Willem Buiter für Restrukturierung der griechischen Schulden

Also kurz: Bankrott.

Das ganze mit einem Haircut von 20 bis 25% und gleichzeitiger Verlängerung der Laufzeit der Schulden so lange, dass die Belastung aus Zinsen und Tilgung für den griechischen Haushalt in etwa konstant bliebt.

Willem Buiter (sehr geschätzt von mir für seine "Good Bank"-Idee) war auch schon in der Finanzkrise ein großer Gegner der allgegenwärtigen 100%-Bail-Outs für die Gläubiger. Schließlich sind doch nicht nur die Aktionäre Schuld, wenn die Banken Schindluder treiben, sondern auch die Leute, die den Banken das Geld für die Spekulationen leihen.

Jetzt überlegt Buiter kühl (wie ich gestern gefordert habe ...), was denn wohl billiger kommt: Ein Bailout für Griechenland oder die Banken in D und F. Und was den Dominoeffekt am wahrscheinlichsten verhindert (man beachte das etc. hinter Portugal, Spanien, Italien und Irland ....).

Buiter schlägt auch direkt eine neue Eurozone vor, den Teil schaffe ich jetzt aber nicht mehr, den Link zum Selberlesen aber schon:

FT Alphaville: Buiter on Greece and a blueprint for a new Europe

Highly recommended. Buiters Postings in seinem Blog (eingestellt, seit er Chefvolkswirt der Citigroup ist) gehörten in der Finanzkrise zum allerallerbesten, was so geschrieben wurde. Ich schätze, dass ist dieses Mal nicht anders ....

Kommentare :

  1. Guten Abend,
    ich hab ja drüben bei mir selber kurz was zum Thema gebloggt - und frage mich, ob eine Restrukturierung tatsächlich eine "nukleare Option" wäre, wie laut SZ in Regierungskreisen behauptet wird. Oder sind wir einfach nur zu einfallslos, um über Mischlösungen (siehe Buiter) nachzudenken? Wie könnten die aussehen?

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  2. Ich habe am Anfang der Krise gesagt, dass eine Staatspleite innerhalb der Eurozone eine Pleite wie jede andere Pleite ist und daher auch kein Problem sei.

    Ich bin mir da inzwischen nicht mehr so sicher ... Die "Nukleare" option ist es IMHO aber nicht,

    Das Problem bei der Staatspleite ist IMHO einfach: Die Griechen sind (einen Teil) ihrer Schulden los, aber haben ihre Wettbewerbsfähigkeit immer noch nicht zurück. Da hilft nur der Austritt.

    Die Buiter Lösung gefällt mir daher nicht richtig ...

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  3. Ob Buiters Vorschläge sinnvoll sind oder nicht, muss jeder für sich beurteilen. Nicht vergessen sollte man aber, das Buiter aktuell bezahlter Angestellter einer Investmentbank ist, die ihr eigenes Spiel spielt.

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  4. Er schlägt immerhin einen Haircut vor, also das, was die deutschen Banken fürchten wie der Teufel das Weihwasser ...

    Die restlichen Vorschläge zur Neugestaltung der Eurozone muss ich noch etwas sacken lassen ...

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  5. Wenn es von mir abhängen würde, dann würde ich die Griechland-Anleger wohl retten, aber nur wenn ich als Gegenleistung die Zustimmung der anderen Parteien zu einer Euro-Reform bekomme. Natürlich zusätzlich zu einem Sparprogramm Griechenlands.

    Euro-Staaten dürften sich dann in Zukunft direkt bei der EZB verschulden, aber nur in einem festgelegtem Umfang den man auch nicht so einfach vergrössern kann. Dafür würde die EZB keine neuen Staatsanleihen im Besitz der Banken als Sicherheit für Geldschöpfung akzeptieren. Die Banken würden generell nur noch Geld für Kredite von der EZB bekommen die für konkrete Investitionen verwendet werden, und als Sicherheit ginge nur noch das Geld der Sparer oder vielleicht Edelmetalle. Das Geld der Sparer dürften sie aber auch nicht mehr für riskante Investitionen wie Staatanleihen nutzen, nur das von Anlegern die mehr Zinsen wollen und über das Risiko aufgeklärt wurden.

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