Zahl des Tages (03.03.10): 300

Ich habe ja heute beim Goldkurs knapp vermieden, zum xten Mal aus dem gleichen Thema die Zahl des Tages zu machen. Aber nur knapp. Ich habe dann am Ende doch nur einen Wiederholungstäter ...

Die Preise für Kreditausfallversicherungen (CDS) sind für griechischen Staatsanleihen sind heute auf

300 Punkte

gefallen. Damit sehen die Marktteilnehmer die Qualität der griechischen Schulden so gut wie seit über 6 Wochen nicht mehr.

Auslöser war natürlich das neue Sparprogramm, das die griechische Regierung heute angekündigt hat. Der Umfang von 4,8 Mrd. Euro entspricht etwa 2% des griechischen BIPs. Das ist zwar noch lange nicht ausreichend, um den Haushalt wieder ins Lot zu bringen, aber wahrscheinlich ausreichend, um von der EU Hilfe zu bekommen. Da geht es ja eher darum, guten Willen zu zeigen.

Der Begriff Sparprogramm ist allerdings guter Wille von den Medien. Denn bis auf die Kürzung des 13. und 14. Monatsgehalts um 30% besteht der Rest der Sparmaßnahmen aus Steuererhöhungen.







  • Mehrwertsteuererhöhung von 19 auf 21%
  • Mineralölsteuer rauf um bis zu 8 Cent pro Liter
  • Tabaksteuer rauf
  • Alkoholsteuer rauf


  • Das dürfte dann in etwa auf Hälfte Einsparungen, Hälfte Steuererhöhungen hinauslaufen (habe ich irgendwo gelesen, finde es aber gerade nicht wieder).

    Dazu kommen noch ein paar Maßnahmen, die keine sofortige Wirkung entfalten können. So werden z.B. die Löhne und Pensionen im öffentlichen Dienst eingefroren. Außerdem muss man berücksichtigen, dass die Griechen bereits das zweite Sparpaket aufgelegt haben. Die Reduktion des Haushaltsdefizit von 12,7% auf 8,7% könnte als durchaus drin sein,

    FT Alphaville: CDS report: Greece’s convincing austerity

    Ob man realistischerweise die Neuverschuldung auf ein nachhaltig tragbares Niveau zurückbekommt, ist allerdings fraglich. Denn eigentlich sind die Griechen klar in der Situation, wo eine Währungsabwertung sinnvoller wäre. Findet auch Professor Sinn (haha, geile Überleitung, gell?). Er glaubt schlicht nicht, dass man solche Einsparungen ohne große soziale Unruhen durchsetzen kann.

    Er sieht es ähnlich wie die Hedgefondsmanager, die gesagt haben, dass das griechische Drama keinen guten Ausgang für den Euro haben kann (siehe Zahl des Tages (26.02.10): 1,00). Hilft man den Griechen, schadet das dem Euro langfristig, weil sich Portugiesen, Spanier und Italiener mit möglichst hohen Defiziten geradezu darum prügeln werden, sich für EU-Hilfen zu qualifizieren. Hilft man den Griechen nicht, wird Griechenland sich nicht refinanzieren können (der Bedarf liegt in 2010 bei mehr als 50 Mrd. Euro) und damit insolvent werden.
    "Jeder Versuch, Griechenland in der Euro-Zone zu stabilisieren und zu halten, ist ein Fass ohne Boden. Wenn man Griechenland drin lässt, wird das den Euro destabilisieren." (Sinn)
    Eigentlich sind die massiven Unterschiede in der wirtschaftlichen Stärke zwischen dem alten DM-Block (D,BeNeLux,F,D,A) und den Dauerabwertungsländern (oder PIGS) immer noch viel zu groß. Und daran hat sich in den letzten 10 Jahren dummerweise auch nichts geändert...

    FTD: Sinn empfiehlt Griechen Euro-Austritt

    Ich bin da aber weiterhin nicht so skeptisch. Die Griechen haben ein sehr ineffizientes Steuersystem. Allein eine Reduzierung der Schwarzarbeit (etwa 25% des BIPs gegenüber 15% des BIPs in Deutschland) könnte die Steuereinnahmen deutlich erhöhen. Auch soll es in Griechenland offiziell nur 5.000 Einwohner geben, die mehr als 100.000 Euro im Jahr verdienen (wenn ich die Quelle wiedergefunden, wäre das die Zahl des Tages geworden). Das ist natürlich lächerlich und zeigt nur, wie verbreitet die Steuerhinterziehung ist. Daher ist die Forderung, den Griechen statt Geld lieber eine vernünftige Steuerverwaltung zu schenken, gar nicht so dumm.

