Zahl des Tages (22.04.10): 650

Ich gebe mich geschlagen. Griechenland. Zum dritten Mal. Heute. Aber künstlich jetzt was anderes zu wählen, ist mir dann auch nach über einer Woche Verweigerung zu doof. Wobei die Existing Home Sales schon reizvoll wären. Egal. Die Zahl des Tages soll ja auch das Geschehen des Tages abbilden und das Chaos in Griechenland lieferte heute Zahlen des Tages für eine ganze Woche ...

Heute morgen schossen die Kosten für die Kreditausfallversicherungen (CDS) auf griechische Staatsanleihen zum ersten Mal über die 500 Punkte (GRIECHENLAND-TICKER - CDS BEI ÜBER 500 PUNKTEN . Die zweijährigen Anleihen sanken so stark, dass die Rendite zweistellig wurden. Bloomberg meldete 10,1% Rendite, irgendwoanders habe ich sogar 11% gesehen. Die Rendite der zehnjährigen Anleihen stieg auf 8,8% (GRIECHENLAND 10-JAHRES-ANLEIHE: 8,80% ...).

Auslöser gab es zwei: Die europäische Statistikbehörde Eurostat schätzt das Haushaltsdefizit von Griechenland im Jahr 2009 jetzt auf 13,6% des BIPs (statt 12,7% zuvor). Und selbst die 13,6% werden noch nicht das Ende der Fahnenstange sein, denn die bisher mit "göttlichen" Goldman-Sachs Swap-Geschäften versteckten Schulden sollen nun auch offiziell berücksichtigt werden und das wird nochmal zu 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte höherer Verschuldung führen.
Die zweite Meldung war die Herabstufung durch Moody's. Die Ratingagentur stufte Griechenland von A2 auf A3 herab. Danach käme noch BBB+, BBB und BBB- und dann beginnt der Junk. S&P hat Griechenland allerdings schon auf BBB+ (und hat das im März bestätigt), Fitch liegt ebenfalls bei BBB+. Moody's ist trotz der Herabstufung weiterhin am optimistischsten.

Was am Ende ziemlich überrascht, denn im Moody's Text selber steht (FT Alphaville: Moody’s downgrades Greek sovereign rating to A3), dass die eingeleiteten Sparmaßnahmen wohl erst (wenn überhaupt) zu einer Stabilisierung führen, wenn die Staatsverschuldung auf einem Niveau von Baa liegt (was den anderen Ratings entsprechen würde). Warum Moody's dann aber nicht sofort bis dahin herabstuft, weiss ich aber auch nicht.

Die CDS Märkte sind da konsequenter ... Die CDS auf griechische Staatsanleihen explodierten heute auf

650(!) Basispunkte,

ein Plus von 165 (!!!) Punkten gegenüber dem Vortag. Damit hat Griechenland die Ukraine als Spitzenreiter in Europa abgelöst. Die Ukraine liegt bei 560 Basispunkten. Das Spannende an dem Vergleich: Die Ukraine ist mit "B" bewertet, also bereits tief im Junk. Die CDS-Märkte bewerten die Ausfallwahrscheinlichkeit der griechischen Staatsanleihen damit auf einem Niveau, das nicht einmal mehr mit B beginnt, sondern mit C. Wow!

FT Alphaville: CDS report: Peripheral panic

Auch bei den anderen PIGS rappelte es. Portugal stieg auf einen Höchst-Schlusskurs von 270 Punkten. Intraday wurden sogar über 300 Punkte erreicht. Das bisherige Hoch lag bei 245 Punkten. Auch Spanien erreichte neue Rekordstände bei 175 Punkte (bisheriger Rekord 172 Punkte).

Als ich vor ein paar Wochen über den Kauf von mittelfristigen griechischen Staatsanleihen nachgedacht habe, konnte ich mir nicht vorstellen, wie überfordert die europäische Politik mit dieser - für die ganze Eurozone wenn nicht gar für die ganze EU - ziemlich kritischen Situation ist. Erst blockt Merkel die Einigung und erst nach langem Gehampel gibt es eine Einigung, die sich schnell als Scheineinigung entpuppt. Die Märkte testen nach zweitägiger Verschnaufpause die Einigung, stellen fest, dass keinerlei Details (Zins, Volumen, Laufzeit) des Rettungspakets festgelegt wurden und beginnen sofort wieder zu spekulieren. Zwei Wochenenden später gibt es dann endlich auch eine Einigung über die Details. Sogar die Rolle des IWF wird geklärt. Eigentlich sollte damit alles geklärt sein, aber dann versucht Schäuble das nicht gerade geringe Rettungsvolumen an der Fraktion vorbei gekoppelt mit einem anderen Gesetz durch den Bundestag zu jagen. Die Abgeordneten sind angep***t, weil sich nicht gefragt wurden, und lehnen ab. Und schon steht wieder alles auf Messers Schneide.

