Zahl des Tages (05.04.10): 4,1

Heute gab es neue Zahlen vom IWF für die Schätzung des Wachstums der Weltwirtschaft. Nun soll es 2010 um

4,1%

nach oben gehen. Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Schätzung.

Relativ überraschend für mich, dass die Interpretation dieser eigentlich doch positiven Zahl von den teilweise Medien negativ interpretiert wurde, z.B. von der Tagesschau:

Tagesschau: Konjunktur noch auf tönernen Füßen

Da finde ich die Überschrift des Handelsblatts schon viel passender:

Handelsblatt: „Weltwirtschaft erholt sich schneller als erwartet“

Da prägt wohl die deutsche Sicht das Bild: Die Schätzung für Deutschland wurde nämlich reduziert und zwar auf +1,2% für 2010 und +1,7% für 2011. Damit sank übrigens auch die Schätzung für die gesamte Eurozone.

Dass die Märkte die Skepsis nicht teilen, zeigen zwei andere Märkte: Die Zinsen für die zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg zum ersten Mal seit dem letzten Sommer wieder über die 4%-Marke (Schlusskurs 3,99%). Hier rechnen die Anleger scheinbar mit steigender Inflation oder auch einer früher als erwartet kommenden US-Leitzinserhöhung. Auch die Ölmärkte spielen die Weltwirtschaftswachstumskarte: Mehr Wachstum bedeutet mehr Ölnachfrage und das heisst steigende Ölpreise. Heute ging es in den USA zum ersten Mal seit der Lehmanpleite wieder über 86 Dollar je Barrel.

Update (06.04.10):

Handelsblatt: US-Ölpreis klettert auf 18-Monats-Hoch

Und den Link zu den 4% Zinsen wollte ich auch noch nachtragen:

Marketwatch: Treasury yields at multi-year highs after TIPS sale

Und noch eine positive Überraschung aus dem Zahlenreigen der Konjunkturindikatoren gab es gestern:

US: ISM Non-Manufacturing Index 03/10: 55,4 (+2,4 Vm)

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