Zahl des Tages (07.05.10): 9,9

Hmm, das ist ja mal wieder etwas ungewöhnliches. Eine Zahl, die in der Überschrift negativ ist, aber darunter gar nicht so übel aussieht. Um es mal vorsichtig zu sagen, eigentlich ist bis auf die "Zahl des Tages" alles positiv ...

Die Arbeitslosenquote in den USA ist im April von 9,7% im März (und den beiden Monaten zuvor) auf

9,9%

im April gestiegen.

Das ist natürlich keine schöne Zahl, aber die anderen Zahlen sind positiv zu werten.

Die Daten in der üblichen Form:

Household Data  (per Umfrage erhoben):

Anzahl der Arbeitslosen: +255.000 auf 15,26 Millionen.
Anzahl der Arbeitenden: +550.000 auf 139,455 Millionen.
---> Arbeitslosenquote: 9,9% (+0,2)

Wie schon im März erklärt NILF (not in labor force) die komische Änderung, bei der sowohl die Zahl der Arbeitenden als auch die Zahl der Arbeitslosen gestiegen ist. Satte 635.000 Menschen, die im März nicht als "dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehend" gezählt wurden, stehen diesem plötzlich wieder zur Verfügung. Insgesamt tummelten sich auf dem US-Arbeitsmarkt im April 805.000 Menschen mehr als im März.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data zeichnen ein ähnliches Bild.

Anzahl der Jobs: plus 290.000 gegenüber dem Vormonat auf 130,161 Millionen.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden stieg von 34,0 auf 34,1 Stunden, die Anzahl der Überstunden ging ebenfalls um 0,1 auf 3,1 Stunden nach oben. Diese "Nebendaten" unterstützen das Bild der Hauptdaten.

Die 290.000 neuen Jobs verteilen sich ganz gut über die Wirtschaft. 61.000 kamen vom Staat. Und der restliche Anstieg in der "normalen" Wirtschaft beruht nicht mehr nur vorwiegend auf der Zeitarbeit (nur 26.000 diesen Monat), sondern sogar der industrielle Sektor schaffte wieder Arbeitsplätze.

Ebenfalls positiv: Bei den standardmäßigen Korrekturen wurden die beide Vormonate nach oben gesetzt: Der Februar wurde von -14.000 auf +39.000 angehoben, der März von +162.000 auf +230.000, insgesamt also 121.000 Arbeitsplätze mehr als ursprünglich geschätzt.

BLS.gov: Employment Situation News Release

FTD: USA verzeichnen größten Jobaufbau seit vier Jahren

Kurz: Bis auf die verschlechterte Arbeitslosenquote ein Schwall von guten Zahlen.

Ist doch schön vor dem Wochenende :-)

Update (16:52):

Mit den Aufwärtskorrekturen der Vormonate gab es in den letzten 4 Monaten zusammengerechnet 1,66 Millionen neuer Jobs. Das ist die beste Vier-Monats-Periode seit 2000 2010! (die 1,66 Mio. wären ne gute Zahl des Tages gewesen. Mist, zu spät gefunden ...)

Marketwatch: Best job growth in 10 years

Update (17:02):

Calculated Risk hat die übliche schöne Grafik mit der Jobentwicklung in dieser und den vorhergegangenen Rezessionen. Man sieht da schön die aktuelle Bodenbildung, man sieht aber auch mal wieder, wie lang und tief die Spuren sind, die diese Rezession am US-Arbeitsmarkt hinterlassen hat:

Calculated Risk: April Employment Report: 290K Jobs Added, 9.9% Unemployment Rate

Kommentare :

  1. "Das ist die beste Vier-Monats-Periode seit 2010!"

    Zahlendreher?

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  2. Ne freud. Wenn man 2000 schreiben will und gleichzeitig "das beste seit 10 Jahren" liest, kommt dann 2010 raus ;-)

    Danke für den Hinweis, ist verbessert.

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  3. das heißt gar nichts
    alles statistik
    gruss georg

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