Wenn Griechenland vor die Hunde geht, die Eurozone zerbricht, die Pleite ein Beben auslöst, das größer ist als die Lehman Pleite, das erneute Hunderte von Milliarden kostet, sich am Ende die EU zerlegt und Gold das einzig Werthaltige ist, werden Historiker das auf ein paar CDU Abgeordnete aus NRW zurückführen, die gerade Wahlkampf haben ...

(Merkt man gerade, wie dick mein Hals ist? Aber das ist das Problem eines Optimisten: Die Fallhöhe zur Realität ist so hoch. Ich konnte mir ja auch nicht vorstellen, dass irgendjemand so irre sein könnte und Lehman Pleitegehen lässt. Tja, und das passierte doch. Irgendwie schienen mir alle verstanden zu haben, wie groß der Fehler war, den man damals gemacht hat. Nur wenn ich mir jetzt anschaue, was die EU im Fall Griechenland macht, kann ich keinen Lernerfolg feststellen ... Wir können froh sein, dass die Amerikaner - mit Ausnahme Lehman - schneller und konsequenter gehandelt haben. In Europa wären wohl Lehman und Bear Stearns und Washington Mutual und Merrill Lynch Pleite gegangen ... )

Kommentare :

  1. Also ehrlich gesagt, wüsste ich nicht was für einen Grund es gibt froh zu sein bezüglich was die Amerikaner gelernt haben.

    Meiner Meinung nach ist dieses ganze System es wert zu Grunde zu gehen. All die riesigen Investmentbanken die mit Staatsgeld/Steuergeld gerettet wurden, Abermilliarden von mark to fantasy Scheinvermögenswerte in ihren Billanzen stehen haben, mittlerweile trotzdem wieder Scheinmilliardengewinne ausweisen und Rekordboni auszahlen? Wert gerettet zu werden?!?!?!?!

    Zentralbanken die Scheinassets in Billionenhöhe in die Bilanzen aufnehmen und die Primary Dealers im Gegenzug mit beinahe unbegrenzten Konfetti-Fiat-Money zuschütten? Wert gerettet zu werden.

    Länder die bis zum geht-nicht-mehr verschuldet sind und diese Verschuldung NIEMALS zurückzahlen werden können. Wert gerettet zu werden?

    Staatsbankrotte, Währungsreformen, das ist der Weg den wir in diesem Jahrzehnt beschreiten werden... Und das ist gut so. Bleibt nur zu hoffen, dass es dann gerechter zugehen wird und die Menschheit nicht so blöd sein wird und das gleiche Spiel erneut zulässt.

    Ich will Umbrüche, Veränderungen, weg mit den ganzen verlogenen Politikern und Lobbyisten, Aufdeckung all der Lügen (Klimawandel, Terroranschläge, Pandemien, etc.), keine Überwachung a la Metternich 2.0 usw usf

    Schön wärs wenn die große Bereinigung schon durch Griechenland zustande käme, andererseits bin ich mir ziemlich sicher das wir noch so manch perfides Schauspiel in den nächsten Jahren erleben werden, die sicher auch die Allerwenigsten für möglch gehalten hätten, bevor es dann schlussendlich so weit sein wird.

    Gruß

    SupaHoed

    AntwortenLöschen
  2. Was Du immer mit den CDU-Politikern hast. Die Griechen haben den Karren mit Lug und Betrug in den Dreck gefahren, und Du regst Dich über ein paar Politiker auf, weil die keine Lust mehr haben, der zahlende Trottel für eine Betrügerbande zu sein. Versteh ich nicht.

    AntwortenLöschen
  3. @Anonym
    Alle wussten über Griechenland Bescheid. Vorher wohlgemerkt. Und Griechenland selbst hat sich durchaus angestrengt und den Karren nicht etwa selbst weiter hinein geritten. So wenig wie Spanien, Portugal usw. PIIGS eben.