    Kurzfristig hilft natürlich nur Geld. Und da sollte Europa den Griechen durch Garantien für neue Anleihen helfen, wobei die Vergabe der Garantien an Bedingungen gekoppelt sind. Verletzt Griechenland die Bedingungen (sprich zu hohes Staatsdefizit), vergibt die EU keine neuen Garantien mehr und Griechenland muss für neue Anleihen wieder 6 statt 3% Zinsen bieten. Die bereits gegebenen Garantien müssen natürlich bestehen bleiben, ansonsten kauft die Anleihen ja niemand.

    Das ist eine "alte" Forderung von mir, mit der ich auch George Soros überzeugt habe (oder sollte der etwa auf die gleiche geniale Idee gekommen sein ;-) ):

    FTD: Eine Lösung für die Euro-Zone

    Oder habt ihr andere brilliante Ideen zur Rettung Griechenlands? (Der Verbot von CDS ist übrigens keine. Die Griechen wären ohne CDS in der gleichen Lage. Als wenn es nicht schon immer Risikoaufschläge für schlechte Schuldner gegeben hätte ... Das sollen es sich die Politiker nicht so einfach machen und wieder die Schuld auf andere, sprich die bösen Spekulanten schieben ...)

    Update (23:25)

    (Ach so: Die Ratingagenturen sind übrigens auch nicht Schuld liebe Politiker. Ein Land mit 12,7% Minus im BIP, Schulden von 120% des BIPs und keinen Anstrengungen zu Sparen ist einfach nicht Triple-A. Echt nicht!)

    Update (04.03.10):

    Habe die Idee mit den Garantien nochmal überarbeitet, weil in den Kommentaren zwei Fragen dazu kamen, das also scheinbar missverständlich war. Der kursive Text ist die Ergänzung und ist hoffentlich klarer.

    Kommentare :

    1. Ich sehe keinen Anreiz, eine Anleihe zu kaufen, deren Garantie an Auflagen/Bedingungen gekoppelt ist. Der Sinn einer Garantie besteht darin, daß ich mich unter allen Umständen darauf verlassen kann, den Garanten im Falle eines Ausfalles des Hauptschuldners zur Zahlung heranziehen zu können.

      Ich verstehe schon, daß eine Garantie unter Auflagen für den Garanten (z.B. D) eine bequeme Sache sein kann. Denn dann gestalte ich die Auflagen so streng, daß kein Zahlungsausfall eintreten wird und daher ein Schlagendwerden meiner Garantie unwahrscheinlich wird. Werden die Auflagen nicht erfüllt und Griechenland fällt aus - sieht der Investor durch die Finger. Damit wird man keine nennenswerten Reduktionen der Aufschläge erreichen (was ja das eigentliche Ziel der Aktion sein sollte).

      Also aus Investorensicht: Besser eine unbedingte Garantie durch Kasachstan als eine mit Auflagen verbundene Garantie durch Deutschland.

      AntwortenLöschen
    2. "Man muss die Garantie ja nicht ohne Bedingungen geben. Man könnte bei Überschreiten von bestimmten Bedingungen (es bietet sich natürlich der Schuldenstand oder die Neuverschuldung an) einen Zinsaufschlag in die Anleihe einbauen und/oder die Garantie entziehen."

      Egghat, wie soll das funktionieren?

      1.) Wer sollte Interesse haben, eine derartige Anleihe zu zeichnen? Falls es eine bedingungslose Garantie seitens der EU wäre, dann würde es ja noch Käufer geben. Aber wer würde eine Anleihe kaufen, falls die Garantie entzogen werden könnte?
      2.) Wenn aber die EU für die Anleihe haftet und Griechenland bei Verstößen nur damit bestraft werden würde, einen höheren Zins zu zahlen, dann ist das für die EU nachteilig, weil die letztlich den höheren Zins zahlt.

      Im Endeffekt findet man entweder keine Käufer für die Anleihe oder die EU hat kein Druckmittel, weil sie die höheren Zinsen letztlich selbst zahlen muss.

      Das kann nicht die Lösung sein.

      AntwortenLöschen
    3. Die Garantie einer einmal begebenen Anleihen soll natürlich nicht gekündigt werden können. Sonst würde die ja niemand kaufen. Da stimme ich zu.

      Es reicht völlig aus, wenn die EU die Garantie für die nächste Anleihe nicht mehr gibt und die Griechen dann wieder 6 statt 3% Zinsen zahlen müssen.

