Zahl des Tages (21.04.10) 2.276.000.000.000

Nicht immer nur die Horrornachrichten bringen, sondern auch die guten. Auch wenn man als Crashprophet eine treue Leserschaft erreichen kann ...

Gestern gab es ein neues Update des Global Financial Stability Report des IWF. Darin wurde die Schätzung des Gesamtschadens um weitere 500 Mrd. Dollar reduziert. Damit liegt die Schätzung nun bei

2.276.000.000.000 (2,3 Billionen) Dollar.

Das ist zwar immer noch eine heftige Summe, allerdings sind es auch schon 1,7 Billionen Dollar als die höchste Schätzung, die aus dem letzten April stammte. Der positivste Aspekt daran ist, dass 1,5 Billionen also etwa zwei Drittel der Abschreibungen schon vorgenommen wurden. Es bleiben also "nur" noch 800 Milliarden Dollar, die das Bankensystem zu verkraften hat. Das schaffen wir schon noch, wir Steuerzahler ...

Die Annahmen des IWF scheinen übrigens halbwegs logisch zu sein. Bei Verbraucher- und Firmenkrediten sehen die IWF-Analysten den Höhepunkt erreicht, bei den Hypotheken sehen sie noch einen leichten Anstieg, bei den Gewerbeimmobilienkrediten noch einen kräftigen (Seite 26).

Die deutschen Banken haben bis Ende 2009 261 Mrd. Dollar abgeschrieben, insgesamt werden 314 Mrd. Dollar erreicht. Daraus ergibt sich ein weiterer Kapitalbedarf von 36 Mrd. Dollar, der allerdings komplett auf Landesbanken und Sparkassen entfällt. Die Geschäftsbanken werden nach den Berechnungen des IWF die Abschreibungen aus den sprudelnden Gewinnen durch die niedrigen Leitzinsen decken können. (Seite 77)

Auf die Goldwaage legen sollte man die Zahl (wie auch die Schätzungen davor) allerdings nicht. Dazu ist der Fehler halt viel zu groß.

IWF: Global Financial Stability Report April 2010 (PDF)

Die Geschichte der Schätzungen:
8.4.2008, IWF: Wer bietet mehr? Der IWF bietet 1 Billionen Dollar.
7.7.2008, Bridgewater Associates: Wer bietet mehr? Folge vom 7.7.08 ...
2.8.2008: Nouriel Roubini: 2 Billionen Dollar Verluste durch die Kreditkrise
7.10.2008, IWF: 945 1400 Mrd. Dollar Schaden
28.10.2008: Bank of England: Notenbank erwartet 2,8 Billionen Dollar Verlust
21.1.2009: Nouriel Roubini: 3,6 Billionen Dollar
28.1.2009: IWF: 2,2 Billionen Schaden
6.4.2009: IWF: 4 Billionen Dollar Schaden

hier fehlt allerdings die Senkung auf 2.800.000.000.000, habe ich die echt nicht gebloggt?

Update (22.04.10):

Es fehlten drei Nullen. Peinlich, wenn auch lange nicht mehr passiert ...

Und das Datum war auch März ...

Kommentare :

  1. Hi egghat!

    Da fehlen ein paar Nullen!

    Gruß

    SupaHoed

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  2. Und das Datum liegt auch einen Monat daneben?

    Alles gut? ;-)

    Gruß

    SupaHoed

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  3. Jetzt schon ;-)

    Den Fehler mit den drei Nullen habe ich sogar vor dem Lesen der Mails selber entdeckt ...

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  4. Na ja, der Steuerzahler (oder sonst wer) wird diesen Schaden eh nie begleichen (können). Interessanter sind da die Zinszahlungen die für diesen unvorstellbaren Batzen geleistet werden müssen bis der grosse Reset-Knopf gedrückt wird (werden muss).

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  5. Guter Einwurf. Der "Steuerzahler" wird an der Begleichung dieser riesigen Summen, ganz gleich ob amerikanische Haushaltsdefizite, griechische Transferzahlungen oder die Sanierung der Banken mittels 0%-Krediten nur marginal beitragen.
    Die Steuern müssten in irrwitzige Höhen gehievt werden um rein rechnerisch diese Summen zu erbringen, was faktisch natürlich unmöglich wäre (Laffer-Kurve). Die Zeche werden die Nominalvermögensbesitzer begleichen.

    och ja, griechisches Defizit für 2009 von 12,9 auf 13,6% korrigiert. EUROSTAT "meldete zudem Vorbehalte gegenüber der Qualität der
    gemeldeten Daten von Griechenland an, was mit Unsicherheiten beim Überschuss
    der Sozialversicherung für das Jahr 2009, der Klassifizierung von einigen
    öffentlichen Einrichtungen sowie der Erfassung von Swap-Geschäften begründet.
    Diese könnten zu einer Revision für 2009 in einer Größenordnung von 0,3 bis zu
    0,5 Prozentpunkt beim Defizit führen."

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  6. @matsch:

    Zwar Teilzustimmung, aber zum Thema musst du unbedingt mal Der Spiegel, Wetserwelle, ... lesen. Da werden ein paar Laffer-Kurven gemalt und es durchaus noch Potenzial für höhere Steuereinnahmen da.

    Man muss im Fall Griechenland auch sehen, dass die dort eine Steuerquote haben, die niedriger als die deutsche ist, aber gleichzeitig einen staatlichen Sektor, der größer ist. Das ist natürlich ein Desaster, aber darin steckt auch eine Chance, denn es zeigt eben auch, dass allein eine Anpassung auf das deutsche Niveau reichen könnte. Das bedeutet also weder die Abschaffung des Sozial-und Gesundheitssystems, noch auf der anderen Seite eine Erhöhung der Steuersätze auf skandinavisches Niveau. In meinem Aprilscherz zu Griechenland steckte ein durchaus wahrer Kern ...

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