    Was Du bei Griechenland noch machen kannst, nämlich denen die ganzen Probleme in die Schuhe schieben und vor allem die "Lösung" auferlegen, geht nicht mehr mit den anderen bzw. allen PIIGS-Staaten.

    Davon abgesehen wäre es auch furchtbar egal ob nun Griechenland Schuld war oder nicht. Wenn man in der Tinte sitzt muss man schauen wie man Bestmöglich heraus kommt. Das ist die Aufgabe eines Krisenmanagements. Nur in der Politik können es sich unfähige Krisenmanager leisten zu sagen "machen wir eben nichts und schauen ob der Karren an die Wand fährt".

    Grüße
    ALOA

    AntwortenLöschen
  4. Puhhh ... Krise hin, Krise her ... Ein paar Hinterwäldlern a'la SupaHoed scheint sie richtig gut zu tun. Die kriechen jetzt aus ihren Löchern und lassen uns an ihren Weisheiten teilhaben. Währungsreform heisst dann Goldstandard oder Free Banking a'la Hayek, Rothbard, ... Und endlich informieren sie uns über die zahllosen Verschwörungen und Lügen (Klima, Terror, ...)

    Letzten Endes wird die EZB einschreiten, wenn die Politiker den Karren an die Wand fahren wollen. Die Zentralbanker brauchen nur ein paar Tasten drücken und Griechenland ist wieder liquide bzw. kann sich zu einem vertretbaren Zinssatz refinanzieren. Sonst können die Jungs in Frankfurt gleich auch mal ihre Koffer packen und die Heimreise planen.

    Ich versteh aber auch die Griechen nicht. Lassen sich zum Deppn Europas machen und tanzen nach der Musik der Bondmärkte und einiger DE Provinz-Politiker. Die Griechen sollte endlich mal ein glaubwürdiges EWU Austrittsszenario plus Default auf Euro-Schulden an die Wand malen. Das wär dann mal eine Alternative über die die anderen Beteiligten nachdenken könnten.

    AntwortenLöschen
  5. @supahoed: Tja, man kann natürlich meinen, dass das alles egal ist, wenn das System vor die Hunde geht. Aber meinst du ernsthaft, es würde dieses Mal besser laufen als vor 80 Jahren? Also ohne die Verarmung von großen Teilen der Bevölkerung? Ohne der Verlust quasi aller Ersparnisse? Den Verlust der Krankenvorsorge? Ich glaube das ehrlich gesagt nicht und kann auf dieses Experiment gerne verzichten, genau wie ich gerne auf das Experiment verzichtet hätte, Lehman Pelite gehen zu lassen.

    @Anonym:

    Was ist die Alternative? Die Griechen Pleitegehen lassen? Dann den deutschen Banken 60 Mrd. Euro zu geben, damit die die Ausfälle der Griechenlandanleihen verkraften können? Und dann die Spekulanten gegen Portugal oder Irland rennen lassen und die gleiche Nummer nochmal zu machen? Ich bin zwar auch überzeugt davon, dass eine Währungsunion eine Exit-Möglichkeit braucht. Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass auch Rahmenbedingungen für eine mögliche Staatspleite innerhalb des Währungsraums geschaffen werden müssen. Das Problem daran ist nur: Wir haben all das nicht! (weil unsere Politiker unfähig sind und meinen, dass man Probleme vermeidet, indem man sie verdrängt. ) Also ist mein bevorzugter Weg: Griechen jetzt retten und eine letzte Chance geben. Die gewonnenen Jahre dafür nutzen, um eine Exitmöglichkeit zu schaffen.

    Ansonsten könnte ich noch ne Menge von dem schreiben, was ALAO schon geschrieben hat. Einfach Ätsch sagen ist ein wenig einfach. Ich weiss, das sorgt irgendwie für Genugtuung, aber es löst doch das Problem nicht ...

    AntwortenLöschen
  6. @Stephan:

    Die Griechen verstehe ich auch nicht. Die sollten doch einfach mal darauf hinweisen, dass die Pleite Griechenlands massive Folgen für Portugal und auch Spanien haben würde. Das ist ein riesiges Drohpotential! Stattdessen sagen die immer nur, dass sie eigentlich gar keine Hilfe brauchen. Seeeehr seltsam. Muss so eine Art vororientalischer Stolz sein.

