Zahl des Tages (13.02.10): 10

OK, ich hatte erst vor Kurzem behauptet, dass ich vorerst nix mehr zu dem Thema schreibe. Außer natürlich es tut sich was ;-)

Wie die Einspeisevergütung gesenkt wird - und auch nicht gesenkt wird

Ich hatte schon damals bei den Nachrichten über die Senkung der Einspeisevergütung gelesen, dass die Förderung für den Eigenverbrauch erhöht wird. Es gibt also jetzt - auch wenn die Vergütung für die Einspeisung ins Netz gesenkt wird - 5 Cent je KWh mehr, wenn man den Strom selber verbraucht. Ich habe damals auch ein wenig gegoogelt (bin ja Blogger, Journalisten nennen das recherchieren ;-)), aber nichts zur Wirtschaftlichkeitsrechnung des Eigenverbrauchs gefunden. Das ist auch kein Wunder, denn bisher rechnete sich das kaum bis gar nicht und daher hat sich auch niemand drum gekümmert.

Das hat sich jetzt aber geändert. Denn die Förderung des ins Stromnetz eingespeisten Stroms sinkt Anfang Juni um ca. 6,3 Cent auf knapp 33 Cent, die Förderung des selbst verbrauchten Stroms steigt hingegen um 5 auf fast 23 Cent. Und damit kreuzen sich beide Geraden, denn bei einem Stromeinkaufspreis von 20 Cent und einer staatlichen Förderung von fast 23 Cent steigt der theoretische Preis für selbstverbrauchten Solarstrom mit knapp 43 Cent deutlich über den Einspeisepreis. Kurz: Es ist lohnender, seinen Solarstrom selber zu verbrauchen als ihn einzuspeisen.

Der Preisunterschied zwischen eingespeistem und selbstverbrauchtem Strom steigt ab Juni auf etwa

10 Cent.

Die Wirtschaftlichkeit von Fotovoltaikanlagen sinkt also noch weniger als bisher berechnet (Zahl des Tages (01.02.10): 7,12%). Mal angenommen man verbraucht etwa 50% seines Solarstroms selber, sinkt der Preis für die KWh Strom fast gar nicht. Für die eine Hälfte des Stroms bekommt man 5 Cent mehr, für die andere Hälfte 6,3 Cent weniger.

Was der Spiegel in seiner Überschrift etwas despektierlich "Trickserei" und "Schlupfloch"  nennt, ist am Ende aber durchaus sinnvoll (mal abgesehen von der Höhe, die mir zu hoch erscheint). Erstens lohnen sich Solaranlagen dann besonders für die Leute, die möglichst viel des erzeugten Stroms auch selber verbrauchen. Ich fördere also nicht die reine Erzeugung von Strom, sondern zielgerichteter die Erzeugung genau dort, wo der Strom auch verbraucht wird. Und das entlastet am Ende das Stromnetz.

Der Besitzer einer Solaranlage hat einen Anreiz, den Strom zu verbrauchen. Er hat also einen Anreiz, seine Waschmaschine tagsüber bei Sonnenschein laufen zu lassen. Auch bei Büro- und Fabrikgebäuden dürfte sich die Solaranlage für den Eigenverbrauch lohnen. Denn ganz nebenbei soll auch die bisherige Obergrenze für die Förderung des Eigenverbrauchs deutlich (Faktor 33!) erhöht werden.

Und ich denke noch etwas weiter. Der höhere Preis für den selbstverbrauchten Strom liefert unter Umständen den von mir schon häufiger geforderten Anreiz für die Speicherung des eigenen Solarstroms. Wer tagsüber mehr Strom erzeugt als er verbraucht, könnte den Strom in Akkus zwischenspeichern und dann abends verbrauchen. Das müsste ja als Eigenverbrauch gelten.

Ich habe nun keinerlei Ahnung, ob sich eine Speicherung des Stroms in einem großen Berg von Ni-Mh-Akkus damit lohnt. In den einschlägigen Foren wird auf jeden Fall schon fleissig darüber diskutiert und die Hersteller der Anlagen springen auch schon auf ...

