EEG-Umlage für 2010 2,0 Cent/KWh nach 1,1 Cent

Ich will daraus ausnahmsweise mal nicht die Zahl des Tages machen, auch wenn eine Steigerung um über 80% von 1,1 Cent auf 2,0 Cent schon eine knallige Überschrift wäre ... Selbst auf einen angenommenen Strompreis von 20 Cent umgerechnet, macht die erhöhte Umlage für regenerativen Strom eine Preiserhöhung von 4,5% aus.

Leider hat die Tagesschau die Zahlen nicht aufgedröselt (mir ist nichtmal klar, wo die 2 Cent herkommen, ich finde die nämlich nicht im Schreiben des BMU) und es ist nicht klar, wie viel der 0,9 Cent auf die Fotovoltaik zurückgeht. Es wird ziemlich viel sein, was angesichts der weiterhin kleinen Menge Solarstroms umso erschreckender ist. Man sieht das auch am Durchschnittspreis pro Killowattstunde Strom aus regenerativen Quellen, der wieder gestiegen ist (13,30 Cent nach 12,25 in 2008), obwohl die Vergütung für alle einzelnen "Stromarten" (Wind, Solar, Biomasse, ...) gesunken sind, aber sich der Anteil von immer weiter von Wind auf Fotovoltaik verschiebt.

Eine grobe Herleitung: Die 6,2 Gigawattstunden, die aus der Fotovoltaik stammen, kosten mind. 40 Cent die KWh, Davon muss man 6,9 Cent pro KWh konventionellen Stroms abziehen. Windkraft hingegen bringt nur noch etwa 8 Cent.  Allein dadurch ist klar, dass selbst große Mengen zusätzlicher Windenergie nicht mehr zu stark steigenden Kosten führen, aber kleine Menge an Solarstrom schon. Der große Teil der 0,9 Cent je KWh geht also direkt auf die Fotovoltaik zurück.

Der regenerative Energien machen inzwischen 10% des gesamten Energieverbrauchs aus. Im Teilbereich Strom stammen 16% aus regenerativen Quellen. Die Fotovoltaik springt 2009 erstmals über die 1% Marke (jaja, fantastischer Erfolg!). 2010 wird es übrigens auch ohne eine neue Anlage weiter nach oben gehen,  weil ein großer Teil des Anlagen ja erst zum Ende des Jahres in Betrieb ging.

Auf der Habenseite stehen 300.000 Arbeitsplätze, davon knapp 80.000 in der Fotovoltaik. Darin sind allerdings auch die Arbeitsplätzen enthalten, die aus dem Export stammen, also eigentlich nicht direkt als Erfolg der deutschen Vergütung angerechnet werden können.

Tagesschau: Ökostrom gefragt wie nie - mehr zahlen müssen alle

Oder direkt von der Quelle: BMU: Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland im Jahr 2009 (PDF!)

Update (22:17)

Die FAZ hat auch was dazu: FAZ: Höhere Kosten durch Öko-Energie Update (25.03.10): Wer schon immer wissen wollte, warum die CSU auf einmal Öko ist und gegen die Senkung der Einspeisevergütung ist. 40% der Solar-EEG-Gelder fließen nach Bayern, zum großen Teil an Landwirte ... FAZ: Bayerns Bauern verdienen gut am Solarstrom

Kommentare :

  1. Und wieder mal die übliche Korrektur: Es sind 6,2 Gigawattstunden, die im Jahr erzeugt werden.

    6,2 Gigawatt hingegen ist die Leistung von ein paar Atomkraftwerken, das schafft die Fotovoltaik in Deutschland wohl noch nicht.

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  2. jaja, und ich hab so aufgepasst, dass ich immer die stunden dahinterschreibe ..

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  3. Hallo egghat.

    Wie sieht es damit aus?
    http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/solarstrom-bundeskabinett-beschliesst-kuerzung-von-solaranlagen-foerderung_aid_486198.html

    Grüße
    ALOA

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  4. Hi, hatt e ich schon verbloggt, steht aber wieder alles auf die Kippe wegen CSU.

    Hatte ich schon leicht hämisch als EEG-Förderung runter um x% im y-ember verbloggt.

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