    Und ein Update: Ich meinte natürlich ALOA. Sorry. Und zum anonymen: Ich habe nix gegen die CDU. Ich habe aber was, gegen Politiker die aus billigstem Eigeninteresse das Scheitern von etwas viel Größerem risikieren. In der Bankenrettungszeit gab's hier jede Menge böser Worte über Steinbrück. Und auch ne Suche nach FDP dürfte jede Menge böse Worte ans Licht fördern. Und auch die Grünen kommen im Rahmen der Solarförderungsdiskussion nicht gerade gut weg. Und mit 10 Euro Mindestlohn der Linken komme ich auch nicht klar. Mir liegt kaum etwas ferner als Parteidenke.

    AntwortenLöschen
  7. Genau so gut kann ich gegenteiliger Ansicht sein: um den Euro zu retten, muss man Griechenland amputieren. Ist es wirklich klug, den Griechen nochmal zusätzliche Milliarden zu geben wenn die Aussichten, dass sie die Schulden zurück zahlen ziemlich bescheiden sind? Da ist es doch besser das Geld gleich selber zu behalten. Da weiß ich wenigstens, dass es in der eigenen Tasche bleibt.

    Das erinnert mich an die gerne belächelten Aktionäre, die immer weiteres Geld in ihre heiß geliebte Klitsche stecken, je tiefer unter Wasser, umso mehr wird nachgeschossen, weil irgendwann wird die Klitsche zu ihrem "wahren Wert" zurückkehren.

    Und was Lehman betrifft: vielleicht geschah der entscheidende Fehler schon im Frühjahr 2008 als man Bear Stearns nicht untergehen ließ? Man weiß ja nicht was gekommen wäre wenn Lehman gerettet worden wäre. Wäre dann Merrill Lynch dran gewesen? Die Citi? Die Goldmänner? Oder wäre der ganze Schlamassel uns erspart blieben, weil Lehman gerettet = Brand gelöscht? Meines Erachtens ist Lehman nicht die Ursache, sondern nur der Auslöser. Hätte man Lehman gerettet, wäre was anderes explodiert. So kann man das auch mit Griechenland sehen. Rettet man die Griechen, wird das dann als Herausforderung verstanden, die deutsche Kreditwürdigkeit doch mal testen zu wollen, ob die auch für Spanien, Portugal, Italien etc. reicht?

    Meine Devise: der Staat liegt nicht so verkehrt, wenn er sich an dem orientiert, wie ein vernünftiger und verständiger Kleinaktionär seine Investments behandeln sollte: Verluste begrenzen, schlechtem Geld nicht noch gutes hinterherwerfen, zur Einsicht fähig sein wann es Zeit ist den Stecker zu ziehen, sich nicht selbst gefährden, indem man sich in halsbrecherische Alles-oder-nichts-Situationen hineinmanövriert.
    Kann sein, dass es für solche Ratschläge klugen kaufmännischen Handelns schon viel zu spät ist und eh nur noch die Alles-oder-Nichts-Karte stechen kann ...

    AntwortenLöschen
  8. @Matsch:

    Wir diskutieren alle auf dünnem Eis. Weil es ja niemand weiss. Mein "Plan" kann ja sehr gut daran scheitern, dass die Politiker nicht in der Lage sind, nach der Rettung von Griechenland die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Wenn man sich die Reaktionen auf die Finanzkrise anschaut, ist bis auf die Pseudomaßnahmen wie die Bankenstrafabgabe und Bonistrafsteuer nicht viel passiert. Aus Too-Big-to-Fail ist Much-too-big-To-Fail geworden. Statt strenger Eigenkapitalanforderungen hat man die bisher geplanten weiter in die Zukunft geschoben. Statt transparenterer Buchführung hat man die Richtlinien für die Bewertung noch weiter aufgeweicht ...

    Von daher könnte man die Hoffnung schon aufgeben und sagen: So what? Die Pleite in 5 Jahren wird genau so chaotisch und unbeherrschbar ablaufen wie jetzt, also lassen wir doch die Griechen lieber sofort Pleiteghen als nach Abermilliarden Hilfe in 5 Jahren.