      Das habe ich zwar nicht explizit gesagt, aber so gemeint. (Es war halt eine alte Idee, die ich nicht jedes Mal bis ins Detail beschrieben will).

      AntwortenLöschen
    4. Mist, das scheint wirklich missverständlich formuliert zu sein. Im Endeffekt ist das auch zu stark verkürzt.

      Gestern ging es mir eigentlich nur um die Garantien. Diese sollte für die Anleihe unbegrenzt/unbeschränkt sein. Die EU kann also nur die Garantien für die neuen/nächsten Anleihen nicht mehr vergeben.

      Dass die Darstellung so mies ist, liegt daran, dass ich eine andere Idee darein gemengt habe und zwar einen Bond mit Zinsaufstockung, der höhere Zinsen bei Verletzung bestimmter Convenants (Bedingungen) zusagt. Also wenn die Fremdkapitalquote über 100% steigt, das EBITDA unter 50 Millionen, oder das Rating unter BBB, etc. pp. steigt der Zins von 4 auf 6 Prozent. Diese Idee sollte aber eigentlich nicht in den Artikel.

      Wird überarbeitet!

      AntwortenLöschen
    5. Das Problem ist doch, dass Griechenland - hätte es nicht den Euro - sich nicht mehr refinanzieren könnte.

      Ohne Euro wäre dort jetzt der IMF schon am herumdoktern und würde Dollars und Euro gegen härteste Auflagen verteilen. Viel würde dabei dann letztlich nicht herauskommen siehe Island, Ukraine und die baltischen Staaten. Die Pleite wäre vermutlich nur verschoben.

      Griechenland hat aber nun den Euro und die EU keine Handhabe gegen Griechenland.

      Warum hat sie keine Handhabe?
      1.) Griechenland könnte Strafen nicht mehr bezahlen (Überschuldung).
      2.) Ist in der Verfassung der EU nicht vorgesehen.

      Was auch immer vereinbart wird (Zinsaufschlag bei der Verletzung von bestimmten Kriterien), wenn das Land überschuldet ist (und davon gehe ich aus) und die EU die Pleite nicht zulässt, dann läuft es immer darauf hinaus, dass die EU alle Sanktionen selbst zahlen wird.

      Wenn ein Mutterunternehmen ein Tochterunternehmen hat, was überschuldet ist aber nicht insolvent werden darf, dann kann die Mutter auch hohe Aufschläge bei Verstoßen gegen die Covenants vereinbaren. Nur wie soll die überschuldete Tochter die Covernants einhalten und von was soll sie die höheren Zinsen zahlen?

      AntwortenLöschen
    6. Griechenland kann die Pensionen und Löhne einfrieren. Das jetzige Niveau der Pensionen liegt bei etwa 95% des letzten Bruttos. Das bringt auf die Jahre gesehen Milliarden.

      Griechenland kann die Steuern effizient eintreiben. Das bringt Milliarden.

      Griechenland kann die Steuern erhöhen. Das bringt Milliarden. MwSt rauf auf 25% und Zack sind 5 Mrd. mehr im Sack.

      Die Frage ist nicht, ob die Griechen sparen können, die Frage ist, ob sie sparen wollen. Es ist eine reine Durchsetzungsfrage.

      AntwortenLöschen
    7. Es tun alle so, als ob Griechenland einfach nur sparen / Steuern erhöhen / Schwarzarbeit reduzieren muß und alles ist in Ordnung.

      Wenn ich diese 12% BIP Neuverschuldung umlege, wird die Wirtschaft automatisch um den entsprechenden Betrag schrumpfen, d.h. die Gesamtverschuldung erst einmal in %ten den BIP gewaltig ansteigen.

      Steuererhöhungen, ohne das dies in Ausgabensteigerungen durchschlägt, sind ja Anti-Konjunkturpakete.

      Wenn ich die Steuern erhöhe, um z.B. erhöhte Krankenkosten abzufangen ist dies nur eine Umverteilung innerhalb der Wirtschaft, lästig aber bei weitem nicht so schlimm.

      Die einzige Möglichkeit da herauszukommen die ich sehe ist ein Euro-Austritt(um kräftig abwerten zu können), und evt. eine Staatspleite mit Haircut. Übel aber notwendig. Steuerkürzungen um 10% BIP führen halt Brutto zur BIP-Reduzierung von 10%, ohne das dadurch die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert wird. Im Gegenteil, durch das dadurch erfolgende Steuerminderaufkommen müssen die Steuern noch einmal erhöht werden.

      Das Land lebt zur Zeit vom Kapitalimport (Bilanz -5% BIP im Jahr), ohne weiteres läßt sich das nicht umkehren.

      AntwortenLöschen
    8. Scheinbar braucht ja Griechenland nur hier und da etwas zu sparen und alles ist wieder im Lot.

      In Wirklichkeit ist die Lage etwas anders:

      1.) Die Bevölkerung ist nicht Willens, wirklich etwas signifikant zu ändern. (Streiks und Ausschreitungen)
      2.) Griechenland ist überschuldet. Der Schuldenstand beträgt gemäß einer Analyse von Société Générale über 800% vom BIP. Ergo: Der Schuldenstand zum BIP wird immer weiter steigen, da ein ausgeglichener Haushalt nicht in Sicht ist und die Wirtschaft in absehbarer Zeit nicht wachsen wird.
      3.) Die Wettbewerbsfähigkeit von Griechenland hat sich seit der Euroeinführung massiv verschlechtert. Da Länder mit guter Wettbewerbsfähigkeit wie Deutschland keine hohe Löhne durchsetzen werden, müssten die Löhne in Griechenland massiv sinken. Das ist aber wegen 1.) nicht möglich. Folglich wird die Handelsbilanz negativ sein und man wäre auf Kapital aus dem Ausland angewiesen. Dummerweise möchte niemand mehr in Griechenland investieren.
      4.) Das Land ist total korrupt. Alle Steuererhöhungen und Ausgabensenkungen werden nur dazu führen, dass der Anteil der Schattenwirtschaft steigen wird. Ehe die Korruption nicht bekämpft wird, kann es auch keine Steuermehreinnahmen geben. Alles was man an Ausgaben einsparen wird, wird dann an Steuern hinterzogen. Es ist eine Illusion zu glauben, dass ein Land von heute auf morgen den Lebenstandard um 20-30% absenken könnte und alles beim alten bleibt. Genau diese Tatsache hat dazu geführt, dass die überschuldeten Ostblockländer zusammgengebrochen sind und die Grenzen öffnen mussten. Wieso sollte das gerade bei den Griechen anders sein.

      AntwortenLöschen
    9. Ich habe gestern was gehört was mir fast den Atem nahm: Wieviel Rente kriegt man in GR nach 15 Jahren Arbeit?

      Antwort: 111% des durchschnittlichen Bruttolohns dieser Zeit!

      Quelle: http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/swr2-forum/-/id=660214/nid=660214/did=5898280/symvmj/index.htmlu

      AntwortenLöschen
    10. @Till: Der Kapitalimport ist nicht schlimm. Das Geld muss nur sinnvoll investiert werden. Die Chinesen haben auch Kapitalimport und wachsen wie Hulle

      Ich habe ja nicht gesagt, dass das einfach ist. Ich habe auch nicht gesagt, dass das durchsetzbar ist. Aber es kann gehen. Dass die normale Reaktion eine Abwertung wäre: D'accord. Aber das geht halt nicht ... Im Zweifelsfall können die Griechen immer noch Kreta verkaufen.

      AntwortenLöschen
    11. @anonym:

      zu 1) Die Bevölkerung ist gar nicht so rebellisch, wie hier getan wird. Es ist vergleichsweise ruhig angesichts der doch recht kräftigen Sparmaßnahmen.

      zu 2) Der Schuldenstand Deutschlands liegt auch bei über 400%. Zahl des Tgaes: 884%. Der von Polen bei 1.500% des BIPs. Die Schulden Griechenlands kommen aus den Pensionsverpflichtungen. Die müssen runter. Das wird wohl gleitend passieren wie in Deutschland mit der Rente mit 67.

      Zu 3) Die Holländer haben mal einen langfristigen Lohnstopp beschlossen. Für ein paar Jahre wurden die Löhne einfach immer nur mit der Inflation erhöht. Die Produktivitätsgewinne gingen voll an die Wirtschaft. Das ist immer noch einer der Gründe, warum dort die Arbeitslosigkeit auch mitten in der Krise unter 5% ist. Sowas wirkt nicht nächsten Mittwoch, langfristig aber schon. Die Griechen haben 10 Jahre lang die Löhne zu stark erhöht, jetzt muss es mal 10 Jahre in die andere Richtung gehen.
      Natürlich geht da nix/wenig von heute auf morgen.

      zu 4) Ohne neues Steuersystem besser Steuereintreibsystem hat GR keine Chance. Zustimmung.

