S&P stuft Portugal herab ... Ach und Griechenland auch ...

... und das direkt um zwei Stufen von A+ auf A-. Der Ausblick bleibt weiterhin auf "negativ".

Auslöser sind natürlich die Staatsschulden. Nach einem Haushaltsminus von 9,4% des BIPs in 2009, soll es 2010 auf 8,5% sinken. Bis 2013 ist eine Senkung auf 4,1% geplant. Sollte dieser Plan eingehalten werden, würde die Staatsverschuldung auf 95% des BIPs steigen.

FT Alphaville: S&P cuts Portugal’s ratings two notches to A-

Und zum Thema: 

DER NÄCHSTE BITTE:

Der Zins für die portugisische Staatsanleihe mit 2 Jahren Laufzeit liegt bei 5,21% (+122 Basispunkte) und damit in der Nähe, wenn nicht gar oberhalb des Niveaus, das Griechenland für die Notkredite der Euroländer zahlen müsste. Bin mal gespannt, wann die Portugiesen auf die Idee kommen, den billigeren Kredit der Euroländer in Anspruch zu nehmen ...

Die zehnjährigen Anleihen liegen bei 5,54% (+31 Basispunkte).

In Griechenland sieht es ähnlich aus. Vor allem am kurzen Ende: Mit 15,1% rentiert jetzt für eine zweijährige Anleihe (+191 Basispunkte), die zehnjährige steigt um 22 Basispunkte auf 9,78%.

Update (18:53):

Ach, Griechenland wurde auch herabgestuft. Und das sogar um drei Stufen. Mit BB+ (vorher BBB+) ist Griechenland jetzt JUNK. Schrott. Ausblick auch negativ.

Update (22:07):

Die griechische Verschuldungsquote sieht übrigens so aus:

124% des GDP 2010 und 131% in 2011

Update (22:29):

CDS auf Griechenland in Richtung 800 (etwa + 100),  Portugal geht Richtung 400 (ebenfalss + 100 Basispunkte)

CDS report: Downgrade and difficulties

Kommentare :

  1. Das war es dann wohl für Griechenland (und möglicherweise auch für den Euro). Wer will denn deren gewaltigen Umschuldungsbedarf und das weiterhin zweistellige Haushaltsdefizit finanzieren ohne seinen eigenen Staatshaushalt zu ruinieren und die Maastricht-Kriterien dauerhaft zu übertreten? Die jetzigen Hilfen über 35 Milliarden verdampfen doch schneller, als man bis 3 zählen kann.

    Für uns blöde Michels kann Frau Merkel bis zur NRW-Wahl ja noch etwas Schau machen. Zahlen werden wir sowieso: Entweder direkt in das griechische Loch oder über Umwegen an die volkseigenen Banken HRE und Commerzbank für deren tolle Engagements dort.

    Die Franzosen würden auch nicht so laut schreien, wenn ihre Banken nicht bis über die Ohren in den griechischen Ruinen engagiert wären.

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  2. Und schon wieder haben die Ratingagenturen versagt. Nachdem nun jeder seit Monaten weiß, dass die Griechen pleite sind, kommen die mit der Abstufung auf Junk.

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  3. Nun gut, wir hörten das Donnergrollen aus Südost. Seit der Aktivierung des "Hilfsplanes" sahen wir auch das Wetterleuchten. Jetzt verdunkelt sich der Himmel auch aus Südwest und erste Tropfen fallen. In mittlerweile allen Kirchen tönen die Gewitterglocken.

    Von nun an heißt es "Scheunentore zu, beten und hoffen".

    Und im Klartext: Kann mir eigentlich jemand sagen, mit wievielen Milliarden Euro das Staatsdefizit Griechenlands von 14 % zu veranschlagen ist? Dann sollte man doch abschätzen können, wielange besagte 45 Milliarden Hilfsdarlehen Abhilfe schaffen können.

    lg - urriegel

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  4. @urriegel:

    Die Griechen müssen 2010-2012 etwa die Hälfte ihrer Schulden refinanzieren, also etwa 150 Mrd.

    Die Neuschulden (also die 14%) sind nicht wirklich relevant, weil ja auch für die alten Anleihen wieder neue begeben werden müssen und sich dafür Käufer finde müssen ...

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