    Aber naja, ich habe halt immer noch Hoffnung.

    Außerdem sehe ich das Geld rauswerfen nicht so kritisch. Im Falle einer Pleite von Griechenland bekommt Griechenland auch Geld von uns (so sicher wie das Amen in der Kirche) und außerdem stopfen wir Steuerzahler die Bankbilanzen um die Milliarden, die die Banken mit den Griechenland-Anleihen verlieren. Man darf bei der Diskussion ja nie vergessen, dass der Bailout für Griechenland um die Ecke auch einer für die Banken in Deutschland und Frankreich ist ...

    AntwortenLöschen
  9. aloa5

    Griechenland hat sich angestrengt? Hier mal eine Auflistung, die wie Hohn und Spott in den Ohren eines hiesigen Arbeitnehmers klingen muss:

    - Den Beamten wird das 13. Gehalt um 30 Prozent und das 14. Gehalt um 60 Prozent gekürzt. (14. Gehalt, Hallelujah)
    - Leute mit einem Einkommen von mehr als 100.000 Euro in 2009, sollen eine jährliche Sondersteuer von einem Prozent zahlen. (Ein Prozent, damit es nicht weh tut. Übrigens geben gerade mal 5000 Griechen von 11 Mio. ihr Gehalt mit mehr als 100000 Euro an).
    - Nullrunde bei Renten und Pensionen. (Wäre hier unvorstellbar (nicht!))
    - 500 Mio. für Infrastrukturprojekte sollen gestrichen werden (also fast nix).

    So, diese Liste soll also das drastische Sparprogramm sein? Das hatten wir auch schon, aber ohne drohenden Staatsbankrott. Was wird denn gegen Korruption und Steuerbetrug unternommen? Da hab ich noch gar nichts gehört.

    AntwortenLöschen
  10. Was die Griechen angeht, die halten es einfach mit dem guten Archimedes:

    Störe meine Krise nicht.

    AntwortenLöschen
  11. @Anonym:

    Das ist eine Kürzung der Beamtengehälter um etwa 8%. Ob das 13. oder 14. Gehalt heisst, ist doch Wurscht. Es wird gekürzt, das zählt.
    Bei Infrastruktur sollte eigentlich gar nicht gespart werden.
    Ein effektives Steuersystem einzuführen, ist keine Aufgabe, die in drei Monaten erledigt werden kann. Da darf man keine unrealistischen Anforderungen stellen. Der Umbau (Aufbau) des Steuersystem sollte übrigens eine der Bedingungen sein, an die der IWF seine Hilfe knüpft.

    Außerdem hast du die Erhöhung der MwST vergessen (größter Posten auf der Einnahmeseite). Und auch die Erhöhung des Renteneintrittsalters. Ich weiss, das ist immer noch niedriger als hier, aber wir tun auch so, als hätten wir schon 67, dabei gilt das erst 2030.

    AntwortenLöschen
  12. @ egghat

    Angenommen, die Griechen stellen für eine gewisse Zeit die Zinszahlung ein, bitten um eine Zahlungsumschuldung, müssen dann die deutschen Banken gleich ihre ganzen Forderungen abschreiben und sind dann sofort überschuldet?

    Wieoso sollen wir eigentlich die Krankenversicherung verlieren, wenn außer den Lehman Brüdern noch Griechenland, Spanien und Golman Sachs pleite gehen?

    p.s.: Für eine Intimrasur auch bei den kleinen Omas bin ich noch immer, dann denken wir Schafe vielleicht einmal weiter.

    AntwortenLöschen
  13. Mittelfristige Grieschiche Anleihen? Warum die Mitte kaufen? Also entweder du sagst die Gyorskasse wird gefüllt, dann kauf das kurze Ende, z.b. 3.8 03/11 bei 95.00 Streich 5 Punkte in einem Jahr ein und freust dich.
    Oder du sagst die schaffen es nicht und die Schulden könnten restrukturiert werden. Dann solltest du den Bond mit niedrigstem Cashpreis kaufen. Der 30yr handelt bei 70. Ist also noch zu teuer. Bei 60-65 wird es dann interessant. Die Recovery handelt bei 50, also hast du 10-15 Punkte downside.
    Die Mitte kaufen macht imho nicht so viel Sinn.