Scheinbar rechnet sich die Speicherung noch nicht, *aber* spätestens wenn mit dem Elektroauto eh schon ein großer Satz Akkus in der Garage steht, wird das spannend. Aber auch ohne E-Auto finde ich die Idee, sich mehr Gedanken über die dezentrale Speicherung von Solarstrom zu machen, sehr sehr sinnvoll. Und wer weiss, vielleicht rechnet sich das ja schon bei 10 Cent je KWh oder der technologische Fortschritt sorgt dafür, dass das bald so ist.

Wenn bis dahin nicht schon wieder an der Förderung gedreht wird ...

Spiegel: Wie Umweltminister Röttgen bei der Solar-Förderung trickst

http://egghat.blogspot.com/search/label/solarenergie

Kommentare :

  1. Dezentralität hat meiner Meinung nach einen weiteren, bisher unterschätzten Vorteil:
    Es ist weniger anfällig gegenüber Zusammenbrüchen der Versorgung.

    Und wenns nur die Möglichkeit ist, die Kühltruhe auch bei langfristigem Stromausfall weiter betreiben zu können.

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  2. hallo!

    anscheinend hab ich hier einen platz gefunden, wo sich jemand mit der materie auskennt!?

    es geht um ein kleines, feines haus (nicht unterkellert, ungedämmter nicht ausgebauter dachstuhl mit holzboden=decke) welches mein kürzlich verstorbener papa vor gut 40 jahren gebaut hat (er war architekt) und nur als wochenendhaus genutzt wurde.
    durch sein tod bin ich auch erst auf diese unfassbare matrix gestossen und habe mich em technisch schonmal abgesichert. an dem haus wurde bisher nix gemacht, was sich im frühjahr ändern wird, denn dann sollen in jedem fall thermopenfenster eingesetzt (auch hierfür tips & hinweise erwünscht) werden. es gibt bisher nur einen einzigen kleenen ölofen für rund 60qm, was nicht ausreichend ist und ich bei kürzlich nachts gemessenen -20-2 grad ordentlich mit ölradiatoren zuheizen musste.
    das ist natürlich kein zustand und ich würde es gerne zuminest mit einer zentralheizung und fliesend warmen wasser ausstatten, da ich es als sagen wir mal fluchtpunkt für die ungewissen zukunft im zweiffelsfall, dauerhaft bewohnbar zu machen.
    da es sehr günstig quer zur sonne steht, würden sich solarzellen schon anbieten, auch wenn es mit der sonne im norden ja nicht so extrem ausfällt.
    würde sich das grundsätzlich lohnen und was kann mit dem strom alles von den erwähnten installationen wie betrieben werden?
    ich möchte damit kein geld verdienen, sondern zum einen den noch explodierenden energie preisen entgegen wirken, als auch im zweifelsfall autark sein zu können.
    kann mir da jemand weiterhelfen, seiten, foren, bücher empfehlen, oder hat selber erfahrung sammeln können?
    die kosten spielen dabei natürlich auch eine entscheidende rolle.

    vielen dank und liebe grüsse

    ralf

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  3. Wie heute keine US Banken pleite ? ^^


    Spekulanten nutzen jetzt, da viele Euro-Staaten hoch verschuldet sind, diese Derivat-Instrumente, um mit geringem Einsatz auf Veränderungen der Währungskurse zu setzen. Laut dem Handelsblatt vom 10. Februar 2010 erreichten im Monat Januar die Transaktionen mit 820.000 Kontrakten am Tag im Nominalwert von 108 Milliarden Dollar neue Spitzenwerte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat war dies eine Steigerung von satten 78 Prozent.
    Ein großer Teil dieser Währungsgeschäfte finden zwischen Euro und Dollar statt. Immer mehr Investoren spekulieren auf eine Schwächung des Euro-Kurses.
    Da der Euro zu 80% vom Dollar gedeckt ist , hat auch Dollar ein Problem !

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  4. hmm, na ja, vielleicht doch nicht die richtige stelle....

    der usa beitrag konnte ja auch nicht besser plaziert werden, absolut logisch und sinnvoll.....man fragt sich.......

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  5. @ralf: Folge dem "Diskutierlink" im Artikel. Da ist es richtiger.

    @Usa: Posting war vorbereitet. Aber die FDIC hat wirklich keine Bank geschlossen. Da musste ich heute echt nochmal suchen ...

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