Robert Shiller bleibt skeptisch

Ausnahmsweise ein eigener Artikel, auch wenn es nur ein Lesehinweis ist und ich sowas inzwischen fast ausschließlich über Twitter abfackle:

Professor Robert Shiller hat dem Handelsblatt ein ziemlich langes Interview gegeben, in dem er seine Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung der nächsten Jahre beschreibt und begründet. Shiller bleibt skeptisch. Er hält die Krise für so groß und die Arbeitslosigkeit für so hoch, dass er sich keinen stabilen, kräftigen Aufschwung vorstellen kann, ohne dass der Staat stützend eingreift. Das Wachstum, das wir aktuell sehen, geht überwiegend auf die Tatsache zurück, dass der Staat jetzt die Schulden macht, die früher die Verbraucher gemacht haben. Das kann aber nicht beliebig so weitergehen. Aber was soll ich den Artikel komplett zusammenfassen, lest selber im Handelsblatt:

Handelsblatt: „Es kommen fünf enttäuschende Jahre“

Robert Shiller sollte man immer seine Aufmerksamkeit schenken. Erstens hat er theoretisch Plan (er steckt u.a. hinter dem Case-Shiller-Immoblienpreis-Index, der auch Basis meiner Immowette ist), aber zweitens hat er auch ganz praktisch vor den beiden letzten großen Krisen (Hightech-/Internetblase 2000 und Immobilienblase 2007) gewarnt und zwar mit gutem Timing. Und Ökonomen, mit deren konkreten Prognosen man was anfangen kann, gehören leider einer sehr seltenen Spezies an ...

Kommentare :

  1. Man könnte aber genauso gut recht zuversichtlich für die nächsten Jahre sein.
    Ich hab noch nie eine so milde Rezession gesehen wie diese. Den Leuten geht es gut, es werden kaum Arbeitsnehmer entlassen, Geschäfte und Cafes sind voll wie immer, von Krise keine Spur. Wenn man sich in seinem eigenen Bekanntenkreis umhört, durchs I-Net pflügt und den Leuten aufs Maul schaut, dann ist überall derselbe Tenor auszumachen: besser das Geld jetzt ausgeben als in einigen Jahren nur noch die Hälfte dafür kaufen zu können

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  2. @Stephan:

    Schau ich mir mal an. Wahrscheinlich aber US-only (wie so vieles)

    @Matsch:

    Ja, das ist in der Tat ziemlich seltsam. Shiller bezieht sich ja bei seiner Einschätzung auch massiv auf diese Psychologie. Wenn die Verbraucher weiter optimistisch bleiben und kein Angstsparen einsetzt, können die kommenden 5 Jahre vergleichsweise positiv verlaufen. Kommt der Verbraucher aber aus der Ruhe, kann es auch nochmal deutlich nach unten gehen ...

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  3. wobei die Verbraucher nur deswegen so optimistisch sind, weil sie sich noch ein paar schöne Jahre machen wollen.
    Ich hab mehr als ein Jahr mit dieser Einsicht zu kämpfen gehabt. Der Aktienmarkt will zu recht nach oben. Wer auf billige Nachkaufgelegenheit wartet, der wartet vergeblich.

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  4. Ich teile deine Meinung zu den Aktienmärkten. Wie klettern die klassische Wall of Worry hinauf. Unmengen von Geld treffen auf viel Skepsis. Gute Mischung.

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  5. im grossen Kontext gesehen sind die Aktienmärkte immer noch sehr, sehr billig.

    das der Shiller unter den Blinden noch der Einäugige ist sehe ich genauso.

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