Zahl des Tages (16.02.09): 330 (1687) (2.078) (2650) (2832)

Ich wollte eigentlich zu einem anderen Thema was schreiben, aber die 19 Seiten vom Blanchard sind dann mit doch zu viel ... 

Daher heute etwas Einfacheres, mit dem ich auch schön ein altes Thema hier aufgreifen kann (Zahl des Tages (05.02.2010): 16.000%).
Wie erwartet hat allein die Diskussion über die Steuer-CD schon für einen großen Erfolg gesorgt. Es hagelt nämlich geradezu Selbstanzeigen.

Bis gestern sind nach Aussage des hessischen Finanzministeriums


330

Selbstanzeigen eingegangen. Mitte letzter Woche waren es nur 113, wir reden also von einer Verdreifachung in wenigen Tagen. Leider habe ich keine Zahlen für ganz Deutschland gefunden (hat die jemand?).

Es zeigt sich, dass die Diskussion über den Ankauf von (potenziellen) Steuersünderdaten wichtiger ist als der Kauf an sich. Gut ist es auch, wenn man so tut, dass alle Daten auch Steuersünder betreffen (als wenn da keine Ehrlichen dabei sein könnten). Und noch besser ist es, wenn man die Liste der angeblich betroffenen Banken möglichst lang macht: irgendwas Internationales (HSBC), was Schweizerisches (Credit Suisse) und am besten noch ein paar Versicherungen. Tja und dann kommen die Selbstanzeigen schon ...

Wenn man Steuern hinterzieht, muss man Nerven haben. Und auch genug (Rest-)Geld, um die Strafe zahlen zu können. Wer wie die Banken jahrelang Steuer"ersparnis" und ruhigen Schlaf versprochen hat, lügt. Steuerhinterziehung ist eher wie DonAlphonso so schön sagt ein "Ein Sport für echte Männer, die es darauf ankommen lassen."

FAZ: Zahl der Selbstanzeigen seit Freitag verdreifacht

Update (23:56)

Hat jemand Lust die Zahlen aus der FTD zusammenzurechnen?

FTD: Steuersünder geraten in Panik 

Update (17.02.10):

Erste Ergänzung: Die Explosion der Selbstanzeigen in den anderen Bundesländern war noch viel extremer als die Verdreifachung in Hessen: In Bayern ging es von unter 20 auf 291, in Hamburg von 10 auf 88.

Zweite Ergänzung: Mein Leser Anon/Thomas hat sich die Mühe gemacht, die Zahlen zu addieren und auch noch Zahlen aus Baden-Württemberg herausgesucht. Allerdings komme ich beim Zusammenrechnen auf eine andere Summe ?!?

Egal, ich liste mal

Baden-Württemberg: 566 (SWR)
Hessen: 512 (FAZ330 (laut FAZ), die FTD hat aber nur 113(?).
Bayern: 291 (FTD)
Niedersachsen:174 (FTD) 273 (Spiegel)
Berlin: 112 (FTD) 177 (Spiegel)
Hamburg: 88 (FTD) 136 (Spiegel)
Rheinland-Pfalz: 58 154 (SWR)
Schleswig-Holstein 36 (FTD) 67 (Spiegel)
Bremen: 27 (Spiegel)
Saarland: 25 (Wormser Zeitung)
Sachsen: 17 (S-IZ) Mecklenburg-Vorpommern: 5 (Welt)
Thüringen: 6 (Südthüringer Zeitung)
Brandenburg: 2 (Tagesspiegel)
Sachsen-Anhalt: 2 (Berliner Morgenpost )
NRW: 572 (DerWesten)
Macht (vorerst) - 1.687 1.783 2.078 2.650 2.832 Selbstanzeigen.

Es fehlen noch:
Bremen
Saarland
NRW





Kommentare :

  1. Es wird ja teilweise spekuliert, dass eine Währungsreform bevorstehen könnte (halte ich allerdings für unwahrscheinlich). Angenommen dem wäre so, und bei der Währungsreform würde Bargeld nur bis zu einem bestimmten Betrag konvertiert oder mit einem schlechteren Umrechnungskurs als Bankguthaben, dann wäre sehr viel Schwarzgeld einfach verloren. Würde es dann nicht ins Bild passen, dass nun versucht wird, möglichst viel von dem Geld VOR der Reform ins Land zu holen?

    Eine andere Begründung für den Zeitpunkt könnte natürlich sein, dass die öffentliche Hand momentan dringends Geld braucht, weil die Steuereinnahmen wegbrechen...

    AntwortenLöschen
  2. Eine Währungsreform? Nee, so aussichtslos ist die Lage noch nicht ...

    Inflation ist doch ein viel besseres Mittel die Staatsschulden runterzubekommen: Die Vermögensinhaber werden teilweise enteignet, der Steuerzahler wird über die kalte Progression abkassiert und der Staat wertet seine Schulden ab. Wenn man das mal ein paar Jahre lang gemacht hat, stimmt der Schuldenstand wieder und man kann weitermachen wie vorher ...

    AntwortenLöschen
  3. Ich komme auf 1.382 Selbstanzeigen (die Zahlen hinter dem ftd-Link sowie BaWü laut swr 566).
    In den fehlenden Zahlen aus NRW ("merhere Dutzend")oder zB Brandenburg sollte noch Potential stecken

    AntwortenLöschen
  4. Die Differnz erklärt sich schon größtenteils durch die unterschiedlichen Zahlen aus Hessen. Aber hab noch einen Nachtrag:
    SWR: Rheinland-Pfalz inzwischen bei 154 Selbstanzeigen.

    AntwortenLöschen
  5. Danke. Habe ich aktualisiert.

    Dass die Zahlen nicht konsistent sind, sollte kein Vorwurf an Dich sein. Teilweise werden die neuen Anzeigen seit Beginn der Diskussion gezählt, teilweise die Schweizer Fälle, teilweise einfach alle. Von Daher sollte und kann man nix auf die Goldwaage legen.

    AntwortenLöschen
  6. Interessant. In der HAZ schreiben sie, Zitat:

    Landesweit haben sich bislang 243 Personen wegen Steuerhinterziehung den Behörden gestellt. Das Niedersächsische Finanzministerium erwartet aus diesen Fällen Steuernachzahlungen im Wert von 16,5 Millionen Euro.

    Da kursieren derzeit wohl viele unterschiedliche Zahlen.

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Sorry. Es sind leider keine anonymen Kommentare mehr möglich. Ich werde von mehr als 50 Spamkommentaren pro Tag geflutet und habe keine Lust, diese von Hand zu scannen, um darin alle drei Tage einen anonymen Kommentar zu finden, der veröffentlicht werden kann. Meldet Euch bitte an. Sorry für die Umstände.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore