Zahl des Tages (10.03.10): 51.000.000.000

Wenn man dauernd über die miesen Seiten der Krise bloggt, sollte man nicht vergessen, über die guten Nachrichten zu schreiben. Selbst wenn sie nicht soooo gut sind, wie die schlechten vorher schlecht waren ...

Heute geht es um den ehemals größten Versicherer der Welt, die AIG. Diese hat an direkten Geldern und staatlichen Garantien in der Spitze über 180 Milliarden Dollar bekommen. (Auch wenn die Summe ziemlich schwierig zu bestimmen ist, weil die Hilfsgeschäfte zwischendurch neu strukturiert wurden. AIG selber meldet "nur" (noch) gut 90 Mrd. Staatshilfen).

Etwas einfacher ist jetzt zu berechnen, was die beiden großen Verkäufe wert sind, die AIG in den ersten  zwei Märzwochen abgeschlossen hat (die Geschäfte davor hatte ich teilweise verbloggt, dabei gab es IIRC aber nur ein paar Milliarden Einnahmen. Die FTD meldet allerdings 47 Mrd., da müssen mir wohl ein paar Verkäufe durchgerutscht sein).

AIG hat nun wieder zwei große Sparten verkauft. Das gesamte asiatische Lebensversicherungsgeschäft AIA wurde für 35,5 Millionen Milliarden Dollar an die britische Prudential verkauft.

Marketwatch: AIG takes big step toward repaying taxpayers

Die Aktie von Prudential litt darunter deutlich. In nur zwei Tagen ging es fast 20% nach unten.

Das zweite große Geschäft war der Verkauf von Alico, ebenfalls im Lebensversicherungsgeschäft, allerdings nicht in den USA und Asien, tätig. Dafür bekommt AIG 15,5 Mrd. Dollar von MetLife.

FTD: AIG tilgt mit Milliardenverkauf Schulden bei der Fed

Beide Verkäufe zusammen brachten zusammen 

51.000.000.000 (51 Milliarden) Dollar.

Diese kann die AIG aber nicht vollständig zur Schuldentilgung nutzen, weil die beiden Firmen schon als Sicherheit bei der Fed hinterlegt wurden. Dabei wurde ein Wert von 25 Mrd. angenommen. Es landen also 26 Mrd. in der Kasse von AIG, die dann auch zur Tilgung der Kredite bei Fed und Finanzministerium eingesetzt werden können. Wobei das auch nicht stimmt, weil ein Teil der Deals in Aktien abgewickelt wird. Rein in Cash stehen nur 6,5 Mrd. Dollar zur Verfügung. Die Aktien sollen erst im Laufe der Zeit zu Geld gemacht werden.

Man sollte das alles nicht schlechter reden als es ist. Die AIG holt Geld zurück in die Kassen und wird damit einen Teil der Staatsgelder zurückzahlen können. Ob die AIG am Ende die Hälfte, drei Viertel oder unter Umständen sogar die gesamte Staatsknete zurückzahlen kann, bleibt abzuwarten. Aber immerhin: Die AIG wird - zumindest nach der aktuellen Nachrichtenlage - nicht das befürchtete Fass ohne Boden.





Kommentare :

  1. Hallo geschätzter Egghat, ich war leider einige Tage komplett off , hier hat sich ja einges getan.
    Grosses Lob fürs neue Layout, über die Reihenfolge der Blöcke in den beiden rechten Spalten könnte man noch diskutieren.

    Zum Thema AIG bzw. Zahl des Tages:
    Ob man das als positive Nachrricht sehen darf, hab ich meine Zweifel.
    Als AIG-Aktien-Inhaber ( und die US-Regierung hält 79,9 % nach dem Bailout ) wär ich begeistert, wenn Beteiligungen/Unternehmen für 51 Giga$ verkauft werden und damit dann effektiv 6,5 Giga$ Rückzahlungen vom 180 Giga$-Bailout reinkommen. Nebenbei bekomme ich natürlich indirekt neue Beteiligungen von Unternehmen ( Prudential, naja wohl nicht so klug wie der Name vermuten lässt), die sich durch Schwachsinns-Übernahmen grad selbst zugrunde richten : s. Aktienkurs, ausführlicher auf
    http://ftalphaville.ft.com/
    (dort nach prudential suchen, gab x Artikel)
    Was von AIG dann überbleibt würd ich als reine bad bank/Schrottansammlung bezeichnen.

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  2. @ChH:

    Oh, verbessert.

    @Tera€:

    Laut AIG sind von den Hilfen nur noch 93 Mrd. übrig. Jetzt gehen 6,5 Mrd. ab und konservativ nochmal 20 Mrd. für die Aktien. Dann hat die AIG aber noch das Sach(industrie)- und Lebensversicherungsgeschäft in Europa und wenn ich es richtig blicke auch noch fast das gesamte Geschäft in den USA. Das ist auch nochmal was wert.

    Das ist aber alles ziemlich spekulativ, denn wenn die Zahlen oben stimmen, ist das Risiko sicher nicht der Restwert der noch bestehenden Firmen, sondern die Verträge, für die die AIG gerade stehen muss. Als Beispiel wird gerade gmunkelt, dass der größte Schreiber von CDS auf Griechenland, die AIG ist ... Da fällt einem nix mehr zu sein ...

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