noa Bank stellt Tagesgeldkonten ein

Ich schreibe lieber mal einen neutralen Beitrag, der mir ziemlich sicher keine Abmahnung einbringen kann ... Das ist scheinbar in diesem Themenkomplex gar nicht so einfach ...

Die noa Bank hat ihr Tagesgeldkonto eingestellt.

noa: Die Tagesgeldkonten der noa bank sind ab dem 30.04.2010 „ausverkauft“!

Damit reagiert die noa Bank nach eigener Aussage auf die große Diskrepanz zwischen hohen Kundeneinlagen (etwa 200 Millionen) und bislang niedriger Kreditvergabe (aktuell etwa 12 Millionen). Das ist auch logisch, denn Kreditbewilligung, vor allem wenn sie an strenge Kriterien geknüpft ist wie ökologischer oder sozialer Nutzen, ist nicht einfach und schnell zu bewerkstelligen. Vor allem, wenn die Bank noch kein Jahr alt ist.

Warum die noa Bank aber nicht nur einfach den Zins senkt, der mit 2,20% IMHO auf einem Niveau ist, das als Kundenwerbeprogramm gelten muss, weiss ich aber auch nicht. Der Geldfluss hätte schon deutlich nachgelassen, wenn der Zins auf (sagen wir mal) 1% gesenkt worden wäre. Vielleicht macht sich der Marketing-Stunt "Tagesgeldkonto ausverkauft" einfach besser.

Unlogisch ist das Vorgehen der noa Bank aber nicht. Denn die Festgeldkonten laufen weiter und sorgen für eine längerfristige Geldeinlage. Die Festgeldkonten machen bisher nur 15% der Einlagen aus, der Bereich könnte als gut noch Wachstum gebrauchen. Ansonsten wäre die noa Bank extrem kurzfristig finanziert, was ziemlich ungesund sein kann. Daher muss ein Bank auch ein Drittel des Tagesgelds wirklich als Cash vorhalten, um einen Run zu überleben. Andersherum steht es der Bank nicht für die Kreditvergabe zur Verfügung (und genau diese ist ja der eigentliche Sinn der Bank).

Hier scheint die noa Bank etwas gelernt zu haben, was die GLS Bank durch die Konstruktion des Sparbuchs verhindert hat (das ist ja nicht komplett kündbar bzw. nur mit Vorfälligkeitszinsen und daher muss auch nicht so viel der Einlagen als Cash hinterlegt werden und kann stärker für Kredite verwendet werden).

Wen die Diskussion um die noa Bank interessiert, hier noch vier spannende Links (meinen habe ich nicht mitgezählt ...)

a) Mein alter Artikel zum Thema, für alle, die den Einstieg brauchen:

NOA BANK - DER SKANDAL IST DIE PRESSE ...

b) Ein Update beim Social Banking 2.0 Blog inkl. "Gegendarstellung" des Journalisten Heismann:

Social Banking 2.0: Noa Bank: Gründer Francois Jozic bezieht Stellung zur Medienkampagne gegen Newcomer – Blogosphäre differenziert statt nur einseitig wie die Leitmedien zu polarisieren

c) Carta.info hat den ursprünglichen Artikel übrigens zurückgezogen:

Carta.info: Gute Zinsen, gutes Gewissen – aber schlechte Presse? Die Noa Bank in den Medien

und d) inzwischen auch ausführlich Stellung genommen:

Carta.info: Noa Bank Reloaded: Carta überprüft Artikel

Ich kann nur betonen, dass ich das Vorgehen von Carta sehr begrüße, u.a. die Tatsache, dass die sich an das Thema dranhängen, im Gegensatz z.B. zum Spiegel und der FTD, die den Artikel, ohne die Replik von noa Gründer Josic zur Kenntnis zu nehmen, online haben. Wenn ihr also eine zweite Site braucht, die ihr kachingeln wollt, da habt ihr sie ... (Jaja, ich bin nervig, aber einer fehlt noch)

e) Dass die Story noch nicht zu Ende ist, ist auch sicher. Denn der Journalist recherchiert weiter, allerdings ist nicht klar, ob für eine andere oder eine weitere Story ...

noa: Günter Heismann bringt eine wichtige Frage auf: Wie funktioniert eine Bank?

Der Beurteilung der Frage, ob die Fragen des Journalisten fair und im Ton angemessen sind, enthalte ich mich besser mal ...

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