Zahl des Tages (25.02.10): -0,6%

Ich finde es immer spannend zu sehen, wie manche Themen in der Diskussion (und Presse) breitgetreten werden. Und zwar von allen gleichzeitig, wobei die meisten zur Diskussion nichts Entscheidendes beitragen. Ein paar Monate später kommen dann weiterhin Zahlen zum Thema, die aber völlig unbeachtet bleiben ...

Heute gab es neue Zahlen zur Geldmenge in der Eurozone. Diese zeigen die alte Divergenz, die wir seit Beginn der Krise haben. Die engste Definition der Geldmenge M1 wächst weiter stark (wenn auch leicht sinkend,11,8% im Januar nach 12,5% im Dezember 2009), die weiteste Definition M3 steigt hingegen kaum (Januar +0,2%, Dezember -0,1%). Jeder der (wie ich, wenn auch nicht 100%ig) davon überzeugt ist, dass die Geldmenge einer der entscheidenden Indikatoren für die zukünftige Inflationsentwicklung ist, bleibt bei so weit auseinander klaffenden Zahlen natürlich ziemlich ratlos zurück.

Daher ;-) ein Blick auf etwas anderes  ... die Kreditklemme. Lange fast zu Tode diskutiert, scheint es nun langsam etwas mehr Klarheit zu geben. Die Summe der Kredite, die die Banken ausgegeben haben (ohne Kredite an Banken oder andere, die volkswirtschaftlich nicht interessant sind) ist im Januar gegenüber dem Vorjahr um

-0,6%

gesunken. Im Vormonat lag das Minus noch bei -0,1%.

Ist das jetzt die Kreditklemme und die Unternehmen bekommen die notwendigen Kredit nicht mehr?Oder wollen die Verbraucher (weil z.B. schon zu hoch verschuldet) und die Unternehmen (weil z.B. keine neuen Investitionen finanziert werden müssen) einfach keine weiteren Kredite?

Und um auf den alten Kampf Inflation vs. Deflation zurückzukommen: M1 ist ein Hinweis für Inflation, aber der Rest deutet eher auf eine durch Deleveraging (Schuldenreduktion) ausgelöste Deflation hin.

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