      Warum es bei Griechenland anders als beim Ostblock sein sollte? Weil die griechischen Schulden 3% der EU-Schulden ausmachen und es sogar ein Leichtes wäre, das ganze Land komplett zu entschulden (was aber keine Lösung ist).

      AntwortenLöschen
    12. @ Egghat

      zu 1.)
      Bei Spiegel Online steht heute dazu:
      "Noch ist nicht gesagt, dass die Regierung in Athen die geplanten Reformen gegen die Bevölkerung umsetzen kann. Schon jetzt wird das Land von zivilen Unruhen erschüttert."

      zu 2.)
      Die Ausgangsbasis könnte doch unterschiedlicher gar nicht sein:
      Deutschland: Verschuldung halb so hoch, wettbewerbsfähige Wirtschaft, Neuverschuldung im Griff, Wirtschaft wird in 2010 voraussichtlich wieder leicht wachsen, kaum Korruption.

      zu 3.)
      In Deutschland sind die Bruttolöhne in 2009 gesunken. Griechenland müsste das Kunststück hinbekommen, dass deren Löhne schneller als in anderen Ländern sinken. Wie wahrscheinlich ist ein solches Szenario?

      zu 4.)
      Die EU könnte Griechenland ausbailen, d.h. jedes Jahr viele Milliarden zahlen. ABER: Die EU würde dann zu einer DDR werden. Wird zuviel subventioniert, umverteilt und ausgebailt, dann hat man im Endeffekt ein ineffizientes Planwirtschaftssystem, was früher oder später kollabieren wird, da die Produktionsfaktoren völlig ineffizient eingesetzt werden.

      Wenn man mal in Spanien war und gesehen hat, wie kostspielig dort Trinkwasser hergestellt wird und wie verschwenderisch mit dem stark subventionierten Wasser umgegangen wird, dann wird einem klar, dass sowas en Masse nicht gut gehen kann. Und genau das ist Planwirtschaft.

      AntwortenLöschen
    13. Zu 1) Ich habe auch nie gesagt, dass das einfach ist. Ich sage nur, dass es nicht unmöglich ist. Ich halte das Sinn'sche Gerede von Mord und Totschlag für total übertrieben. Griechenland ist jetzt Hartwährungsland. Daran muss man sich erst gewöhnen. Das ging nirgendwo einfach, glatt und schnell.

      3) Die Bruttolöhne in D sind gesunken, weil Krise war und Kurzarbeit. Die Stundenlöhne sind nicht gesunken. Aber 2009 ist eh irrelevant. Die Entscheidung kann nur über Jahre ablaufen. Siehe Beispiel Holland. Man sollte das nur heute schon festlegen, also x Jahre nur Inflationsausgleich. Das würde Investoren eine gewissen Planungssicherheit geben.

      4) Klar, ist das Planwirtschaft. Aber vielleicht ist das ganze auch heilsam. Zumindest könnte es heilsam sein. So dass Brüssel UND Athen kapieren, dass das Geld sinnvoll investiert werden muss.

      Und nicht in 20 Meter breite Straßen quer durch das Gebirge auf Kreta auf denen dann kein Mensch/Auto fährt: Google Image

      Und was das Fass ohne Boden angeht: Deshalb kein Geld geben, sondern nur Garantien. Und diese auch nur so lange wie die Griechen mitspielen. Und die Zeit nutzen, um ein Ausstiegsszenario zu bauen. Eigentlich hätte man einen Euro als Einbahnstraße (rein kommt jeder, aber raus niemand) nie konstruieren dürfen.

      AntwortenLöschen
    14. Kleines Detail am Rande:
      Offiziell sind es wohl 15.000 Griechen die mehr als 100.000 Euro verdienen (immer noch verdammt wenig), zumindest laut Giorgos Papaconstantinou gegenueber Guardian bzw. Observer

      AntwortenLöschen
    15. Danke übrigens noch für den Hinweis. Habe als Zahl des Tages verwurschtet: Zahl des Tages (04.03.10): 15.000

      AntwortenLöschen

    Vielen Dank für Deinen Kommentar.

    Sorry. Es sind leider keine anonymen Kommentare mehr möglich. Ich werde von mehr als 50 Spamkommentaren pro Tag geflutet und habe keine Lust, diese von Hand zu scannen, um darin alle drei Tage einen anonymen Kommentar zu finden, der veröffentlicht werden kann. Meldet Euch bitte an. Sorry für die Umstände.

    Related Posts with Thumbnails

    egghats Amazonstore