Zahl des Tages (03.05.10): 2,7%

Heute gab es einige Zahlen vom Konsum in den USA, die im Endeffekt den Trend decken, der schon in den Zahlen zum US-BIP am letzten Freitag zu erkennen war (siehe auch Zahl des Tages (30.04.10): 3,2). Ich packe die Zalen mal alle in ein Posting.


Die US-Verbraucher gehen wieder shoppen, auch wenn die Einkommen nicht wirklich steigen.

Sie kaufen mehr Autos (Calculated Risk: U.S. Light Vehicle Sales 11.2 Million SAAR in April, übrigens auch viele deutsche: FTD: Goldener April für deutsche Autobauer in USA), mehr gute Gadgets (Heise: iPad eine Million Mal verkauft, siehe auch ZAHL DES TAGES (30.01.10): 5.000.000 ;-) ) und wahrscheinlich auch noch viel anderes Zeugs. Insgesamt um 0,6% stiegen die Konsumausgaben im März. Die Konsumausgaben waren damit höher als vor der Krise! (Marketwatch: U.S. consumer spending surpasses pre-recession peak )

Das ist zwar gut für die Wirtschaft, aber es gibt ein großes Problem daran: Die Einkommen steigen nicht entsprechend mit (+0,3%). Ergo fällt die Sparrate. Im März lag diese mit

2,7%

nur noch etwa halb so hoch wie in der Zwischenerholung inmitten der Krise.

Wie weit Einkommen und Ausgaben auseinanderklaffen, kann man schön in der folgenden Grafik erkennen.


Die Einkommen liegen noch etwa 400 Mrd. Dollar unter dem Hoch, die Ausgaben (wie gesagt) schon wieder über dem Höchstwert.

Calculated Risk: March Personal Income up 0.3%, Spending Increases 0.6%

Und wie ein Kommentator bei Edward Harrison anmerkt, sind in den Einkommen auch noch staatliche Transferzahlungen erhalten, die teilweise außerordentlich sind. Kurz: Diese werden nicht unendlich weiter gezahlt. Rechnet man diese heraus, sind die Einkommen überhaupt nicht gestiegen.

Creditwritedowns: Consumption growth continues to outstrip income growth

Der US-Wirtschaft droht eine holprige Erholung ...

P.S. ich weiss, dass das iPad die März-Zahlen nicht beeinflusst haben kann, aber ich musste die Zahl irgendwie einbauen ;-)

Kommentare :

  1. Dies ist wo alle darauf gehofft haben: "The american consumer spends its way out of the crisis".

    Die gute alte Münchhausen-Methode, sich an dem eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen.

    Wie in dem gelinkten Artikel steht, die USA-Wirtschaft ist "asset-driven", d.h. eine Blasenwirtschaft. Wenn die Aktien im 601k-Sparplan wieder steigen, kann man alles verfügbare Einkommen und den Platz auf der Kreditkarte auf den Kopf hauen.

    Erst eine künstliche Aktienblase erzeugen, dann gibt es eine Kreditorgie, und dann steigen Wirtschaft und Beschäftigung auch wieder real an (mit noch mehr Kredit). Nur der Abstand zwischen den Explosionen der Blasen wird immer kleiner.

    Was man auch noch ermitteln sollte: In Kalifornien haben Verbraucher angeblich eine neue Finanzierungsquelle gefunden. Da Zwangsversteigerungen über 18 Monate dauern, haben sie einfach die Kreditzahlungen an die Banken eingestellt und verkonsumieren das Geld stattdessen (nein nicht zurücklegen). Dies betrifft angeblich ca 10% der "underwater"-Besitzer, die genug Geld hätten auch regulär zu zahlen.

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  2. Nachtrag:

    Hier ist ein Link

    http://moremoney.blogs.money.cnn.com/2010/04/30/homeowners-abandoning-houses-en-masse/

    Das Problem hat schon die Mainstream-Medien erreicht.

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