Zahl des Tages (23.04.10): 27%

Ich mache heute mal wieder Griechenlandverweigerung und gehe auf mein Lieblingsthema US-Immobilienmarkt zurück, nicht zuletzt wegen meiner Immowette.

Weil das eigentlich nicht ganz so spannend ist, wie die immer noch nicht auszuschließende Pleite eines Mitglieds der Eurozone, fasse ich lieber mal die zwei wichtigen Zahlen von gestern und heute zusammen.

Gestern gab es die eigentlich wichtige Zahl. Wichtig deshalb, weil sie den größten Teil des US-Immobilienmarkts repräsentiert. Die Anzahl der existierenden Häuser, die im März verkauft wurden, ist gegenüber dem Februar um 6,8% auf annualisiert 5,35 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat beträgt das Plus sogar 16,1%.
Da gleichzeitig der Lagerbestand nur leicht um 1,5% stieg, verbesserte sich der von mir immer besonders herausgehobene Lagerbestand in Monatsumsätzen von 8,5 auf 8,0 Monate.

direkt von der Quelle:
NAR: Existing-Home Sales Rise
oder wie üblich mit vielen Charts angereichert bei Calculated Risk:
Calculated Risk: Existing Home Sales increase in March
Calculated Risk: More on Existing Home Sales and Inventory

Einen noch stärkere Verbesserung gab es beim Verkauf von neuen Häusern zu vermelden. Dort wurde heute ein Plus gegenüber dem Vormonat von satten

27%

bekanntgegeben. Das ergibt eine Jahresrate von 411.000 verkauften Häusern, also deutlich weniger als ein Zehntel der Umsätze von existierenden Häusern. Trotz der geringen Anzahl sind auch die Neubauten für die Wirtschaft wichtig, weil der Bau eines Hauses logischerweise für mehr Wirtschaftsaktivität sorgt als der reine Verkauf eines bereits fertigen Hauses (auch wenn dieses natürlich auch ein wenig renoviert wird, neue Möbel gekauft werden, etc.). Kleine positive Note am Rande: Die Zahlen für Dezember 2009 bis Februar 2010 wurden allesamt nach oben korrigiert.

Marketwatch: New-home sales surge 27% to 411,000 pace

Leider muss man beiden Zahlen ein großes ABER hinterherschieben. Denn der März war der vorletzte Monat, in dem die Steuergutschrift für Erstkäufer gewährt wurde. Ende April soll diese dann (nach dem im letzten Herbst einmal verlängert wurde) endgültig auslaufen. Es steht also zu erwarten, dass der April nochmal besser wird. Dann aber wird wohl die nächste Delle kommen. Denn das Schattenlager, also Häuser bei denen schon ein Verkauf geplant wird, aber dieser noch nicht öffentlich ist, dürfte immer noch bis zum Überquellen gefüllt sein. Für einen richtig kräftigen Aufwärtstrend ist die Zeit noch nicht reif ...

Kommentare :

  1. Wie bewertest Du eigentlich den Gewerbeimmobilienmarkt in den USA? Nachdem ich ein bisschen für ein Stück recherchiert habe, sehe ich die Situation nicht mehr ganz so dramatisch. Ja, es werden einige Regionalbanken drauf gehen, aber alles in allem scheint die Unsicherheit bei potentiellen Investoren eher die zu sein, ob man einsteigen soll oder die Preise in bestimmten noch ein paar Monate weiter sinken. Das große schwarze Loch erwartet jedoch niemand mehr.

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  2. "Lagen" war das Wort, das fehlt.

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