    AntwortenLöschen
  14. Das habe ich ja nicht heute gesagt ... Die Renditekurve sah vor ein paar Wochen noch anders aus. Da lohnten sich die ganz kurzfristigen Dinger für Normalanleger nicht, weil 3% mehr Rendite bei mind. 0,5% Gebühren + Spread IMHO keinen Sinn machten. Die Idee drei bis vierjährige zu kaufen, war also eher dieser Überlegung geschuldet. Ich wollte so kurz wie möglich bleiben und als erste Laufzeit, wo nach Gebühren noch eine akzeptabler Renditeaufschlag übrig bleibt, botensich drei- bis vierjährige an. Heute gibt es bei zweijährigen fast 10% mehr als beim Bund. Da könnte man noch kürzer rangehen. Vielleicht lässt man es aber auch besser alles (wobei ich mir immer noch nicht vorstellen kann, dass die Griechen die Grätsche machen).

    AntwortenLöschen
  15. Ahhh ok ja vor 1-2 Wochen sah das noch ganz anders aus in der Tat. Verfolge den Blog erst seit ein paar Tagen, aber gefällt mir sehr gut.
    Eine Restrukturierung sollte man nicht ausschliessen. Die wird nicht heute und morgen sein, aber in 6 Monaten?

    AntwortenLöschen
  16. @egghat

    Was denkst Du wohl, wo das Geld, das für "Infrastruktur" eingeplant ist, in einem korrupten Land wie Griechenland hinfließt? Bist Du da nicht etwas naiv? (Bitte nicht denken, dass ich Porsche die Verkäufe nicht gönne).

    AntwortenLöschen
  17. Erstmals vielen Dank für Deinen tollen Blog!

    Ich denke nicht, dass wir mit einer Griechenland- Hilfszahlung viel Zeit gewinnen werden.

    Sobald das Geld nach Griechenland geflossen ist, wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben.

    Ich gehe mal davon aus, dass Portugal als nächstes dran ist, weil klein und somit leichter zu "shorten"!

    Das Spiel wird von vorne beginnen!

    AntwortenLöschen
  18. @Johannes
    Seh ich auch so. Deshalb soll mal die EZB in die Pötte kommen. Aber nachdem ich heute gelesen habe, dass die SEC Jungs lieber den ganzen Tag Pornos downloaden als ihren lahmen Bloomberg-Schirm zu betrachten, bin ich mir nicht mehr so sicher was die Zentralbanker so den ganzen Tag treiben?

    Na ja wahrscheinlich in der Pause zur Auflockerung ein bisschen Solitaire und dazwischen harte Arbeit an einem Paper. Hab die letzten Ergüsse der EZB gelesen, die denken gerade sehr intensiv über die Auswirkungen der EZB Geldpolitik auf den Wechselkurs und die Aussenhandelsbilanz mit Alpha Centauri nach.

    Dabei wär's so einfach. Hong Kong hat's 1998 vorgemacht. Da hab'n die Hedge Funds auch so'ne Nummer probiert. Und die HK Zentralbank hat sich gedacht, da spiel'n wir ein bisschen mit. Am Ende gab's nur einen Sieger. Die EZB kapiert es einfach nicht: sie ist der 800 Kilo Gorilla in der Stadt und nicht die City.

    Ganz viele CDS verkaufen und dann die Bonds der Griechen im Balance Sheet der EZB parken. So macht man Kohle. Der Steuerzahler kann dann nur Danke sagen.

    AntwortenLöschen
  19. @ Stephan

    zitiere: "Währungsreform heisst dann Goldstandard oder Free Banking a'la Hayek, Rothbard, ... Und endlich informieren sie uns über die zahllosen Verschwörungen und Lügen (Klima, Terror, ...)" -> wenn das für dich bedeutet, dass jemand ein Hinterwäldler ist, dann kannst du mich gerne dazuzählen.

    Apropos, welcher Gruppierung bist du dann zugehörig? Investmentbanker? :-)

    Gruß

    SupaHöd

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Sorry. Es sind leider keine anonymen Kommentare mehr möglich. Ich werde von mehr als 50 Spamkommentaren pro Tag geflutet und habe keine Lust, diese von Hand zu scannen, um darin alle drei Tage einen anonymen Kommentar zu finden, der veröffentlicht werden kann. Meldet Euch bitte an. Sorry für die Umstände.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore