Zahl des Tages (10.02.10): 355

Eigentlich sollte der Gag dieser Zahl des Tages werden, dass ich nur recyclen wollte. Oder: Viel Lärm um nichts. Heute sind nämlich die CDS auf Griechenland nach sich verstärkenden Gerüchten über eine (wie auch immer geartete) Rettungsaktion der EU deutlich zurückgegangen. Zum Ende des Handels legten diese aber wieder leicht zu und daher passte das alte Posting nicht mehr ganz ...

CDS auf Griechenland bei 335(!) Basispunkten

Es waren dann heute zum Handelsschluss

355 Basispunkte.

Aber gut: Soweit ist das jetzt nicht mehr entfernt von dem Ausgangsnivau, auf dem ich mir einen Zock mit griechischen Staatsanleihen vorstellen konnte. Wie üblich war der Antizykliker egghat etwas arg früh, aber beim heutigen Börsenschlusskurs von knapp 96 Euro der damals anvisierten 4-jährigen griechischen Staatsanleihe ist das Dingen endlich im Plus. (Komischerweise sind alle Charts, die ich durchprobiert habe (Onvista/Comdirect/Finanztreff) nicht in der Lage, einen Candlestick-Chart richtig zu zeichnen, in dem die Kurse von heute auch drin sind).

Viel kräftiger war die Erholung der CDS auf Portugal. Dort gingen die Kosten für die Kreditausfallversicherung wie bei Griechenland um ca. 30 Punkte zurück, allerdings ist das beim niedrigeren Niveau Portugals prozentual etwa doppelt so viel. Im Fall von Portugal half die erfolgreiche Platzierung einer neuen Anleihe, die x-fach überzeichnet war und problemlos platziert werden konnte.

FT Alphaville: CDS report: Where’s the bailout?

Jetzt nur zu schreiben, dass ich Recht hatte, ist etwas oll und es ist natürlich auch viel zu früh für ein abschließendes Urteil. Deshalb noch ein Update zu dem Regressions-Artikel von gestern:

Dabei handelt es sich um eine deutlich bessere Analyse von der Credit Suissse. Diese behebt einen der größten Mängel der Deutsche Bank Untersuchung: Sie versucht neben den beiden Flussgrößen Leistungsbilanzdefizit und Haushaltsdefizit auch die Bestandsgröße Schuldenstand mit einzubauen. Und zwar sowohl den des Staats als auch und den der Privaten. Und außerdem - und das ist am wichtigsten - den Stand der Auslandsvermögen.

Der letzte Faktor dürfte nämlich der Grund dafür sein, dass Japan trotz Staatsschulden in Höhe von etwa 200% des BIPs (also ca. das Doppelte von Griechenland) noch ein sehr gutes Rating besitzt. Japan besitzt nämlich immer noch mehr Vermögen im Ausland als Ausländer in Japan besitzen. Das Netto-Vermögen von Japan ist also positiv und macht etwa 50% des BIPs aus.

Unter den Top-30 (die ja eigentlich Flop-30 sind) ist mit Argentinien nur ein weiteres Land mit positivem Auslandsvermögen. Das muss auch deshalb erwähnt werden, weil ich das bei Argentinien nicht erwartet hätte.

Auf Platz 1 ist Island (OK, die sind ja auch so pleite, dass niemand mehr darüber diskutiert), auf 2 folgt Griechenland, dritter ist Ungarn, danach folgen Portugal und Spanien. Etwas überraschend kommt Lettland erst auf Platz 6. Lettland hilft das deutliche Leistungsbilanzplus. Die USA kommen auf Platz 16, einen Platz hinter Italien. Japan liegt auf Platz 28 und Großbritannien auf Platz 29.

Dort hört die Tabelle auf und was soll ich euch sagen: Wir sind schon wieder Weltmeister ;-) Vom Gegenteil kann mir nur derjenige überzeugen, der mir die ganze Grafik zuschickt (bitte bitte)

Über diese Berechnung könnte man übrigens nur sehr schlecht (oder gar nicht) eine Regressionsgerade mit den Kosten für die CDS legen. Auf Platz 22 kommt der höchste Wert, auf Platz 16 der niedrigste. Platz 5 hat einen CDS von 122, Platz 6 bei 475, 7 bei 129, 8 bei 875, ... Ziemlich wilde Schwankungen.
Sehr schöne Tabelle. Ist gespeichert.

FT Alphaville: Handy sovereign risk table

(hier sollten eigentlich noch ein paar Links kommen, aber ich bin im Eimer. Gut's Nächtle!)

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