Die Schweine zittern wieder (oder weiter?)

OK, das I in PIGS (ob das jetzt für Irland oder Italien steht) zittert gerade mal nicht, aber Griechenland, Spanien und Portugal sind seit gestern wieder deutlich unter Druck geraten.

Die Kosten für Kreditausfallversicherungen (CDS) sind in Griechenland schon wieder auf 450 Basispunkte gestiegen. Auch Portugal (+23 auf 200 Punkte) und Spanien (+15 auf 155) legen kräftig zu. Damit sind die Extremwerte aus der letzten Woche schon (fast) wieder erreicht.

Gegen Mittag entspannte sich die Lage wieder leicht. Die zehnjährige griechische Staatsanleihe notiert "nur" noch mit 7,08%; vom im Tagesverlauf maximal erreichten Aufschlag im Vergleich zum Vortag ist nur noch etwa ein Drittel übrig geblieben. Trotzdem liegt die Rendite deutlich über den etwa 6,5%, die noch am Montag verzeichnet wurden.

Es sieht so aus, als wollen die Märkte Griechenland zur Annahme des Rettungspakets zwingen und die Bereitschaft der Euroländer zur Hilfe antesten.

FTD: Pleite-Angst überträgt sich auf Portugal und Spanien

Auch die deutschen Ökonomen haben im Frühjahrsgutachten das Rettungspaket für Griechenland massiv kritisiert. Der IWF müsse die Hauptrolle spielen und die Hilfe dürfe kein Einstieg in eine Transferunion sein. Sollte die Sanierung nicht vernünftig durchgeführt werden, könne der Schaden für die EU durch einen Vertrauensverlust der Finanzmärkte ein unendlich größeres Volumen erreichen als es die jetzt zugesagte finanzielle Hilfe habe.
Außerdem halten die Volkswirte die Sparbemühungen Griechenlands für nicht ausreichend. Die Prognosen würden deutlich zu optimistische Wirtschaftsprognosen ansetzen (Regierung: -0,3%, Notenbank -2,0%). Damit seien auch die Steuereinnahmen zu hoch angesetzt und die Defizitprognose zu niedrig.
Ob Griechenland damit "quasi unrettbar" ist, wie das Handelsblatt schreibt, wage ich trotzdem zu bezweifeln. Griechenland braucht einen langen, schwierigen Anpassungsprozess. Mit 3 Jahren und 45 Mrd. Euro wird da wenig zu machen sein.

Handelsblatt: Ökonomen fällen vernichtendes Griechenland-Urteil

Der Vermögensverwalter Bert Flossbach ist ebenfalls sehr skeptisch, viel skeptischer als ich. Er kann sich eine Wende in Griechenland nur vorstellen, wenn Griechenland beide entscheidenden Schritte macht: Staatspleite UND Austritt aus der Eurozone. Die Staatspleite muss ja keinen 100%-Verlust nach sich ziehen, aber eine Halbierung der Staatsverschuldung wäre schon sehr hilfreich. Und  die Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft kann seiner Meinung nach nur eine Währungsabwertung wieder herstellen.

Handelsblatt: „Griechenland muss pleitegehen“

1 Kommentar :

  1. Wenn es nach deutschen Ökonomen geht, dann müssten wir alle schnell zurück in die Höhle. Da haben wir nicht so viel Schulden gemacht. Diese ganze VoWi Brut gehört fristlos entlassen. Lassen sich von Mutter Staat verköstigen und teilen allen anderen mit, dass leider die Muttermilch aus ist und es Zeit ist erwachsen zu werden.

    Die Griechen sollten endlich die Hand heben und dieses Trauerspiel beenden. Drachme 2.0 und eine SMS an Angie Bismarck: Du kannst uns mal. Dann grosses Wiedersehen in Paris und alle Euro Schulden notieren in Drachme und der Joe hat eine ganz neue Frisur.

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