig war und den Absatz ankurbelte.

Original: VDIK: Pkw-Markt mit dem schwächsten Zulassungsergebnis seit der Wiedervereinigung 

Gefunden über Tagesschau: Katerstimmung nach dem Abwrackrausch

Update (16:38):

Die FAZ hat die Zahlen vom Kraftfahrt Bundesamt. Danach waren es 181.200, also minimal weniger.

FAZ: Eisige Stimmung in der Autobranche

Update (03.02.10):

Die Zahlen aus den USA waren übrigens gegenüber dem Vormonat 4,2% im Minus. Absolut war das Minus viel höher, aber da der Januar immer viel schwächer ist als der Dezember, muss man hier saisonbereinigte Zahlen nehmen.

Die annualisiert 10,78 Millionen Autos sind weiterhin deutlich unter dem langfristigen Schnitt (2007 über 16 Millionen), allerdings auch schon spürbar über dem Tief aus dem ersten Halbjahr 2009, das nur knapp oberhalb von 9 Millionen lag. Der Sprung durch die Abwrackprämie auf 14 Millionen im August war dann aber auch nur das übliche Strohfeuer.

Motorintelligence.com

Calculated Risk: U.S. Light Vehicle Sales 10.8 Million SAAR in January

Kommentare :

  1. Autos haben doch jetzt alle. Jetzt müssen stromfressende Elektrogeräte, TVs und Pcs abgewrackt werden. 20% auf alles und Mehrwertsteuer geschenkt !!!

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  2. Sehe ich genauso. Mal gucken wie die Presse/Experten die Zahlen hindrehen werden...

    Das mit der MwST auf Konsumschnickschnack finde ich aber auch gut. Zumindest würde es die Glaubwürdigkeit der Hotellier-Partei gut tun :)

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  3. Wird's nicht geben. Profiteure sind vor allem Chinesen und Koreaner.

    Es muss irgendwas sein, was vorwiegend in Deutschland wirkt. Auto (Abwrackprämie), Bau (Konjunkturpaket 1 + 2), oder Ähnliches.

    Nochmal Sonderabschreibungen auf Heizungen oder Energiesparmaßnahmen (Wärmedämmung, Isolierfenster, ...) wären denkbar und sinnvoll.

    Förderung für Smart Grids. Blockheizkraftwerke. Es gibt noch einiges, wo das Geld vorwiegend im Land bleiben würde.

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  4. Wie wäre es mit einer MWST-Erleichterung für Dirndel und Kuckucksuhren?

    ;-)

    Grüße,

    KP

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  5. Ich bin dafür, dass vor allen die Straßenbeläge jetzt für die ganzen
    neuen Autos schön gemacht werden.
    Keine Schlaglöcher mehr, Flüsterasphalt, erkennbare Fahrbahnmarkierungen.
    Vor allen Dingen nach den zu erwartenden Frostschäden.

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  6. @KP

    Wenn das nicht auch schon alles aus Hong Kong kommt ...

    @Anonym:

    ACK, bei den Straßen wäre jede Menge Geld sinnvoll investierbar.

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  7. "Es muss irgendwas sein, was vorwiegend in Deutschland wirkt. Auto (Abwrackprämie), Bau (Konjunkturpaket 1 + 2), oder Ähnliches."

    Mehrwertsteuerreduktion auf Hotelübernachtungen ;)

    Auch ohne Schmäh, so verkehrt ist das womöglich gar nicht im Land der (auslands-)reiseverrückten Deutschen, wenn diese Drecksäcke die 12% Steuerermäßigung nicht selber einschieben würden

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  8. Oder eine staerkere Foerderung von Photovoltaik-Anlagen.




    Sorry, konnte ich mir nicht verkneifern. ;-)

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  9. @matsch:

    Ich glaube nicht, dass die Leute wegen der MwSt nach Spanien fliegen. Da scheint einfach häufiger die Sonne! Ein Preisproblem haben die deutschen Urlaubsregionen doch nicht. Anders gesagt: Wenn ich jetzt versuchen würde, für Baltrum in den Sommerferien eine Wohnung zu bekommen, würde ich bei fast allen Vermietern ausgelacht werden. Die sind voll ...

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  10. @Olaf:

    Ich würde das Geld jetzt mal langsam in Speichermöglichkeiten stecken. Wasserstoff? Akkus? Was weiss ich. Wir sind in ein paar Jahren bei Netzparität und dann kann ich das EEG komplett einstellen. Wenn denn der Strom dezentral gespeichert werden kann. Hierfür sollte man jetzt mal Geld bereitstellen, erst Forschung, dann Produktentwicklung, dann Verkauf.

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  11. Es gibt ja schon einen "Lichtblick": http://www.lichtblick.de/h/technik_291.php

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  12. Jaja, sehr coole Idee. Und endlich mal jemand, der nicht darüber redet, sondern ein Produkt daraus macht.

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