Zahl des Tages (09.05.10): 600.000.000.000

Ich mach's jetzt zur Zahl des Tages, auch wenn es immer noch nicht offiziell ist und die bereits mehrfach verschobene Pressekonferenz immer noch nicht stattgefunden hat ...

Das Rettungspaket für den Euro soll jetzt (drumroll ...)

600.000.000.000 (600 Milliarden Euro)

schwer werden.

Wie schnell doch aus 80 Milliarden der Eurozone plus 30 Milliarden des IWF mehr als das Fünffache werden ...

Tagesschau: 600 Milliarden für Euro-Rettungsfonds?

Das verschlägt mir echt die Sprache (für eine Beurteilung ist es mangels Details eh zu früh ...) und daher überlasse ich das mal meinen geschätzten Kommentatoren.

Legt los! Das Ende des Dollars äh des Euros? Gold kaufen? Merkel abwählen?

Man kann nur hoffen, dass nicht nur die Summe, sondern auch die Gestaltung des Euro-Rettungfonds sich an klugen Ideen wie die von Willem Buiter anlehnen. Das Papier hatte ich schonmal verlinkt (er empfiehlt die Restukturierung der griechischen Anleihen, also einen 20 bis 25%igen Haircut), aber den zweiten Teil hat hoffentlich auch jemand gelesen ... Link darin:

WILLEM BUITER FÜR RESTRUKTURIERUNG DER GRIECHISCHEN SCHULDEN

Am Ende bekommen wir jetzt scheinbar sowas wie einen europäischen Währungsfonds, den EWF ... Aber mal schauen ...

Update (23:54):

Jetzt steht auf der Seite "Exact starting time of press conference is not known". Guter Zeitpunkt ins Bett zu gehen ...

Update (10.05.10):

Es sind sogar noch mehr geworden, obwohl ich nach Bildzeitungsmanier die größte Zahl aus dem Gerüchtepool gefischt hatte. 750 Mrd. Euro, 500 Mrd. von der Eurozone, 250 Mrd. vom IWF. Wow!

FAZ: 750 Milliarden zum Schutz des Euro

Kommentare :

  1. "Rettungspaket für den Euro"

    Ich glaube nicht, dass es um den Euro geht (oder sollen etwa Dollarreserven gegen Euro verkauft werden um den Wechselkurs zu stützen?), sondern um den Aufkauf von Staatsanleihen insolvenzgefährdeter EU-Mitglieder. "Rettungspaket für die Staatsfinanzen" ist das richtige Wort.

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  2. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass wir eine europäische Wirtschaftsregierung bekommen. Denn anders sind die geplanten Maßnahmen nicht durchzusetzen. Könnte im Prinzip ja eine gute Sache sein, wenn nicht, ja, wenn nicht die Deutschen jetzt ihre Wirtschaft von der Exportlastigkeit befreien müssten. Auch dass, eine stärkere Gewichtung der Binnenwirtschaft ist eine gute Sache, wird aber mit der jetzigen Regierung nicht zu machen sein.

    Also: Entweder eine neue, andere Regierung in Deutschland, die nicht nur den intellektuellen Sondermüll nach Brüssel schickt und aktiv europäische Integrationspolitik betreibt oder wir werden von den Franzosen regiert werden.

    Die Schulden werden, wenn wir den Euro behalten wollen, weginflationiert werden müssen und dafür halt ich fünf bis sechs Prozent für eine realistische Vorgabe.

    Mein Tipp, die nächste BTW wird auch vorverlegt werden, der nächste Kanzler heißt Sigmar Gabriel oder Roland Koch.

    Und jetzt ihr!

    Arvid

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  3. Dann träum mal schön von einer "geordneten Inflation" mit Raten von 5-6%. Die Planspiele einer Palliativ-Inflation von 5% gestreckt über viele, viele Jahre sind naiv. Eine Aktienblase oder nehmen wir eine Kreditblase hat auch nicht die Angewohnheit sich schön langsam zu entladen so wünschenswert das vielleicht wäre, das geschieht in aller Regel crashartig. Die Entwertung der Staatsschulden wird es ebensowenig in einem schleichenden Prozess geben.

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  4. Hallo Matsch,

    Dein Szenario sieht also genau wie aus?

    Arvid

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  5. "Könnte im Prinzip ja eine gute Sache sein, wenn nicht, ja, wenn nicht die Deutschen jetzt ihre Wirtschaft von der Exportlastigkeit befreien müssten. Auch dass, eine stärkere Gewichtung der Binnenwirtschaft ist eine gute Sache, wird aber mit der jetzigen Regierung nicht zu machen sein."

    Ähm, stärkere Gewichtung der Binnenwirtschaft? Mit welchem Geld willst du denn den Konsum ankurbeln? Noch mehr Schulden? Höhere Löhne? Niedrigere Steuern?

    Mir wird einfach nur schlecht, wenn wir jetzt für die PIIS in die Haftung gehen. Bürgschaften für über 100 Mrd. Euro für uns? Was passiert, wenn die gezogen werden (was ich btw. für sehr wahrscheinlich halte)?

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  6. Monetarisierung der Staatsschulden durch die EZB, gleichzeitig werden von ihr die Zinsen dauerhaft unten gehalten und dann sollen die (Nominal-)Vermögensbesitzer sehenden Auges die 'Reise nach Jerusalem' diszipliniert und gesittet über sich ergehen lassen? Nö, die Wahrscheinlichkeit, dass das Spiel sehr häßlich wird und unvorhergesehene plötzliche Eruptionen nimmt, ist nach aller Erfahrung, die wir mit Finanzmärkten haben, insbesondere die letzten zwei Jahre waren nicht arm davon, bedeutend höher.

    Ich hab kein Szenario. Ich weiß nur, dass die Masse der Vermögensbesitzer überrascht werden muss, sonst klappt das mit der Entschuldung des Staates nicht.

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  7. "Rettungspaket für die Staatsfinanzen"

    Ja, genau das ist es, dass Gerede vom Euro ist doch nur Ablenkung. Ich denke man wird einen Staat nach dem anderen nun per Auflagen sanieren müssen, und die Bürgschaften sind die Gegenleistung.
    Am Ende wird auch Deutschland sparen müssen, weil die Nachfrage wegbricht, was aber sein muss. Ich sehe auch keine bessere Alternative, es gibt nur noch Inflationierung oder Totalzusammenbruch.

    Eine EU-Wirtschaftsregierung ist das hoffentlich noch nicht, es gibt ja keine weiteren Kompetenzen und auch kein Gremium das sich solche aneignen kann.

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  8. Tja, man kann nur hoffen, dass Deutschland nicht erst den Rest Europas sanieren muss, die dann alle sparen und dann die Exporte wegbrechen. Danach muss dann Deutschland sparen und dann bricht die Inlandsnachfrage weg.

    Das ist das Szenario, was viele nicht sehen, die immer Angst vor dem Kaputtsparen haben. Ich habe immer noch Angst davor, dass nicht nur die Griechen, sondern auch wir ein strukturelles Defizit haben, das viel größer ist als viele das wahrhaben wollen. Und wir nicht nur ein "Rebalancing" zwischen den exportierenden und importierenden Ländern in Europa brauchen, sondern eine Absenkung des Niveaus insgesamt. Darauf scheint mir kaum jemand vorbereitet zu sein.

    Ich gehe auf jeden Fall heute Abend erstmal lecker essen :-)

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